Gräfin hat geschrieben:Möglicherweise führen dies anderen Definitionen zu weniger Irritation
aber es geht doch um die einstellung der "unerzogen-fraktion", und diese beziehen sich nun mal auf die ursprüngliche definition.
wir können ja auch über erziehung im allgemeinen reden, aber das ist ein anderes thema...
Gräfin hat geschrieben:Nichts desto trotz halte ich es für unangemessen, allen "Erziehenden" Respektlosigkeit zu zuschreiben und sich selber mit dem Tribut des Nicht-Erziehenden zu schmücken und es damit gerade an diesem ebend noch eingeklagten Respekt anderen Gegenüber fehelen zu lassen
tut doch auch keiner
weiter oben schrieb ich:
kittiefred hat geschrieben:
das hat ja auch keiner bezweifelt. in dem anderen thread hatte ich ja auch geschrieben dass wohl sehr viele menschen natur-antipädagogen sind. sie sind einfach respektvolle menschen. unsere erzieherin im kiga zb auch. und die hat sicherlich kein theoretisches gerüst dahinter. und ich war auch lange ein praktiker ohne theorie zu meinem handeln. und das war auch angenehmer als jetzt, wo mir die unterschiede so klar sind
vielleicht sind menschen ja eigentlich von natur aus antipädagogen und werden erst durch die sozialisation und den berufsstand der pädagogen mit so dummen erziehungs-ansichten bekloppt gemacht. und diejenigen die nicht auf die ach-so-schlauen pädagogen und psychologen hören bleiben "gesund".
Britta84 hat geschrieben:Aber die Kleiderfrage sehe ich ein wenig anders. Du hast doch deine Kinder so angezogen, wie du es für richtig und schön befunden hast und es dein Geldbeutel hergegeben hat. Die jüngeren MUSSTEN/MÜSSEN auch mal die alten Kleidungsstücke auftragen, oder? Bis zu einem gewissen Alter muss ich als Mutter/Vater/Anziehender nun mal eine Entscheidung treffen, ohne das ich weiß, ob mein Kind Teddybären vielleicht hässlich findet, oder den selbstgestrickten Pulli kratzig und blöd..
es geht nicht darum dem kind jeden (materiellen) wunsch zu erfüllen. es geht darum, wenn mein sohn sagt er möchte bitte diese hose und diesen pullover anziehen, dass ich dann niemals mit einem entgültigen machtwort sage dass das aber nicht angezogen wird, weil es hässlich ist und ich das nicht will. ich berate meinen sohn auch - klar. aber wenn etwas NICHT SCHÄDLICH FÜR IHN ODER JEMAND ANDEREN ist, darf er entscheiden.
Britta84 hat geschrieben:Wenn sich dein Kind als Heranwachsener/Erwachsener (aus welchem Grund auch immer) unsozial ist und z.B.schlägt, klaut oder sonstwie unsozial ist wärst du doch auch nicht unbedingt glücklich.
Durch deine "Erziehung", Vorleben, Erklären, oder welchen Namen du der Sache gibst hoffst du doch, dass dein Kind ein soziales, nettes Mitglied unserer Gesellschaft wird..es ist sozusagen DEINE Wunschform
hier geht es um einen eckpfeiler der antipädagogik. es geht um die defensiven grenzen. die müssen natürlich respektiert werden. an dieser stelle würde ich dich bitten noch ein mal den krätzä-text zu lesen. sonst reden wir nicht über die selben sachen.
und ich möchte zb nicht dass mein kind NETT wird. so lange es niemanden verletzt darf er auch gerne ein grimmiger eigenbrödler werden
Britta84 hat geschrieben:Wenn 5 Mann hunger haben und das Essen fertig ist sollte der Turmbau halt unterbrochen werden, damit ein GEMEINSAMES Leben überhaupt stattfinden kann. Natürlich kann man das Essen auch auf dem Herd stehen lassen und jeder nimmt sich, wenn er Zeit dafür findet, aber dann bricht die Gemeinschaft irgendwie auseinander.
eine familie wird nicht gleich auseinander brechen wenn man mal zu fünft isst und der 6. seinen teller im legohaufen parkt.
mein sohn isst oft an seinem lego-schreibtisch. ich kann doch niemanden zur gesellschaft zwingen. das ist wie jemanden in eine beziehung zu zwingen.
ich kann anbieten. und er kann es annehmen. und mein sohn isst gerne mit uns
Britta84 hat geschrieben:Ausreden lassen mit Turmbau zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen, oder nicht?
das ist deine prioritätenverteilung. vielleicht sieht das ein fünf jähriger anders? wessen sicht ist jetzt mehr wert und muss mehr beachtung finden?
und mal ganz generell: ich bin kein politiker und auch kein theoretiker. ich bin tochter und ich bin mutter. ich habe mir nicht viel DABEI gedacht. und ich hab auch jetzt keine lust eine große sache draus zu machen und für irgendwas zu kämpfen. ich kann - wenn ich gefragt werde - auskunft geben.
und es ist einfach so dass ich auf dem spielplatz, im kindergarten, auf der strasse - eben überall wo man eltern mit kindern erlebt - immer wieder merkt welch trauriges menschenbild viele mit sich herum schleppen. die "normalen" aussagen, die über kinder getroffen werden empfinde ich oft als respektlos, grenzüberschreitend und verletzend. aber es stört sich keiner dran - sind ja nur kinder.