Also ich habe mal irgendwo gelesen, das Dialekte gut für Kinder seien, weil sie dann lernen, dass einer Sache mehrere Begriffe zugeordnet werden können.
Ich bin mit einem erzgebirgischen Dialekt aufgewachsen und mir fällt hochdeutsch bis heute schwer

Viele können nicht direkt einschätzen, wo ich ursprünglich herkomme, weil es eben kein "typisch" sächsischer Dialekt ist und man da dann des häufigeren zu hören bekommt "aber in Sachsen da reden die doch ganz anders" *LOL*. Und obwohl ich seit 2007 nicht mehr in meiner Heimat wohne, hört man immer noch einen Dialekt heraus, aber er verwässert.
Prinzipiell stört mich mein Dialekt nicht, auch wenn es (gerade zu Beginn meines Studiums) einige Momente gab in denen ich mir meinen Dialekt weg gewünscht hätte. Aber das lag im Nachhinein mehr an meinem jeweiligen Gegenüber als an mir

. Und dabei musste ich auch regionale Unterschiede feststellen. In Hessen (Frankfurt, Marburg), wo kein Dialekt gesprochen wurde, hat man sich darüber belustigt. In Mannheim gab es Gespräche, wo ich quasi einen Übersetzer benötigt habe, weil ich deren und die meinen Dialekt nicht verstanden haben/ verstehen wollten... Jetzt wohnen wir im Frankenland, hier versteht man uns und wir verstehen die Franken auch recht gut (mit wenigen Ausnahmen). Wobei auch viele Thüringer und Sachsen hier in der Gegend leben und arbeiten, was die Sache erleichtert. Dann war ich noch beruflich ein Jahr in Karlsruhe und hatte mir vorher schon den Kopf zerbrochen, was da wieder für Sprüche kommen. Aber nichts, die Karlsruher, Saarländer und Pfälzer, die ich dort kennen lernen durfte, waren sehr offene Menschen, die selber gerne ihren Dialekt gesprochen haben und man sogar die eine oder andere Gemeinsamkeit in unseren Dialekten erkennen konnte.
Also ich würde meinen Kindern vermitteln, dass Dialekte etwas schönes und bereicherntes sind. Und wenn ein Wille auf beiden Seiten vorhanden ist, dann kann man sich auch gut verständigen
