Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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dulles
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dulles »

Also mein Vater redet sich das auf jeden Fall im Nachhinein schön.

Meine Eltern haben mich nicht schreien lassen. nur wenn ich versorgt war, also trocken und satt, dann konnte ich ja nichts mehr haben und wurde somit ignoriert. aber das hat mir ja nur beigebracht, wie man schön alleine in seinem Bettchen schläft...

wenn er schonmal mitbekommt, wie es bei uns läuft, heißt es nur: Nein, solche "Probleme" hatten wir bei dir nie. ..

ne, is klar. ich war ja auch dressiert....

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EhMibima

Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von EhMibima »

Ich denke nicht daß es ausschließlich unreflektiert angenommen wurde. Es herrschte(auf der Ostseite der Mauer ) immerhin weitläufig immer noch ein autoritär geprägtes Weltbild. "Die da oben" müssen "denen da nten" zeigen wo´s langgeht. Meine Mutter sieht das immer noch so daß "man" gewisse Sachen "so macht" und wählt auch AfD. Bei ihh passt es einfach zum Gesamtkonzept, zur Grundeinstellung.
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dulles
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dulles »

Ich denke die Babys wurden einfach anders wahrgenommen. Ich glaube nicht, dass meine Eltern mir zeigen wollten, wer die Macht hat.
Sie waren wohl wirklich der pragmatischen Ansicht, ein versorgtes Baby hat sonst keine Bedürfnisse wie Nähe oder getragen werden.

Als Vergleich: Man war auch relativ lange der Ansicht, man könnte Säuglinge ohne Narkose operieren, da sie keine Schmerzen spüren...

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Lösche Benutzer 22277

Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Soweit ich weiß, haben viele der Eltern, die ihre Kinder schreien ließen, sehr gegen die eigene Intuition gehandelt; man hört öfters, dass Mütter weinend auf dem Sofa saßen, weil sie das Gebrüll des Kindes aus dem Kinderzimmer hörten - sich aber zwangen, nicht hinzugehen. Schätze mal, heutzutage weiß man unter anderem, wie wichtig es ist, als Eltern intuitiv auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Und man weiß mehr über die Bedürfnisse von Babys, das kommt dazu.

Meine Schwiegermutter gehört definitiv zur 68er Generation der BRD, hat gegen dieses und jenes demonstriert, hat einige feministisch geprägte Ideen. Bei ihr denke ich, dass sie sich in vielen Erziehungsdingen bewusst gegen die Generation vor ihr gewendet hat.
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dulles
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dulles »

Man muss auch bedenken, dass die Informationenslage eine ganz andere war.
Man konnte nicht mal eben google befragen oder im Netz Gleichgesinnte finden, wie es uns heute möglich ist. Da war man halt auf die Tipps vom Kinderarzt und der Schwiegermutter angewiesen.

Hat mit unreflektiert wenig zu tun und tut den damaligen Eltern auch irgendwie unrecht, finde ich!

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EhMibima

Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von EhMibima »

Naja, es haben ja auch offensichtlich viele gespürt daß da was falsch läuft und sich engegen aller Ratschläge an ihr Gefühl gehalten.
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Altraia
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Altraia »

Und trotz einfacher Informationsmöglichkeiten heutzutage handeln viel zu viele Eltern immer noch auf für mich nicht nachvollziehbare Weise. Das hat offenbar mehr mit (fehlender) Empathie zu tun als mit Wissen.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
miss_undercover
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von miss_undercover »

Ich mache niemandem Vorwürfe, ich wundere mich manchmal einfach, wenn Leute exakt in meinem Alter sagen, dass manches 'früher eben einfach so war', weil ich es eben anders erlebt habe. Hat aber sicher immer auch viel damit zu tun, in welchem sozialen Kontext die eigenen Eltern lebten.

Zum Thema Informationsquellen: Meine Eltern haben als ich ein Baby war z. B. Hannah Lothrops Stillbuch gelesen, da wurde auch Anfang der Achtziger schon zum Familienbett geraten. 'Auf der Suche nach dem verlorenen Glück' gab's auch schon. Eine ihrer wichtigsten Quellen war meine ich Janusz Korczak: Wie man ein Kind lieben muss. Aber klar, man muss eine bestimmte Grundhaltung haben, um solche Bücher zu suchen und zu finden.
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dulles
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von dulles »

Ihr habt ja recht... Ist wahrscheinlich wie beim schlagen. Man nimmt seine Eltern automatisch in Schutz, um das Bild der Kindheit nicht zu zerstören.
Leider kann ich meine Mutter nicht mehr fragen, wie sie dabei empfunden hat.

Trotzdem finde ich, ist es bei der heutigen Informationslage einfacher, seiner Empathie auch nachzugeben.
Es fiel ja auch vielen sehr schwer, wie man oft liest. Es war halt eine andere Zeit, in der "das macht man so" noch mehr Gewicht hatte als heute.

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Altraia
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Altraia »

Klar, das ist ein Zusammenspiel, und heute sollte es einfacher sein. Umso fassungsloser bin ich immer, wenn ich es anders erlebe und eigentlich sehr nette, bemühte, informierte Eltern ihren Kindern Schlafprogramme und Schlimmeres antun.
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
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