Wow, ihr habt ja echt schon ganz schön was erlebt. Und Wahnsinn, was du alles geschafft hast! 1000ml Milchmenge nach Sektio so früh, durch PUmpen, das ist echt mal eine Leistung.
Ich arbeite mich mal durch den Thread.
Meine Kinder werden nicht mehr satt. Das Stillen läuft folgendermaßen ab: ich lege beide an, dann schlucken sie für ca. 7-8 Minuten nach jedem Saugen, teilweise verschlucken sie sich sogar, und dann schlafen sie meist ein. Aufstoßen und Seite wechseln motiviert meistens nicht ausreichend weiter. Ich kann sie dann zwar ablegen, aber so richtig zufrieden sind sie nicht. Häufig gegen Abend spitzt sich die Situation zu, teilweise sind sie dann nach dem Stillen noch richtig unzufrieden. Nachts und morgens habe ich tendentiell genug Milch. Ich lege etwa 2-stündlich an, trotzdem reicht es nicht, in den Abendstunden sind sie fast ständig an der Brust. Korrigiert sind sie jetzt 3 Wochen alt.
Ich denke, hier liegen andere Probleme zugrunde. DAss Kinder in den Abendstunden unzufrieden sind und sehr viel an der Brust sind, ist weltweit so. Nachmittags ist die Milchproduktion aufgrund normaler Tagesrhythmen in der Hormonmenge eher weniger, das ist normal. Aber sicherlich seid ihr alle auch traumatisiert von dem, was ihr erlebt habt. Dass Kinder das über abendliche Unruhe, Unzufriedenheit und Weinen verarbeiten, ist ganz normal. Früher oder später kommt bei quasi jeder Frühchenmutter oder Mutter eines Kindes, das nach der Geburt sehr krank war (du bist beides!) der Moment, in der die Milchmenge einknickt. Das ist einfach Stressfolge. Das ist normal und pendelt sich wieder ein, echt! Eine Erhöhung der Milchmenge IST definitiv wieder und noch möglich.
Die Gewichtsentwicklung meines Sohnes war bisher gut, die meiner Tochter hinkt aufgrund ihrer Darmproblematik sehr - auch im Krankenhaus tat sie sich teilweise schwer mit dem Zunehmen und behielt über 10 Tage etwa ihr Gewicht. Zuhause nahm sie erst zu, nach der Impfung stagnierte das Gewicht wieder. Nasse Windeln haben beide ca. 8x am Tag, meine Tochter hat täglich mehrfach Stuhlgang, mein Sohn bereits seit längerer Zeit nur noch alle paar Tage.
Wichtig ist, dass wir uns klar machen, dass die Gewichtskurven für
reife,
gesunde Einlinge gemacht sind. Es gibt angepasste Frühchenkurven, aber gerade nach der Darm-OP deiner Tochter ist auch das eher hinfällig.
Ich weiss jetzt gerade nicht, wie es weitergehen soll. In der Schwangerschaft habe ich das Thema Stillen relativ entspannt gesehen: ich dachte mir, wenn es funktioniert, freue ich mich, wenn nicht, ist es auch nicht tragisch und die Kinder bekommen die Flasche. Ich wollte nicht eine der Mütter sein, die sich wegen des Stillens stresst und fertig gemacht - tja, hier bin ich jetzt. Ich wünsche mir nichts mehr, als die beiden vollständig ernähren zu können um sie ideal in ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen, eben weil ihr Start so schwer war. Ich würde gerne alles daran setzen. Gleichzeitig merke ich, dass die letzten Monate ihre Spuren hinterlassen haben und ich am Ende meiner Kräfte bin. Daher auch die Frage: macht es denn überhaupt noch Sinn, weiter zu kämpfen?
Für Kinder, die so früh wie deine geboren wurden, kann die ERnährung mit Frauen-oder besser noch Muttermilch das Überleben bedeuten. Es ist gut möglich, dass du deinen Kinder nicht nur das Leben geschenkt, sondern auch schon gerettet hast. Hinter den Punkt "erfolgreich Muttermilch für meine Kinder bereitstellen" kannst du schon mal ein fettes CHECK setzen. Alles, was jetzt noch kommt, ist reine Kür. Was du geleistet hast, kann man kaum toppen. Wenn du nicht mehr magst - total ok. Aber du kannst noch ein paar Tage weiter machen und dann neu entscheiden. Quasi jeden Tag kannst du neu entscheiden. Wir können ja mal gemeinsam gucken, was wir für euch verbessern können. Und du schaust für dich, was für euch passt, ok?
Also, nächstes Posting gucke ich mir an...
Tandemstillen
Kurze Anmerkung, rein akademisch: Tandemstillen ist das Stillen von Kindern unterschiedlichen Alters. Du stillst Zwillinge, das ist kein Tandemstillen sondern deutlich anspruchsvoller!
Nasse Windeln 6-8x am Tag. Das Mädchen hat bis zu 5x täglich Stuhlgang, der Junge nur alle paar Tage.
Beides völlig ok.
Meine Umgebung ist leider nicht sehr unterstützend und mein Partner geiert richtig drauf, wenigstens dem Jungen eine Flasche zu geben.
Habt ihr das mal besprochen? Weiß er, wie das für dich ist?
Mir ist aufgefallen, dass es mir beim Stillen schwer fällt, mehr als einen MSR zu provozieren, insbesondere, wenn ich beide Kinder gleichzeitig stille; beim Pumpen kann ich definitiv mehrere beobachten. Ausserdem bin ich immer geneigt, etwas Zeit zwischen dem Stillen vergehen zu lassen, da ich das Gefühl hab, dass sonst aus meiner weichen Brust nichts rauskommt (obwohl ich weiss, dass dem nicht so ist).
Ich kann mir das fast nicht vorstellen. Man muss die MSRs nicht unbedingt spüren. Dass du beim gleichzeiten Anlegen keine weiteren MSR hast, glaube ich nicht. Versuch mal, dich nicht darauf zu versteifen. Du musst die nicht merken. Wenn deine Kinder schlucken, ist es ok.
Danke nochmal, dass ich mich bei euch ausheulen darf. Mein Umfeld sieht das alles so furchtbar pragmatisch und möchte mich wohl teilweise auch zum Abstillen motivieren.
Die haben keine Ahnung. Die haben nicht durchgemacht, was du durchmachst und sie leisten auch nicht das, was du leistest. In der Situation, in der ihr seid, kann es durchaus mal sein, dass Zufüttern zumindest vorübergehend nötig und auch hilfreich ist. Aber der WErt deiner Milch bleibt. Wenn du weiter stillen willst, dann hat dir da niemand rein zu reden. Was du leistest, ist wie olympischer Leistungssport auf Goldmedaillenniveau. Niemand, der diesen Sport gar nicht oder auf Hobbyniveau betreibt, hat dir da reinzureden. Denen fehlt schlicht die Kompetenz. Du darfst dir das verbitten. Die haben gar keine Vorstellung der Tragweite und du bist denen keine Rechenschaft schuldig. Verzeih mir bitte, wenn ich das so dramatisch ausdrücke. Aber ich möchte, dass du dir deiner eigenen Leistung hier bewusst bist. Nicht viele schaffen, was du schaffst (was in aller Regel nicht deren eigene Schuld ist), und die wenigsten kommen so weit wie du. Du hast jedes Recht, dir Einmischung zu verbitten.
Sommermama: ich bezog das eher auf meine Beobachtung beim Stillen, dass nach 7-8min das Schlucken vorbei ist und ich es danach auch kaum nochmal ausgelöst bekomme, wenn ich beide gleichzeitig stille. Manchmal teste ich dann auch mit drücken, ob überhaupt noch was kommt

furchtbar, wir verkopft ich bei diesem eigentlich so natürlichen Thema bin.
"Natürlich" ist so eine Sache. Stillen ist ein Lernprozess, für dich und deine Kinder. Und deine Kinder sind sehr früh geboren, ihr hattet einen interventionsreichen Start (der deinen Kindern das Leben gerettet hat!). Es ist total ok, jetzt nicht einfach auf "der Natur seinen Lauf lassen" umstellen zu können, was auch sonst vielen oft nicht so einfach gelingt.
Nachts stille ich die Kinder ca. alle 2-3 Stunden einzeln nacheinander, meistens hat ein Kind dann lagebedingt quasi eine Brust "zugeordnet".
Tagsüber wechselst du für jedes Kind aber die Seiten, ja?
Tagsüber bevorzuge ich das Mädchen was das Stillen angeht (wegen der Darmproblematik), das sieht dann entweder so aus, dass ich sie ein paar Minuten früher anlege und den Jungen erst im Verlauf und ihm dann was nachfüttere, oder ich lege direkt nur das Mädchen an und füttere dem Jungen die Flasche, ggfs. pumpe ich danach noch ab. Abends wenn das Mädchen ihre Mumi + FMS bekommt stille ich den Jungen, dabei wird er satt.
Wie klappt denn sonst das gleichzeitige Anlegen? Denn sowohl milchmengentechnisch als auch für das "schwächere" Kind ist das gleichzeitige Anlegen günstig. Es wäre daher eine Überlegung wert, mehr gleichzeitig zu stillen.
Wie sind denn die aktuellen Gewichtsdaten? Ich will, wie gesagt, gar nicht so viel Wert auf "Kurven" hier legen. Aber ich hab ein bisschen das Gefühl, dass die Zunahme eigentlich relativ hoch ist.