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Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 01.02.2009, 23:16
von Lösche Benutzer 1828
kja1985 hat geschrieben:
Aber ein bisschen was gibts da natürlich, was ich hier aber nicht ausbreite, weil ich loyal bin
Das ist ja auch durchaus verständlich - so sollte es ja im Normalfall auch sein. Auf die Interessen unserer KInder und anderer Menschen, die uns nahestehen, nehmen wir schließlich Rücksicht.
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 02.02.2009, 08:47
von Susanna
puh starkes thema das mich auch immer wieder einholt. ich hatte keine schöne kindheit. meine mutter mit 16 übrfordert mit mir, mein vater damals schon dem alkohol sehr zugetan ( seit 40 jahren ist er alkoholiker) meine mama war nur am schreien und schlagen

ich wurde gedemütigt, herabgesetzt mit liebesentzug bestraft.

der einzige halt war meine oma. dann als ich 6 jahre alt war der große einschnitt - wir zogen in ein anderes land wo ich die sprache nicht verstand und ich meinen ( trotz alkohol) geliebten vater verlor da er nicht mitgekommen ist ( ok meine mama ist mit mir einfach abgehaun) jo also fremde umgebung fremde menschen fremde sprach und ich hab gelernt IMMER zu lachen. das ist echt paradox. ich habe immer gelacht - alle dachten ich bin ein fröhliches kind - ein sonnenschein *kotz*
all das möchte ich niemals bei meinen söhnen machen. dieses entwurzeln, dieses demütigen und herabsetzen. das war ganz schlimm für mich und es zog sich echt bis ins alter von 25 jahren.

erst da lernte ich mich von meiner sehr dominanten mama zu lösen.
mein mann zeigte mir das es auch anders geht in der familie . ich kann meine mama heute nicht umarmen oder küssen. schon wenn sie mich berührt führt das bei mir zu unbehagen. ich möchte NIEMALS das meine kinder so emfpinden müssen. leider bekomme ich das mit dem schreien nicht hin. das ist was mich jeden tag aufs neue fertig macht.

Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 02.02.2009, 09:37
von Lösche Benutzer 1828
Susanna hat geschrieben: ich möchte NIEMALS das meine kinder so emfpinden müssen. leider bekomme ich das mit dem schreien nicht hin. das ist was mich jeden tag aufs neue fertig macht.

Das kenn ich - aber wir arbeiten dran
Mein Vater war auch Alkoholiker......meine Mutter rauchte Kette, überall, immer.
Mit 16 bin ich von zu Hause weg bzw. sie ist weggezogen und hat mich dagelassen. Es folgte eine Phase mit recht schlechtem Umgang - aber ich war trotzdem eher immer das brave Mädchen. Habe zwei Ausbildungen gemacht, war in der Schule fleißig. Ich bin halt auch stolz darauf,d ass ich das alles ganz allein geschafft habe.
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 02.02.2009, 10:34
von Solyra
Ich möchte meine Kinder bedingungslos lieben und ihnen das immer zeigen, indem ich sie in den Arm nehme und mit ihnen kuschle und schmuse egal wie alt sie sind.
Denn das haben ich und meine Geschwister nie bekommen. Sicher hat uns unsere Mutter geliebt, sie war sogar eine Löwenmama, die manchmal sehr hart für ihre Kinder gekämpft hat, aber eines konnte sie nie: Kuscheln. Egal wer von uns (wir sind 8!), sobald wir aus dem Babyalter herauswaren, wurden wir nicht mehr in den Arm genommen. Meine Mutter konnte und kann das einfach nicht.
Ich kann auch heute meine Mutter nicht in den Arm nehmen, es fühlt sich falsch an.
Ich wusste eigentlich als Kind nie, was mir fehlt und hatte mit 12 dann mal ein einschneidendes Erlebniss: Ich war traurig und gerade bei meiner Tante zu Besuch (bei der ich später dann auch meine Jugend verbrachte). Da hat sie mich in den Arm genommen und gewiegt. Es war traumhaft, ich erinnere mich noch heute an dieses Gefühl und liebe, so hart wie es klingt, meine Tante mehr wie meine Mutter.
Obwohl meine Tante meine Mutter natürlich nie ersetzen könnte, aber es ist einfach anders mit ihr.
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 02.02.2009, 10:48
von MondNacht
Bei uns war es früher eine etwas schwierige Situation, deshalb kann ich meinen Eltern keinen Vorwurf machen, dennoch würde zumindest versuchen in ähnlichen Situationen anders zu handeln.
Meine Schwester ist sehr krank und meine Mutter war immer mit ihr in der Klinik. Wir beiden älteren Geschwister mussten uns sehr viel selbst versorgen ( mein Bruder war Anfangs 6 und ich 7), da mein Vater viel arbeiten musste. Ich war ein sehr stilles Kind und habe mich immer mehr in mich selbst zurückgezogen. Bei mir gipfelte die Situation in schweren psychischen Störungen an denen ich eils heute noch zu knabbern habe. Mit 14 bin ich ausgezogen und habe mich so vor der für mich sehr schädlichen Situation gerettet. Hatte dann eine Pflegemutter, die mir im Grunde das Leben gerettet hat.
Inzwischen habe ich selbst eine Tochter und bin mit einem zweiten Kind schwanger.
Anders machen würde ich (soweit möglich), die Betreuung des/der anderen Kinder und ich würde versuchen sie besser aufzufangen. Ausserdem würde ich das kranke Kind bei einem langen Krkh-Aufenthalt auch mal eine Nacht allein dort lassen, damit die anderen nicht unter wochenlanmgen Verlust der Mutter schaden nehmen.
Zualleresrt hoffe ich nätürlich NIE in eine ähnliche Situation zu kommen.
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 03.02.2009, 15:57
von milkshake
kja1985 hat geschrieben:Aber ein bisschen was gibts da natürlich, was ich hier aber nicht ausbreite, weil ich loyal bin
soll das im umkehrschluß heißen, daß wir anderen, die hier ihr leben "ausbreiten", ihren eltern gegenüber nicht loyal sind? wenn du das meinst, finde ich es echt anmaßend!
warum soll man sein schicksal nicht beim namen nennen? als kind hat man ja nicht die freie wahl, sondern wird in die familie hineingeboren für die man auserkoren wurde. und wenn es einem hilft von zeit zu zeit in einem forum wie diesem hier eine schwierige zeit darzustellen, die man durchlebt hat, kann das ja auch hilfreich sein. damit ist man überhaupt kein bißchen illoyal!
ich persönlich habe meinen eltern ihre fehler verziehen (als eltern kann man ja eh nie fehlerfrei sein), dennoch habe ich sie beizeiten auch damit konfrontiert!
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 03.02.2009, 15:58
von milkshake
Susanna hat geschrieben:leider bekomme ich das mit dem schreien nicht hin. das ist was mich jeden tag aufs neue fertig macht.

das geht mir auch manchmal so, zum glück (meist) immer weniger. aber es ist ein lernprozeß, keine frage!
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 03.02.2009, 17:27
von kja1985
whoopsy2006 hat geschrieben:kja1985 hat geschrieben:Aber ein bisschen was gibts da natürlich, was ich hier aber nicht ausbreite, weil ich loyal bin
soll das im umkehrschluß heißen, daß wir anderen, die hier ihr leben "ausbreiten", ihren eltern gegenüber nicht loyal sind? wenn du das meinst, finde ich es echt anmaßend!
warum soll man sein schicksal nicht beim namen nennen? als kind hat man ja nicht die freie wahl, sondern wird in die familie hineingeboren für die man auserkoren wurde. und wenn es einem hilft von zeit zu zeit in einem forum wie diesem hier eine schwierige zeit darzustellen, die man durchlebt hat, kann das ja auch hilfreich sein. damit ist man überhaupt kein bißchen illoyal!
ich persönlich habe meinen eltern ihre fehler verziehen (als eltern kann man ja eh nie fehlerfrei sein), dennoch habe ich sie beizeiten auch damit konfrontiert!
Huhu,
nein das soll nur heissen, dass es Bereiche meines Lebens gibt die ich öffentlich nicht ausbreiten möchte, weil sie eben nicht nur mich betreffen sondern auch andere Menschen, deren Persönlichkeitsrechte ich nicht übertreten möchte. Und da liegt die Grenze natürlich für jeden anders. Die "Fehler" meiner Eltern sind sowieso so banal, dass sie mit den schwierigen Zeiten, die andere Menschen in ihrer Kindheit durchleben müssten nicht zu vergleichen sind.
Und da ich weiss dass meine Eltern verletzt wären wenn ich so etwas öffentlich ausbreiten würde anstatt mit ihnen zu besprechen tu ich es hier nun mal nicht. Es wäre auch wirklich lächerlich in meinem Fall, weil ich einfach keine grundlegenden Verletzungen in meiner Kindheit erfahren musste und sie daher auch nicht mit anderen Teilen muss um sie verarbeiten zu können.
War also keineswegs anmassend oder böse gemeint.
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 03.02.2009, 17:40
von Lösche Benutzer 1828
kja: so kam das bei mir auch an

- ich habe das auch so verstanden.
Ich fühle jedoch nicht so - ich muss da keinen schützen.
Ich habe jahrelang nie darüber geredet, weil ich mich schämte.
Nun weiß ich, dass ich mich nicht dafür schämen muss.
Re: meine Vergangenheit und das mache ich bei meinem Kind anders
Verfasst: 03.02.2009, 17:41
von duduja
Ich finde es total schwer (oder auch anmaßend?

) zusagen: Dies und Jenes tu ich nie!!!
Vor allem hat man selber seine Verletzungen, die man vielleicht beim Kind vermeiden kann, wenn man sehr bewußt an sich arbeitet und damit umgeht....
Oft aber treffen Kinder Dinge bis ins Innerste, die vielleicht nicht mal böse, sondern scherzhaft gemeint waren....
Klar kann ich sagen, ich will meine Kinder nie damotivieren, blöd anreden, gängeln oder so....aber ich muss genauso klar sagen: ICH schaffe das nicht immer!!! (Und wenn jemand Tipps hat, wie das klappt - her damit!

)