Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
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Ines
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Hallo Tragling,
Hier mal eine kurze Antwort auf deine erste Frage:
Bei Waldorf steht die Antroposophie nach Rudolf Steiner dahinter. Das ist eine ganz weltumfassende Ansicht verschiedenster Themen (Erziehung, Gesundheit, Landwirtschaft...). Die Homöopathie z.B. gehört dazu. Ich finde es etwas erstaunlich, wenn ein einzelner Mensch zu allen Gebieten was weiß. Die Auswirkungen der Antroposophie auf den Alltag in KiGa und Schule sind allerdings oft sehr schön.
Maria Montessori hat ursprünglich sich Material überlegt, mit dem behinderte Kinder selbständig lernen können. Das wurde dann auf nichtbehinderte Kinder ausgeweitet. Ihr wichtigster Satz ist: "Hilf mir, es selbst zu tun!". Das Kind soll also selbständig ohne ständige Anweisungen im eigenen Rhythmus und zu einer selbstgewählten Zeit mit einem selbsgewählten Partner oder auch alleine sich mit dem beschäftigen, was es gerade interessiert.
Leider wird das Montessori-Material öfter zu didaktischen Zwecken "missbraucht".
Liebe Grüße
Ines
Hier mal eine kurze Antwort auf deine erste Frage:
Bei Waldorf steht die Antroposophie nach Rudolf Steiner dahinter. Das ist eine ganz weltumfassende Ansicht verschiedenster Themen (Erziehung, Gesundheit, Landwirtschaft...). Die Homöopathie z.B. gehört dazu. Ich finde es etwas erstaunlich, wenn ein einzelner Mensch zu allen Gebieten was weiß. Die Auswirkungen der Antroposophie auf den Alltag in KiGa und Schule sind allerdings oft sehr schön.
Maria Montessori hat ursprünglich sich Material überlegt, mit dem behinderte Kinder selbständig lernen können. Das wurde dann auf nichtbehinderte Kinder ausgeweitet. Ihr wichtigster Satz ist: "Hilf mir, es selbst zu tun!". Das Kind soll also selbständig ohne ständige Anweisungen im eigenen Rhythmus und zu einer selbstgewählten Zeit mit einem selbsgewählten Partner oder auch alleine sich mit dem beschäftigen, was es gerade interessiert.
Leider wird das Montessori-Material öfter zu didaktischen Zwecken "missbraucht".
Liebe Grüße
Ines
Kängurumama mit kleiner Kängurutochter (* 5/ 2010)
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Nee nee, die Homöopathie steht nicht in direktem Zusammenhang mit der Anthroposophie.
Begründer der Homöopathie war Hahnemann.
Begründer der Homöopathie war Hahnemann.
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Ines
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
@Baba: Stimmt, sorry, hab ich vermixt! Die Antroposophen gehen ja mehr nach der Gestaltlehre etc. Entschuldigung.
Ines
Ines
Kängurumama mit kleiner Kängurutochter (* 5/ 2010)
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Musst dich doch nicht entschuldigen.Ines hat geschrieben:@Baba: Stimmt, sorry, hab ich vermixt! Die Antroposophen gehen ja mehr nach der Gestaltlehre etc. Entschuldigung.
Ines
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Phalene
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
[quote="Loeffelbisquit"]
Hier haben wir nur die Waldorfschule in einigermaßen Nähe, allerdings würd ich sie da die ersten 2 Jahre auch noch nicht allein hinfahren lassen.
quote]
wir sind mit dem bus auch eine Stunde hingefahren....
Das erste Jahr wurden wir noch gebracht (waren aber auch genug Kinder) aber dann sind wir mit dem Bus gefahren und dsa war eigentlich super, so wusste ich beim Aufstehn immer, ich kann ncohmal ein Stündchen schlafen
das hat oft sehr geholfen
Hier haben wir nur die Waldorfschule in einigermaßen Nähe, allerdings würd ich sie da die ersten 2 Jahre auch noch nicht allein hinfahren lassen.
quote]
wir sind mit dem bus auch eine Stunde hingefahren....
Das erste Jahr wurden wir noch gebracht (waren aber auch genug Kinder) aber dann sind wir mit dem Bus gefahren und dsa war eigentlich super, so wusste ich beim Aufstehn immer, ich kann ncohmal ein Stündchen schlafen
LG Phalene
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Auch ein Rudolf Steiner hat nicht alles allein "erfunden". Er hat mit vielen verschiedenen Menschen zusammengearbeitet. Vor allem Ita Wegmann z.B. war eine langjährige Wegbegleiterin (die beiden hatten ja auch was miteinanderInes hat geschrieben:Ich finde es etwas erstaunlich, wenn ein einzelner Mensch zu allen Gebieten was weiß.
Marie von Sivers, Steiners 2. Frau hat sie Eurythmie mitentwickelt und war sprachgestalterisch tätig. Um nur mal 2 Menschen zu nennen....
ClauWi-Trageberaterin (AK)
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december
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Ich denke kurz kann man dir den Unterschied schon erklären aber allein das wird dir nichts bringen. Ich denke du und das Kind muss sich mit der jeweiligen Ausrichtung wohl fühlen, sprich ließ dir mal ein bisschen was zu Steiner und Montessori durch. Und das was dich vom Kindbild am meisten überzeugt, hat die größte Wahrscheinlichkeit das es passt (denke ich zumindest).
Und wenn es geht würde ich das Kind danach auch auf eine weiterführende Schule mit der Ausrichtung schicken oder zumindest eine freie Schule die ein ähnliches Konzept vertritt. Ein späterer Wechsel auf eine Regelschule scheint einfacher und problemloser abzulaufen als wenn ein Kind erst auf die Regelschule und dann auf eine andere geht.
Und wenn es geht würde ich das Kind danach auch auf eine weiterführende Schule mit der Ausrichtung schicken oder zumindest eine freie Schule die ein ähnliches Konzept vertritt. Ein späterer Wechsel auf eine Regelschule scheint einfacher und problemloser abzulaufen als wenn ein Kind erst auf die Regelschule und dann auf eine andere geht.
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Tragling
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Wieso denn "missbraucht"?Ines hat geschrieben:
Leider wird das Montessori-Material öfter zu didaktischen Zwecken "missbraucht".
Liebe Grüße
Ines
Lg Lizzy mit Hannah (geb. 03/2010) und Theo (geb. 01/2013)
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Tragling
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
Soda. Ich muss dieses Thema mal wieder hervor holen, wir waren in der Zwischenzeit nicht untätig.
Ich dachte früher immer, mein Kind wird mal einfach in einen Kindergarten und dann in die Volkschule gehen
Ich habe mir das Buch besorgt, das die beiden Methoden miteinander vergleicht - ich komme nur einfach nicht wirklich zum Lesen
Aber - wir waren am Tag der offenen Tür im Waldorfkiga und in der Kleinkindergruppe.
Wir waren auch am Elterninfoabend sowohl bei Montessori (mit Besichtigung der Kleinkindgruppe) als auch noch mal zum Elternabend bei Waldorf.
Und was soll ich sagen? Ich bin in meiner Entscheidungsfindung noch keinen Schritt weiter.
Sowohl mein Mann als auch ich fühlen uns bei Waldorf viel wohler. So vom Gefühl her. Wenn man rein kommt. Die Stimmung usw
Uns beiden war die Präsentation bei Montessori ein bisschen zuviel "Drill". Dieses - es passiert alles in der vorbereiteten Umgebung, es gibt nur die Realität und zB keine Rollenspiele, die Montessori Utensilien sind rein zweck gebunden und dürfen nicht zum spielen "missbraucht" werden usw
So richtig "frei" entfalten können sich Kinder doch da gar nicht - es ist doch alles in einem vorgegebenen Rahmen?
Die Einrichtung für die Kleinen war irgendwie recht nüchtern und "kalt". Das Kinderhaus haben wir noch nicht gesehen - die haben erst im Okt wieder Tag der offfenen Tür.
Ich persönlich würde Montessori als Schultyp zB total klasse finden und ich kann mich erinnern, dass die 2 Stunden Montessori jeden Freitag in meiner Volkschulzeit die glücklichsten Stunden in der Schulwoche für mich waren.
Aber als Kindergarten? ich weiss nicht...
Die Eingewöhnungspahse wäre bei beiden Häusern gleich sanft und so lange, wie das Kind das braucht.
Auf vollertiges, vegetarisches Essen legen auch beide Institutionen wert.
Auf der anderen Seite kann ich mir noch so schwer vorstellen, dass hannah nach dem Waldorfkiga auch in diesen Schultyp geht - das erscheint mir alles noch sehr fremd.
ich muss halt auch dazu sagen, dass ich vor langer zeit mal ein paar Jahre Ausbildung zur Kigapädagogin gemacht habe - und das ist mir auch noch gaaaanz anders in Erinnerung.
Das erscheint mir auch noch ein bisschen eigenartig, dass es bei Waldorf zB keine Brettspiele, keine didaktischen Spiele usw gibt.
Nichts was "von den Erwachsenen für die Kinder erdacht wurde"
Supergut gefällt uns auch der Ansatz von Waldorf - ebenso wie bei Montessori - mit Kindern die Realität und den Alltag (gemeinsames Brot backen, Jause richten usw) zu leben.
Waldorf sagt aber: damit die Kinder dann die Realität mit ins Spiel ziehen können.
Bei Montessori ist diese Art von Spiel aber nicht unbedingt "erwünscht" - wird zumindest nicht gefördert.
Das was mir Montessori zuviel ist, ist mir bei Waldorf irgendwie zu wenig.
Ich glaube nur, dass ich mich mit den typischen Gemeindekindergärten gar nicht mehr anfreunden kann mittlerweile
Obwohl wir auf jeden Fall einen, den wir uns ausgesucht haben, besuchen und anschauen werden - einfach um das Bild abzurunden.
Im Herbst jedenfalls startet 1x in der Woche eine Mutter/Kindgruppe bei Waldorf und die möchte ich unbedingt besuchen.
Gefühlsmässig hat im Grunde Waldorf gewonnen. Nur mein Kopf schiesst da noch quer.
ob´s nicht doch "zu wenig" ist?
Sorry - ist so lang
aber ich finde es wirklich eine schwierige Entscheidung irgendwie und es geht mir viel dazu im Kopf herum...
Ich dachte früher immer, mein Kind wird mal einfach in einen Kindergarten und dann in die Volkschule gehen
Ich habe mir das Buch besorgt, das die beiden Methoden miteinander vergleicht - ich komme nur einfach nicht wirklich zum Lesen
Aber - wir waren am Tag der offenen Tür im Waldorfkiga und in der Kleinkindergruppe.
Wir waren auch am Elterninfoabend sowohl bei Montessori (mit Besichtigung der Kleinkindgruppe) als auch noch mal zum Elternabend bei Waldorf.
Und was soll ich sagen? Ich bin in meiner Entscheidungsfindung noch keinen Schritt weiter.
Sowohl mein Mann als auch ich fühlen uns bei Waldorf viel wohler. So vom Gefühl her. Wenn man rein kommt. Die Stimmung usw
Uns beiden war die Präsentation bei Montessori ein bisschen zuviel "Drill". Dieses - es passiert alles in der vorbereiteten Umgebung, es gibt nur die Realität und zB keine Rollenspiele, die Montessori Utensilien sind rein zweck gebunden und dürfen nicht zum spielen "missbraucht" werden usw
So richtig "frei" entfalten können sich Kinder doch da gar nicht - es ist doch alles in einem vorgegebenen Rahmen?
Die Einrichtung für die Kleinen war irgendwie recht nüchtern und "kalt". Das Kinderhaus haben wir noch nicht gesehen - die haben erst im Okt wieder Tag der offfenen Tür.
Ich persönlich würde Montessori als Schultyp zB total klasse finden und ich kann mich erinnern, dass die 2 Stunden Montessori jeden Freitag in meiner Volkschulzeit die glücklichsten Stunden in der Schulwoche für mich waren.
Aber als Kindergarten? ich weiss nicht...
Die Eingewöhnungspahse wäre bei beiden Häusern gleich sanft und so lange, wie das Kind das braucht.
Auf vollertiges, vegetarisches Essen legen auch beide Institutionen wert.
Auf der anderen Seite kann ich mir noch so schwer vorstellen, dass hannah nach dem Waldorfkiga auch in diesen Schultyp geht - das erscheint mir alles noch sehr fremd.
ich muss halt auch dazu sagen, dass ich vor langer zeit mal ein paar Jahre Ausbildung zur Kigapädagogin gemacht habe - und das ist mir auch noch gaaaanz anders in Erinnerung.
Das erscheint mir auch noch ein bisschen eigenartig, dass es bei Waldorf zB keine Brettspiele, keine didaktischen Spiele usw gibt.
Nichts was "von den Erwachsenen für die Kinder erdacht wurde"
Supergut gefällt uns auch der Ansatz von Waldorf - ebenso wie bei Montessori - mit Kindern die Realität und den Alltag (gemeinsames Brot backen, Jause richten usw) zu leben.
Waldorf sagt aber: damit die Kinder dann die Realität mit ins Spiel ziehen können.
Bei Montessori ist diese Art von Spiel aber nicht unbedingt "erwünscht" - wird zumindest nicht gefördert.
Das was mir Montessori zuviel ist, ist mir bei Waldorf irgendwie zu wenig.
Ich glaube nur, dass ich mich mit den typischen Gemeindekindergärten gar nicht mehr anfreunden kann mittlerweile
Obwohl wir auf jeden Fall einen, den wir uns ausgesucht haben, besuchen und anschauen werden - einfach um das Bild abzurunden.
Im Herbst jedenfalls startet 1x in der Woche eine Mutter/Kindgruppe bei Waldorf und die möchte ich unbedingt besuchen.
Gefühlsmässig hat im Grunde Waldorf gewonnen. Nur mein Kopf schiesst da noch quer.
ob´s nicht doch "zu wenig" ist?
Sorry - ist so lang
Lg Lizzy mit Hannah (geb. 03/2010) und Theo (geb. 01/2013)
- Talgaro
- Universaldilettantin
- Beiträge: 11901
- Registriert: 29.11.2006, 00:03
Re: Was nach dem Waldorfkindergarten oder Montessori?
@ tragling: Meine Kinder gingen/gehen in ein Montessorihaus. Im Alltag wird sehr viel krativ und frei gespielt. Die Freiarbeit ist ja nur morgens (bei uns eine Stunde) und da auch kein Unterricht, sondern vom Kind bestimmt. Vorbereitete Umgebung, heißt ja nur, dass alles bereit ist, damit das Kind es sich selbst nehmen kann und nicht auf Erwachsene angewiesen ist.
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
