So, vermutlich ist schon alles gesagt worden, aber da ich die letzten Tage leider mit etwas anderem als Surfen beschäftigt war, hab ich von dem Artikel erst per SMS erfahren..
Aber der Text provoziert ja geradezu zum Mitsenfen.
Mein erster Gedanke beim Lesen war, die Autorin hat da irgendwas nicht richtig verarbeiten können und tut es nun auf diese Weise. Und siehe da, am Schluß steht ja da tatsächlich was von einer Recherchereise und abstillen und so. Sie schien wohl damals weder die Schlagfertigkeit noch das Selbstbewußtsein gehabt zu haben entsprechend auf die Psychotherapiedrohung zu reagieren. Und bestimmt sind noch einige andere Dinge vorgefallen für die sie nun versucht "Rache zu nehmen"..
Ich sag mal so, hier in so einem Forum hätte sie ruhig mal so einen Text in den Raum stellen können, zur Diskussion. Interessant find ich, was sie in dieser Stillgruppe angeblich erlebt hat. Ich wär in meinem Leben nie auf die Idee gekommen in eine Stillgruppe zu gehen. Einfach weil ich nicht gewußt hätte, was ich dort machen soll. Stillen? Das tu ich wenn mein Kind das möchte und nicht wenn auf meinem Stundenplan Stillgruppe steht.

Aber ich überlege die ganze Zeit wen die Autorin mit dieser radikalen Splittergruppe meint aus deren Strömung angeblich die heutigen "Stillfaschisten" gewachsen sind. Batik-T-Shirts, lange Röcke...? Wenn sie geschrieben hätte, daß alle in orange gekleidet waren, dann hätt ich auf die Sannyasins getippt

, aber so? Wir werden wohl nie erfahren wer nun die fatale Ursprungsbewegung war, aus denen sich die heutigen radikalen Stillenden entwickelt haben sollen.
Eigentlich hab ich mich sogar ein bißchen amüsiert über manche Stellen in dem Text. Das Stilltreffen sei streng geheim, angeblich anonym schreibt sie... find ich lustig, haben die was zu verbergen?

Und Leibchen von Bellybutton..

Ich find ein altes, ausgeleiertes T-Shirt tut's auch.

Auch ich hab mich schon über die gängige Kinderwagenmode lustig gemacht. Hier in der Stadt gibt es tatsächlich Mütter, die ihre Kleidung mit dem KW-Outfit abgestimmt haben. (Aber ob die nun wirklich zu den von der Autorin zitierten Stillfaschisten gehören?

) Na, wenigstens hat man mir (in einer Stadt mit steigenden Kinderwagenklaurate) meinen uralten bei Ebay ersteigerten Gesslein (wie altmodisch!

) wenigstens nicht geklaut.
Aber Eva Herrman ins Spiel zu bringen fand ich schon weniger lustig. Ich hoffe doch nicht irgendwas mit dieser Schnepfe gemeinsam zu haben, nur weil ich mein Kind noch stille?

Der absolute Hammer aber ist das Zitieren eines überaus intimen Textes von jemandem aus dem Forum hier. Ich möchte ja keine weiteren Mutmaßungen anstellen, warum sie sich diese Forumsteilnehmerin ausgesucht hat, sonst werden's richtig böse Unterstellungen, aber ich kann gar nicht sagen wie primitiv ich es finde, sich einen derart intimen Text herauszupicken und sich dann über selbigen, der bestimmt nicht für die Masse der SZ-Leser bestimmt war, lustig zu machen. Die Autorin scheint sich gar nicht darüber klar zu sein, daß das ganze nichts mit dem Thema Stillen zu tun hat. Genauso gut hätte sie sich aus nem Forum eine Liebeserklärung an den Ehepartner heraussuchen können und sich dann darüber das Maul zerreissen können. Da fragt man sich schon, wie armselig das ganze ist.. Hat die Autorin dies nötig? Wohl nicht genug Basismaterial für ihren Text zusammenbekommen?
Also rein rechtlich gesehen, vermute ich mal, ist das ganze in Ordnung, leider. Ohne jegliche Ahnung von Juristerei und so, denk ich, kann jeder sich beliebig "Material" aus sämtlichen Foren holen, denn was man dort preisgibt, gibt man eben heutzutage der ganzen Welt preis.

Dennoch frag ich mich was die Autorin geritten hat jemanden mit Forumsnamen und zudem noch Namen seines Kindes zu zitieren?
Klar ist die Sache mit den Signaturen eine Diskussion wert. Aber auch die merkwürdigste Signatur gibt niemanden das recht in aller Öffentlichkeit über denjenigen herzuziehen mit Namensnennung etc. Wie ich vorhin gesehen hab, ist ja auch hier mittlerweile eine Signaturendiskussion entstanden..

(Hoffentlich ist die nicht so lang, daß ich die irgendwann lesen kann;) Einerseits ist es ja tatsächlich so, daß man aus so einer Signatur schnell erlesen kann wie der andere tickt.. Wenn jemand ne Signatur hat in der dann steht, daß er sein Kind über alles liebt, es seit gefühlten 10 Jahren stillt und ihm alles Glück dieser Welt wünscht, dann kann man m. E. schon daraus rauslesen, daß die Person dies aus irgendeinem nicht erkennbaren Grund besonders betonen möchte. Ich denke mal, dies ist ein rein persönliches Ding, das jeder da am laufen hat. Ich selbst käm jetzt nie auf die Idee in meiner Signatur zu schreiben, daß ich mein Kind stille und für den Lebensmitteleinkauf in den Bioladen renne. Und ich muß auch sagen, daß mir jemand nicht näher im Forum steht, wenn ich so etwas in seinem Ticker lese. Denn das Fatale daran ist dann so etwas wie hier in aller Regelmäßigkeit zu lesen ist: Threads die mit den Worten beginnen wie "ich habe keine Freunde mehr, denn niemand in der Nachbarschaft trägt, stillt und verhält sich ökologisch korrekt"..

Da frag ich mich natürlich schon, wie haben diese Menschen vor ihren Kindern gelebt. Haben sie sich vorher auch nur mit Menschen umgeben, die haargenau so denken wie sie selbst? Und schon denke ich, wie langweilig, da bleibt ja kein Thema mehr an dem man sich reiben kann, sich austauschen kann, von dem anderen lernen kann...
Sorry, ich schweife ab.
Andererseits, ich beziehe mich wieder auf oben, muß ich sagen, was soll ich mich daran stören, was jemand in seiner Signatur stehen hat. Mich stört fast gar keine Signatur.. Das wär ja genauso als wenn mich stören würde, wenn jemand gelbrosa Socken tragen würde..

Etwas befremdlich find ich zum Beispiel, wenn jemand 3 Ticker für ein und dasselbe Kind hat. Da steht dann im ersten das Alter des Kindes, im zweiten wiederum das Alter, diesmal das Stillalter

und im dritten steht dann das Tragealter..

Da denk ich dann oft, daß es um drei Kinder geht, während man beim genauen Hinschauen sehen kann, daß dies ein und dasselbe Kind ist...

Aber wirklich stören tut mich das auch nicht, und wundern darf man sich ja noch.
Wie oben schon erwähnt, wenn die Autorin hier diese Diskussion angezettelt hätte, könnte man tatsächlich in befruchtender Weise (hi, hi, wie passend

) miteinander diskutieren, aber ihre gesammelten "Fakten" dem SZ-Leser-Pulblikum vorzustellen in genau dieser Aufmachung war nicht nur eine Themaverfehlung sondern auch eine Diffamierung sondergleichen. Was die Begriffe "Stillnazi", "Stillfaschismus" und "Stillmafia" betrifft....

Tja, es gibt Journalisten, die meinen immer noch in Deutschland bedarf es solcher Worte, um die Mäuse aus ihren Löchern zu locken, sprich um einige wenige Leute dazu zu bekommen, ihre womöglich uninteressanten Artikel aufgrund dieser "Schlagworte" (im wahrsten Sinne ein Schlag ins Gesicht) zu begutachen...
