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Re: Warum Tragen in unserer Kultur so fremd?
Verfasst: 28.05.2010, 10:22
von Stylamamma
Quinquin hat geschrieben:. Möglicherweise bekommen viele Babies bei uns zu wenig Körperkontakt. Aber sie werden viel früher als Individuen wahrgenommen. Ein Mädchen, das traditionell getragen und langzeitgestillt und familiengebettet usw. wird irgendwo in sagen wir Kenia, wird doch dann auch beschnitten und dabei womöglich umgebracht...
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Gibt unendlich viele Kulturen die Trage,Familienebtte ect und keine Beschneidungen durchführen.
Zudem ist die Beschneidung nicht als Strafe für die Mädchen gedacht sondern als Hilfe. Das kann man sich als Europäer nicht vorstellen aber das ist ja total falsch hingestellt als ob sie Freude am Töten ihrer Kinder hätten. Das Thema ist komplex und es so vereinfacht hinzustellen find ich sinnlos,weil es den Sinn nicht erfasst.
Das mit dem nicht sprechen kann auch mit der hohen Sterblichkeitsrate bei Säuglingen zu tun haben. Wahrscheinlich ist es dann leichter den Tod des Babys,der da zu oft kommt, zu überwinden. Das ist eine andere Trauerkultur in vielen Ländern.
@Luema
Hier hinterm haus wachsen die, im Juni sind die reif
Naja ich denke das die meisten Frauen schon als Mädchen ihre Geschwister tragen,sind die dran gewöhnt und es ist leichter für sie.
Re: Warum Tragen in unserer Kultur so fremd?
Verfasst: 28.05.2010, 13:41
von Elise
Also auf Beschneidung wär ich mit dem Thema jetzt nicht gekommen

Re: Warum Tragen in unserer Kultur so fremd?
Verfasst: 28.05.2010, 18:32
von Stylamamma
Die Beschneidung hat nicht den Sinn der Tötung. Wenn man sich mit dem Thema nicht auskennt ist es ja nicht schlimm aber das als Argument dann zu verwenden geht nicht.Nicht das ich für Beschneidungen bei Mädchen wär.
Re: Warum Tragen in unserer Kultur so fremd?
Verfasst: 28.05.2010, 22:16
von Stylamamma
Man versteht viel wenn man sich damit auseinander setzt. Wenn man komplexe Themen auf 30 Zeichen reduziert erfasst man nicht wirklich Hintergründe. Aber ist natürlich leichter.
Re: Warum Tragen in unserer Kultur so fremd?
Verfasst: 29.05.2010, 22:39
von Nuala
Quinquin hat geschrieben:Mmmmh... interessante Gedanken hier. Ich möchte noch einen einfügen, als Kontrapunkt

: In diesem 'Kinder verstehen' von Renz-Polster sind recht viele Beispiele aus 'traditionell' lebenden Gesellschaften und wie dort Kinder großgemacht werden, eingefügt. Und da steht z.B., dass es in den meisten traditionell lebenden menschlichen Gemeinschaften tatsächlich üblich ist, Babies fast permanent zu tragen... aber z.B. auch, NICHT mit ihnen zu sprechen

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Zusatz: In Kulturen ohne Fernseher und wo nicht die Mutter ganztägig alleine zu Hause ist!
Wenn das Baby im Tuch unter vielen Menschen ist, die miteinander sprechen, finde ich es nicht so schlimm, wenn wenig mit dem Kind direkt gesprochen wird. Zumindest nicht, solange das Baby klein ist. Und es wird ja nicht GAR NICHT mit dem Baby gesprochen, halt wenig. Und wenn es älter wird, wird sehr wohl mit dem Baby gesprochen.
Meine Kleine war im Tuch überall dabei, hat geschaut und gestaunt, was mittendrin - ohne dass jetzt so wahnsinnig viel mit ihr geredet wurde.
Da finde ich es fast trauriger wenn eine Mutter dauernd alleine mit ihrem Kind ist, es auf einer Decke neben sich liegen hat und zuquatscht. Ich glaube, dass Körperkontakt anfangs wichtiger ist als mit dem Baby zu sprechen (wenn Sprache generell statt findet - heute ja nicht mehr so selbstverständlich...).
Re: Warum Tragen in unserer Kultur so fremd?
Verfasst: 29.05.2010, 22:41
von Nuala
PS: Ich spreche jetzt wirklich von KLEINEN Babys, unter einem halben Jahr bzw. bis sie mobil werden. Was ja in traditionellen Kulturen mitunter früher der Fall ist als bei uns.