Thistle hat geschrieben:
@whoopsy: Unser Weg hat sich für uns als der richtige herausgestellt. Mein Mann und ich sprechen nur Englisch mit Soph, während die Umgebungssprache ja Deutsch ist. Deutsch überwiegt in Sophs Alltag definitiv, aber ich hoffe, dass sie das Englische weiterhin gut annehmen wird. Wie oft wir allerdings auf unsere Vorgehensweise angesprochen werden, finde ich schon heftig. Pro Woche haben wir das mehrmals und mir geht's mittlerweile wirklich auf den Keks, wie die Menschen damit umgehen.
bisher haben wir eigentlich überwiegend positive aussagen bekommen - allerdings wird es von meiner tocher förmlich "erwartet" dass sie ausser deutsch noch eine andere sprache spricht, aufgrund ihres aussehens (sie ist ja afro-deutsch). vor einem jahr - da konnte töchterchen wohlgemerkt noch kein englisch sprechen - quasselte uns ja so eine trulla im bus an und meinte zu ihr in gebrochenem englisch, was denn "hallo" auf ihrer sprache hieße. meine tochter dann so:

und ich dann zu der frau: "HALLO".
es war ihr dann etwas peinlich und sie brabbelte dann irgendwas davon, dass ja deutsche auch schwarz sein können... ach nee.

naja, ich habs ihr nicht böse genommen, sie war grundsätzlich sehr freundlich.
(nur soviel nochmal zum thema alltagsrassismus)
und in letzter zeit werde ich öfter angequatscht woher wir denn kämen wenn wir im bus unterwegs sind.

zu lustig. letztens hatte ich dann keine lust mehr auf die alte leier und meinte nur "sweden".
und die krönung war letztens eine frau die meinte, dass mein deutsch ja wirklich super wäre!

zu köstlich... sooo schlecht scheint mein englisch dann ja nicht zu sein....
wir kennen aber auch die andere seite. regelmässig höre ich kritik wie "naja, ein kind
muss ja
eine muttersprache haben, sonst endet sie wie die türkischen immigranten die weder türkisch noch deutsch richtig können"....

(vorurteil ick hör dir trapsen

). oder leute wollen mir panik machen, dass sich mein kind NIE heimisch fühlen wird weil es - oh gott - zwischen 2 sprachen hin und her schwankt...
ich glaube, es steckt einfach viel neid darin. in unserer leistungsgesellschaft will ja jeder dass sein eigenes kind das beste ist. und da gönnt man dem nachbarn nicht mal den schmutz unterm fussnagel.

(oder ging der spruch anders?

)
mir ist es mittlerweile piepegal was andere leute denken. für unsere familie macht es sinn dass unsere tochter englisch spricht und mein englisch ist so gut dass ich es vertreten kann es mit ihr zu sprechen - natürlich gibt es den einen oder anderen fehler, aber grundsätzlich bin ich sattelfest. ich habe sogar schon manchmal auf englisch geträumt.
oder würden es die leute besser finden, wenn der papa swahili mit ihr spricht und sie auf deutsch antwortet?
