Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
- uvd
- möchten wir nicht mehr missen
- Beiträge: 394
- Registriert: 22.07.2007, 20:50
- Wohnort: Kippenheim
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
diese eingriffe in den natürlichen geburtsverlauf, diese übergriffe, die zur eskalation und zum traumatischen erleben erst führen,
DAS ist doch die wahre gewalt in unserer heutigen gebärkultur!
DAS ist doch die wahre gewalt in unserer heutigen gebärkultur!
uvd - Doula, Trageberaterin & Vierfachmami (08/06, 06/97, 08/95, 09/89)
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
ob wir nun in Lehmhütten leben oder in gemauerten Hochhäusern - das ist gesellschaftlich bedingt. Woanders ist es die Strohhütte, der Iglu.LaLeMi hat geschrieben:"Normal" ist es auch, wenn ganz viele Kinder und Frauen unter der Geburt oder später sterben...
Normal und natürlich ist es auch, in Lehmhütten zu leben o.ä., ohne abschweifen zu wollen; nur mal als Beispiel...
In dem Moment, wo eins "normal" ist, ist etwas anderes "unnormal"
"Natürlicher" sind unsere Städte sicherlich nicht - aber ich möchte auch nicht in einer Lehmhütte leben...
Aber ein Kaiserschnitt ist eben die absolut nicht natürliche Form der Geburt - sie ist künstlich gemacht, ohne medizinische Hilfe gar nicht möglich. Ich sehe da schon einen Unterschied.
Und "unnormal" ist doch nicht unbedingt negativ - normal sind wohl Kinder ohne WIndeln, trotzdem wickeln wir unsere unsere Kinder in Windeln. Ich gebe zu, dass das wohl unnormal ist, trotzdem tue ich es ohne schlechte Gefühle dabei.
Normal ist das Stillen - es ist nicht besser als Kunstmilch, es ist eben normal. Kunstmilich ist künstlich, erschaffen.
Es ist gut, dass es all diese Dinge gibt - die auch Leben retten. Es ist gut, dass es diese "unnormalen" Dinge gibt - keine Frage.
Aber der Mensch ist halt Teil dre Natur - das verdrängen wir immer mal gerne. WIr sind auch nur hochentwickelte Tiere und ab und an, z.B. bei der Geburt, kann es auch förderlich sein, mal seinen Kopf auszuschalten, einfach nur zu reagieren. Ich weiß, das ist irre schwer, aber würde uns sicherlich dann oft auch helfen. Dazu muss Frau aber auch Gelegenheit haben, ihre innere Stimme zu finden.
Und nochmal: keiner redet hier von Frauen, die aus ernsten Gründen eine medizinische Entbindung, Schmerzmittel usw. gewählt haben.
- Altraia
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 8383
- Registriert: 25.01.2006, 12:22
- Wohnort: Limburg
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Naja, aber ich kann schon verstehen, dass man gekränkt ist, wenn man bedauert wird. Es ist ja schon das Ziel, stark zu sein und nicht bedauernswert. Womit wir übrigens wieder bei Annas Thema wären
.
Ich weiß, was Du meinst, ich empfinde das ja ebenso, aber ich sage das den Frauen doch nicht ins Gesicht! Jede muss mit ihrem Schicksal klarkommen. Sich ständig bewusst zu machen, dass es auch viel toller hätte gehen können, kann zu hart sein!
Ich weiß, was Du meinst, ich empfinde das ja ebenso, aber ich sage das den Frauen doch nicht ins Gesicht! Jede muss mit ihrem Schicksal klarkommen. Sich ständig bewusst zu machen, dass es auch viel toller hätte gehen können, kann zu hart sein!
Sehe ich auch so. Für mich ist es sehr sehr frauenverachtend, wie Frauen heute in der Regel gebären müssen. Meine Geburten haben mich sehr frei gemacht.diese eingriffe in den natürlichen geburtsverlauf, diese übergriffe, die zur eskalation und zum traumatischen erleben erst führen,
DAS ist doch die wahre gewalt in unserer heutigen gebärkultur!
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
-
Captainsparrow
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Ich kenne einige Frauen aus der Generation die noch ohne ärztliche Betreuung daheim geboren haben. Meine Oma hat meinen Onkel und meine Mama daheim allein zur Welt gebracht , also ganz natürlich. Kein Geburtsvorbereitungskurs, kein Ultraschall, nix. Sie hat geweint als ich von meiner Schwangerschaft erzählte, ich dachte vor Freude und war etwas irritiert. Nach der schlimmen Geburt vom Großen , als ich tränenüberströmt vor Schock dagesessen hab und mein eigenes Kind nicht wollte weil ich es nur mit Schmerz verband, erzählte sie mir warum: weil ihr geliebtes Enkelkind nun durch so furchtbare Schmerzen gehen muss!
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
natürlich heißt doch aber nicht allein, mit Angst, ohne Hilfe......chrissi hat geschrieben:Ich kenne einige Frauen aus der Generation die noch ohne ärztliche Betreuung daheim geboren haben. Meine Oma hat meinen Onkel und meine Mama daheim allein zur Welt gebracht , also ganz natürlich. Kein Geburtsvorbereitungskurs, kein Ultraschall, nix. Sie hat geweint als ich von meiner Schwangerschaft erzählte, ich dachte vor Freude und war etwas irritiert. Nach der schlimmen Geburt vom Großen , als ich tränenüberströmt vor Schock dagesessen hab und mein eigenes Kind nicht wollte weil ich es nur mit Schmerz verband, erzählte sie mir warum: weil ihr geliebtes Enkelkind nun durch so furchtbare Schmerzen gehen muss!
-
Captainsparrow
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Was ist denn natürlicher als ganz auf sich gestellt, nur mit dem Ehemann dabei der das Kind empfängt?
- LaLeMi
- Miss SuTiversum
- Beiträge: 13541
- Registriert: 18.06.2007, 15:25
- Wohnort: Rhein-Main
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Sandküste, ich denke, soweit sind wir echt nicht voneinander weg 
uvd, das ist Deine Sicht, nicht meine. Und vielleicht auch nicht die jeder Frau.
Offengestanden, Deine Sicht wäre mir für MEINE Hebi oder Doula zu extrem, zu absolutistisch.
Und ja, ich finde sie hört sich herablassend an.
Vielleicht gebäre ich dieses Mal im Geburtshaus (auf jeden Fall wieder mit meiner Geburtshaus-Hebi
), vielleicht zuhause, vielleicht wieder im stillfreundlichen Krankenhaus, vielleicht wieder per KS, vielleicht im Auto, wer weiß das vorher? Ich kann meinen Anteil dazu tun, aber sonst?
Nochmal, MEIN KS war für mich kein traumatisches Erlebnis - naja wer weiß, vielleicht habe ich es ja auch nur noch nicht gemerkt
Es war schmerzhaft, ja, hinterher, sehr sehr lange, z.T. noch heute -körperlich-, das wußte ich vorher, daß das so sein könnte.
Ich habe und hatte oft (z.T. chronische) Schmerzen, ich habe keine Angst vor ihnen. Ich habe auch keine Angst vor 12,24,36, wieviel auch immer Stunden Wehen oder GEburtsschmerz.
Ich fühlte mich gut versorgt, ich fühlte mich nicht verachtet.
Ich fühle mich auch nicht vergewaltigt.
Und nein, ich glaube, ich habe keine masochistische Ader und ich habe einen sehr liebevollen Mann (wäre das anders, wäre ich schnell weg) und genieße den Sex
Ich hatte eine medizinische Indikation für den KS - aber ich würde auch nicht so anmaßend oder urteilend sprechen über jemanden, der sich vielleicht einfach nicht öffnen kann, zuviel Angst hat oder was auch immer - der vielleicht psychische statt physischer Barrieren hat, das macht es ja auch nicht einfacher. Und nicht alle lassen sich vielleicht vor der Geburt aufarbeiten.
uvd, das ist Deine Sicht, nicht meine. Und vielleicht auch nicht die jeder Frau.
Offengestanden, Deine Sicht wäre mir für MEINE Hebi oder Doula zu extrem, zu absolutistisch.
Und ja, ich finde sie hört sich herablassend an.
Vielleicht gebäre ich dieses Mal im Geburtshaus (auf jeden Fall wieder mit meiner Geburtshaus-Hebi
Nochmal, MEIN KS war für mich kein traumatisches Erlebnis - naja wer weiß, vielleicht habe ich es ja auch nur noch nicht gemerkt
Es war schmerzhaft, ja, hinterher, sehr sehr lange, z.T. noch heute -körperlich-, das wußte ich vorher, daß das so sein könnte.
Ich habe und hatte oft (z.T. chronische) Schmerzen, ich habe keine Angst vor ihnen. Ich habe auch keine Angst vor 12,24,36, wieviel auch immer Stunden Wehen oder GEburtsschmerz.
Ich fühlte mich gut versorgt, ich fühlte mich nicht verachtet.
Ich fühle mich auch nicht vergewaltigt.
Und nein, ich glaube, ich habe keine masochistische Ader und ich habe einen sehr liebevollen Mann (wäre das anders, wäre ich schnell weg) und genieße den Sex
Ich hatte eine medizinische Indikation für den KS - aber ich würde auch nicht so anmaßend oder urteilend sprechen über jemanden, der sich vielleicht einfach nicht öffnen kann, zuviel Angst hat oder was auch immer - der vielleicht psychische statt physischer Barrieren hat, das macht es ja auch nicht einfacher. Und nicht alle lassen sich vielleicht vor der Geburt aufarbeiten.
- Gluehsternchen
- Mod a.D.
- Beiträge: 12112
- Registriert: 14.07.2005, 16:57
- Wohnort: Bei Bremen
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Ja aber unsere generation bereitet sich darauf vor.
Meine Oma wurde nicht mal aufgeklärt... das waren noch ganz andere körperlichkeiten... anderes Körpergefühl.. anderes Bewußtsein als Frau.
meine Oma hat alle kinder alleine zuhause bekommen und ich glaube nicht das sie es als schön beschreiben würde...
Meine Oma wurde nicht mal aufgeklärt... das waren noch ganz andere körperlichkeiten... anderes Körpergefühl.. anderes Bewußtsein als Frau.
meine Oma hat alle kinder alleine zuhause bekommen und ich glaube nicht das sie es als schön beschreiben würde...
Yvi mit Teeny *06/05 und Sandwich *10/08 und kleinem Bär *02/15
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
Eine Frau, die über die Vorgänge in ihrem Körper aufgekärt ist, offen mit Sexualität und Geburt umgehen kann, die andere Frauen um sich hat (für mich wäre es ein Ideal, wenn Frauen schon vor ihrer eigenen Geburt andere Geburten erleben und wenn sie andere, hilfreiche, erfahrene, einfühlsame Frauen um sich haben), die sich frei entscheiden kann, ob sie das nun allein, mit Mann, mit Hebamme erleben möchte, die den Ort frei wählen kann und nicht mal eben überanstrengt zwischen Feld und Stall ihr Kind zur Welt bringt.....chrissi hat geschrieben:Was ist denn natürlicher als ganz auf sich gestellt, nur mit dem Ehemann dabei der das Kind empfängt?
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"
darüber wurde aber auch nicht gesprochen - ich kenne das auch so und habe auch Berichte "alter" Landhebammen gelesen - das war durchaus oft ein sehr unschönes Erlebnis für die Frau....Gluehsternchen hat geschrieben:Ja aber unsere generation bereitet sich darauf vor.
Meine Oma wurde nicht mal aufgeklärt... das waren noch ganz andere körperlichkeiten... anderes Körpergefühl.. anderes Bewußtsein als Frau.
meine Oma hat alle kinder alleine zuhause bekommen und ich glaube nicht das sie es als schön beschreiben würde...


