Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Serafin »

Das merken wir auch. Wir hatten ja nicht so viel Platz und auch nicht so viel Bücher für jüngere Kinder. Jetzt sind wir umgezogen und haben meine ganzen alten Bücher ausgepackt. Da lesen wir jetzt wieder viel mehr deutsch.
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Mafalda
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Mafalda »

Elizi hat geschrieben: 19.09.2023, 15:42 Aufgrund des Schulstarts unserer Tochter überlegen wir gerade wie wir es schaffen, dass sie auch Englisch schreiben und lesen lernt. Da unsere Kids 90% Englisch auf Englisch fernsehen sprechen sie richtig gut. (Wir sind beide deutschsprachig und reden nur Englisch mit ihnen wenn sie von sich aus anfangen oder lesen manchmal auf englisch vor). Habt ihr hierfür Ideen? In der Schule kommt Englisch bei uns erst in der 3. Klasse. Vielleicht kennt ihr auch konkrete Apps oder Hefte, das wäre natürlich spitze.
Oh das ist interessant! Wie kommt es dazu, dass ihr englisches Fernsehen schaut?
Wir sind grade für insgesamt 3 Monate in Indien und unsere Tochter geht hier in die Kita. Dementsprechend lernt sie grade auf deutsch und englisch parallel sprechen. Ich habe mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, aber jetzt fände ich es schade wenn das wieder verloren geht. Mein Mann und ich überlegen wie wir es aufrecht erhalten können. Sind beide nicht so wahnsinnig motiviert Englisch mit ihr zu sprechen, weil wir uns ein wenig doof dabei vorkommen. Aber wenn man es etwas natürlicher in den Alltag integrieren könnte so wie mit Bilderbücher und fernsehen wäre das wohl eher unser Ding (wobei wir Bildschirm noch möglichst lange hinauszögern wollen würden). Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen?
mit Berti (04/22)
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lösche Benutzer 24994 »

Mafalda hat geschrieben: 29.12.2023, 16:06
Elizi hat geschrieben: 19.09.2023, 15:42 Aufgrund des Schulstarts unserer Tochter überlegen wir gerade wie wir es schaffen, dass sie auch Englisch schreiben und lesen lernt. Da unsere Kids 90% Englisch auf Englisch fernsehen sprechen sie richtig gut. (Wir sind beide deutschsprachig und reden nur Englisch mit ihnen wenn sie von sich aus anfangen oder lesen manchmal auf englisch vor). Habt ihr hierfür Ideen? In der Schule kommt Englisch bei uns erst in der 3. Klasse. Vielleicht kennt ihr auch konkrete Apps oder Hefte, das wäre natürlich spitze.
Oh das ist interessant! Wie kommt es dazu, dass ihr englisches Fernsehen schaut?
Wir sind grade für insgesamt 3 Monate in Indien und unsere Tochter geht hier in die Kita. Dementsprechend lernt sie grade auf deutsch und englisch parallel sprechen. Ich habe mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, aber jetzt fände ich es schade wenn das wieder verloren geht. Mein Mann und ich überlegen wie wir es aufrecht erhalten können. Sind beide nicht so wahnsinnig motiviert Englisch mit ihr zu sprechen, weil wir uns ein wenig doof dabei vorkommen. Aber wenn man es etwas natürlicher in den Alltag integrieren könnte so wie mit Bilderbücher und fernsehen wäre das wohl eher unser Ding (wobei wir Bildschirm noch möglichst lange hinauszögern wollen würden). Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen?
Ganz klassisch wäre natürlich eine bilinguale Betreuung, Spielgruppe etc. Ich bin kein Fan davon, wenn die Eltern ab und zu in der anderen Sprache sprechen und würde da eher die Variante bevorzugen, dass die Sprache mit einer Person oder Situation verbunden ist. Vielleicht auch eine englischsprachige Babysitterin o.ä möglich?

Fernsehen kann aber auch funktionieren, letztens gab es hier ein Kind, das zur Einschulung nur Englisch sprach, Muttersprache kaum und deutsch nicht Dank Betreuung durch Netflix :shock:
neara
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

Mafalda hat geschrieben: 29.12.2023, 16:06 Oh das ist interessant! Wie kommt es dazu, dass ihr englisches Fernsehen schaut?
Wir sind grade für insgesamt 3 Monate in Indien und unsere Tochter geht hier in die Kita. Dementsprechend lernt sie grade auf deutsch und englisch parallel sprechen. Ich habe mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, aber jetzt fände ich es schade wenn das wieder verloren geht. Mein Mann und ich überlegen wie wir es aufrecht erhalten können. Sind beide nicht so wahnsinnig motiviert Englisch mit ihr zu sprechen, weil wir uns ein wenig doof dabei vorkommen. Aber wenn man es etwas natürlicher in den Alltag integrieren könnte so wie mit Bilderbücher und fernsehen wäre das wohl eher unser Ding (wobei wir Bildschirm noch möglichst lange hinauszögern wollen würden). Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen?
Was ist denn eure Motivation für die zweite Sprache und was sollte eure Tochter motivieren, dabei mitzumachen? Kinder sind effizient orientiert, wenn es darum geht, was sie lernen müssen. :) Habt ihr selbst Spaß daran, Englisch zu sprechen, und wollt ihr die Sprache zu Hause "haben", vielleicht auch unabhängig vom Ergebnis (Tochter lernt Englisch)? Dann geht verschiedenes wie Vorlesen, Spielen, Singen oder Alltagsrituale wie Frühstücken auf E., was auch immer euch einfällt und passt. Hauptsache ihr habt Freude dran.

Oder geht es eher darum, dass sie von Anfang an viel Kontakt mit der Sprache hat, um es später mit dem Spracherwerb einfacher zu haben? Da wäre eine mehrsprachige Kita (Babysitter etc.) der natürliche Weg. Filme auf Englisch schauen und Lieder hören könnt ihr ja immer noch, aber es ist recht passiv (wobei es anscheinen auch funktionieren kann, wie MCM18 sagt 🫣).

Eine Sprache ins Familienleben zu integrieren ohne die Notwendigkeit zu haben, sie zu sprechen, finde ich schwierig, es sei denn, die Sprache ist eure Leidenschaft. Ich würde mir aber gerade um Englisch am wenigsten Sorgen machen. Stichwort exposure... Abgesehen von der Schule kommen die Kinder überall in Kontakt damit. Daran führt kein Weg vorbei.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Elizi »

Ich war als Jugendliche mal in Schweden und war begeistert wie toll die Schwed*innen englisch sprechen. Dabei hab ich dann erfahren, dass dort viele Filme, etc. nicht übersetzt werden und sie deswegen von Anfang an englische Filme, etc. geschaut haben. Da mein Mann und ich auch meist auf englisch schauen, haben wir das dann bei den Kindern auch so gemacht (anfangs waren das Lieder im einer App, mittlerweile Serien wie Gabbys Dollhouse, Ada Twist Scientist, Go Dog Go oder auch mal ein Film mit uns zusammen...). Ich finde es nicht schlimm wenn sie manchmal schauen, solange es nicht die einzige Beschäftigung ist (die kleine Tochter ist aber auch den ganzen Vormittag im Waldkindergarten draußen, die große seit September nicht mehr, weil sie in die Schule gekommen ist). Ich bin sehr begeistert davon, wie es mit dem Englischlernen funktioniert, einfach durch die Regelmäßigkeit. Unsere Kinder sprechen miteinander sehr viel Englisch beim Spielen, wir nur selten mir ihnen, wenn sie es fordern. Wir haben aber auch einige englische Bücher, die wir vorlesen. Meine Schwester hat uns Tonies aus London mitgebracht und ein paar Aufgabenbücher, letztere sind aber noch nicht so interessant. Englische Lieder singen wir natürlich auch, gerade zu Weihnachten aber auch sonst. Für uns passt es so optimal.
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MaiNacht
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von MaiNacht »

Ich habe heute eine Sendung zum Sprachen-Lernen gehört, und da kam zur Sprache, dass es total toll ist, wenn Kinder die Möglichkeit haben, früh nerv als eine Sprache zu lernen. Ist ja auch klar. Bei einem der eingeladenen Experten wurde das versäumt, obwohl es die Möglichkeit gegeben hätte, und er fand das sehr schade. Das hat mich ein bisschen zum Nachdenken gebracht. Meine Oma kommt aus einem Nachbarland von D, ist aber schon recht jung hier her gekommen, hat einen deutschen Mann geheiratet, etc. Ihre Sprache wurde mir im Urlaub gesprochen - ab der Grenze, quasi. Opa kam einigermaßen mit; die Kinder (also meine Ma) haben die Sprache gut gelernt. Sie haben auch noch ein bisschen Kontakt zur recht großen Familie dort, und meine Ma arbeitet auch auf der anderen Seite der Grenze.
Ich hab die Sprache erst später, zum Studium, gelernt, und sprach sie sehr gut.
Habe allerdings kaum noch Kontakt zu Leuten dort. Auch sehe wenig zu meiner Ma und Oma.
Findet ihr, es würde Sinn machen, der Erbse die Sprache beizubringen? Oder macht man das nicht, wenn man nicht original Muttersprachlerin ist?
Ich hab mich früher auch geärgert, dass mir die Sprache nicht weitergegeben wurde (ausser so 2, 3 campingplatz-kindersmalltalk-sätze), daran erinnerte mich die Sendung heute.
...mit der Erbse (10/23) und dem tollen Typen 💚 ❤️
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lösche Benutzer 24994 »

Also wenn dein Niveau muttersprachlich ist, kannst du es schon machen. Würde aber auch versuchen, dass deine Mama dann vielleicht mit deinem Kind in der Muttersprache spricht. Bücher vorlesen wäre auch gut und dass du versuchst, dass in klaren Situationen zu verwenden.
Also z. B. Immer zu Hause oder immer beim Buch lesen etc.

Ich hänge hier mal ein Infofoto an
20240705_163209.jpg
neara
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

Wenn du Lust darauf hast, warum nicht? Schlimmstenfalls wird es nichts. :)

Ich würde reinfühlen: Warum ist es für dich wichtig und was wäre das Ziel, in dessen Richtung du dich (euch) bewegen möchtest? Welche Rolle soll die Sprache in eurem Leben spielen?
Ressourcen checken: Wo überall kann sie mit der Sprache in Kontakt kommen (deine Ma, Oma, andere Kinder? Urlaub...)?
Kommt ihr an Bücher und andere Medien?
Sie wird ja keine Notwendigkeit haben, die Sprache zu sprechen, weil sie sich mit euch auf Deutsch verständigen kann und wird. Daher würde ich (unqualifizierte Laienmeinung) am ehesten daran ansetzen, den Spaß an der Sprache und am Kontakt mit der Kultur zu fördern.

Keine Muttersprachlerin: Sehe ich (wieder Laienmeinung-Alarm) nicht kritisch. Du vermittelst den Kontakt, schaffst Verbindung, öffnest eine Tür. Sie muss nicht perfekt sprechen, sondern bekommt den Grundstein, auf dem sie später aufbauen kann, wenn sie möchte. Außerdem wird sie schon früh die Erfahrung machen, dass unterschiedliche Sprachen existieren und dass es normal und machbar ist, mehrere zu sprechen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von neara »

Nachtrag noch. Was ich für unseren Versuch mitgenommen habe: Kinder sind effizient und lernen, (nur das) was sie brauchen. Es kann schwierig werden, die Motivation auf allen Seiten aufrechtzuerhalten, wenn das Kind keine Notwendigkeit sieht und gerade keine Lust hat. Ich habe meine Erwartungen dementsprechend flexibel (niedrig) angesetzt. :) Finde es trotzdem cool, dass ich diese Tür, zu der meine Kids sonst keinen Zugang gehabt hätten, für sie öffnen kann. (So far so good.)

Du kannst die Sprache und hast einen Bezug zu dem Land, hast dein Warum. Also, go for it, wenn du magst. Es gibt auch andere Gründe für Sprachenlernen als familiäre, eine Leidenschaft für ein Land zB etc. Warum die Kids nicht mitnehmen...
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Larala »

MaiDri hat geschrieben: 20.07.2024, 12:58 Findet ihr, es würde Sinn machen, der Erbse die Sprache beizubringen? Oder macht man das nicht, wenn man nicht original Muttersprachlerin ist?
Es wird empfohlen, mit den Kindern in der eigenen Muttersprache zu sprechen, weil es wichtig ist, dass Kinder ihre Erstsprache korrekt und vollständig lernen. Mit der Erstsprache lernen Kinder nämlich auch Konzepte über die Welt, die Sprache hilft beim Denken Lernen. Außerdem ist die Erstsprache die Basis für alle weiteren Fremdsprachen, die man später lernt: Alle Konzepte, die man in einer Sprache beherrscht, muss man dann nur noch in andere Sprachen übersetzen.
Ein Problem entsteht, wenn Kinder ihre Erstsprache nur brüchig lernen, weil die Eltern selbst die Sprache nicht so gut sprechen. Bei euch ist die Situation aber ja ganz anders. Ihr lebt in D und sprech beide deutsch mit der Erbse, dann hat sie da auf jeden Fall eine solide Basis.

Ich denke, du kannst die Sprache auf jeden Fall anbieten. Entweder spielerisch, indem du z.B. Bücher in der Sprache vorliest, Lieder singst, eventuell andere Medien nutzt. Oder im Alltag, indem du in bestimmten Situationen einfach immer die Sprache sprichst. Ich glaube, das hängt dann stark vom Kind ab, ob es Lust hat, die Sprache zu sprechen oder nicht. Ich hab in meinem Umfeld mehrere Familien, die so eine Zusatz-Sprache anbieten und manche Kinder nehmen das an, andere überhaupt nicht.

Ich hab mit meiner Tochter von Geburt an konsequent Deutsch gesprochen und es hat fast bis zum dritten Geburtstag gedauert, bis sie selbst damit angefangen hat (bis dahin sprach sie fast ausschließlich Niederländisch).
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
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