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Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 15:11
von Serafin
Schlumpfine32 hat geschrieben: 06.11.2024, 14:18

Ich persönlich empfinde eine gleichberechtigte Elternschaft als großen Gewinn. Nicht nur für mich selber, wegen größerer Freiheiten sondern auch für das Kind und für den Mann und für unsere Beziehung. Ich weiß, dass es nicht immer möglich ist aber persönlich wäre das für mich persönlich ein Ziel bzw war es ein Ziel über dessen Erreichung ich sehr froh bin.
Das war und ist meinen Kindern halt nicht wichtig. Da kannst dein Mann und du dich auf den Kopf stellen, wenn die Kinder das anders sehen hast du so was von verloren. Das liegt genau null in eurer Hand, selbst wenn ihr beide präsent seid.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 15:13
von Pelufer
Bei uns gibt es Dinge, die bevorzugt mit Papa gemacht werden (einkaufen, duschen, Zähne putzen...) und Dinge die bevorzugt mit Mama (Einschlafbegleitung, Essen kochen, backen, basteln...) gemacht werden. Wenn der jeweils andere nicht da ist, darf natürlich Mama oder Papa übernehmen. Nur weil meine Kinder bei bestimmten Tätigkeiten einen von uns bevorzugt in Anspruch nehmen, heißt das ja nicht, dass der andere keine Bindung oder Beziehung zum Kind hat

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 15:14
von Gartenprinzessin
So früh würde ich ohne Not nicht Flasche oder Schnuller geben, nur um es zu "Üben".
Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass viele Babys das meist auch ohne Üben im Notfall hinbekommen. Lass dir keinen Stress machen. Schnuller haben wir ein paar Wochen später eingeführt, weil Dauernuckeln nicht praktikabel war. War dann auch gar kein Problem.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 15:17
von muh
Für den Notfall kann man gar nicht richtig trainieren. Selbst wenn ein Baby schon mal aus der Flasche getrunken hat, kann es das wieder verlernen bzw verweigern.
Es kann vielleicht für dich eine Erleichterung sein, zu wissen, dass es mal auch ohne dich gehen kann und du vielleicht mal was ohne Baby unternehmen kannst. Aber da du das Bedürfnis ja nicht hast - wozu?
Hier sind drei Kinder komplett ohne Flasche groß geworden, sind alle gut gewachsen. ;)

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 15:29
von Amber
Ich schließe mich den anderen an. Und möchte noch einen Gedankenanstoß geben. Meine Mutter hat auch nie gestillt, wegen "zu wenig Milch". Aussage der Klinik damals, bei mir und auch meinem Bruder. Wir bekamen die Flasche ab dem ersten Tag, keine Chance auf eine normale Stillbeziehung. Bis ich meine Kinder bekam, war meine Mutter voll überzeugt, nicht stillen zu können. Das bei ihr ein Fehler sei, da das Stillen nie geklappt hat. Als meine beiden Kinder kamen und das Stillen problemlos lief, gab es einen sehr traurigen Moment mit meiner Mutter. Ihr wurde bewusst, wie falsch das damals alles lief. Dass sie sicher auch hätte stillen können, wenn man ihr und uns Babys einfach die Zeit und die Möglichkeit dazu gegeben hätte.

Ich kann mir vorstellen, dass so eine Lebensgeschichte auch bei deiner Schwiegermutter mitschwingt. Dass sie aus eigener Erfahrung wirklich felsenfest überzeugt ist, dass Stillen nicht ausreicht und ihr Plan B, sprich die Flasche braucht. Vielleicht könnt ihr in einem ruhigen Gespräch darüber aufklären, dass früher die Flasche Standart war. Und das sich das Wissen weiterentwickelt hat. Weg von künstlicher Milch, nichts ist besser als Muttermilch. In einer gesunden Stillbezeichnung braucht man nicht zufüttern. Die Meinung zu den Thema war früher das absolute Gegenteil.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 16:51
von Brianna
Wenn du irgendwann die Flasche geben willst, dann tue es für dich und nicht für jemand anderen. Wenn das Baby die Brust verweigert, bleibt das nächtliche Füttern mit Flasche sehr wahrscheinlich trotzdem zum größten Teil an dir hängen. Stillen konnte ich bei L im Halbschlaf. Flasche zubereiten und füttern und säubern nicht. Wenn ich mal aufrecht war, kann ich nur schlecht wieder einschlafen. Mir war bei L die Gefahr zu groß.

J war ein SGA-Frühchen und lernte die Flasche als erste kennen. Die ersten Tage seines Lebens bekam er nur die Flasche. Ich durfte ihn nicht anlegen, weil es nicht in den Plan passte. In seinen ersten drei Lebenswochen gab es deshalb nur sehr wenige Anlegebersuche und stillen war kaum möglich.
Zu Hause habe ich weiter gepumpt, konnte ihn schließlich ausschließlich mit Muttermilch ernähren und habe ihn auch immer vor dem Zufüttern angelegt. In der Klinik gab es spezielle Frühchensauger. Aus denen trank er gut. Diese Sauger sind aber für den einmalgebrauch gedacht und lassen sich nicht ständig reinigen und sterilisieren. Dadurch mussten wir auf andere Sauger umsteigen. Wir hatten dann sechs Sorten Flasche zu Hause mit mindestens zehn unterschiedlichen Saugern. Er trank aus nichts richtig und verweigerte irgendwann die Flasche komplett und wollte nur noch stillen. J hat im Auto, beim Ablegen und im Kinderwagen nur geschrien. Für unvermeidbare Autofahrten haben wir uns durch sämtliche Schnuller probiert. Er nahm keinen. Erst, als ich ihn mit fast zwei Jahren abgestillt habe. Da nahm er dann einen Schnuller zum Schlafen.

Bei L musste ich im Krankenhaus einen Tag pumpen und Flasche füttern, weil L so abgenommen hatte. Wir haben dann alles getan, damit wir entlassen wurden. Zu Hause habe ich sie dann mit Stillberatung von ihr gestillt und kurzzeitig per Becher zugefüttert. Sie hat danach nie wieder eine Flasche bekommen. Ich wollte nicht pumpen, wenn es nicht unbedingt sein musste. Wenn ich ab Beikostreife weg war, gab es Essen und Wasser aus dem Becher. Meine Mutter, die ihre beiden Kinder gestillt hat, bis ich mit sechs Monaten wohl einen Stillstreik hatte, da sie wieder schwanger war und die meinen Bruder gestillt hat, bis sie damals wegen Medikamenten mit etwa einjährigem Kind abstillen musste, hatte auch Angst, dass L ihr ohne Flasche verhungert. Ich habe ihr dann ein paar Möglichkeiten aufgezählt, was sie L zu Essen machen könnte. L hat ab 5,5 Monaten auf Beikost bestanden, in meiner Anwesenheit aber nur wenig und dafür begeistert gegessen. War ich weg, war es halt auch mal eine ganze Banane mit einem halben Butterbrot und nicht zwei Bissen.

Ich hatte ein Kind, dass von jetzt auf gleich die Flasche verweigert hat. Warum es bei der Brust unmöglich sein soll, erschließt sich mir auch nicht.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 17:04
von Pelufer
Das erinnert mich an eine Diskussion wo es darum ging, dass Babies so schnell wie möglich woanders schlafen lernen müssen... Für den Notfall.
Diese Notfallübungen bedeuten im schlimmsten Fall Stress für das Baby, und im besten Fall tritt der Notfall nie ein. Dafür würde ich nicht üben.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 17:09
von Valeska
Oder für die Kita! Das Kind muss lernen ohne Brust zu schlafen, sonst kann es nicht in die Krippe! (Spoiler: doch, und es schläft dort problemlos)

Wir haben vor solchen Umstellungen nie vorher geübt. Wozu soll ich mich schon Wochen vor Krippenbeginn usw. schon stressen? Das ruckelt sich dann jeweils zurecht, wenn es soweit ist, und nicht "künstlich" schon vorher.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 18:01
von Serafin
Valeska hat geschrieben: 06.11.2024, 17:09 Oder für die Kita! Das Kind muss lernen ohne Brust zu schlafen, sonst kann es nicht in die Krippe! (Spoiler: doch, und es schläft dort problemlos)

Wir haben vor solchen Umstellungen nie vorher geübt. Wozu soll ich mich schon Wochen vor Krippenbeginn usw. schon stressen? Das ruckelt sich dann jeweils zurecht, wenn es soweit ist, und nicht "künstlich" schon vorher.
Und nur weil's Kind Sachen in der Krippe macht, tut's die zu Hause noch lang net.

Re: "Im Notfall muss das Baby die Flasche kriegen"

Verfasst: 06.11.2024, 18:11
von DerStoepsel
Ich hatte das Gefühl dass es der TE darum ging, dass das „Auf-Sie-Eingerede“ zwecks Flasche für den Notfall, Abstillen für die Betreuung gegen ihr eigenes Bauchgefühl und gegen den eigenen Wunsch geht. Deshalb habe ich ihr das Buch vorgeschlagen, das sehr gut erklärt, dass es halt auch anders geht und warum. @schlumpfine: natürlich muss jeder selbst entscheiden wie es für einen selbst gut passt.
(Ein Vater kann sich auch ohne Flasche geben sehr gut gleichberechtigt einbringen)