Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Lösche Benutzer 17612

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Haha, da kann ich ja lange überlegen welches Kindergartenkind das war...
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Missy
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Missy »

EllenRipley: Ich glaube auch, dass viele Kinder damit einfach keine Probleme haben. Und ich glaube auch, dass dieses Probieren-Ding bei vielen als Spiel ritualisiert ist. Ih, Bäh - Probier erst! - Hm, lecker. Mich würde allerdings dieses ritualisierte Spiel schon nerven, weswegen ich das einfach nicht mitspielen würde und sich das Problem so wahrscheinlich auch irgendwann von alleine aus der Welt schaffen würde.
Allerdings glaube ich auch, dass einige Kinder ebenso sensibel auf solche Anforderungen im "Normalitäts"-Bereich (allein eine etwas nachdrücklichere Bitte zu probieren) reagieren.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
Lösche Benutzer 1828

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Aber ein einziges Kind beeinflusst doch als negatives Beispiel nicht das Essverhalten eines Kindes.
Ein Kind weiss doch, was es will. Da würde sicher auf Dauer einfach gar nichts passieren.

Und ich weiss, dass jetzt wieder einige hier "angepisst" sein werden, aber das ist meine persönliche Überzeugung: wenn ich ein Kind immer möglichst selber entscheiden lasse, was mit seinem Körper passiert, wird es da viel selbstsicherer und lernt, für sich zu sorgen. Dann ist diese Gefahr viel geringer, als wenn ich es immer wieder verunsichere, über seine Grenzen gehe und Essen zum Kampfgebiet erkläre. Und dem Kind somit einen Teil seiner Selbstverantwortlichkeit nehme. Davon bin ich überzeugt und das ist für mich auch ein Grund.
xiongmao
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Re: AW: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von xiongmao »

Sandküste hat geschrieben:Aber ein einziges Kind beeinflusst doch als negatives Beispiel nicht das Essverhalten eines Kindes.
Das glaube ich auch. Ein Kind isst doch hauptsächlich mit den Eltern. Da guckt es sich doch dann viel mehr ab als in einzelnen Situationen.
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Dieses eine Kind hat relativ viel Einfluss auf meinen Sohn. Sie bringt ihm halt viele Sachen bei. Er hat von ihr gelernt, wie man Duplosteine zu einem Turm baut, wie man einen Stift hält, wie man Förmchen mit Sand füllt und Sandkuchen backt... und was sie sagt ist für ihn Gesetz. Da wird auch ignoriert was Mama und Papa sagen.
Vielleicht relativiert sich das irgendwann, aber momentan hat sie diesen starken Einfluss auf ihn.

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Inkling
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Inkling »

Dann bestärke das Kind, weiterzuessen wenn die von dir geschilderte Situation eintritt. Das kann man auch ganz freundlich, "Also mir schmeckt es, ich find das nicht eklig." Oder du steckst deine Grenze da bei der Mutter ab, oder du bietest ihr an zu probieren, oder du lädsts das Mädchen öfter zu Euch ein, oder du wartest einfach mal ab, wann ein für dich nicht mehr erträglicher Punkt erreicht ist.
Gaby
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Gaby »

Ich kann dich da auch wirklich beruhigen. Wir haben im nahen Familienkreis ein Kind, das schon lange ein sehr schlechter Esser ist, es isst quasi nur ungesunde Lebensmittel und rührt gesunde kaum an, es hat eine wirklich extrem eingeschränkte Lebensmittelauswahl und das eigentlich von Anfang an. Über die Ursachen schreibe ich hier jetzt nichts weiter. Jedenfalls ist das Kind mittlerweile nicht mehr ganz so klein, und meine Kinder hatten wirklich von klein auf sehr viel Kontakt mit dem Kind. Meine Kinder sind jetzt nicht alle unkomplizierte und gute Esser, aber auf keins hat sich das Essverhalten dieses Kindes irgendwie ausgewirkt. Natürlich war das immer mal Thema, natürlich kam mal "Wenn X das zum Mittagessen bekommt, dann will ich auch" u.ä. Das gab durchaus mal nervige Diskussionen, aber niemand hat das wirklich nachgemacht. Heute wird das Kind sogar eher manchmal bemitleidet, wenn es beim leckeren Dreigängemenü im Restaurant nichts auf dem Teller hat und höchstens noch ein Stück Vanilleeis isst, während meine Kinder die Rindfleischsuppe und vieles andere (alles essen sie nun auch nicht) genießen.

Aber ich bin mir ganz sicher: Die Weichen zumindest in den ersten zehn Jahren werden im Elternhaus gestellt, da hat ein anderes Kind, egal ob befreundet oder verwandt, von außen nie DEN Einfluss, den du jetzt annimmst. Wirklich nicht. Vertrau doch auf euch und auf euer Kind! Es ist noch so klein und gerade in dem typischen Alter, in dem jeder nachgeahmt wird, es heute nein und morgen ja heißt und sich ganz vieles erst einmal entwickeln muss. Mein drittes Kind ist/war ein ganz mäkeliger Esser, die jüngere Schwester, nur 2,5 Jahre jünger, war hingegen das komplette Gegenteil und hat sich auf Dauer gar nichts abgeschaut (auch wenn phasenweise dann mal nachgeahmt wurde).

So lange du deinem Kind gesunde und abwechslungsreiche Kost anbietest, kannst du dich zurücklehnen und dich entspannen! Wirklich, glaub mir!
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Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Wortgewitter »

talismama hat geschrieben:
Sakura hat geschrieben:Ellen, wen meinst Du? Mich? :oops:
Nein, sie bezog sich auf Wortgewitter, die unterstellte, dass sie ihre Kinder straft, wenn sie nicht gehorchen und das einer Erniedrigung gleichkomme. Finde ich völlig verständlich, dass man sich da angegriffen fühlt.
Oh je. Hier wurde geschildert, dass ein kind eine anweisung nicht ablehnen durfte und in der folge konsequenzen eingeführt wurden.

Mir hilft es immer, die Dinge zu benennen. Und wenn ein kind eine Sache machen muss, ist das Zwang, egal, wie man ihn verpackt. Und wenn bestimmte Dinge auf Handlungen von Eltern ausgeführt werden, damit das Kind sein Verhalten verändert, ist das mindestens Manipulation.

Ich finde es wichtig, das auch so zu nennen. Ich habe nichts unterstellt, nur andere Worte für das beschriebene verwendet. Damit sage ich nicht, dass ich die Eltern nicht in Ordnung finde, die sich entscheiden, so zu handeln. Ich habe ein Problem damit, wenn Verhalten in seinen Folgen mit verniedlichenden Worten beschrieben wird. Und ja, auch ich zwinge meine Kinder in den später beschriebenen Notsituationen zu Verhalten. Ich nenne das dann aber nicht eine Bitte. Und mir ist der Schaden an der Beziehung bewusst, den ich verantwortlich eingehe, um andern Schaden abzuwenden.

Trotzdem ist das selbstverständlich eine legitime Entscheidung, es anders zu tun. Das tut mir leid, dass ich den Eindruck gemacht habe, Menschen abwerten zu wollen. Es ging mir um die konkrete Handlung.
Wortgewitter mit Groß (5/09) und Klein (11/11) und Winzigklein (8/15)
und zwei **

ClauWi Trageberaterin (GK 5/2012, MK 6/2013)

Ich möchte jemanden einsingen,
bei jemandem sitzen und sein.
Ich möchte Dich wiegen und kleinsingen,
und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
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Wortgewitter
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Wortgewitter »

EllenRipley hat geschrieben:Ja, in bestimmten Situationen fordere ich von meinen Kindern, dass sie folgen. In der Regel dannn, wenn ihre Handlungen schädliche Folgen haben die sie noch nicht absehen können ( den Bus verpassen, Karies, vom Auto angefahren werden) oder wenn sie die Grenzen anderer Menschen überschreiten, die diese (noch) nicht verteidigen können (andere Kinder schlagen).
Das tue ich übrigens nicht nur deshalb weil ich meine Kinder zu guten gehorsamen Soldaten erziehen möchte, sondern weil ich von Natur aus ein totall unreflektierter bösartiger Mensch bin der unglaublich viel Spaß daran hat, andere Menschen-ganz besonders Kinder-zu demütigen.


Warum ich nun so sarkastisch reagiere: Weil Du ganz bewusst Sprachelemente aus dem Militär genutzt hast, um einen Erziehungsstil der eben NICHT dem Unerzogen-Konzept entspricht sofort in diese Ecke zu drängen. Hätte man nämlich auch anders ausdrücken können. Ich persönlich kann mit dieser kompletten unbedingten Freiheit fürs Kind nichts anfangen und halte es für überfordernd und vielleicht sogar schädlich, trotzdem packe ich nicht gleich meinen Sarkasmus aus um mit meiner Wortwahl Familien zu stigmatisieren die nicht meinem Denken entsprechen. Ich versuche in meinen Beträgen wenn es um so persönliche Dinge wie Kindererziehung geht immer sehr bei mir zu bleiben und nicht gleich mit stilistischen Spitzen versteckt andere Erziehungsmodelle herabzuwürdigen um meinen Weg als den absolut Richtigen darzustellen.
Abgesehen davon würde ICH auch nicht die Reste meiner Kinder essen, bloß weil sie eben da sind und ich kein Essen wegwerfen möchte. Ich esse nämlich-wie bereits erwähnt- nur dann wenn ich wirklich Hunger und Lust auf ein Lebensmittel habe. Was bedeutet dass ich das Essen wegwerfen muss, was ich für Verschwendung halte.
Was ebenso bedeutet dass ich meinen Kindern versuche beizubringen, sich ab einem gewissen Altern von vornherein nur kleine Portionen zu nehmen. Mit Konsequenzen. Die Konsequenz ist dass ich sage :" Du brauchst das nicht etwas leer essen, aber beim nächsten Mal möchte ich, dass Du nur eine kleine Portion nimmst und Dir später nachnimmst. Essen ist wertvoll, da steckt die Arbeit von vielen Menschen drin und deshalb möchte ich , dass wir so wenig wie möglich wegwerfen". Wenn sich mein Kind dann wiederholt zu große Portionen nimmt, dann darf es sich eben nicht mehr selbst nehmen sondern ich teile die Portionen ein ( die selbstverständlich nicht aufgegessen werden müssen). Und ich bin dann auch irgendwann verärgert. Nicht darüber dass das Kind nicht aufgegessen hat, sondern darüber dass es sich zu viel genommen hat. Würde ich permanent die Reste meiner Kinder essen ohne zu äußern dass man sich nur das nehmen sollte was man essen möchte, dann würde ich den ganzen Tag nur hinter meinen Kindern heressen. Die haben nämlich freien Zugang zum Obstkorb/ Kühlschrank /Süßigkeitenschrank und würden sich hier einmal quer durch's Paradies futtern. Was nicht bedeutet dass ich kein Verständnis dafür habe dass so etwas mal passieren kann. Das ist dann aber die Verantwortlichkeit vom Kind dass es sich verschätzt hat, und es ist nicht meine Aufgabe die Müllbilanz ins Lot zu Rücken, indem ich das Übriggebliebene aufesse.
Das war nicht sarkastisch gemeint. Die Wortwahl hat sich in den letzten Jahren geändert, das Konzept ist alt. Darauf wolte ich hinweisen. Das Kind muss tun, was du sagst, sonst wird es bestraft. Und inwiefern eine Strafe keine Erniedrigung sein soll, auf die Erläuterung bin ich gespannt. Ich zumindest kann mir keine Strafe ohne Erniedrigung vorstellen...

Ja, ich sag doch auch nicht, dass alle das so machen sollen wie ich. Um Himmels Willen! Nein, ich weise nur darauf hin, dass es andere Wege gibt ausser das Kind wegen einer Sache, die mir wichtig ist, zum Gehorsam (oder findet ihr Folgsamkeit besser? Wir meinen doch das gleiche...?!)) Zu zwingen. Muss man ja nicht machdn. Aber das Kind zwingen muss man eben auch nicht.
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Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Es ist grundsätzlich ein Fehler Strafe und Konsequenz zu verwechseln, um damit die Strafe zu verharmlosen. Manche Eltern nennen nämlich die Strafen, die sie aussprechen, Konsequenzen, obwohl es sich gar nicht um eine FOLGE handelt. Du machst meiner Meinung nach, den umgekehrten Fehler und nennst tatsächliche Konsequenzen Strafe, was etwas prinzipiell "normales" (nämlich dass mein Handeln Konsequenzen hat, aufbauscht und verurteilt. Denn solche Konsequenzen gibt es selbst im Umgang Erwachsener miteinander und wenn-dann-Sätze sind dann keine unterschwellige Manipulation oder ein Machtmittel, sondern dienen im Umgang gleichberechtigter (!) Partner dazu, eigene Grenzen aufzuzeigen. Wenn mein Mann zum Sonntagsspaziergang splitternackt im Flur erscheint, würde ich natürlich zu ihm sagen, dass ich nicht mit ihm rausgehe, wenn er sich nichts anzieht. Und ich kann das erklären: ich liebe deinen nackten Körper, aber wenn gleich draußen alle mit dem Finger auf uns zeigen, ist mir das peinlich. Das ist ebenso nicht als Strafe zu sehen, wie wenn ich meiner Tochter sage, dass sie nur rausgehen darf, wenn sie sich Schuhe anzieht. Begründung: die Erfahrung hat gezeigt, dass das Rausgehen nur mit Strumpfhose diese zu sehr abgenutzt und ich möchte weder ständig neue Strumpfhosen kaufen noch abends mit Stopfarbeiten zu tun haben.
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