Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort
Verfasst: 12.05.2016, 15:17
Hinzu kommt, dass die meisten Menschen nicht wie beim "babyfreundlichen Flaschegeben" abwarten, bis das Baby den Sauger selbst in den Mund nimmt (was es mit der BW ja tun muss - saugt es sie nicht aktiv an, landet die BW nicht tief im Mund an dem Punkt, an dem der Saugreflex ausgelöst wird), sondern den Flaschensauger in den Babymund hineinstecken.
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Es kommt außerdem sehr darauf an, wie alt das Baby ist, wie wach im Moment des Fütterns, wie stark sein Saugreflex und auch sein Saugbedürfnis ausgeprägt sind (und ob ein rein flaschenernährtes Baby bei starkem Saugbedürfnis ausreichend Sauggelegenheit außerhalb der Mahlzeiten bekommt) und vor allem auch darauf, wie das Baby beim Zufüttern gehalten wird - eher aufrecht (was die Selbstbestimmtheit fördert) oder stattdessen eher in Rückenlage.
(Flaschefüttern in Rückenlage KANN je nach anderen Faktoren dazu führen, dass dem reflexhaft saugenden Baby die Milch in den Hals läuft und es schlucken muss, um Luft holen zu können. Bei der Mutter kann dann der Eindruck entstehen, das Baby habe "riesigen Hunger" gehabt, weil es die Flasche hastig bis zum letzten Tropfen austrank. Letzteres ist meist nicht wohltuend für das Baby und erst recht nicht für die Seele der stillenden Mutter, wenn sie die Flasche z.B. - wie oft von Hebammen empfohlen - testweise direkt nach der Stillmahlzeit gab "um zu sehen, ob das Baby nach dem Stillen noch Hunger hat").
Es gibt hierbei zu viele Variablen, die mit hineinspielen, als dass man von "mein Baby hatte damit keine Probleme" auf "alle anderen Babys können damit doch auch keine Probleme haben" schließen könnte. In jedem Fall sollte man (vor allem bei großen Portionsgrößen) hellhörig werden, wenn ein Baby IMMER oder "fast immer" das Gefäß (sei es nun die Flasche oder das Breigläschen) komplett leert:
Die Wahrscheinlichkeit, dass "120 ml Pre" oder "200 g Brei" genau dem Hunger des Babys entsprach, sind verschwindend gering - das kann MAL vorkommen, aber nicht "oft" oder "immer"[*]. Entweder war die Portion zu klein (das Baby hätte also noch Hunger gehabt und sollte dann aber vom Nachschlag wiederum etwas übrig lassen), oder - und das ist wahrscheinlicher - irgendwelche Mechanismen führen dazu, dass das Baby unabhängig von seinem Hungergefühl die vorgegebene Menge schluckt.
LG blueberry
[*wichtig: feste ZUFÜTTERMENGEN sind etwas völlig anderes - etwa, wenn man zu jeder Stillmahlzeit 40 ml Pre zufüttert um damit täglich auf einen festen Gesamtbetrag zu kommen - da ja beim Teilstillen immernoch der Anteil des Stillens bedarfsangepasst ist und vom Baby variabel gestaltet werden kann (sowohl in Menge als auch Verhältnis Saugzeit/Nahrungsmenge, als auch bzgl. Fettgehalt der Milch etc.. Gerade bei Zufütterreduktion werden ja feste (jeweils pro Mahlzeit kleine) Mengen gegeben, die aber nicht der Gesamtnahrungsaufnahme des Kindes über den Tag entsprechen...]
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Es kommt außerdem sehr darauf an, wie alt das Baby ist, wie wach im Moment des Fütterns, wie stark sein Saugreflex und auch sein Saugbedürfnis ausgeprägt sind (und ob ein rein flaschenernährtes Baby bei starkem Saugbedürfnis ausreichend Sauggelegenheit außerhalb der Mahlzeiten bekommt) und vor allem auch darauf, wie das Baby beim Zufüttern gehalten wird - eher aufrecht (was die Selbstbestimmtheit fördert) oder stattdessen eher in Rückenlage.
(Flaschefüttern in Rückenlage KANN je nach anderen Faktoren dazu führen, dass dem reflexhaft saugenden Baby die Milch in den Hals läuft und es schlucken muss, um Luft holen zu können. Bei der Mutter kann dann der Eindruck entstehen, das Baby habe "riesigen Hunger" gehabt, weil es die Flasche hastig bis zum letzten Tropfen austrank. Letzteres ist meist nicht wohltuend für das Baby und erst recht nicht für die Seele der stillenden Mutter, wenn sie die Flasche z.B. - wie oft von Hebammen empfohlen - testweise direkt nach der Stillmahlzeit gab "um zu sehen, ob das Baby nach dem Stillen noch Hunger hat").
Es gibt hierbei zu viele Variablen, die mit hineinspielen, als dass man von "mein Baby hatte damit keine Probleme" auf "alle anderen Babys können damit doch auch keine Probleme haben" schließen könnte. In jedem Fall sollte man (vor allem bei großen Portionsgrößen) hellhörig werden, wenn ein Baby IMMER oder "fast immer" das Gefäß (sei es nun die Flasche oder das Breigläschen) komplett leert:
Die Wahrscheinlichkeit, dass "120 ml Pre" oder "200 g Brei" genau dem Hunger des Babys entsprach, sind verschwindend gering - das kann MAL vorkommen, aber nicht "oft" oder "immer"[*]. Entweder war die Portion zu klein (das Baby hätte also noch Hunger gehabt und sollte dann aber vom Nachschlag wiederum etwas übrig lassen), oder - und das ist wahrscheinlicher - irgendwelche Mechanismen führen dazu, dass das Baby unabhängig von seinem Hungergefühl die vorgegebene Menge schluckt.
LG blueberry
[*wichtig: feste ZUFÜTTERMENGEN sind etwas völlig anderes - etwa, wenn man zu jeder Stillmahlzeit 40 ml Pre zufüttert um damit täglich auf einen festen Gesamtbetrag zu kommen - da ja beim Teilstillen immernoch der Anteil des Stillens bedarfsangepasst ist und vom Baby variabel gestaltet werden kann (sowohl in Menge als auch Verhältnis Saugzeit/Nahrungsmenge, als auch bzgl. Fettgehalt der Milch etc.. Gerade bei Zufütterreduktion werden ja feste (jeweils pro Mahlzeit kleine) Mengen gegeben, die aber nicht der Gesamtnahrungsaufnahme des Kindes über den Tag entsprechen...]