Wow, ganz interessantes Thema!!!
Ich arbeite seltenst mit Belohnungssystemen. Das hat verschiedene Gründe.
1. ist es mir selbst zu doof. Was, wenn die Bestechung nicht mehr klappt? Dann muss immer noch was grösseres her...
2. fördere ich doch damit nur die Habgier meiner Kinder. Wenn sie ihr Zimmer nur aufräumt, wenn ich ihr was schenke, dann lernt sie nie, das Zimmer FÜR SICH SELBST aufzuräumen... sondern nur wegen des Geschenks, und damit appelliere ich nur an die Habgier, an den Egoismus der Kinder. Und Habgier und Egoismus sind etwas, was zwar im Menschen drin ist, aber der Ursrpung von viel Streit und Krieg ist, was ich an mir selbst bekämpfe und auch bei meinen Kindern.
Womit ich sehr arbeite, sind natürliche Konsequenzen. Das Prinzip des "Säens und Erntens" - wenn du A machst, wird B folgen. Diese Konsequenzen müssen sich aber ergeben! Da kann sich durchaus auch eine positive Konsequenz ergeben:
Wenn sie sich sehr schnell anzieht, haben wir noch Zeit, vor dem Kindergarten im Garten kurz schaukeln zu gehen.
Wenn sie mithilft, ihr Zimmer aufzuräumen, werde ich mehr Zeit haben, mit ihr zu spielen.
etc.
Das kann man als Belohnung werten, aber es sind immer logische Folgen positiven Verhaltens, und das finde ich gut.
Negative Konsequenzen sind dann halt z.B. wenn du das Zimmer nicht hilfst, aufzuräumen, mag ich es auch nicht allein tun. Dann geb ich dir aber nicht zusätzlich noch das Puppenhaus vom Schrank runter, den das hat ja gar nicht recht Platz in diesem Chaos.
Ganz selten, wenns darum geht, sich etwas neues wichtiges anzugewöhnen, dann arbeite ich mit Belohnung, im Sinne eines Motivators. Beispiel war eben kürzlich, wir waren alle sehr sehr schlecht darin, ans Zähneputzen zu denken. DAs mussten wir uns dringendst angewöhnen! Wir machten einen Plan und klebten für morgen, mittag und abend einen grünen Kleber, wenn wir daran gedacht hatten, und einen Orangenen, wenn wir es vergessen hatten. Nach 10Tagen nur grüner Kleber kauften wir uns elektrische Zahnbürsten. Das betraf uns alle und wir hatten in kürzester Zeit unsere Zahnbürsten, kleben aber weiterhin, denn diese Gewohnheit müssen wir ja beibehalten!
In diesem Sinne finde ich Belohnen vertretbar, denn da werte ich ja nicht als "bös oder gut", sondern ich gewöhne uns damit etwas wichtiges an.
Oftmals lege ich auch Abläufe fest. Ich sage, was vor was gemacht wird. Beispiele:
"Sobald die Hände sauber sind, können wir essen!" So ganz allgemein formuliert, können Kinder das super akzeptieren.
"Sobald das Zimmer aufgeräumt ist, kann ich Dir das Puppenhaus runtergeben. Wenn Du mir hilfst, geht das superschnell!"
etc... Auch das könnte man als Belohnung ansehen, wenn man will... Ich selbst mache damit gute Erfahrungen, finde es alltagstauglich und meine Tochter reagiert sehr gut auf solche Aussagen.
LaLeMi hat geschrieben:Im Übrigen WOLLEN Kinder dann tatsächlich aufräumen, wenn alles rumliegt, dann spielt es sich auch nicht mehr schön; dieses Stadium erreichen wir gerade - und dann räumen wir zusammen auf.
Ich glaube, das musst Du meiner Tochter mal noch sagen, da wäre ich äusserst dankbar
