Tardis hat geschrieben: 21.07.2018, 12:04
Das heißt, du erwartest von deinen Gästen, dass sie Bauchschmerzen und Übelkeit bekommen, weil sie nicht das essen, was du zubereitet hast, sondern z.B. glücklich Nudeln mit Ketchup essen anstatt deine Soße? Ich persönlich möchte, dass meine Gäste sich wohl fühlen. Wenn ich mich als Gast gezwungen fühle zu essen, weil sonst der Abend gelaufen ist, gehe ich da eh nicht wieder hin.
Ich habe als Grundschulkind Migräne bekommen. Bei mir gehörten neben den normalen Anfällen ausgelöst durch Licht, Gerüche wie Lavendel, Minze, bestimmte Gewürze und Lebensmittel mit starken ätherischen Ölen oder rauchigen Aromen auch leichte Übelkeit und Kopfschmerzen. Ich gehe davon aus, dass es viel auch die Psyche bei mir war. Wenn du nach gewissen Lebensmitteln als Kind so starke Migränekopfschmerzen bekommst, willst du damit einfach keinen Kontakt mehr haben und reagierst auch körperlich.
Bis ich und meine Familie das aber begriffen haben, vergingen mindestens 5 Jahre und das Verständnis von einigen Gastgebern war dann immer noch nicht gegeben.
Tardis, ich finde Deinen Ton hier ziemlich daneben!
Wenn Du genau gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass es mir genau darum ging: Die Frage, wo die Grenzen zu ziehen sind! Bauchweh und Übelkeit gehören sicher nicht dazu und ganz bestimmt muss hier niemand etwas essen, wovon ihm übel wird.
Und das muss mir gegenüber auch niemand begründen. Mir geht's hier zum Beispiel um solche Sachen:
Ich liebe Kartoffelbrei - aus frischen Salzkartoffeln und Milch. Kartoffelbrei aus dem Päckchen finde ich - vorsichtig ausgedrückt - gewöhnungsbedürftig. Den würde ich zu Hause niemals machen und auch freiwillig nie auswählen. Aber wenn es ihn auf einer Freizeit oder so gibt, dann ist das so. Dann nehme ich mir davon eine kleine Portion, damit ich nicht hungrig aufstehe und hoffe auf weitere leckere Komponenten - bei Großveranstaltungen sind frische Kartoffeln halt nicht besonders realistisch. Wenn eine Freundin mich einlädt und mir dann so einen fertigen Brei vorsetzt, wäre ich vielleicht ein wenig irritiert, würde aber trotzdem eine kleine Portion essen. Eventuell würde ich aber beim nächsten Essen vorschlagen, ob ich mich um den Kartoffelbrei kümmern oder ob wir lieber Nudeln essen möchten
Wenn mein Mann mich fragt, ob er mal so ein Pulver mitbringen soll, damit ich mit dem Brei nicht immer die ganze Arbeit habe, sage ich ihm, dass ich diesen Brei ekelhaft finde und er das gefälligst lassen soll

. Dann darf ich mich aber halt nicht beschweren, wenn ich die Arbeit damit habe. Es geht hier auch nicht darum, dass sich jemand rechtfertigen muss oder ich den Gastgeber nicht beleidigen will, sondern darum, dass ich mich selbst extrem einschränken würde, wenn ich nicht mehr auf Großveranstaltungen gehe oder mich mit meiner Freundin nur noch eingeschränkt treffe, weil mir der Kartoffelbrei dort nicht schmeckt.
Nochmal: Es geht nicht darum, dass irgend jemand etwas isst, wovon ihm schlecht wird. Ganz sicher nicht. Grundsätzlich brauche ich auch keine Begründung von meinem Gegenüber. Aber ich brauche für mich selbst eine dafür, wenn ich etwas ablehne.
Ich möchte einfach, dass meinen Kindern bewusst wird, dass Lebensmittel wertvoll sind und Essen zuzubereiten viel Arbeit ist. Damit sie dann eben selbst entscheiden können, was sie essen und was nicht.