Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

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Muschelsucherin
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Muschelsucherin »

mayra hat geschrieben:Üben kann man ja. Aber auch bei mir ist die HL nicht lang genug für eine Einnistung. Also in den bisherigen Zyklen zumindest... 8)
Stimmt.

Aber in dem von mir kritisierten Beisiel von mzw wurde das Kind ja gar nicht aus dem grund aus dem Zimmer geferbert, sondern weil den Mann das Schmatzen gestört hat. :!: :shock:
Hallo? Hätte mein Mann einmal sowas geäußert, hätte ich ihm freundlich angeboten sein Nachtquartier auf der Couch aufzuschlagen. Ich lasse doch mein Kind nachts nicht hungern und dürsten, nur weil er ein Problem mit der Geräuschkulisse hat. :x
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mayra
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mayra »

Ja, du hast Recht. Ich finde sowas auch ätzend. Und unmenschlich. Mein Mann bräuchte mir mit sowas auch gar nicht kommen... :evil:
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mzw
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mzw »

@ mayra, baba & olle:
Mir war schon klar, dass mein Beitrag auf Kritik stoßen würde, aber es gibt nun mal unterschiedliche Meinungen dazu, was gut fürs Kind ist, was nicht, und was vielleicht nicht optimal, aber dennoch OK - da es einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Kindes und denen der Eltern oder restlichen Familienmitgliedern darstellt. Ich habe meine eigenen Erfahrungen als Anfängermutter geschildert und dabei nichts beschönigt, sondern ganz ehrlich beschrieben, wie es bei uns lief (und daraus darf gerne jeder seine eigenen Schlüsse ziehen - bitteschön). Ich hätte mir wohl auch gewünscht, dass es "sanfter" vonstatten gegangen wäre, aber wenn die einzig wirklich empfehlenswerte Methode die ist, dass man grundsätzlich alles einfach "aussitzt" und das Kind entscheiden lässt, dann steige ich aus - denn irgendwo gibt's bei mir Grenzen. Das ist so bei der Ernährung, bei der Erziehung und allem anderen.

Ich kann mein Kind genausowenig vor allen negativen Einflüssen schützen - ich versuche nach meinen eigenen Möglichkeiten, ihm eine gute Kindheit zu bieten - und zwar OHNE mich dafür kaputtzumachen. Was bringt es meinem Kind, wenn es alles darf und entscheiden darf, wenn ICH dann krank werde, weil ich nicht genug schlafe (etc)?

Ich weiß, es gibt immer wieder Stimmen, die sagen: "Das muss man sich vorher überlegen, ob man willens ist, den Aufwand zu treiben ein Kind großzuziehen, MIT allem, was dazugehört...", aber ich denke mal ihr werdet mir recht geben, dass auch ein Mittelweg zum Erfolg führen kann.

Als ich zur Welt kam, da riet man unseren Eltern, man solle es mit dem Stillen gar nicht erst probieren, da es die Mutter zu sehr einschränke und gesundheitsschädlich sein könne. (Ich bin daher nie gestillt worden und dennoch prima geraten, was ihr mir, die ihr mich nicht kennt, einfach mal glauben müsst.) Dass das der totale Quatsch war, wissen wir heute. Aber wer weiß denn schon, was die Pädiater, Hebammen und Kinderpsychologen uns in weiteren 30 Jahren raten werden, wenn die geferberten oder nicht geferberten Kinder groß sind und man vielleicht "noch besser" Bescheid weiß?

Bis dahin muss jeder selbst entscheiden, wie er sein Kind großzieht - denn jeder trägt auch selbst die Konsequenzen.

Was die Sache mit dem Familienbett angeht, gegen das mein Mann sich aufgelehnt hat, so ist auch das eine individuelle Entscheidung. Eher verlassen meine Kinder das Bett als mein Mann - den nämlich möchte ich da nicht missen - sorry.
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Muschelsucherin
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Muschelsucherin »

Lies doch einfach mal hier und bilde dir DANN eine Meinung: http://www.ferbern.de/index.php?page=co ... &m=6&m1=39
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ClauWi-Trageberaterin GK
olle

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von olle »

mzw hat geschrieben: aber wenn die einzig wirklich empfehlenswerte Methode die ist, dass man grundsätzlich alles einfach "aussitzt" und das Kind entscheiden lässt, dann steige ich aus - denn irgendwo gibt's bei mir Grenzen
Das kann ich verstehen, aber es geht nicht darum das das Kind alles entscheiden darf sondern das man einen guten Mittelweg findet. Das, was du beschrieben hast ist in meinen Augen aber kein Mittelweg sondern das andere Extrem zum "aussitzen".
mzw hat geschrieben:Ich kann mein Kind genausowenig vor allen negativen Einflüssen schützen - ich versuche nach meinen eigenen Möglichkeiten, ihm eine gute Kindheit zu bieten - und zwar OHNE mich dafür kaputtzumachen. Was bringt es meinem Kind, wenn es alles darf und entscheiden darf, wenn ICH dann krank werde, weil ich nicht genug schlafe (etc)?
Nein, im schlimmsten Fall machst du lieber dein Kind kaputt :?: :shock:
mzw hat geschrieben:aber ich denke mal ihr werdet mir recht geben, dass auch ein Mittelweg zum Erfolg führen kann.
Ist der Erfolg der, dem Kind zu zeigen, dass du die Stärkere bist? Das weiß es schon, deswegen meldet es sich mit seinen Bedürfnissen bei dir und nicht umsonst hast du ein schlechtes Gewissen gehabt, als dein Kind brüllte und du nicht hingingst - sowas nennt man auch Mutterinstinkt und nur weil der seit über tausenden von Jahren funktionierte (als man noch als Nomade urch die Gegend zog) gibt es die Menschheit immer noch-. Dein Kind weiß nicht, das es in seinem Zimmer in seinem Bett sicher ist!
mzw hat geschrieben:Bis dahin muss jeder selbst entscheiden, wie er sein Kind großzieht - denn jeder trägt auch selbst die Konsequenzen
Jepp, DU musst entscheiden wie du dein Kind groß bekommst, aber die Konsequenzen trägt in erster Linie DEIN KIND und nicht du! Dein Kind verläßt irgendwann DEIN Haus, aber mit den möglichen Folgen des ferberns wird es selbst ein Leben lang zu kämpfen haben!
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Sabsi
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Sabsi »

*grusel* Solche Tipps kann ich einen Mainstreamforum noch halbwegs verknusen, aber doch nicht hier, wo man sich sooo viele Gedanken um das beste für sein Kind macht :( Ich stehe mal wieder voll hinter Baba und finde es ganz grausam. Wenn mein Mann mich nicht zu meinem weinenden Baby gelassen hätte, na dem hätte ich was erzählt!
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Zierbanane »

mayra hat geschrieben:Üben kann man ja. Aber auch bei mir ist die HL nicht lang genug für eine Einnistung. Also in den bisherigen Zyklen zumindest... 8)
womit wir wieder beim thema wären. :lol: 8)
mzw hat geschrieben:Was die Sache mit dem Familienbett angeht, gegen das mein Mann sich aufgelehnt hat, so ist auch das eine individuelle Entscheidung. Eher verlassen meine Kinder das Bett als mein Mann - den nämlich möchte ich da nicht missen - sorry.
mein mann wäre freiwillig gegangen. und nein, wir führen keine schlechte ehe, im gegenteil, wir sind wie ein herz und eine seele. :D
mzw hat geschrieben:...aber wenn die einzig wirklich empfehlenswerte Methode die ist, dass man grundsätzlich alles einfach "aussitzt" und das Kind entscheiden lässt, dann steige ich aus - denn irgendwo gibt's bei mir Grenzen. Das ist so bei der Ernährung, bei der Erziehung und allem anderen.
das mutter sein ist doch aber kein machtkampf!! am ende bist immer DU die stärkere. das braucht man dem kind doch nicht zu "beweisen".
mzw hat geschrieben:Ich kann mein Kind genausowenig vor allen negativen Einflüssen schützen - ich versuche nach meinen eigenen Möglichkeiten, ihm eine gute Kindheit zu bieten - und zwar OHNE mich dafür kaputtzumachen.
dein kind nachts zu stillen macht dich kaputt? dafür läßt du es lieber ewig brüllen und zerstörst das urvertrauen was es in dich hat???! sorry, aber das würde mich kaputt machen. ich beiß dann halt einfach einfach in den sauren apfel.
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Muschelsucherin
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Muschelsucherin »

Zierbanane hat geschrieben:ich beiß dann halt einfach einfach in den sauren apfel.
Unterschreib!

Abgesehen davon bin ja ICH die erwachsene Person, die dann in der Lage sein muss, eine Weile zurückzustecken. Mein Kind braucht schließlich MICH und ist vollkommen abhängig.
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ClauWi-Trageberaterin GK
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Sabsi
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Sabsi »

Jep, ICH bin erwachsen und kann zurückstecken, und mein Mann auch. Zudem ist mein Mann auch noch so verständig, dass er ganz von alleine fühlt, ein kleines Kind braucht Mama und Papa. Wenn er nun wirklich wegen des Schmatzens nicht schlafen könnte :roll: dann wäre er ganz freiwillig ins Wohnzimmer umgezogen. Das kleine, hilflose Menschlein deshalb im Stich zu lassen, wäre ihm nicht eingefallen. Und wie gesagt, ich hätte mich von niemandem davon abhalten lassen! Hier schließe ich mich Zierbanane an:

Zierbanane hat geschrieben:

... dafür läßt du es lieber ewig brüllen und zerstörst das urvertrauen was es in dich hat???! sorry, aber das würde mich kaputt machen.
... das Leben geht weiter weil es muss ... es hält nicht an ... nur weil Du stehen bleibst ...

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xknäckebrotx

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von xknäckebrotx »

Ohne viel Aufregen und ohne die "Romane" vor mir ausgiebig gelesen zu haben, ein paar pragmatische Anregungen auf die eigentliche Frage dieses Threads aus meinem Erfahrungsschatz.

So haben wir es gemacht, mit ein paar Rückschlägen aber insgesamt so, dass ich jetzt sehr zufrieden mit der Situation bin:

1. Nachts abstillen nach Gordon im Familienbett (hat etwas länger gedauert, als im Text von Gordon angenommen, aber funktioniert)
2. Feste Stillzeiten (Morgens - Mittags - Abends)
3. Einschlafstillen abgeschafft, ersatzweise getragen oder gestreichelt. Ins Bett-geh-Ritual mit Buch angucken.
4. Feste Stillzeiten reduziert (Morgens - Abends)
5. Feste Stillzeiten gelegentlich weiterreduziert (Morgens)

Das wichtigste war bei jedem Schritt wirklich konsequent zu bleiben und sich ganz klar zu sein, was man will.

Ich wollte, dass ich von 23.00 - 6.00 ohne Unterbrechung schlafen kann, das kann ich.
Ich wollte, dass wir nur noch zuhause stillen - das tun wir
Ich wollte, dass sie maximal zweimal am Tag stillt, das rumgereiße an meinen Klamotten aufhört - das tat es.

Bei jedem Schritt habe ich erklärt, dass ich das und das jetzt nicht mehr will. Gelegentlich vergisst sie das Stillen abends - dann biete ich es nicht mehr an.

Sie fragt auch immer noch tagsüber öfter mal nach Stillen, dann sag ich nein, und dass meine Brust jetzt gerade müde ist, was dann auch akzeptiert wird. Ersatzweise biete ich ihr meistens einen Schluck Wasser zu Trinken an. Oder ich sage, dass wir heute abend zuhause wieder stillen.

Am Anfang war das nicht ohne, es gab ziemlich viel Wut und einige Tränen, aber ich bin konsequent geblieben und mittlerweile sind wir auf einem Level angelangt, wo es für alle Beteiligten wieder passt. Wir stillen weiterhin, schlafen zusammen in einem Bett mit Verlängerung, haben uns alle lieb, manchmal sind wir voneinander genervt, aber insgesamt noch meilenweit davon entfernt, wie Kleinkind"erziehung" in der durchschnittlichen bundesdeutschen Familie abläuft. Alles andere ist mir ziemlich sch..egal, für uns passt das alles bestens.

Ach so - nachts haben wir einfach windelfrei windelfrei sein lassen und eine Windel drumgemacht. Seitdem wir nicht mehr einschlafstillen und auch nicht mehr nachts stillen, ist die sogar morgens meistens trocken.

Ich hoffe, du kannst damit was anfangen und ich finde es voll ok und ganz verständlich, dass du weniger stillen willst - aus welchen Gründen ist ja eigentlich egal, hauptsache, ihr findet einen Kompromiss, mit dem es dir wieder besser geht. Auf küchenpsychologische Analysen hatte ich an diesem Punkt auch keinen Bock mehr.

Und wenn du noch ein Baby willst, dann willst du noch ein Baby. Ich finde nicht, dass die Voraussetzung für einen Kinderwunsch heroisches Langzeitstillen und immerwährende Gleichmut im Umgang mit den älteren Kleinkindern sein muss. So was zu unterstellen finde ich, gelinde gesagt, ziemlich...ätzend. :roll:
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