Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Pelufer
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Pelufer »

Peppa, was mich an dieser Politik und Förderung der Wirtschaftsinteressen stört ist, dass es eben nicht als freie Entscheidung den Müttern überlassen wird, sondern "Fachleute" uns blöden ungebildeten Zuhause - Betreuenden- Hausmütterchen suggerieren, wir würden unseren Kindern Chancen im Leben verbauen wenn wir sie nicht frühzeitig in Kitas oder zu TaMus schicken.

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Peppa
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Peppa »

Aber mal Hand aufs Herz: kommen die Fachleute zu euch nach Hause? Lauern die beim einkaufen? Wer suggeriert es wo? In irgendeiner Studie? Da gibt es auch Gegenstudien. WER genau sagt euch das? Die Eltern-Sonderheft Zeitschrift? ICH habe ganz ehrlich nicht nie gehört, dass außerhalb von Familien, In denen es vor allem um sprachliche Integration geht (und auch das erst ab 3, also KiGa -Alter), dass da jemand missioniert... Mütter dagegen sind ganz schnell und alltäglich dabei, die bösen arbeitenden Rabenmütter abzuurteilen... wie ja hier auch. UNTER 3 gibt es doch den Druck nicht... solange geht schon alleine die mögliche EZ?

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EhMibima

Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von EhMibima »

Peppa hat geschrieben:Aber mal Hand aufs Herz: kommen die Fachleute zu euch nach Hause? Lauern die beim einkaufen? Wer suggeriert es wo? In irgendeiner Studie? Da gibt es auch Gegenstudien. WER genau sagt euch das? Die Eltern-Sonderheft Zeitschrift? ICH habe ganz ehrlich nicht nie gehört, dass außerhalb von Familien, In denen es vor allem um sprachliche Integration geht (und auch das erst ab 3, also KiGa -Alter), dass da jemand missioniert... Mütter dagegen sind ganz schnell und alltäglich dabei, die bösen arbeitenden Rabenmütter abzuurteilen... wie ja hier auch. UNTER 3 gibt es doch den Druck nicht... solange geht schon alleine die mögliche EZ?

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Doch, meine ehem Kinderärztin meinte, das Kind verpasst was wenn es nicht in die Kita kommt...und mit 3 wäre es wirklich schon spät.
So ein gesellschaftl Druck ist schon sehr subtil. Man fühlt sich immer latent unwohl nd falsch, sitzt vormittags mutterseelenallein auf dem Spielplatz
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Altraia
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Altraia »

Vormittags? Hier kommen erst ab 17.00 Uhr andere Kinder auf den Spielplatz. Auch etwas, was auch in den letzten Jahren krass geändert hat.
Liebe Grüße,
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Pelufer
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Pelufer »

In dem handout was wir zur Geburt des Großen bekommen haben, wurde ein Interview mit einer sogenannten Fachfrau veröffentlicht worin deutlich erklärt wurde, dass früh "fremdbetreute" Kinder sozial kompetenter seien und später weniger Anpassungsschwierigkeiten hätten, als Nesthocker die lange bei Mama bleiben.
Der gesellschaftliche Druck geht dann weiter beim Kinderarzt, der jedesmal wenn wir Ü1 da waren fragte wann er denn endlich in die Kita ginge. Er wäre ja alt genug. ...
Kritisch wurde es, als die Eingewöhnung Ü2 eine Vollkatastrophe wurde und er seitdem wieder zu Hause betreut wird. Da durfte ich mir aus meinem Umfeld anhören, dass ich zum Arzt müsste, mein Sohn wäre entwicklungsverzögert. Nur weil er nicht fügsam in die Kita eingewöhnt werden konnte.
Es wird also schon erwartet, dass man schnellstmöglich wieder arbeiten geht.
Wenn das die Mutter selbst entscheidet, ist das selbstverständlich so zu akzeptieren, aber wenn eine Mutter zwei oder mehr Jahre zu Hause mit Kind verbringen möchte, sollte das genauso akzeptabel sein.

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Pelufer
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Pelufer »

Ach so... das Handout kam vom Jugendamt. ...

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Vivilotta
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Vivilotta »

dulles hat geschrieben:
mal zur ursprungsfrage zurück an die empörten arbeitenden Mütter: was ist eurer Meinung nach der Grund, warum in der heutigen informierten Zeit immer noch Mütter ihre Kinder ferbern?

wir spinnen doch nur rum. weiß nicht warum man das so auf sich beziehen muss.

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Ich glaube, es liegt damals wie heute an mangelnder Empathie dem Kind gegenüber.

Dass man in der Neugeborenenzeit nicht ferbert, ist bei den meisten angekommen. Aber spätestens mit der allseits propagierten 6 Monats-kein Hunger mehr nachts-Grenze wird ganz oft schreien gelassen. Oftmals ist es gar nicht so sehr der mangelnde Schlaf, sondern der gesellschaftliche Druck, der die Eltern antreibt. Das Kind soll durchschlafen, das Kind soll allein einschlafen, so früh so selbstständig wie möglich sein (außer beim Essen, da bitte solange wie möglich füttern lassen), nicht so sehr an der Mama hängen, ohne Probleme jederzeit bei anderen Betreuungspersonen bleiben.

Wenn man sich wirklich mit den Bedürfnissen seines Kindes auseinandersetzt, empathisch dem Kind gegenüber ist, dann bleibt einem eigentlich gar nichts mehr anderes übrig als AP. Die meisten Menschen können und wollen diesen Weg aber gar nicht gehen. Er ist ja auch der deutlich anstrengendere.

Also halten sie sich an die allgemeinen Aussagen und Wünsche der Gesellschaft an die heutigen Kinder, und leider gehört da Schreien lassen immer noch dazu. Es geht viel um Macht, aber auch darum, dass man das Kind problemloser in seine Lebensstruktur einbauen kann. Dass man nicht mehr nur Mama ist, sondern noch genau das Gleiche wie früher kann, weggehen etc. Dazu braucht es aber ein Baby, dass nicht 120 mal die Nacht stillt und easy bei anderen bleibt. Eine "Glucke" will kaum jemand sein.

Manchmal ist es dann auch nicht das Ferbern im klassischen Sinne, aber selbst ganz liebevolle Mütter finden es erschreckend oft ok und normal, das Kind bei anderen Betreuungspersonen/in der Kita schreien zu lassen, "da muss es eben durch". Welch existenzielle Not dahinter steckt, da denken die meisten einfach nicht drüber nach. Das würde ja im Ernstfall auch bedeuten, dass man dann eben daheim bleiben muss, oder die Eingewöhnung misslungen ist.

Ich selber (Jahrgang 1985) wurde ganz klassisch geferbert, mit 3 Monaten war ich eine Woche ohne Mutter bei meiner Oma, und meine Mama verteidigt das bis heute. Dass ich alles anders mache als sie, daran hat sie extrem zu knabbern, das war wohl das erste Mal, dass sie überhaupt drüber nachgedacht hat, ob es auch einen anderen Weg gegeben hätte.
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dulles
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dulles »

Peppa hat geschrieben:Dulles, dass was du verstehst, hast doch keiner gesagt. Aber wem man empört ist über den Wandel, dann doch über den, dass es eben für Frauen möglich ist, eben auch so zu leben.. du hast ja die Wahl, so zu leben, wie du willst...aber dann die anderen für distanzierte Mütter zu halten (und das hast du wirklich so gesagt) zeigt eben, dass es noch so ist, In den Köpfen der Frauen... dass es den Kindern eben schadet. Und das tut es nicht. Nicht in diesem Zusammenhang.
Und ferbern tun Leute, die eben schlafen wollen... ich habe das als einzige Begründung gehört... die jungen Eltern bekommen das schöne JKKSL und es hört sich toll an... 3 Tage etwas Stress... dann endlich Schlaf. Und zwar passiert das meist weit weit vor einem Gedanken an beruflichen Wiedereinstieg. Und unabhängig davon.


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Ich finde das schon sehr aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe nicht geschrieben, dass Mütter die früh wieder arbeiten gehen, distanziert sind.
Meine Aussage war, dass die beim Ferbern geschaffene emotionale Distanz zum Kind hilfreich ist, um das Kind früh betreuen zu lassen..
Eine Wertung pro oder contra arbeiten sehe ich da nicht.
Hier kann sich doch eigentlich keiner angegriffen fühlen, von euch hat ja wahrscheinlich auch keiner geferbert. Das danach noch das abstillen als Argument hinzukam, war mein Fehler. Wollte das nicht auf eine Stufe stellen.

Klar kann man auch total bedürfnisorientiert sein und das Kind trotzdem oder gerade deshalb in liebevolle Betreuung geben. Es ist aber der anstrengendere Weg, wie man an den vielen threads zum schlafen oder zur Eingewöhnung hier sehen kann. Schlaflose Nächte, Theater bei der Eingewöhnung, dann noch arbeiten und den Haushalt schmeißen. Das geht einfach über die Kraft manch einer Frau hinaus.
Und wenn diese Frau sich dann durch gesellschaftlichen Druck genötigt sieht, wieder arbeiten zu gehen, hat sie ja fast gar keine Wahl als durch ferbern das Kind zum durchschlafen zu bringen. Oder in die schlechte kita zu zwingen. Vor allem wenn es von außen suggeriert wird, dass es nicht nur OK ist, sondern sogar noch förderlich fürs Kind.

Ich finde auch nach wie vor, dass ich niemanden persönlich angegriffen habe. Ich finde nur den gesellschaftlichen Druck zur frühen Rückkehr in den Beruf gefährlich. Der nimmt nämlich Frauen die nicht so aufgeklärt sind wie du und ich ein gutes Stück ihrer Entscheidungsgewalt wieder ab.
Und scheinbar spüren den ja auch noch andere.

Ich finde es wirklich großartig, das Frauen es zu einem Großteil selbst in der Hand haben, ihr Leben zu gestalten.
Ich möchte niemanden missionieren zuhause zu bleiben und niemanden beleidigen wenn er es nicht tut.

Ich hadere auch gar nicht mit den kritischen Stimmen. Jeder kann nur für seine Familie Entscheidungen treffen.

Aber mal ehrlich, rein zahlenmäßig kann es im Moment gar nicht genug qualitativ hochwertige Betreuung für alle unter 3 jährigen geben. Und solange das so ist, wird es auch immer Mütter wie mich geben, die lieber zuhause bleiben, als ihr Kind irgendwo hin zu geben.

Und wieder seid nicht ihr gemeint, denn ich glaube euch durchaus, dass eure kita oder Tagesmütter super toll sind und es eine Bereicherung für die Kinder ist. Ich sehe nur unseren Kiga und der hätte meinen Kindern auf jeden Fall geschadet. Tagesmütter gibt es so gut wie gar nicht..



So, ist jetzt sehr konfus geworden. Hatte kein Internet mehr, aber mir spukte die ganze Zeit noch die Diskussion im Kopf rum.




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Altraia
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Altraia »

Sehr schön geschrieben und ganz meine Meinung, dulles.
Liebe Grüße,
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julia1982
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von julia1982 »

OT weil es ja eigentlich uns Ferbern geht... Mich triggern Aussagen von anderen zur "frühen Fremdbetreuung " echt null, weil ich mir zu 100% sicher bin, dass es 1. nicht den Königsweg gibt, der für Alle richtig ist und 2. niemand über das Internet/in Ratgebern etc. besser beurteilen kann, was meinem Kind am besten tut.
Ich bin ja in beiden Situationen gewesen. Mutter deren erstes Kind von 1-2,3 Jahre (liebevollst) betreut wurde und die dann aufgrund von SWS ein Beschäftigungsverbot bekam. Zeitgleich wurde unsere Betreuerin vom Großen schwanger und bekam ebenfalls ein BV. So dass unser Kind jetzt von 2,5-3,5 zu Hause ist, weil ich keine Erneute Eingewöhnung bis zum Sommer wollte um dann in der Ü3 Betreuung nochmal von vorn anzufangen. Da unsere Betreuung nicht mehr verfügbar ist,,bleibt der Kleine (jetzt gerade einen Monat alt) bis 2,5 Jahre mind. zu Hause.
Ich empfinde null Druck durch meine Umwelt meine Kinder früh (oder früher als ich will) "fremd"betreuen (Unwort, echt!!) zu lassen. Ich kann das echt schwer nachvollziehen. Alle fragen zwar, ob der Große denn ab Sommer in den Kindergarten gehen wird, mehr aber auch nicht. Ich spür null Druck, im Gegenteil, Druck wurde versucht aufzubauen durch mein ( sehr AP lastiges) Umfeld, weil ich beim Großen früh wieder arbeiten wollte. Was ich mir da teilweise anhören musste [emoji15]


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Julia mit kleiner Raupe (03/13) und Herzenskind (03/16)
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