Ich war noch nicht dazu gekommen hier ausführlicher zu antworten, wollte das aber noch gerne tun.
Yvi19 hat geschrieben:Oh das ist aber auch eher selten so. Das kommt sehr auf die Tradition der jeweiligen Gegend an und hat auch ganz unterschiedliche Hintergründe. Ich finde aber die Frage nach dem persönlichen missfallen der Folklore eine andere als die der grundsätzlichen Jagd.
Hier sehe ich sie regelmäßig zu mehreren in den Wald fahren und wir hören es auch recht oft knallen.
Verschiedene Katzen der Nachbarn sind so schon ums Leben gekommen.
Manchmal (so zweimal im Jahr?) wird richtig abgesperrt, mit Warnhinweis auf Treibjagd und Lebensgefahr und Wald bitte nicht betreten.
Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir in einer traditionsreichen Jagdgegend wohnen. Ist das denn deutschlandweit so sehr unterschiedlich? Oder bekommen wir aufgrund der Wohnlage einfach alles mit?
feuerdrache hat geschrieben:
Das Aufreihen nach der Jagd ist ja auch ein vorzeigen. Ein erlegtes Tier soll ja vorgezeigt werden und nicht still und heimlich, irgendwo ganz im geheimen, erlegt werden. Viele Tiere unterliegen einem Abschussplan. Da gibts also einen behördlichen Plan wieviele Stücke in bestimmter Geschlechterverteilung und bestimmter Alterverteilung erlegt werden müssen oder maximal dürfen. Mal abhängig vom Bundesland bei uns. Und natürlich vom Jagdrevier.
JEdes Revier hat Jäger und einen Jagdaufseher. Dieser Aufseher hat zu kontrollieren ob eh alles so abläuft wie es soll, ob die erlegten Stücke dem entsprechen was die Behörde will usw. Das bedeutet auch, das viele Tiere vorgelegt werden müssen, direkt nach dem Schuss. Um die richtige Erlegung zu beweisen. Wenn also bei einer Gesellschaftsjagd die Tiere aufgelegt werden, dann ist das einerseits mal eine Art der Selbstkontrolle, zeigen was erlegt wurde und dass das alles ordnungsgemäß war. Andererseits schwingt da was ziemlich archaisches mit. Dem erlegten Tier einen "letzten Bissen" ins Maul oder den Äser zu geben- das ist ja auch eine Ehrerbietung dem Tier gegenüber. Eine Form des Respektes. Das Aufstecken des Bruches an den Hut, das hat auch was damit zu tun, zu seiner Tat zu stehen. Dafür einzustehen der Schütze zu sein, sich nicht zu verstecken.
Das mit den Jagdhörnern nachher, das "Verblasen" ist ja auch so was. Da gibt es für jede Tierart ein eigenes Signal auf dem Horn. Das wird gespielt.
Danke für den Blickwinkel, vieles habe ich so nch nicht gesehen und kann auch einiges nachvollziehen.
Das archaische ist und bleibt aber nicht so meins. Jemandem, den man getötet hat, einen letzten Bissen ins Maul zu geben, der ihm ja nun gar nichts mehr nutzt, wirkt auf mich tatsächlich widerlich überheblich. Aber das ist halt meins.
Zum Thema vegan allgemein:
Ich habe lange Jahre vegetarisch gelebt und habe Veganer in der Familie, die ich von ihrer Art, die 'gute Sache' zu vertreten, fast als militant bezeichnen würde.
Mittlerweile esse ich ab und an Fleisch oder Wurst, achte aber sehr darauf, wo es herkommt.
Insgesamt habe ich mich lange schwer damit getan, weil ich so groß geworden bin, dass Fleisch eklig ist und das Essen von Fleisch Sünde, die einen in die tiefste Hölle bringen kann oder dazu führt, im nächsten Leben als Mastgans wiedergeboren zu werden.
Im Sinne einer augewogenen Ernährung sehe ich sehe ich für mich aber auch weder Soja(milch)produkte noch Margarine als gesund an und bin für mich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich Milchprodukte gerne verwende, weil ich sie für natürlicher und hochwertiger empfinde als viele sogenannten Ersatzprodukte.
Wenn ich koche oder backe, dann nehme ich dafür lieber Butter und Milch/ Sahne als Margarine und Sojadrink, weil mir selber das natürlicher erscheint.
Im Zuge der heftigen Eiallergie meines Sohnes habe ich verschiedene Sojaprodukte durchprobiert, weil Soja prima lockert und Eier durchaus ersetzen kann.
Ich habe mich allerdings eher geekelt vor den Endprodukten, weil sie für mich nicht mehr natürlich erschienen.
Selbstverständlich spielt dabei auch die Herkunft der Produkte eine Rolle.
Sahne, Butter, Milch und Quark bekommen wir hier vom Bauern, der sich darauf spezialisiert hat, diese Produkte vor Ort herzustellen und im kleinen Umkreis zu vermarkten. Das ist natürlich auch ein schöner Luxus.
Schlachten tut er natürlich auch, ja.
Aber eine Vor- Ort- Hofschlachtung ist für mich eine andere Sache als eine quer- durch- Europa- gekarrt- werden- im- Massentransport- Schlachtung, die ich selber auch als ganz schrecklich empfinde.
Wenn regional genutzt werden kann, soweit es möglich ist, dann ist für Mensch, Tier und Natur schon viel getan, denke ich.
Wie feuerdrache auch schon ganz deutlich beschrieben hat.
Und so muss halt jeder seinen Weg finden.
Vegane Ernährung möchte ja auch Tier und Natur schützen und wenn ich die Wahl hätte zwischen vegan und ausschließlichen Massentierhaltungsprodukten, dann würde ich niemals die Massentierhaltung vorziehen.