Stillend Auto gefahren...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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SuperNova
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von SuperNova »

Also ganz ehrlich ich finde alles drei total schlimm...
Besoffen Stillen
Besoffen Autofahren
und stillend Autofahren.

Und kann das noch nicht einmal irgendwie abstufen, das steht für mich alles auf dem selben Niveau und ist absolut gefährlich, gesundheitsschädlich und indiskutabel.

Warum kann man zum Stillen nicht anhalten? Warum plant man dafür dann nicht einfach mehr Zeit ein? Ich kann mir KEIN, aber auch gar KEIN Umstand vorstellen der so dringlich ist dass ich nichtmal für 10 min anhalten könnte. Oder doch, könnte ich mir schon - nahende Todesfälle etc, aber dann würde ich eher das Kind gut versorgt und betreut zu hause lassen.
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Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Yolanthe »

Gabriela hat geschrieben: Ich bin auch schon stillend im Auto mitgefahren. Wie schon Verena schrieb, besondere Situationen erfordern manchmal besondere Handlungen...
Das Verhalten dieser Australierein ist in meinen Augen allerdings indiskutabel; nicht weil sie stillend Auto fuhr, sondern weil sie 'stockbesoffen' Auto fuhr und 'stockbesoffen' stillte.
Ja, ich auch.
Selber fahren und stillen find ich riskant. Lenkt mMn zu sehr ab. Über das besoffen fahren und stillen, müssen wir nicht diskutieren. Geht gar nicht.

@ Ronia:
Und was machst Du, wenn Du mit Mann und Kindern im Stau stehst? Warten bis der sich auflöst? Oder bis das Baby aufhört mit schreien, weils vor Erschöpfung einschläft? Leider ist man - wenn es zum Stau kommt - nicht immer auf der rechten Spur. Und auf dem Seitenstreifen fahren bis zur nächsten Ausfahrt ist auch selten möglich (davon abgesehen, daß es sehr gefährlich ist). Was machst Du dann???

Man kann ja schließlich nicht immer daheim bleiben. Und- man kann auch nicht immer Landstraße fahren...
Liebe Grüße von Yolanthe
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Kirsten
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Kirsten »

[quote="Yolanthe@ Ronia:
Und was machst Du, wenn Du mit Mann und Kindern im Stau stehst? Warten bis der sich auflöst? Oder bis das Baby aufhört mit schreien, weils vor Erschöpfung einschläft? Leider ist man - wenn es zum Stau kommt - nicht immer auf der rechten Spur. Und auf dem Seitenstreifen fahren bis zur nächsten Ausfahrt ist auch selten möglich (davon abgesehen, daß es sehr gefährlich ist). Was machst Du dann???

Man kann ja schließlich nicht immer daheim bleiben. Und- man kann auch nicht immer Landstraße fahren...[/quote]

Ich bin zwar nicht Ronja, aber wenn ICH mit meiner Familie im Stau stehe, dann muss mein Baby eben so lange schreien und unglücklich sein, bis es wieder möglich ist, zum Stillen anzuhalten. Das ist mir wesentlich lieber, als wenn Baby oder ich bei einem Unfall zu Schaden kommen - und das kann eben auch bei Schrittgeschwindigkeit geschehen. Ich würde ein Baby sonst nie schreien lassen - das (und dringend-aufs-Klo-müssen) ist eine der seltenen Situationen, wo ich das mache. Zum glück habe ich wohl immer babys, die ganz gern autofahren und dabei nur selten schreien - ich weiss natürlich, dass es da auch ganz andere vertreter gibt...

lg kirsten
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Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Yolanthe »

SuperNova hat geschrieben:Warum kann man zum Stillen nicht anhalten?
Warum plant man dafür dann nicht einfach mehr Zeit ein?
Man kann planen wie man will, wenn man 450 km Autofahrt (nur Autobahn, Landstraße nicht mitgerechnet) vor sich hat, nutzt die beste Stauprognose bzw. Planung nichts. Da kann sonstwas vorkommen.
SuperNova hat geschrieben:Ich kann mir KEIN, aber auch gar KEIN Umstand vorstellen der so dringlich ist dass ich nichtmal für 10 min anhalten könnte. Oder doch, könnte ich mir schon - nahende Todesfälle etc,
Wenn "für 10 min anhalten" reicht, isses gut. Meine beiden Kinder waren "Langstiller", d.h. meine Tochter hat 1-2 Stunden getrunken, mein Sohn meist 45 min- pro Stillmahlzeit! Dann hätte ich mich ja die ganze Stillzeit nie wieter weg bewegen dürfen. Oder hätte ÖPNV nehmen müssen.
Ich kenne aus berufl. Gründen die Zuverlässigkeit der DB recht gut (4 Jahre pendeln, davon 2 Jahre 310 km für eine Strecke, die anderen 2 Jahre 600 km). Da wäre ich NIE angekommen.
SuperNova hat geschrieben:aber dann würde ich eher das Kind gut versorgt und betreut zu hause lassen.
Und wenn der "nahende Todesfall" nicht um die Ecke ist? Meine Familie war zum Beispiel lange Zeit mehrere Hundert km weit weg. Flugverbindung gab es damals noch nicht so wie heute.
Wenn du noch stillst, und bisher ohne Milchpumpe ausgekommen bist, wie willst du dein Kind "gut versorgt" zurücklassen, wenn du nicht weißt, wann Du wiederkommst? ich hatte zB keine Milchpumpe "auf Verdacht" zuhause. Mein Sohn brüllt bei jeder fremden Person. Er akzeptiert nur mich, seinen Vater und seine Schwester. Das war's. Also nehme ich ihn überall hin mit. Das macht weniger Streß.
Liebe Grüße von Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Yolanthe »

Ach ja, möchte noch hinzufügen, daß wir auch immer Pausen eingeplant haben.
Sowohl damals bei der Großen als auch heute bei dem Kleinen. Aber wenn kurz vor der Pause/nächstem Rasthof ein Stau war, hab ich mein Kind trotzdem gestillt, wenn es nach 30 min Warterei immer noch nicht weiterging.

Soo oft vorgekommen ist das nicht. Wir sind ja nur 1mal im Monat zur Verwandtschaft gefahren- mal zu seiner, mal zu meiner.
Da seine in BW gewohnt hat, meine in S-A und wir (damals) im thür.-hess. Grenzgebiet, war es jedesmal ne ganz schöne Strecke.

Und ehrlich gesagt konnt ich es nicht ertragen, meine Tochter über eine Stunde (oder länger) vor Hunger schreien zu hören.
Liebe Grüße von Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von rosenholz »

Also ganz ehrlich ich finde alles drei total schlimm...
Besoffen Stillen
Besoffen Autofahren
und stillend Autofahren.
find ich auch.

und im Auto stillen ohne angeschnallt zu sein, :shock:
Bei mir darf keiner im Auto mitfahren, der nicht angeschnallt ist!!! Die Kinder lernen das schon von klein auf.
Ich finds unverantwortlich, es nicht zu tun, denn es ist einfach mega gefährlich.

Parkplatz anfahren und stillen, ist immer besser :D
so können Mutter und Kind in ruhe und entspannt stillen :D
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Verena
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Verena »

Donnerwetter, habt ihr alle Bilderbuchbabies....

ich schreib jetzt nochmal was dazu.

Tessa brüllte im Auto bis zum Erbrechen, wenn sie im Dunkeln fahren musste. Das musste ich aber erstmal rausfinden, dass es am Dunkeln liegt. Und im Winter kommt man überall prima hin, nur nie mehr zurück ohne im Dunkeln zu fahren, wenn man vormittags ein Kind im Kindergarten hat.

Und ich kann mich DEUTLICH besser auf den Verkehr konzentrieren, wenn ich ein stillendes Kind am Busen hab und langsamst auf Nebenstraßen fahre als wenn sich mein Baby da hinten in seinem Gebrüll und seinem Erbrochenen ins Koma brüllt, sorry. Ich kann mir beim Stillen sehr wohl merken, ob ich Butter oder Sahne kaufen will.

Und natürlich empfehle ich das nicht als das Non-plus-ultra anderen Müttern, aber in der Not ist es manchmal für mich, die Kinder und die anderen Verkehrsteilnehmer doch noch die ungefährlichste Lösung....
Ganz liebe Grüße von Verena (02/78 ) mit großem Sohn (11/04) und auch schon wieder großer Tochter (02/08 )

FREIHEIT bedeutet, dass man nicht alles so machen muss, wie andere Menschen. Astrid Lindgren

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Kirsten
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Kirsten »

Verena hat geschrieben: Und natürlich empfehle ich das nicht als das Non-plus-ultra anderen Müttern, aber in der Not ist es manchmal für mich, die Kinder und die anderen Verkehrsteilnehmer doch noch die ungefährlichste Lösung....
Hallo Verena,
auch wenn ich jetzt als total intolerant erscheine, aber diesen Satz empfinde ich beinahe als zynisch - "ungefährlich" ist das ja wohl nur, solange nichts passiert. Auch wenn Du "langsamst auf Nebenstrassen" fährst, kann Dir einer in die Karre fahren - oder Du fährst jemandem auf. Auch sowas gibt einen ordentlichen Ruck, der ein nicht angeschnalltes Baby massiv gefährden kann. Uns ist ein Auto hinten aufgefahren, als meine Tochter F. 4 Monate alt war - sie war natürlich in der Babyschale angeschnallt, und hat dennoch ein Schleudertrauma davongetragen. Dein Baby muss ja bloß mal mit dem Kopf ordentlich gegen das Armaturenbrett stoßen, um sich eine Schädelprellung zuzuziehen. Oder Du mußt eine Vollbremsung machen und das Kind saust durch die Scheibe. Echt ungefährlich. Bilderbuchbaby hin oder her - im Auto gehört ein Kind angeschnallt, und wer das Schreien nicht ertragen kann, der sollte eben das Auto stehen lassen! *kopfschüttel*
Kirsten mit David (00), Fiona (02), Noel (04, LKGS, 8 Monate pumpgestillt) und Kendra (12/08, SGA-Baby, Stillen gelernt nach 6 Wochen, immer noch stillend)

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rosenholz
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von rosenholz »

Ich find das hat nichts mit Bilderbuchbabys zu tun. Sondern mit Verantwortung und Sicherheit für Mutter und Kind!

Es gibt immer Diskussionen, welche die beste Babyschale ist, oder der kindersitz,
aber was bringt das alles, wenn ein Kind nicht darin angeschnallt ist??
Mal davon abgesehen, daß es Pflicht ist, sich im fahrenden Auto anzuschnallen.

Und wenn man selbst meint sicher zu fahren, auch in einer Nebenstraße, es kommt doch auf einmal eine Situation, in
der man reagieren muß und keine Acht mehr auf das Kind hat, und dann?????
Oder es bewegt sich und droht runter zu fallen, dann gibt es Sekunden, wo man nicht auf den Verkehr achten kann....

Tut mir leid, aber das geht garnicht!!! :(
Versteh ich nicht, wie man das als Mutter verantworten kann!!! Sowas hab ich noch nie gehört oder gesehen.
novembersonne
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von novembersonne »

Ich mag mal was für Verena schreiben, auch wenn ichs selbst so wies in meinem Kopf ist, als ein no-go sehe:

Es gab doch auch mal die Diskussion über Baby in der Trage am Rücken am Fahrrad. Und für mich wär das fast Mord und Selbstmord. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich eben mit Rucksack (auch ohne Kind) schon so unsicher fühle. Es aber eben noch ander Fahrstile gibt, und wenn es sich gut anfühlt, dann passts auch. Selbst gesehen.


Wenn ich in Australien ne 400 km lange gerade Strecke vor mir habe, wo es Zufall ist, wenn mir ein LKW begegnet, dann kann ich mir schon vorstellen, während der Fahrt ein paar Dinge zu tun, auf die ich hier im Leben nie käme.


Oft hat man so ein bestimmtes Bild vor Augen, wenn ein paar Schlagwörter kommen, was aber vielleicht gar nicht stimmig ist, weil für selbstverständlich genommene Bedingungen nicht erwähnt werden.

Allerdings ist Autofahren eine komplexe Sache, die nicht allzuviel Ablenkung verträgt, ob Musik Telefonieren oder Stillen.


glg
Liebe Grüße
kado

Bub 07/2005; Bub 01/2008; lütte Deern 2/2012
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