Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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rocking mammal
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von rocking mammal »

hallo zusammen,
jetzt will ich auch mal meine 2 cent zu dem thema dalassen.
ich bin natürlich schockiert darüber, dass die sz-tante in ihrem artikel forenuser namentlich zitiert, das finde ich schlichtweg unanständig.
mir tut es für die userin sehr leid, dass sie auf diese art und weise bloßgestellt wurde.
ich habe den liebesbrief vor einigen wochen auch gelesen und kann zu 100% nachempfinden, was die mutter damit meint. mir geht es nämlich genauso. allerdings hätte ich so intime empfindungen nicht in der öffentichkeit preisgegeben - denn, jetzt kommt's, in stillforen befinden sich halt nicht nur stillfreundinnen, sondern auch gegner kommen vorbei, und auch journalisten, die einen an der klatsche haben udn auf kosten anderer ihren unfrieden verarbeiten. und ich kann genausogut verstehen, dass so ein text für viele menschen einfach befremdlich ist oder sie ihn vielleicht sogar aufgrund seiner intimität abstossend finden. jetzt kann man sagen: sie müssen ihn ja nicht lesen - aber da fängt die diskussion an sich im kreis zu drehen, denn: man muss den text ja auch nicht veröffentlichen.
trotzdem, manchmal gehen die hormone mit einem durch und ich kann wie gesagt solche gefühle vollkommen verstehen. ich hoffe, die verfasserin kommt über diese kränkung (so würde ich es jedenfalls empfinden - wäre für mich ganz schwer, damit klar zu kommen) gut hinweg und hat vielleicht genug kaltschnäuzigkeit, da einfach drüber zu stehen.
was den rest angeht: es sind in meinen augen zu einem großten teil die foren, die zu der polarisierung zwischen still- und nicht-stillmüttern angeht. die themen tragen, familienbett, beikosteinführung gehören da genauso zu. ich habe mich da ganz schön mit reinreißen lassen, bin teilweise auch etwas aggressiv geworden und war schon gar nicht mehr objektiv. stillen ist in der tat nicht nur ein ernährungsthema, sondern eine ganze szene geworden.
DAS ist der punkt, wo mir dieser artikel die augen geöffnet hat. denn ein gutes hat er: man kann sehen, wie die "stillszene" von einigen außenstehenden wahrgenommen wird (schon klar, dass die trulla da die tatsachen verzerrt hat, aber ich bin sicher, dass das schlicht und ergreifend schemakonsistente erinnerungen oder ergänzungen waren und das sagt mir über das, was sie subjektiv gesehen hat, genug). und da fällt mir auf, dass ich aber auch nicth immer objektiv bin, wenn ich mich über mütter ärgere, die mit meiner meinung nach fadenscheinigen argumenten kommen, um nicht zu stillen.
kurz und gut: die sz-tussi hat gegen die regeln des guten anstands komplett verstoßen. ich habe versucht, aus schei*e gold zu machen und für mich das beste rauszuholen: mich immer wieder zur objektivität aufzurufen. ich werde weiterhin gerne stillen und versuchen, frauen, die stillprobleme haben, zu unterstützen, ich werde weiterhin in foren posten und bestimmt auch mal mitstreiten, wenn eine frau schreibt, sie will nciht stillen, damit sie am weihnachtsmarkt glühwein trinken kann, aber ich werde mich mehr darum bemühen, mit den füßen auf dem boden zu bleiben.
lg
rm
--- viele Grüße! ---
rocking mammal
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von rocking mammal »

kann man eigentlich editieren? ich find da kein knöpfchen.
habe einen satz falsch beendet:
"es sind in meinen augen zu einem großten teil die foren, die zu der polarisierung zwischen still- und nicht-stillmüttern beitragen."
--- viele Grüße! ---
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Alexandra
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Alexandra »

Hallo rm,

danke für deinen Beitrag!

Ja, ich denke, zu Teilen hast du absolut Recht, gerade, was eine steigende Radikalisierung der "Anti-Mainstream-Bewegung" angeht. Ich habe manchmal auch das Gefühl, daß manche, die diesen Weg neu entdeckt haben, über das Ziel hinaus schießen und sich dann hier (oder anderen Foren) erstmal kräftig über die Pekip-Gruppe, das Babyschwimmen, die Schwägerin oder die ehemals beste Freundin auslassen...

Zum Teil kann ich das sogar verstehen - wo, wenn nicht hier erntet frau Verständnis, wenn sie zu Stoffwindeln greift, keinen Wet legt auf Selbstverwirklichung contra Stillen bzw. aufzeigt, daß beides sogar wunderbar miteinander verinbar ist. Wo, gerade in der aktuellen Debatte um immer früher einsetzende Fremdbetreuung, wenn nicht hier, finden sich Gleichgesinnte?

Und damit bin ich am Punkt Foren, die die Radikalisierung voran treiben. Jein. Ja - denn hier finden sich ja, wie oben beschrieben, tatsächlich auch diejenigen, die übers Ziel hinaus schießen. Nein - denn ich finde es einfach ein Unding, zu Zwecken der Diffamierung sich irgendwo einzuschleichen (wie ja wohl in der Berliner Stillgruppe geschehen, siehe Julias Beitrag vorherige Seite). Ich meine, ich gehe auch nicht in ein Autoschrauberforum, um mich mal hemmungslos darüber aufzuregen, wie plemplem doch Leute sind, die jeden Cent in noch tiefer, noch lauter, noch schneller stecken. Juckt mich nicht.

Und DAS ist, denke ich, der springende Punkt: sich gegenseitig stehen lassen können! Ich stehe Beiträgen, in denen die Krabbelgruppen-Mitmamas zerfetzt werden, auch sehr kritisch gegenüber. Kann aber andererseits das Gefühl nachvollziehen, habe ich mich doch in meinem letzten Rückbildungskurs als windelfreie Trage- und Stillmama nach Hausgeburt gefühlt wie ein Alien mit grünen Tupfen im geischt, ich wurde ja regelrecht geschnitten :shock: Nun ja, ich habe weder einen Zeitungsartikel darüber verfasst, noch mich im Forum darüber ausgelassen, aber ich hab auch schon ein wenig Übung darin, über den Dingen zu stehen :lol:

Daher sehe ich unseren Auftrag neben der Fachberatung, die hier ehrenamtlich und auf hoher Qualitätsstufe erfolgt, auch darin, Frauen (und Männer) auf ihrem Weg in der "Andersartigkeit" (und genau das ist es ja leider oftmals noch) zu begleiten und den Austausch über die Erfahrungen zuzulassen. Ich dneke, wenns zu bunt wird, greifen unsere Moderatoren durchaus ein.

Daher nein, eine Radikalisierung dürfte hier wohl nur jemand finden, der hier eine Absolution für das Abstillen aus Glühweintechnischen Gründen sucht :lol: Die Haltung der Forenbetreiber, die ja durch die Moderatoren vertreten wird, ist darauf abgezielt, eben dies zu sein: moderat und auf die Situation des Ratsuchenden angepasst, soweit das eben im Medium Internet überhaupt möglich ist.

Liebe Grüße Alex

PS. mein LZS-Kind verlangt vehement nach Essen in Form von Reis und Fleischsauce und Apfelsaftschorle, daher fehlt mir gerade die Zeit fürs Korrekturlesen, sorry :lol:
Liebe Grüße von Alex mit dem ganz Großen 05/00, dem Großen 06/04, dem ziemlich Großen 01/08, der Pferdenärrin 11/13 an der Hand und Mondmädchen Luna Nicole (*+ 9/11) für immer im Herzen


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LaLeMi
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von LaLeMi »

Ich verstehe das auch irgendwie nicht; wenn ich nicht stillen will, dann treibt mich doch nichts in dieses Forum hier ? Das Beispiel von Alex mit dem Autoschrauberforum finde ich da sehr passend. Und habe mich auch schon von einem Babyforum, in dem ich anfangs mal war, zurückgezogen, weil da nichts harmonierte mit meinen Einstellungen, die sich so nach und nach entwickelten.

Ich glaube, die "Radikalisierung" von manchen ist auch eine Reaktion auf die Umwelt. Ich selbst mache mich da nicht von frei, vielleicht auch mal hier (!) einen Kommentar losgelassen zu haben :oops: :wink: In Wut oder Aufregung. Denn, häufig ist es in der Tat so, daß man von der Umwelt nicht gerade Verständnis erntet. Wenn man mich ansieht wie ein Alien mit drei grünen Köpfen, ok. Aber blöde Sprüche oder Angriffe wg. LZS oder Tragen oder FB hörte ich noch nie gern. Sehe ich auch nicht ein; z.B. in unserem PEKiP-Kurs hat nur eine weitere Mama gestillt, aber wir haben uns alle gegenseitig leben lassen... Es muß doch nicht jeder alles gleich machen, man muß auch nicht alles verstehen, aber man kann sich doch gegenseitig einfach machen lassen... solange keiner versucht, mir seinen Lebensstil aufzudrücken, ist doch alles ok - und umgekehrt genauso.
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Lutzie »

Könnt ihr mal eine Bildungslücke schließen:

was hat Stillen mit Faschismus zu tun???
Was meint die gute Frau damit?

Google spuckt zu Faschismus nur Mussolini, NS-Regime und Islamismus aus.
Von harmlosen Subkulturen war nix zu finden.

Zum Artikel selbst:

Ich finde es beängstigend, dass das Stillen in letzter Zeit in den Medien so vehement angegriffen wird (sexueller Missbrauch und jetzt Faschismus).
Das schlimme an der Sache finde ich, dass ich nur eine Interessengruppe sehe, die von schlechter Stillpublicity profitiert.
Wer, außer die Nahrungsmittelindustrie hat einen Vorteil davon, wenn Frauen weniger oder ungern stillen?

Lutzie
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Bess
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Bess »

Na ja, Faschismus hat nicht unbedingt was mit Nazis zu tun, sondern ist eigentlich ein übergreifender Begriff für extremistische Strömungen jeder Art.

Also es will mir immer noch nicht in den Kopf, daß es möglich ist, daß so ein blöder Artikel die Arbeit von so vielen ehrenamtlich (!!) arbeitenden Stillberaterinnen durch den Dreck zieht. :x Möglicherweise macht ja die LLL als Organisation etwas dagegen. Aber es scheint wohl wirklich keine rechtliche Handhabe zu geben ? Das ist doch übel ! Ich meine im Prinzip ist das doch Verleumdung...
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von inkognito »

die kirche im dorf lassen.... :wink:

es ist ein schlechter artikel, eine kladde, bei der jeder leser weiss, dass er nur dazu da ist zu provozieren und vielleicht lustig zu sein. im idealfall kommt dabei bissiger humor raus, frau frömel hat daneben gehauen und zwar kräftig.

schlechte presse ist unangenehm und ärgerlich, aber wichtig ist der artikel nicht. verleumdung ist ein großes wort. die kladde wird das bild in der öffentlichkeit nicht bewegen.
und auch wir sind teil der gesellschaft. und voll dabei.
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Bess
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Bess »

Ja, da hast du schon recht. Nur ist die SZ eben ein nicht ganz kleines Blatt und es gibt dann schon den Effekt "Siehste, das steht sogar in der SZ, daß ihr mit eurem LZS etc. bekloppt seid" Suuuuper... :roll:
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von lieselliesel »

Bess hat geschrieben:Ja, da hast du schon recht. Nur ist die SZ eben ein nicht ganz kleines Blatt und es gibt dann schon den Effekt "Siehste, das steht sogar in der SZ, daß ihr mit eurem LZS etc. bekloppt seid" Suuuuper... :roll:
Das steht eben NCIHT in der Sz, sondern im Magazin. da stehen oft so Sachen und der Leser weiß das im Allgemeinen auch.
mit L. (08/07) und H. (06/09) Bild
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Robo-mami
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Re: Artikel im SZ-Newsletter: Stillen als Religionsersatz

Beitrag von Robo-mami »

ob Magazin oder nicht... das stört dann die Leute die einem das Vorhalten doch auch nicht... für die ist es das selbe....
Licht und Liebe Robo-mami

Ps: meine Leertaste klemmt leider ab und an.
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