Liebe Mondenkind. Um ganz ehrlich zu sein: nein, es wäre nicht ganz stimmig für mich, gleich mit Beikost anzufangen. Ich hätte sie gerne noch mindestens 1 Monat gestillt. Ich spüre aber diesen extremen Druck wegen ihrem Gewicht, deswegen komme ich immer darauf zu sprechen. Das Beikost-Thema wird schwierig für uns, ich habe Dir ja erzählt, ich weiss nicht, ob Du das noch weisst, aber bei unserem Sohn war es echt schlimm. Er entwickelte diverse Nahrungsmittelallergien, von denen wir jetzt mit 4 Jahren zum Glück nur noch zwei weiter schleppen, aber im Alltag extrem beeinträchtigt sind: Gluten und Ei. Also sämtliche Backwaren, Teigwaren, Cookies, Crackers... einfach alles. Nicht einmal ein gekochtes Essen draussen kann ich ihm kaufen, da auch Saucen mit Weizenmehl gebunden werden. Wir leben quasi mit dieser Gluten-Allergie wie die Zöliakie-Patienten, obwohl es eine andere Krankehit ist. Dabei habe ich es bei ihm nicht viel anders gemacht als bei ihr. Ich habe ihn bis 4 Monaten nur gestillt, dann weiter gestillt mit Pulvermilch und so ab 6. Monat Beikost. Gluten habe ich ihm das erste Mal auch gegen den 6. Monat gegeben. Nach laaangen Diskussionen mit unserem Allergolog und langen Recherchen meinerseits in pubmed und diversen anderen seriösen Datenbanken wegen Studien etc. bin ich auch nicht schlauer geworden, nur sehr verunsichert, wann nun der richtige Zeitpunkt für Beikostanfang wäre und wann mit den Allergenen angefangen werden soll. Ich bin einfach nicht mehr dafür empfänglich, wenn man mir sagt, dass alles egal ist (z.B. dass auch Impfungen keinen Einfluss auf Allergien hätten), ich soll ganz normal machen, wie bei einem "gesunden" Kind etc. Ich habe nun mal meine begründete Skepsis, diverse Experten, zu denen wir gar ins Ausland gefahren sind, um uns auszutauschen und viel wissenschaftliche Auseinandersetzung mit medizinischen Themen im Rahmen von Studien: so, dass ich nie sagen würde, dass etwas mit etwas Anderem KEINEN Zusammenhang hätte. Ich weiss, dass jeder Organismus eine Besonderheit ist und einzigartig reagieren kann. Ich weiss selber aus meiner Diss, was Mittelwerte bedeuten und welche riesigen Streuungen und Ausreisser es in beiden Seiten gibt, egal welches Thema wir nehmen, ob Medizin oder Psychologie. Genau so ist es für mich z.B. nun definitiv klar, dass meine Tochter auf meine Periode reagiert, nachdem sie das letzte Mal genau mit meiner ersten Mens plötzlich diese unreine Haut bekam, genau 1 Monat alles wieder super war und siehe gestern: schon wieder genau gleich Pickel überall (und ich warte wieder auf die Mens). Ich sage nicht, dass es direkt meine Periode ist, es kann schon sein, dass ihr Speichel sich verändert und somit der vermittelnde Mechanismsus ist, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hängt es für mich mit meinen hormonellen Schwankungen.
Ich kann das Ganze mit der Beikost also nicht so auf die leichte Schulter nehmen. Ich weiss auch, dass ich Prädispositionen kaum direkt beeinflussen kann und wenn sie auch so ein hoch allergisches Kind sein soll, dann ist es halt so. Aber ich möchte mein Bestes tun: was ich sicher weiss ist, dass ich sehr vorsichtig bei ihr sein möchte. Ich habe Studien gelesen, die erste Hinweise darauf geben, dass es bis zum 4. Monat gar einen sensiblen Zeitfenster gäbe, in dem Allergene am besten toleriert werden, also soll man eher früh damit konfrontieren, als länger zu warten. Andere Studien behaupten genau das Gegenteil

. Ja ja, so ist auch mein Beruf... diese unklaren Aussagen, die die Wissenschaft produziert. Alles ist also sehr unsicher und deswegen hätte ich mich am liebsten von meinem Gefühl geleitet und hätte gerne noch 1 Monat gestillt und dann bis zum 6. Monat sicher den ersten Versuch mit Gemüse-Brei am Mittag gewagt. Ich lese überall von diesen Zeichen, wann sie bereit sein sollte und was soll ich sagen: so richtig sehe ich es noch nicht: sie hat weder ihr Gebutsgewicht verdoppelt, noch scheint sie sehr gierig zu sein, wenn sie uns essen sieht... OK, sie kann sitzen (aber nur mit Unterstützung), wenn ich ihr den Vitamin D mit einem Löffel in den Mund schiebe, dann spuckt sie es nicht weg, sondern schluckt, also dieser Rausspuck-Reflex scheint schon weg zu sein... ich weiss nicht recht. Am liebsten würde ich mich wieder in Stilltees und Bocks und Malz etc. stürzen, um nochmals richtig einen letzten Anlauf zu machen und dann kann ich auch langsam mit Beikost anfangen. Das wäre ev. die beste Lösung. Puh, so viel habe ich geschrieben, jetzt reichts

. Heute ist sie 6070 g.