Seite 3 von 5
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 20.11.2008, 14:08
von Maja
Und wer sich sofort zum Abstillen bequatschen lässt, statt sich erstmal zu informieren, ist auch oft einfach froh einen "Grund" zu haben. Nicht immer, aber oft.
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 20.11.2008, 14:16
von purzel2008
Ach, ich finde so etwas einfach schade. Die Mutter kann ich gut verstehen, wenn Hebamme und Arzt dasselbe raten, dann hält man das bestimmt für richtig -- und zwar auch wenn es im privaten Umfeld andere Meinungen gibt.
Wenn ich so etwas lese, könnte ich mich immer maßlos über ide Hebammen, Ärzte und sonstigen angeblichen Experten aufregen, die ein solchen Mist empfehlen. Das arme Kind, die arme Mutter!
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 19:36
von jolie2008
Hallo,
ich kann dir dazu kurz was erzählen über meine (sehr kurze) Stillzeit vor 11 Jahren. Ich war gerade 19 geworden und überglücklich, leider war das KH (incl. Hebammen) nicht wirklich aufs Stillen ausgelegt. Der Kleine bekam bereits am Tag der Geburt zwischendurch PRE, habe versucht ihn zu stillen aber nicht wirklich Hilfe. Es tat soooooooo weh. Naja wie ich dann draußen war habe ich mir eine Pumpe aus der Apo geliehen und zuhause alleine versucht aber ich kam nicht so gut damit zurecht. Am 14. November nach 2 Wochen Kampf, schmerzenden BW habe ich entnervt abgestillt. Ich weiß jetzt nicht genau wie das (bis auf die Brustentzündung) bei deiner Freundin gewesen ist aber ich habe aufgegeben weil ich nicht wirklich Hilfe/Verständnis bekommen habe. Heute bin ich so stolz auf mich und ich hatte wirklich ein super KH erwischt und die Hebammen/Krankenschwestern waren dauernd da um mir beim Anlegen zu helfen, gaben Tipps, haben zugehört, PRE gab es gar nicht, sondern die Kleine wurde mir immer wieder zum Füttern gebracht.... Und so haben wir die Anfangsschwierigkeiten bravourös überwunden und stillen seit fast 5 Monaten. Ich finde du solltest deine Freundin nicht verurteilen sie muss das selber entscheiden. Ich kenne übrigens eine Frau die sich bereits in der SS gegen das Stillen entschieden hat und den Kleinen nun mit Pre großfüttert. Ich habe ja Verständnis aber für die Aussage: "Mein Körper gehört mir, ich hab kein Bock auf Stillen!"....selten dämlich...finde ich.
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 19:50
von Kathymami
bitte was sind das für Ärzte und Hebammen die sowas sagen!?
Ich hatte es bei allen 3 nie leicht!
Bei Emily blutige Brustwarzen,2 mal Brustentzündung mit über 40 Grad Fieber
Bei Lenny auch 2 mal Brustentzündungen
und bei Josy hatte ich Nierensteine - ich hatte weiß Gott auch verdammt blöde Ärzte- aber mit 17 konnte ich mich schon durchsetzen!!!
Die Mütter können meist nicht anders wenn Ärzte etwas empfehlen...schade für Mutter und Kind!
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 19:56
von daifuku
Das ist ja wirklich schade!

Ich kann deine Enttäuschung/Wut gut verstehen. Ich hatte einer Bekannten auch schon im Vorfeld alles Lesenswerte zum Thema Stillen und Co. gegeben und ihr immer wieder interessante Links geschickt. Aus eigener Erfahrung wusste ich, dass es gerade die ersten Tage und Wochen nach der Geburt enorm wichtig ist, jemand Stillerfahrenen zu haben, den man immer anrufen kann - notfalls auch nachts. Ohne meine Schwägerin, die zu der Zeit gerade einen LLL-Ausbildung machte, hätte ich wohl nicht durchgehalten. Diese Rolle wollte ich auch für die Bekannte übernehmen und es hat geklappt!!

Sie stillt mittlerweile seit 3 Monaten, das Baby schläft im Familienbett, sie hat sich ein eigenes TT gekauft, nachdem ich ihr meins für die ersten Tage geliehen hatte... Wenn ich mir nun vorstelle, das alles wäre nicht so erfolgreich verlaufen, nur weil Ärzte und Hebammen sie mit falschen Infos versorgen -

Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 20:30
von jolie2008
Ja ich glaube das ist einer der Hauptgründe warum es meist dann nicht klappt und die Frauen abstillen. Falsche Beratung durch Ärzte/Hebammen. Traurig...
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 21:09
von isabel28
jolie2008 : ich war da und sie hat mit mir telefoniert und ich wäre jederzeit wieder hin, also darf ich enttäuscht sein.
sie hatte vorher schon das stillbuch. aber sie wollte es auf sich zukommen lassen. tja aber einen säuglingspflegekurs hat sie gemacht.(finde ich ja nicht unbedingt notwendig das ist meine meinung)
egal gegessen
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 21:26
von Lila
Über den Grundtenor der Postings bin ich irritiert, wenngleich ich natürlich verstehen kann, dass es einen als Freundin schon enttäuschen kann nicht helfen zu können bzw. mit der Unterstützung nicht anzukommen.
Dennoch kann ich weder Wut noch Enttäuschung o.ä. in diesem Zusammenhang verstehen. Mittlerweile wurde ja das ein oder andere geschriebene Wort relativiert und die fehlende Betonung ergänzt. Dennoch möchte ich zwei Sachen noch mal aufgreifen, weil sie mich sehr gestört haben ...
... und zwar tatsächlich das Wort "Weicheier" und in anderen Postings die Worte "schon" und "nur" oder "kommt ihnen gelegen".
Ich sehe einen sehr großen Unterschied darin eine Meinung zu haben und über das Verhalten der anderen derart zu urteilen. Wenn wirklich in Fleisch und Blut übergegangen wäre, dass jeder Mensch in seinem Leben seinen Weg nur gehen kann, nur so immer ein kleines Stückchen an seinen Grenzen rütteln kann ... dann würde sein Verhalten nicht Wut oder Enttäuschung auslösen ... allenfalls Mitgefühl, denn wenn ich glaube, dass Stillen die Beziehung bereichert und das Kind optimal ernährt, dann fühle ich mit, mit der Mutter, der diese Chance nicht gegeben war, weil sie es nicht konnte oder ihr Umfeld sie nicht genug auffangen konnte und dem Baby, dem diese Nähe nicht zuteil werden wird genauso wie diese Form der Ernährung. Darüberhinaus denke ich tatsächlich, dass man als Stillberaterin abgesehen von eigener Befangenheit, Projektionen und Erwartungen, solche Gefühle zumindest im öffentlichen Rahmen im Zaum halten sollte. Weil einfach viele Mütter hier mitlesen und auch wenn es "eigentlich" anders gemeint war in vielen Postings schwingt eine Wertung mit und wenn man professionell ist überlegt man sich, ob dies der Raum ist. Es ist etwas ganz anderes, ob es eine Mutter zu einer anderen Mutter sagt.
Daher war mein erster Gedanke, bevor ich gelesen habe, dass du AFS-Stillberaterin bist, der Mutter eine Stillberaterin zur Seite zu stellen, sogar während des Abstillprozesses. Um ein gutes Beratungssetting zu erzielen bedarf es oft einer gewissen Distanz, eine Freundin ist oft nicht die richtige Person, von ihr werden Infos oft als Rat"schläge" wahrgenommen oder es laufen andere "Filme" die etwas mit der Beziehung zu tun haben. Du hattest geschrieben, dass sie nach dir "gerufen" hat, sie hat also Hilfe gesucht, vielleicht wäre tatsächlich eine Möglichkeit gewesen eine weitere Beraterin IBCLC oder LLL oder AFS ins Boot zu holen und sie engmaschig, d.h. täglich zu begleiten, bei den Hebammenkontakten dabei zu sein, etc. Tatsächlich könnte man sagen, dass sie vermutlich versucht hat Hilfe zu bekommen, sie aber in der dargebotenen Form nicht annehmen konnte.
Und wie schon geschrieben, das löst bei mir keine Wut, keine Wertung, nichts dergleichen aus, ich kann es in einem "oberflächlichen" Moment nicht verstehen, wie man trotz Infos sich dagegen entscheidet bzw. wieso man sich gar nicht erst informiert ... also neutrales "Unverständnis" ... und der Gedanken "so bin ich gar nicht" ... aber im nächsten Moment wird mir klar, was alles andere Menschen tragen, wie viel ihr Leben daraus besteht irgendwie alte Wunden zu verarbeiten, zu verstecken und in dieser Welt klar zu kommen. Und dann kann ich nur akzeptieren, dass sie halt jetzt diesen Weg gehen müssen und bin mir jedoch sicher, dass irgendwo in ihnen die Information liegt und sie irgendwann dran kommen. Ansonsten würde ich diese konkrete Mutter eher versuchen darin zu begleiten den Abstillprozess zu überwinden und mit dem Kind in Beziehung zu kommen, ohne Schmerzen, ohne Stress und zur Not auch mit der Distanz eines eigenen Kinderzimmers ... es ist nun mal ein Fakt, dass bei weitem nicht alle Mütter gleich nach der Geburt vor Liebe überquillen und gerade wenn dies vorliegt kämpfen die Mütter mit ganz anderen Dingen.
Ansonsten hinkt das Beispiel mit dem Schokoriegel für mich gewaltig. Wenn ich meinem Kind einen Schokoriegel gebe, hat mich niemand anzusprechen, weder in der ersten noch in der zweiten Variante. Vor allem wenn die Person ausgebildet ist (Stillberaterin, Trageberaterin, Ökothropologin) würde ich um eine professionelle Haltung bitten. In dem Moment, in dem eine "Fachfrau" mich ohne Auftrag von der Seite anspricht oder ihre Meinung mir entgegenhaucht überschreitet sie eine Grenze und missbraucht mich ... vollkommen unabhängig davon, ob ich "stark" genug bin, dies vor meinen inneren Grenzen zu lassen, dieser Mensch sendet etwas an mich was ihn überhaupt nichts angeht. Es gibt locker 10 nette Varianten achtungsvoll mit jemanden ins Gespräch zu kommen, um zu spüren, ob er mit einem Kontakt möchte und ggf. auch Lust auf ein Gespräch über dieses Thema hat. Aber so? Nie. Vor allem Mütter im ersten Lebensjahr ihres Kindes sind ganz empfindsam und offen, ihre Mutterrolle ist am wachsen, negative Einflüsse von außen können sie - je nach Biografie der Mutter - stark verunsichern und irritieren, das so oft geforderte "Bauchgefühl" oder die "Intuition" ist bei vielen Eltern unter dicken Schichten begraben. Gerade von Professionellen erwarte ich daher ein sehr feinfühliges und bejahendes Verhalten.
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 21:37
von nexia
ja lila, genau so wie du sehe ich das auch, hab es wohl nur nicht so rüberbringen können. auch ich finde, dass man sehr sehr vorsichtig mit einschätzungen sein sollte. und auch meine beiden stillstarts waren sehr schmerzhaft-aber ich bin etwas irritiert wenn es einen tenor gibt *man was habe ich alles überstanden fürs stillen und manche frauen stellen sich so an*. ich denke, dass jede frau ihre geschichte hat, ihr eigenes schmerzempfinden, ihre eigene belastbarkeit.
Re: freundin stillt nach 9 tagen ab
Verfasst: 21.11.2008, 22:00
von Tanya
Ich finde es nur seltsam, daß Hebamme und Arzt ihr zum Abstillen geraten haben. Ich war mit Brustentzündung bei unterschiedlichsten Ärzten und im Grunde haben nur Ärzte komplett anderer Fachrichtungen (Rheumatologe etc.) mir zum Abstillen geraten. Mein Frauenarzt, mein Hausarzt, mein Kinderarzt und eine Ärztin bei meinen Schwiegereltern hatten dies NIE als Alternative erwähnt, ich wurde eher zum Weiterstillen animiert. Okay bei der vierten Brustentzündung wollte mich die Ärztin ins KH einweisen, weil sie so massiv war und als ich dann anmerkte, daß wir (mein Mann und ich) nach 5 1/2 Monaten PumpStillens und nun der 4. Brustentzündung und einer erst kurze Zeit davor überwundene Gelenkentzündung in beiden Sprunggelenken schon mit dem Gedanken gespielt haben, aufzuhören, hat sie mich getröstet und gemeint, daß wir das auch probieren können. Natürlich erst dann, wenn wir sicher stellen können, daß der Kleine die Ersatzmilch auch annimmt.
Ich wäre nicht wütend / enttäuscht von meiner Freundin, sondern würde eher auf diese "Fachleute" wütend sein, die nicht ünterstützen / animieren, sondern anscheinend nicht viel Wert aufs Stillen legen. Denn deine Freundin wird sich bestimmt auf die Meinung der "Fachleute" verlassen haben und nach bestem Gewissen gehandelt haben - aus ihrer Sicht.
Trotzdem glaube ich Dir gerne, daß Du Dich verletzt fühlst, weil Du Dich aufrichtig bemüht hast um etwas, was für Dich sehr wertvoll ist - und es objektiv gesehen auch ist.
Mir geht es mit meiner Freundin gerade genauso. Themen wie Familienbett, Tragetuch, Stillen usw. - wir haben da ganz unterschiedliche Ansichten *schnief*. Aber so langsam merke ich auch, daß sie sich mit dem Thema ein wenig näher beschäftigt und einiges nun wohl eher annimmt, als ich dachte - vor allem das Thema Stillen. Aber ich werd mich wohl doch noch unbeliebt machen und ihr zur Geburt ein Tragetuch schenken.
