Lovelycats, das klingt wahnsinnig herausfordernd. Du hast absolut mein Mitgefühl.
Du liest dich sehr verzweifelt. Und auch etwas hoffnungslos. Aber ihr seid auch gerade in einer der krassesten Eltern-Phasen. Mit Baby und Kleinkind inkl geringem Abstand, das ist wirklich auch ein schwieriges Alter. Das wird ganz sicher besser!
Ich denke es gibt nicht den einen hilfreichen Rat. Ich versuche immer die einzelnen Themenfelder die belastend sind auseinander zu dröseln.
Da bist einmal du selber und deine Impulskontrolle / Stimmung. Depressionen? Wegen des Sertalins? Das ist nicht deine Schuld. Es ist deine Verantwortung dich zu kümmern und das tust du! Ein "Trauma" entsteht nicht so leicht. Du reflektierst dich, entschuldigst dich und arbeitest an dir. Das ist alles was möglich ist und das ist super. Außerdem ist man die ganzen nächsten Jahrzehnte Mutter. Man wird nicht daran gemessen wie geduldig man in einer schlaflosen Nacht 2024 war.
Schön ists natürlich nicht. Aber du kannst halt nur schauen was dir hilft.
Die Partnerschaft. Du sagst gesagtes kann man nicht ungeschehen machen. Ja, das stimmt. Aber ihr seid beide mindestens am Limit. Mit Überforderung, sorge und Schlafmangel kommen aus uns allen die allerschlechtesten Seiten raus. Ich wäre da nachsichtig solange es nicht bestimmte Grenzen überschreitet. ich finde es schwer in Momenten der eigenen Not, wo man eigentlich stütze und Hilfe möchte, der andere aber ebenso in Not ist, gnädig zu sein. Die frage sollte ja sein, wie man gemeinsam heile durch diese Zeit kommt. Evtl auch mit begleitender Therapie?
Das große Kind. Was du sprachlich beschreibst klingt irre weit. Meins stammelt unverständliche Zweiwortsätze.

Wenn in deinem Kopf schon ADHS und HB herum spuken würde ich das grob mitdenken. Für eine Diagnose ist es bestimmt noch zu früh aber das im kopf zu haben, was da dann für entsprechende Nöte im Kind sein können schadet sicher nicht.
Aus dem was du beschreibst liest sich für mich viel Hin- und Her heraus. Viel Unklarheit. Du wolltest eigentlich Abstillen aber dann doch nicht aber eigentlich schon weniger aber ganz würde dich zerreißen. Du willst nachts eigentlich nicht Tragen und schon gar nicht draußen aber wenns halt gar nicht anders geht... Ich kann das total gut verstehen und ich empfinde es auch als größte Herausforderung der Elternschaft immer abzuwägen. Ich habe selber gar kein Problem damit Grenzen zu setzen aber bei Grenzen gegenüber Kindern bedeutet das ja oft Drama und man tauscht ein Grundbedürfnis (Wahrung der körperlichen Grenzen) gegen ein anderes (Schlaf).
Aber ich merke bei meiner fast zweijährigen das Klarheit und Sicherheit für sie wichtig sind und klare Regeln auch gut angenommen werden. Mein Kind ist aber eh easy aktuell. Das ist nicht allgemeingültig. Neulich habe ich im Podcast gehört, dass es gar nicht schön für Kinder ist, wenn Eltern oft nachgeben weil die Kinder dann immer wenn sie nicht bekommen haben was sie wollten das Gefühl haben sie hätten es bloß noch mehr / länger / doller versuchen müssen. Das fand ich ein ganz erhellendes Bild.
Könnte ihr evtl. mehr Klarheit helfen?
Warum möchtest du nicht mehr nachts abstillen? Das muss ja nicht heißen komplett abzustillen?
Bei mir war es (mit einem Kind) so dass meine größte Not der Schlafmangel war. Ich habe dann immer morgens nochmal 2-3 Stunden geschlafen. Mein Freund hat seine Arbeit reduziert und morgens die Mutzelmade genommen. Bei uns war das finanziell kein Problem und er wollte nach der Elternzeit eh reduzieren sodass es auch kein großes Ding war. Ich konnte dann die Nächte ganz gut begleiten in der Gewissheit morgens Schlafenszeit zu haben.
Ansonsten einfach ma sämtliche Ansätze auch wenn sie erstmal absurd erscheinen auf den Tisch packen. Man könnte auch den Kleinen nachts abstillen und der Mann gibt eine Flasche. Das klingt etwas absurd aber wenn du nicht zwei Kinder stillen magst und es der großen nicht wegnehmen möchtest wäre das auch eine Möglichkeit.
Insgesamt die Kinder vielleicht aufteilen? Jeder eins oder jeder eine Nachthälfte.
In ganz schlimmen Zahnungsphasen haben wir uns hier fast abgewechselt. Der Mann hat immer so bis Mitternacht gemacht und dann wieder ab 7 Uhr. Ich hab von 20 Uhr und bis 9 Uhr geschlafen.
Ich glaube den Nachbarn würde ich einen Brief schreiben.