Ohne viel Aufregen und ohne die "Romane" vor mir ausgiebig gelesen zu haben, ein paar pragmatische Anregungen auf die eigentliche Frage dieses Threads aus meinem Erfahrungsschatz.
So haben wir es gemacht, mit ein paar Rückschlägen aber insgesamt so, dass ich jetzt sehr zufrieden mit der Situation bin:
1. Nachts abstillen nach Gordon im Familienbett (hat etwas länger gedauert, als im Text von Gordon angenommen, aber funktioniert)
2. Feste Stillzeiten (Morgens - Mittags - Abends)
3. Einschlafstillen abgeschafft, ersatzweise getragen oder gestreichelt. Ins Bett-geh-Ritual mit Buch angucken.
4. Feste Stillzeiten reduziert (Morgens - Abends)
5. Feste Stillzeiten gelegentlich weiterreduziert (Morgens)
Das wichtigste war bei jedem Schritt wirklich konsequent zu bleiben und sich ganz klar zu sein, was man will.
Ich wollte, dass ich von 23.00 - 6.00 ohne Unterbrechung schlafen kann, das kann ich.
Ich wollte, dass wir nur noch zuhause stillen - das tun wir
Ich wollte, dass sie maximal zweimal am Tag stillt, das rumgereiße an meinen Klamotten aufhört - das tat es.
Bei jedem Schritt habe ich erklärt, dass ich das und das jetzt nicht mehr will. Gelegentlich vergisst sie das Stillen abends - dann biete ich es nicht mehr an.
Sie fragt auch immer noch tagsüber öfter mal nach Stillen, dann sag ich nein, und dass meine Brust jetzt gerade müde ist, was dann auch akzeptiert wird. Ersatzweise biete ich ihr meistens einen Schluck Wasser zu Trinken an. Oder ich sage, dass wir heute abend zuhause wieder stillen.
Am Anfang war das nicht ohne, es gab ziemlich viel Wut und einige Tränen, aber ich bin konsequent geblieben und mittlerweile sind wir auf einem Level angelangt, wo es für alle Beteiligten wieder passt. Wir stillen weiterhin, schlafen zusammen in einem Bett mit Verlängerung, haben uns alle lieb, manchmal sind wir voneinander genervt, aber insgesamt noch meilenweit davon entfernt, wie Kleinkind"erziehung" in der durchschnittlichen bundesdeutschen Familie abläuft. Alles andere ist mir ziemlich sch..egal, für uns passt das alles bestens.
Ach so - nachts haben wir einfach windelfrei windelfrei sein lassen und eine Windel drumgemacht. Seitdem wir nicht mehr einschlafstillen und auch nicht mehr nachts stillen, ist die sogar morgens meistens trocken.
Ich hoffe, du kannst damit was anfangen und ich finde es voll ok und ganz verständlich, dass du weniger stillen willst - aus welchen Gründen ist ja eigentlich egal, hauptsache, ihr findet einen Kompromiss, mit dem es dir wieder besser geht. Auf küchenpsychologische Analysen hatte ich an diesem Punkt auch keinen Bock mehr.
Und wenn du noch ein Baby willst, dann willst du noch ein Baby. Ich finde nicht, dass die Voraussetzung für einen Kinderwunsch heroisches Langzeitstillen und immerwährende Gleichmut im Umgang mit den älteren Kleinkindern sein muss. So was zu unterstellen finde ich, gelinde gesagt, ziemlich...ätzend.
