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Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 14:34
von lala
josch hat geschrieben:abgesehen davon, beiss mal in eine discounter-bio-möhre und dann in eine möhre von einem kleinen konventionellen marktbauern. da relativiert sich vieles. DAS ist simpel geschmacksache

Oh ja, die Erfahrung habe ich auch schon oft gemacht! Nur: wenn ich nur die Wahl zwischen normaler Supermarktmöhre und bio Supermarktmöhre habe, nehme ich die Supermarktmöhre. Dass die das beste ist, was man bekommen kann, habe ich nie behauptet

Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 14:36
von Seerose
Und wie machst Du das nun mit der Nachfrage? Die ist hier in D doppelt so hoch wie das was angebaut werden kann... Das nur zum Thema regional.
josch hat geschrieben:abgesehen davon, beiss mal in eine discounter-bio-möhre und dann in eine möhre von einem kleinen konventionellen marktbauern. da relativiert sich vieles. DAS ist simpel geschmacksache

Discounterware ist für mich aber eh keine Bioware. Ich bin überzeugt, daß die nicht schmeckt.

Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 14:40
von lala
Seerose hat geschrieben:Discounterware ist für mich aber eh keine Bioware. Ich bin überzeugt, daß die nicht schmeckt.

Es kommt ganz drauf an, mit was Du vergleichst: bei Zwiebeln, Kartoffeln oder auch Paprika (meistens zumindest) konnte ich keinen Unterschied feststellen

Es kann (und will

) sich halt nicht jeder alles aus dem Bioladen leisten. Ich finde, Dein Satz liest sich ziemlich überheblich, hört sich an wie nie probiert, aber wissen, wie es schmeckt

Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 14:40
von josch
Seerose hat geschrieben:josch hat geschrieben:Ausserdem sehe ich den bio-hype in supermärkten und discountern skeptisch: um diesen bedarf zu decken wird massenhaft produziert und massenanbau/tierhaltung macht m.e. die ursprüngliche idee von bio kaputt,
Und wie willst Du dann die Nachfrage befriedigen? Gerade in einer Großstadt?
Die kleinen Bioläden von früher gingen hier alle pleite, dort wo ich früher war kann ich also nicht mehr hingehen. Aber soll ich nun deswegen auf bio verzichten, damit ich die Bio-Idee nicht kaputt mache?
Vernunftige regionale, konventionelle Ware statt "bio" um jeden Preis.
Das wäre vernünftig und vertrauenswürdig. Aber halt nicht marktwirtschaflich rational.
Und dass. man nicht immer überall an alles rankommt, ist mir auch klar.
Mir gehts ja nur ums Ideal

und darum, dass ich den markttrend irre finde und auch die Tatsache, dass es immer zeitraubender wird, kritischer Verbraucher zu sein.
Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 14:49
von lala
Ich glaube ja, dass Supermärkte und Discounter viel öfter regional einkaufen, als man das vermutet: die Kartoffeln und Zwiebeln, im Sommer auch der Salat sind bei unserem Aldi häufig aus der Region! Sind die dann dennoch schlechter als vom Gemüsebauern, der sich selbst auf dem Markt stellt statt sie an die Großmarkthalle zu verkaufen?
josch hat geschrieben:Vernunftige regionale, konventionelle Ware statt "bio" um jeden Preis.
Aber was heißt vernünftig? Früher dachte ich immer, wenn ich den Hof "kenne", von dem ich Gemüse/Fleisch beziehe, dann sei das automatisch besser. Aber da bin ich mir nicht mehr so sicher

Auch wenn ich jeden Tag an dem Salatfeld vorbeispazieren würde, von dem der Salat auf dem Markt angeboten wird, hätte ich trotzdem keine Lust diesen Salat zu essen, wenn er entsprechend gespritzt wird.
Ich finde es am Markt halt total schwer zu beurteilen, ob es sich um vernünftigen Anbau handelt. Welche Verkäufer erzählen Dir als interessierten, die Nahrung wert schätzenden Kunden, was für Sauereien die damit machen? Die sind doch auch auf Gewinnmaximierung (manchmal alleine um zu überleben) aus. Ich bin da wirklich skeptisch

Um jeden Preis bio ist natürlich auch keine Lösung. Überseebio finde ich per se schon seltsam.
Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 14:54
von Seerose
lala hat geschrieben: Ich finde, Dein Satz liest sich ziemlich überheblich, hört sich an wie nie probiert, aber wissen, wie es schmeckt

Nein, überheblich sollte er nicht klingen, trägt auch nichts zum Threadinhalt bei, sondern spiegelt nur meine Meinung wieder, soll heißen kann gestrichen werden.

Es sollte eher verärgert klingen, ich weiß von Betrug in großem Ausmaß - das war mit Umetikettierung gemeint - und von daher zweifel ich schon mal 50% der Bio-Discountware an, daß die sich auch nur im geringsten von der viel billigeren konventionellen Ware unterscheidet.
Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 15:00
von Seerose
josch hat geschrieben:
Vernunftige regionale, konventionelle Ware statt "bio" um jeden Preis.
Das wäre vernünftig und vertrauenswürdig. Aber halt nicht marktwirtschaflich rational.
Und dass. man nicht immer überall an alles rankommt, ist mir auch klar.
Mir gehts ja nur ums Ideal

und darum, dass ich den markttrend irre finde und auch die Tatsache, dass es immer zeitraubender wird, kritischer Verbraucher zu sein.
Ich sehe, wir sind uns einig.

Im Grunde genommen hab ich auch Deine vorherigen Posts so verstanden. Nur kann man ja nun nicht Menschen in erster, zweiter und dritter Bioklasse einteilen und es ist auch nicht so, daß wer zuerst da war, hat nen Freibrief..
Die Nachfrage ist da, warum auch immer. Der eine war schon immer "öko", der andere kann sich eh alles leisten und ein weiterer macht sich erst jetzt Gedanken um's Essen weil er Kinder hat. Es war schon relativ früh klar, daß wenn "öko" ne Massenbewegung wird bzw. einfach Trend ist, daß sich dann vieles ändern wird/muß. Man kann es ja auch als Chance sehen....

Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 16:02
von Lösche Benutzer 1828
josch hat geschrieben:
Ausserdem sehe ich den bio-hype in supermärkten und discountern skeptisch: um diesen bedarf zu decken wird massenhaft produziert und massenanbau/tierhaltung macht m.e. die ursprüngliche idee von bio kaputt, die kleinen erzeugerbetriebe können der konkurrenz nicht mehr standhalten und am ende läuft es -pessimistisch gesehen- dich wieder auf den alten zustand der zeitrechnung vor bio heraus...
bio ist für mich eine art lebenseinstellung bezüglich nachhaltigkeit und ressourcennutzung.
kein run auf labels und siegel.
naja, Bio-Hype - und was heißt das für Dich?
Bio nur für die Auserwählten?
Ich denke, eine generelle Umkehr kann nur gut sein und wenn das alles umweltverträglicher angebaut wird, dann ist es mir lieber, es ist nicht so streng, aber zerstört auf Dauer nicht die Erde. Dann liebe Luschi-Bio für alle zu erschwinglichen Preisen als das "Goldstandard-Bio" für wenige......
Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 17:50
von lala
Sandküste hat geschrieben:Dann liebe Luschi-Bio für alle zu erschwinglichen Preisen als das "Goldstandard-Bio" für wenige......
Ganz genau!
Re: Bio nicht gleich Bio? Regional? bin verunsichert..
Verfasst: 17.03.2011, 18:29
von tania
Dickkopf-Mama hat geschrieben:tania hat geschrieben: und das gemüse sieht auch nach bio aus

Verräts du mal woran man das sieht?
also der smiley sollte heißen, dass man es natürlich im endecffekt nicht wirklich sehen kann, aber grundsätzlich ist biogemüse kleiner, bzw von sehr unterschiedlicher größe (denn die "zu kleinen" und "zu großen" bei konentionellem anbau werden in der regel aussprtiert und weiterverabreitet bzw weggeschmissen), runzelig, mattere farben (die biopaprika glänzt viel weniger zb). die möhren sind sehr unregelmäßig und fast unschälbar usw. das alles gilt natürlich nicht für supermarkt-bioware, die sieht ja meist aus wie das normale gemüse.