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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 19.07.2018, 21:55
von Elena
SpicyChili2 hat geschrieben: 19.07.2018, 19:14
Ich denke, dass da nun so entrüstete Kommentare zu unserer Handhabung kamen, liegt wohl auch daran, dass jeder bei dem Thema einen anderen Horizont haben.
Nein, ich denke, das lag vor allem daran, dass die meisten (ich auch) deinen Satz "Der Hunger treibts rein" ernst genommen und so interpretiert haben, als ob es eben keine Alternative (=Beilage) beim Essen gibt. Ist ja bei Lauchauflauf auch nicht so unrealistisch, dass es da eben nicht anderes dazu gibt. :wink: Und da du schreibst, du lehnst es ab, dem Kind dann einen Joghurt zu geben, klang es schon so, als ob das Kind dann eben nichts isst.

Ich denke also, das war eher ein Missverständnis und die meisten hier sind im Grunde deiner Meinung: Niemand hat Ist, sich aufzuopfern und 5 verschiedenen Gerichte zu kochen. Aber das ist ja nun auch gar nicht nötig, denn wenn es eben auch noch Reis/Nudeln/Kartoffeln.... immer dazu gibt, dann findet ein Kind normalerweise etwas, um satt zu werden :wink:

Bei meiner Mittleren wäre es total nach hinten losgegangen, es mit "Hungern" zu versuchen. Sie ist der größte Sturkopf, den ich kenne, und gleichzeitig der mensch, der auf Hunger mit der übelsten Laune reagiert. Dann doch lieber ein paar nackte Nudeln dazu servieren. :lol:

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 19.07.2018, 22:03
von Elena
TuB hat geschrieben: 19.07.2018, 20:58 Ich glaube so wie es bei Spicy im Moment läuft, lief es bei mir als Kind. Es wurde ein Gericht für alle gekocht, dass meistens aus mehreren Komponenten bestand. Wenn es beispielsweise Zwiebelschnitzel gab, habe ich nur Schnitzel mit Beilage gegessen (Schnitzel Wiener Art quasi), ohne dass eine eigene Soße für mich gekocht wurde. Es handelt sich ja immer noch um eine vollständige Mahlzeit. Meine Geschwister haben bei anderen Gerichten aussortiert, was auch kein Problem war. Teilweise haben wir einzelne Komponenten weggelassen, manchmal nur einzelne Zutaten raus gelesen und meistens alles gegessen.

Später hatte ich irgendwann eine Abneigung gegen warme Süßspeisen entwickelt (Waffel, Milchreis, Pfannkuchen, Kaiserschmarrn, usw.) Und ich wirklich würgen musste beim Essen. Meine Geschwister mochten das allerdings sehr gerne, sodass es das manchmal gab. Da war es dann aber auch in Ordnung, wenn ich mir ein Brot geschmiert habe, wenn ich hungrig von der Schule kam und es nur das zu Essen gab.
Aber ich denke, genau das ist und en meisten Familien normal und läuft hier bei den meisten haargenau so. Bei uns ist die einzige Ausnahme: wenn mein Mann und ich etwas essen wollen, das die Kinder gar nicht mögen, und das man für sie auch nicht durch Aussortieren genießbar machen kann, dann kriegen sie nackte Nudeln bzw. Nudeln mit Pesto dazu. Das macht genau einen Topf mehr Aufwand für die Spülmaschine und kocht sich so entspannt nebenher, dass es auch nicht mehr Zeitaufwand ist.

Meine beiden Großen sind jetzt mit 7 und 9 Jahren problemlos in der Lage, sich selbst Nudeln zu kochen. Wahrscheinlich würden sie genau das vorschlagen, wenn es Lauchauflauf ohne Beilagen gäbe. Und mit welchem Argument sollte ich das dann verhindern? Und naja, bevor sie mir an einem hektischen Alltag in der Küche auf den Füßen stehen, koche ich die Nudeln lieber selbst. :oops:

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 19.07.2018, 22:28
von TuB
Ja genau. Wenn es mal Zwiebelkuchen gab, haben wir uns eben ne Pizza in den Ofen geschoben.

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 00:22
von Lösche Benutzer 1828
Also, ich koche selten mit mehreren Komponenten. So was wie Fleisch, Kartoffeln, Gemüse gibt’s hier nicht. Hier gibt es Pasta, gerne auch mal One Pot, Aufläufe, Salate, Currys usw

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 08:08
von 08u11
Und hier gibt's ein Großkind, das Kartoffeln verweigert. Als Pommes natürlich nicht :D . Als Brei, okay, wenn's sein muss. Als Salz-, Pell- oder Bratkartoffeln gar nicht.
Das finde ich auch sehr einschränkend. Okay, der ist dann halt Brot, weil reinzwingen geht ja wirklich nicht. Trotzdem verstehe ich ganz ehrlich das Problem nicht so ganz :shock:

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 09:17
von Dickkopf-Mama
Ich mochte als Kind nur Pellkartoffeln und Kartoffelbrei aus der Tüte :oops: .
Ich fürchte ich hab meinen Kindern noch nie Salzkartoffeln gemacht, das müssen andere tun...

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 09:22
von 08u11
Ja, okay. Ich mag aber Salz- und auch Bratkartoffeln und würde sie gerne ab und zu mal essen.
Das Blöde ist halt: wenn der Große anfängt mit Brot essen, mögen die Kleinen auf einmal auch keine Kartoffeln mehr :( , obwohl sie eigentlich ja schmecken würden.
Kartoffelbrei aus der Tüte finde ich hingegen eklig.

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 11:21
von Yelma
Sagt mal, seht ihr das mit dem Herumpicken wirklich so entspannt?
Ich hab letztens eine Bekannte beim Essen gesehen, die isst Fisch nur in Form von Fischstäbchen und isst da die Panade runter und lässt den Rest liegen.

Würdet ihr sowas tolerieren? Auch zB dass das Kind grundsätzlich alles Gemüse und Salat verweigert? (Ich kenne eine, die isst nix, was grün ist) beides Frauen über 25.

Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Bzw sehe es eben als meine Pflicht, dass das Kind sich nicht von Spaghetti und Pommes ernährt, sondern halbwegs ausgewogen und gesund. Genauso wie ich dafür sorge, dass ein Kind behandelt wird, wenn es krank ist, Zähne putzt und sich wäscht, nicht auf die Straße rennt etc. Auch wenn ich Zwang/Überredung anwenden muss.

Ich lasse mich auf "ich mag kein Rosenkohl" auf jeden Fall ein und mache den dann halt nicht, aber "ich mag kein Gemüse" ...ne, das kann einfach nicht stimmen.

PS: ich wurde gezwungen aufzuessen und finde das gut, retrospektiv. Aus vielen Gründen. Hab aber gelernt, dass man Kinder oft mehrfach fragen muss, ich mochte zb kein Salat, aber eigentlich mag ich einfach kein Essig, mit Joghurtdressing ist es ok. Oder ich mochte kein Blumenkohl, in Wirklichkeit hab ich mich vor den mitgekochten Raupen im Kohl aus dem Garten geekelt. Heute mache ich regelmäßig Salat mit Essig-Öl Dresing und esse den, obwohl er mir nicht schmeckt, mein Mann mag ihn aber. Es macht mir einfach nix aus.

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 11:36
von Missy
Yelma hat geschrieben: 20.07.2018, 11:21 Sagt mal, seht ihr das mit dem Herumpicken wirklich so entspannt?
Ich hab letztens eine Bekannte beim Essen gesehen, die isst Fisch nur in Form von Fischstäbchen und isst da die Panade runter und lässt den Rest liegen.
Kennst du die Vorgeschichte? Warum er das tut? Was und wie in seiner Kindheit mit dem Thema umgegangen wurde? Was dahintersteckt?
Hätte ich so einen Bekannten, wäre es mir ziemlich egal, ob er Fisch isst oder Veganer ist, ob er sich nur von Fast Food ernährt oder nach der Steinzeitdiät lebt.
Würdet ihr sowas tolerieren? Auch zB dass das Kind grundsätzlich alles Gemüse und Salat verweigert? (Ich kenne eine, die isst nix, was grün ist) beides Frauen über 25.
Ich wüde solche Phasen durchaus tolerieren, weil ich da mit Druck nicht ans Ziel kommen würde. Ja, ich könnte das Essen in mein Kind hineinzwingen, aber um welchen Preis?
Muss es unbedingt Gemüse und Salt sein, um gesund ernährt zu sein oder kann ich anderweitig mit Obst oder anderen Lebensmitteln ausgleichen?
Ich kenne Menschen, die essen kein Fleisch und ich kenne Menschen, die essen keine Kohlehydrate und ich kenne Menschen, die essen keinen Salat. Aus welchen Gründen auch immer.
Ich bin da erstmal vorurteilsbewusst.

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Verfasst: 20.07.2018, 12:00
von Tardis
Es gibt Lebensmittel, die ich vom Geruch und/oder der Konsistenz her wirklich eklig finde und ich einen Würgereflex unterdrücken muss. Ich bin durchaus in der Lage nicht "Iiieh!" am Tisch zu brüllen, aber sollte mich irgendwer zwingen das zu essen... Nur weil die Mehrheit es als Lebensmittel bezeichnet ... :wink:
Ich weiss das klingt extrem, aber wie kann ich darüber entscheiden, was andere nicht mögen?
Genauso beim Aufessen. Ich trainiere meinem Kind doch nicht das Sättigungsgefühl ab.
Wir sind hier doch wirklich mit einer extremen Auswahl an Lebensmitteln gesegnet und können immer Mal wieder was neues ausprobieren, so dass alle wichtigen Nährstoffe schon irgendwie ins Kind kommen. Meine Kinder mögen z.B. zur Zeit ungern gekochtes Gemüse. Dann gibt es halt Rohkost für die beiden.