Diskussionsthema vegan

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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suri
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von suri »

Nee, Fische und Hühner sind keine Säugetiere. Hmm... Ich frage mich gerade, wie man nach deiner Maxime überhaupt noch leben kann?
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tania
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von tania »

ich ziehe fuer mich eine eindeutige grenze zwischen saeugetieren und anderen tieren (fische, huehner). ich fuehle mich (seit dem stillen ;-)) einer milchkuh, der ihr kaelbchen weggenommen wird und die uebrigens alle leiden aus dem stillforum haben (brustentzuendung, wunde brustwarzen usw usf), sehr nahe. eier essen kann ich dagegen sehr gut (die menstruation von hennen sozusagen).

ich finde es tatsaechlich unangenehm, saeugetiere zu essen (und mir schmeckt fleisch unglaublich gut).

grundsaetzlich stehe ich auf den geschmack von 0815 kantinen- und dosen-essen und da ich tatsaechlich nie auswaerts esse, bin ich sehr dankbar fuer hochverarbeitete soja nuggets. die befriedigen naemlich gleich ganz viele beduerfnisse (schnell schnell notfall essen, einheitsgeschmack und "fleisch" und satt ;-)). ansonsten mach ich auch meine fleischersatzprodukte selber (bei mir finanzielle gruende, es gibt ja einige firmen, die das einigermassen ordentlich, regional und bio machen). und unsere oekobilanz beim essen ist generell derart gut (danke suedsizilianisches klima - ich kann sogar bananen aus der umgebung essen :shock: ), dass ich da auch grosszuegig bin (weil bei verarbeiteten lebensmitteln ist ja mind ein teil weit um die welt gereist und nachvollziehen laesst es sich ja eh nicht).

aber ehrlich gesagt hab ich zu viele dokumentarfilme gesehen, um irgendein supermarktprodukt, egal ob bio oder genuin, ohne abneigung zu essen. und um supermarkt zu vermeiden braucht es einen recht hohen grad an organisierung, den ich nicht immer aufbringe.
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Bright Berry
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Bright Berry »

suri hat geschrieben:Nee, Fische und Hühner sind keine Säugetiere. Hmm... Ich frage mich gerade, wie man nach deiner Maxime überhaupt noch leben kann?
Ich ziehe keine bewusste Grenze, so dass ich sage "diese Arten dürfen leben (Säugetiere, Vögel), diese Arten sind es nicht mehr wert (Fische, Insekten)". Es geht nicht darum, zum Märtyrer zu werden und lieber selbst zu sterben, als einem anderen zu schaden. In Notwehr z. B. hat jeder das Recht, für sein eigenes Leben einzustehen. Unter Notwehr fällt für mich z. B. eine Zecke zu töten oder aber auch, einen Löwen zu töten, wenn er mich angreifen würden (also eher unwahrscheinlich, aber beispielhaft für ein "großes Säugetier").

Es geht für mich um VERMEIDBARES Leid, also alles, was nicht zwingend nötig ist, um selbst zu überleben. Wenn ich beim spazieren gehen unabsichtlich auf ein Insekt trete oder beim Autofahren mir leider eines an die Scheibe fliegt, dann ließ sich das leider nicht vermeiden, denn wie gesagt, es geht nicht darum, dass man sich selbst im Haus einschließt und aufhört zu atmen. Ich würde jedoch nicht absichtlich z. B. auf einen Käfer treten und obwohl ich eine Spinnenphobie habe, möchte ich sie nicht töten (sie können schließlich nichts für meine Angst), sondern es muss sie jemand nach draußen befördern. Oder ich fahre gerade auf Landstraßen eher langsam und vorsichtig, um für ein Wildtier möglichst bremsen zu können.

Tiere z. B. für Nahrungsmittel, Bekleidung oder Unterhaltung leiden zu lassen oder gar zu töten, ist vermeidbares Leid, denn ich kann mich gut ernähren, kleiden und unterhalten, ohne dass einem Tier dadurch Schaden zugefügt wird.

Mit Menschen verhält sich im Grunde ähnlich. Alles, was wir konsumieren, beeinflusst das Leben von anderen Menschen. Auch hier gilt es, Leid für andere zu vermeiden, jedoch ohne, dass man sein eigenes Leben dafür aufgibt.
Jedes Produkt, sei es ein Auto, Handy, Kleidung oder elektronisches Gerät wurde unter bestimmten Bedingungen für uns hergestellt. Und selbst wenn wir etwas „made in Germany“ kaufen und hoffen, dass die Arbeitsbedingungen gut waren, wurden die ursprünglichen Rohstoffe meist unter schlimmen Zuständen aus den Minen geholt.
Da kann man sich auch fragen, wie man denn überhaupt noch leben kann oder man versucht eben, Schaden für andere so gut wie möglich zu vermeiden. Z. B. fairtrade kaufen, nicht jedes Jahr das neueste Handy, Dinge länger benutzen und wenn möglich, reparieren lassen. Druck auf Regierungen ausüben, um z. B. Arbeitsbedingungen in Nähereien oder Minen zu verbessern. Organisationen unterstützen, die sich vor Ort z. B. gegen Mädchenbeschneidungen, für Frauen- und Kinderrechte einsetzen etc.

Sowohl für Menschen als auch für Tiere kann man sehr viel tun, ohne gleich sein eigenes Leben aufzugeben, aber eben auch, ohne nach dem Motto zu leben, Hauptsache meine Bedürfnisse werden befriedigt.
Unser Überraschungspaket ist nach 5 Jahren endlich da!
Unser Junge - geboren August 2017 - unendlich geliebt!
Yvi19
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Yvi19 »

Bright Berry, du hast mich falsch verstanden.
Natürlich können Tiere Todesangst empfinden. Aber kein Tier denkt "der Bauer ist regelmäßig Schnitzel, der wird mich in einigen Jahren töten, ich habe Angst". Die Verarbeitung der Vergangenheit erfolgt auch viel undifferenzierter. Das ist eine Verknüpfung von Faktoren mit Gefühlen. Also "es tat weh als der Tierarzt da war" mit der Folgerung, dass der Tierarzt da war. Aber eine Leistung in Form von "letztes Jahr im Mai wurden alle Kühe die ein Jahr älter waren vom Hof geführt und nun ist April.." können Sie nicht.

Und das ist für mich der Unterschied. Ein Tier lebt nicht in Angst auf einem Hof. Es kann bei entsprechender Haltung ein schönes Leben führen.

Der Mensch der von außerirdischen gezüchtet wird, wäre in ständiger sorge um sein Leben und das Leben der Familie. Ihn wurden die Vorstellungen was passieren kann und wie genau das wäre quälen. Der Tod an sich ist ja, sofern und schmerzlos, für den Betroffenen egal.
Inkling
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Inkling »

BrightBerry, wenn ich dich richtig verstanden habe ziehst du keinerlei Unterscheidung zwischen schützenswerten Tieren und weniger schützenswerten Tieren. Aber ich glaube nicht, dass es möglich ist sich zu kleiden ohne irgendeinem Tier zu schaden. Was die Baumwollproduktion betrifft, selbst in der FairTrade Variante werden direkt und indirekt Insekten und Kleinsttiere getötet und aus ihrem Lebensraum verdrängt. Ob das Schaf grundsätzlich schützenswerter ist, weiß ich nicht.

Ich stimme dir aber in jedem Fall zu, dass ein nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen, egal welcher Natur, viel Leid ersparen kann.
Lalumama
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lalumama »

Das sehe ich anders. Der Tod ist für den Betroffenen egal, solange er nur schmerzfrei ist, ist das dein ernst? Alle Lebewesen wollen leben, aber der Mensch nimmt ihnen das recht darauf, weil er es kann. Weil er die macht hat. der Tod ist in den seltensten Fällen schmerzfrei, und selbst wenn man biofleisch kauft, die Tiere landen im gleichen Schlachthof und werden von unterbezahlten Hilfsarbeitern dort reingeprügelt.
Das ist Tatsache und kann man leider nicht eleganter ausdrücken.
Und alle die biofleisch kaufen (tut ihr das wirklich alle? Über 95 Prozent kommt aus Massentierhaltung, da bin ich immer etwas skeptisch, wenn alle vom biobauern um die ecke erzählen). Sagt ihr nein danke, wenn ihr eingeladen seid und die Herkunft eben nicht mehr genau nachverfolgen könnt? Esst ihr nie mal ne Bratwurst irgendwo?

Sorry für die Rechtschreibung...
Lalumama
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lalumama »

Noch ein kleiner Nachtrag, weil sich das so nach erhobenem Zeigefinger anhört: was Kleidung angeht, muss ich mir wieder an die eigene Nase packen. Ich versuche so nachhaltig wie möglich und kaufe viel gebraucht, aber ich kaufe auch mal neu bei h&m etc.
Ich denke, dass jeder so lebt, wie er es irgendwie mit seinem Gewissen vereinbaren kann, und perfekt ist eh keiner.
Ich finde es nur schade, dass Veganer oft als militant und extremistisch wahrgenommen werden.
Lösche Benutzer 1828

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

das liegt dann wohl an denen, die es sind - ich habe mich mal in in einer veganen Gruppe angemeldet - und war ganz, ganz schnell wieder weg.
Und auch die geteilten Postings auf FB nehmen mir oft jegliche Lust, da mal einzusteigen und mich mal ranzutasten - ich will nicht als empathieloser Mörder bezeichnet werden und ich muss meinen Lebensstil nicht ständig vor mir hertragen. Das tun nicht alle, wohl sogar die Wenigsten - aber es tun sehr, sehr viele.
Yvi19
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Yvi19 »

Lalumama, wie kommst du denn da drauf, dass Tiere überall in Schlachthöfe geprügelt werden? In keinem Schlachthof in dem ich jemals war, war das so.
Und wenn man schnell und schmerzlos stirbt (ein bolzenschuss geht so schnell da merkt man nun wirklich nix) weiss man ja nicht, dass man stirbt und stört sich somit auch nicht dran. Blöd ist das immer nur für die Hinterbliebenen.
Tiere können trauern, ja. Aber ich habe es noch nie erlebt, dass getrauert wurde, wenn der Tod nicht mit erlebt wurde. Ich glaube die Transferleistung "er ist weg also ist er tot also bin ich traurig" kriegt eine durchschnittliche Pute nicht hin.
Lösche Benutzer 1828

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Also, ich habe auch einiges gelesen, geschaut, recherchiert - und die 95% des Fleischkonsums werden nicht totgestreichelt. Die leiden unter schlimmer Haltung, widerwärtigen Transporten und werden nicht human, sondern wie am Fließband getötet. Da geht oft was schief. Und das Tier spürt, was kommen wird. Harmlos und sanft ist das alles nicht.
Moderne Schlachthöfe sind Massenabfertigungsanlagen. Mag sein, dass es da auch noch kleine Höfe gibt, wo es humaner zugeht, aber die Mehrzahl ist das leider, leider nicht.
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