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Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 21.10.2010, 23:27
von Mohnblume
Also hier in Berlin bin ich jetzt nicht so die Exotin, wenn ich meinen fast 9 Monate alten Sohn selbstverständlich noch stille. Doofe Blicke hab ich auch noch keine bemerkt. Auch meine Familie hat zum Glück noch keine Kommentare diesbezüglich abgegeben. Ich schätze mich auch sehr glücklich deswegen!
In meinem Freundeskreis / Krabbelgruppe stillen bis auf eine noch alle (die Babys sind alle ca. 9 Monate alt). Ein paar haben aber schon deutlich reduziert - meistens mit Beginn der Beikost und/oder indem sie abends eine Flasche Pre dazugegeben haben, "weil die Milch irgendwie nicht mehr gereicht hat"... ich denke das ist dann wirklich oft der Beginn des Abstillens.
Ich hab dem Purzel auch mit 6 Monaten Beikost angeboten, die er begeistert genommen hat. Er isst auch kräftig große Portionen Brei und kaut auf Obst, Brot, Reiswaffeln.. und trotzdem stillt er noch echt viel. Aber ich denke, es liegt auch daran, das viele bei der Beikost das Prinzip des "Mahlzeiten ersetzen" so wörtlich nehmen und denken, sie dürften dann nicht mehr anschließend oder zwischendrin noch stillen...
Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wie lange mein Umfeld es noch als normal empfindet und ab wann dann die komischen Sprüche / Blicke anfangen. Hab nämlich auch vor, noch lange zu stillen

Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 22.10.2010, 19:48
von Larissa
Hallo,
also wir stillen auch noch und geniessen es...mein Sohn ist im Juli 3 geworden und zum grossen Leidwesen seines Vaters, noch nicht annähernd dazu bereit aufzuhören!!
Mein Vater findet das total toll und wichtig, obwohl meine Eltern mich damals direkt nach dem Krankenhaus (da war ich 6 Wochen) ins eigene Zimmer verbannt haben und ich meine Nächte wohl von Anfang an durchgeschlafen habe
Inzwischen hat sich mein Herr Vater sehr viel mit frühkindlicher Entwicklung auseinandergesetzt, um seine eigenen Baustellen anzugehen und unterstützt mich da voll...jedenfalls die seltenen Male, die wir uns so sehen.
Meine Mutter fängt sofort an zu rechtfertigen, wenn dritte mitbekommen, wie mein Sohn sich einfach bedient

:"das tut ihm gut!! Larissa (also ich) hatte ja damals ihr Däumchen aber Mattis hat ihn nie gefunden, deshalb braucht er noch die Brust zum Nuckeln. So als Ersatz!" Da kriege ich jedes Mal zu viel!! Was ist denn Ersatz für was? Der Daumen/Schnuller doch wohl eher für die Brust!! Oder seht ihr das anders?
Der Einstieg in die Schule (in D: Kindergarten) war auch völlig problemlos, was ich mit auf das Familienbett und Langzeitstillen schiebe. Mir ist auch völlig egal, wenn jemand blöd guckt, dann schau ich halt blöd zurück! Sollen sie doch lästern ich denk mir ja auch meins, bei so einigen Dingen!!
Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 24.02.2011, 22:48
von evizentrum
Larissa hat geschrieben:
Meine Mutter fängt sofort an zu rechtfertigen, wenn dritte mitbekommen, wie mein Sohn sich einfach bedient

:"das tut ihm gut!! Larissa (also ich) hatte ja damals ihr Däumchen aber Mattis hat ihn nie gefunden, deshalb braucht er noch die Brust zum Nuckeln. So als Ersatz!" Da kriege ich jedes Mal zu viel!! Was ist denn Ersatz für was? Der Daumen/Schnuller doch wohl eher für die Brust!! Oder seht ihr das anders?
Das höre ich auch oft, leider aus der Familie auch.... "die nimmt dich doch als Schnullerersatz!"
und ich hasse diesen Satz, weil ich dann schon weiß, mit dem Mensch brauch ich keine vernünftige Unterhaltung zu dem Thema anfangen, denn da treffen Welten aufeinander.
Und nach dem klassischen "Stillst du noch" kommt meistens als zweite Frage "aber doch schon weniger, ODER?!°
Da fühlt frau sich ja gaaar nicht unter Druck gesetzt....
Dann werden noch Geschichten erzählt von Freundinnen oder Bekannten, die ihr anderthalbjähriges Kind noch stillen und es wird als ...irgendwie abstoßend... dargestellt. Nicht mit diesen Worten, sondern mit dem Tonfall. Wenn ich nachfrage, was daran denn stört, heißt es meist, "wenn das Kind der Mama den Pulli selbst hochhebt und sich bedient" (äh...die Mutter könnte das ja verhindern, wenn sie nicht will) oder "wenn das Kind schon so viele Zähne hat und laufen kann" (na und? ist doch schön für das Kind)
Meistens sage ich dann nur, dass keiner sich daran stört, wenn ein Kind noch lange die Nuckelflasche und den Schnuller kriegt. Und schon gar nicht sich darin einmischt. Dann ist Ruhe...
Wenn ich keine Lust auf die Diskussion habe, sage ich nur, dass ich noch gar nicht weiß was in x Monaten sein wird.
Ich frag mich immer, was geht es die anderen an und was interessiert es die überhaupt?
Ich habe früher nie eine Mutter nach sowas gefragt, mir doch egal, ob die anderen Mütter stillen oder nicht und wie lange...
Leider führt die ganze Problematik bei mir zu der Überlegung, ob ich ab dem ersten Geburtstag meiner Tochter versuchen will nur noch heimlich zu stillen, also nur zuhause oder auf der Toilette oder in der Umkleidekabine....finde ich selbst schade aber ich hab keine Lust auf den Druck von außen.
Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 24.02.2011, 23:15
von Alja
Wir haben ab einem bestimmten Alter auch gar nicht mehr öffentlich gestillt.
Aber eigentlich ist es ja schade, weil wir so gar nicht sehen, wer alles lange stillt. Ich habe schon von einigen zufällig erfahren, dass sie auch ü2 stillend waren, von denen ich das nie gedacht hätte.
Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 25.02.2011, 09:51
von tinanie
Ich habe auch versucht, meine Tochter nach dem 1. Geburtstag eher "heimlich" zu stillen.
Aber nun, wo ich auch noch den kleinen Sohn stille und ich als zweifache Mama irgendwie mehr als Profi angesehen werde, habe ich beschlossen hier und da offener damit umzugehen.
Gestern beim Kennenlernen in der Pekip-Gruppe, sollten wir nach einem quasi Interwiev die andere Mutter vorstellen. Auf die Frage nach dem Stillen, habe ich der Mutter geantwortet, dass ich meine Große noch stille. Ich habe sie auch direkt gefragt, ob sie das komisch findet, weil es in ihrer Mimik so zu lesen war. Sie hat offen zugegeben, dass es für sie komisch ist. Ich habe sie dann noch gebeten, das Tandemstillen nicht bei der großen Vorstellungsrunde zu erwähnen- reicht ja, wenn die anderen Mamis mich erst später für einen Freak halten.
Jedenfalls denke ich, dass einige Mütter heimlich ihre Kinder deutlich nach ihrem 1. Geburtstag stillen. Aber wenn ich mich langsam als Ü2-Stillende oute, dann fällt es anderen Müttern in Zukunft leichter das Ü1/Ü2-Stillen nicht zu verheimlichen.
Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 25.02.2011, 11:26
von evizentrum
tinanie hat geschrieben:
... dann fällt es anderen Müttern in Zukunft leichter das Ü1/Ü2-Stillen nicht zu verheimlichen.
Genau deswegen find ich das Heimlichtun eigentlich blöd...
Ich schwanke ja auch noch und bin noch nicht sicher, ob ich für mehr Verständnis "kämpfen" möchte oder ob ich mehr meine Ruhe zu dem Thema haben möchte.
Vom Typ her bin ich ein direkter Mensch, der auf Fragen auch immer ehrlich antwortet. Daher passt das Heimliche nicht zu mir.
Übrigens habe ich mit einer anderen Mutter mal darüber gesprochen, die Ü1 Stillen komisch findet, aber wenn man es heimlich und nur zuhause macht, findet sie das ok! Seltsam oder? Ich kann nun wirklich inzwischen so stillen, dass man nix sieht von meiner Brust. Daher ist es doch keine Belästigung für die anderen, die das sehen?!
Vielleicht ist mein Selbstbewusstsein noch einen Tick zu klein, aber das könnte ich ja noch ausbauen.

Re: Was, Du stillst noch?
Verfasst: 25.02.2011, 12:04
von Anlu
Ich habe auch viele Freundinnen, welche nach 3 Monaten wieder aufgehört haben mit stillen und beim 2. gleich von vornherein gemeint haben ach sie machen sich da kein Stress da gibt s eben die Flasche ist am Ende praktischer. Aha! Ich finde es immer schade aber im Endeffekt muss es ja jeder für siche entscheiden. Was mich nur wirklich stört ist, dass viele obwohl es offensichtlich einfach ihre Entscheidung war so tun als wäre es nicht anders gegangen. Und meiner Meinung nach ist Stillen bei weitem praktischer als Flasche.
Unseren Großen habe ich 6 Monate gestillt und dann leider mit 10 Monaten circa abgestillt. Es war damals meine Entscheidung da ich beruflich etwas für michs ehr schwieriges beginnen wollte und der Große nachts jede Studne gestillt werden wollte und ich dachte es wäre für uns besser so. Schlussendlich hat die brufliche Sache aber nicht für mich nicht funktioniert und das Opfer war so oder so umsonst. Und ich war im Nachhinein auchs ehr traurig. Damals hatte ich zwar innerlich das Gefühl, dass ich mein Baby noch nicht abgeben wollte usw. aber ich habe mich von den Erwartungen anderer leiten lassen. Ich hoffe diesmal würde mir das nicht passieren. Der Große war dann auch sooft krank, dass wir ihn aus der Krippe wieder rausnehmen mussten, ob es nun daran lag, dass es zu früh war oder dass er meine psychsische BElastung gespürt hat kann man so nicht sagen, genauso ob es anders gewesen wäre, wenn wir wenigstens weitergestillt hätten. Aber wie gesagt im Nahchinein hätte ich lieber länger gestillt zumal das Opfer umsonst war.
Ich hoffe diesmal wird es länger dauern und dass ich mich nicht zu sehr von anderen unter Druck setzen lasse, wenn ich das hier lese macht mr das ja schon ein wenig "Respekt". Allerdings muss ich auch ehrlich zugeben, dass ich es okay finde sanft abzustillen, wenn es für einen von beiden nicht mehr geht und dass ich das auch tun würde, wenn ich merken würde. Allerdings fidne ich es bisher wieder total schön.