So, auf die Gefahr hin, Dich jetzt mit Infos zu überschütten

(aber heute hab ich grad Zeit und die kommenden Tage nicht so - vielleicht liest Du diesen Beitrag also erst in ein paar Tagen), noch zu Deiner Milchreduktion:
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Dein
Zeitplan sagt, dass Du
in ca. 6 Wochen mit den Medikamenten beginnen, also in sechs Wochen Dein Baby komplett ohne Brust ernährt sein soll (und Muttermilch per Flasche nur noch aus vorher ggf. eingefrorenen Pumpmengen bekommt).
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Für Dein Baby kann es im Prinzip jederzeit relativ spontan dazu kommen, dass plötzlich der Schalter umgelegt ist, und
das Trinken aus der Flasche richtig gut klappt.
Gut für Deine Medikation

. Gut fürs Baby

, aber:
wenn ich Dich in den unten zitierten Abschnitten richtig verstehe, möchtest Du eigentlich das Umstellen Deines Babys auf die Flasche und die Reduktion Deiner Milchmenge gar nicht voneinander entkoppeln,
sondern Dein Baby soll im Prinzip im selben Tempo Woche für Woche weniger aus der Brust trinken wie Deine Milchmenge zurückgeht.
Allmähliches Ausschleichen der Stillmahlzeiten KANN bis zu einem gewissen Grad klappen (also in dem Umfang, in dem Du Deine Milchmenge bis zum Medikationsstart reduziert hast)
- muss es aber nicht:
Vielleicht ist Dein Baby ab dem Moment, an dem es den Dreh mit der Flaschentechnik gut draufhat, nicht mehr sehr gut im effektiven Stillen. Oder es will dann nur noch mit Hütchen an die Brust. Oder es bekommt den Wechsel Flasche-Brust-und-zurück nicht gut hin... Wissen wir alles nicht.
Dazu kommt:
DEINE Seite des Abstillens:
"Von Vollstillen auf Null" (damit Du bei Beginn Deiner Medikation auch keine Milch mehr hast, die Du abpumpen und verwerfen müsstest)
sind sechs Wochen echt supersportlich, selbst bei beidseitigem Stillen. Meine Rechnung ist ungefähr diese:
Im Abstillthread im STILLWISSEN hatte jusl als Faustregel angegeben: 1 Mahlzeit pro Woche.
Bei einer Frau, die mit beiden Brüsten stillt, entspräche das also üblicherweise
ca. einer halben Mahlzeit pro Brust pro Woche, die die Brust gut verkraftet.
Wenn ich da keinen Denkfehler habe (Korrekturen von anderen bitte gern!), würde ich davon ausgehen, dass
bei Vollstillen mit EINER Brust mehr Zeit zum Reduzieren (ggf. bis zu doppelt so lange?) nötig sein wird, weil die Brust ja doppelt so viel Milch bildet wie normalerweise beim Stillen eines Einlings.
Statt 7 Tagen bräuchtest Du pro weggelassener Mahleit also vielleicht eher 10-14 Tage?
(Mit Kühlen und längeren Stillpausen in Anlehnung ans Blockstillen vielleicht eher 10 Tage oder sogar noch weniger, weiß ich aber nicht.)
Wir stillen nach Bedarf, daher kann ich über wie oft und Stillpausen nicht wirklich etwas sagen, sie schläft allerdings recht gut und nachts auch mal 4-6h am Stück. Abends wird hier auch mal stündlich gestillt.
Der erste Schritt wäre also,
eine Strichliste zu machen, wie oft Ihr derzeit am Tag tatsächlich stillt.
Von da ausgehend, kann man einen realistischen Milchreduktionszeitplan machen.
Um
ein Beispiel durchrechnen zu können:
Bei vielen Babys unter 6 Monaten sind es um die 8-10 x Stillen pro Tag.
Wenn Ihr derzeit noch ca. 8x stillt, brauchst Du (ganz grob geschätzt) vielleicht 8 x 10-14 Tage (=
ca. 80-110 Tage?) bis die Milch komplett weg ist - das entspräche mindestens 12 Wochen, vielleicht länger.
(Bzw. weniger, wenn Du jetzt bei 7x oder 6x Stillen am Tag wärest...).
Ich weiß nicht, wie schnell Du damals Deine Milchmenge reduzieren konntest bei Deinem ersten Kind und bei wie vielen Mahlzeiten pro Tag Du da gestartet warst. Es gibt ja immer wieder Frauen, die auch im ersten Lebensjahr ein Baby binnen 14 Tagen abstillen und das geht auch irgendwie.
Ich würde aber sicherheitshalber erstmal davon ausgehen, dass Du in sechs Wochen zu Beginn der Medikation noch eine nennenswerte Menge an Milch haben wirst (vielleicht halb so viel wie jetzt).
Ich denke deshalb, dass es sich lohnt, an das Thema
Pumpen (oder Milch von Hand gewinnen)nochmal unvoreingenommen heranzugehen und alles auszuschöpfen was es an Tipps, Tricks und Optionen zum erfolgreichen Pumpen gibt:
Annie2017 hat geschrieben: 28.04.2022, 10:22
Pumpen klappt grundsätzlich (hab ich auch schon bei Kind 1 für längere Abwesenheitszeiten gemacht), allerdings ist das Pumpen (ich habe 2 verschieden Handpumpen probiert) ziemlich schmerzhaft und wenn ich es zu regelmäßig mache, dann leidet meine Brustwarze extrem. Mit der Hand ausstreichen geht etwas besser, aber auch da wird es bei zu häufigem Ausstreichen irgendwann schmerzhaft. Deshalb haben wir die Idee, die von unserer Hebamme kam, über das Pump-Stillen (also nur noch per Flasche) zur Pre-Flaschen-Fütterung zu kommen, nicht weiterverfolgt. Mehr als ab und zu ausstreichen mag ich meiner Brust nicht zumuten. (Ganz abgesehen davon, dass mich aufgrund meiner Krankheitsgeschichte Schmerzen/Probleme an der Brust sowieso psychisch ganz anders belasten).
Dass Du grundsätzlich nennenswerte Mengen abpumpen kannst, ist schonmal super!
Handpumpen sind aber für mehr als "gelegentlich für den Babysitter was abpumpen" nicht gemacht und sind manchmal auch in ihrer Saugstärke schwieriger zu dosieren.
Annie2017 hat geschrieben: 29.04.2022, 10:19
Ich hab da bei Kind 1 schon viel rum probiert mit verschiedenen Pumpen und mir auch einen Aufsatz in einer anderen Größe für die eine Pumpe gekauft. Das hat zwar geholfen, allerdings schmerzfrei war pumpen bei mir nie. Ich bin aber generell auch recht schmerzempfindlich bzw. mein Körper signalisiert schnell Schmerz, wenn eigentlich keiner da sein "dürfte". Hatte auch bei beiden Kindern am Anfang extrem schmerzhafte Brustwarzen, die auch jetzt noch bei jeder "ungewohnten" Belastung wieder anfangen zu schmerzen. Mit der Hand ausstreichen ist deutlich angenehmer und da habe ich zB gestern nach dem Stillen, in 5 min 40ml raus bekommen. Mit der Pumpe hätte ich glaube ich nicht mehr raus bekommen...
Dass Du NACH dem Stillen problemlos noch 40 ml ausstreichen kannst und dass Pumpen ansich unangenehm bis schmerzhaft ist, könnte dafür sprechen, dass Du beim Pumpen den MSR nicht so gut ausgelöst bekommst.
Kennst Du schon die
Tipps zum Erfolgreichen Abpumpen aus der Linksammlung?
Welche Arten von Pumpen hast Du bisher schon probiert? Vor allem:
Hattest Du schonmal eine
gute elektrische (einseitig nutzbare Doppel-)Pumpe aus der Apotheke geliehen, die mit
Mehrphasenpumptechnik arbeitet (unterschiedliche Pumpmuster für Auslösen des MSR und Abpumpen der Milch, manchmal noch ein drittes, langsameres), mehrere Brusthauben zur Größenauswahl hat und sehr fein die Saugstärke anpassen kann? Sowas musst Du nicht kaufen: Kinderarzt oder Frauenarzt können die Pumpe verschreiben und in Deinem Fall ist das auf jeden Fall medizinisch begründet.)
Es gibt auch je nach Hersteller ganz verschiedene Brustaufsätze (Material, Form), nicht nur bzgl. der Größe:
Bei manchen Frauen tun solche Silikonkissen im Brusttrichter Wunder, bei anderen ziept solches Silikonmaterial auf der Haut des Warzenhofes total und sie kommen besser mit festerem, glatten Kunststoff zurecht...
Bei einigen Stillberaterinnen kann man Pumpen ausleihen oder zumindest verschiedene Brusthauben mal befühlen, auf die Brust setzen und/oder sich beraten lassen, welche passt.
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Wenn das Pumpen gut klappt, könnte es im Idealfall vielleicht darauf hinauslaufen, dass Du in den (so wenigen wie möglich!) Wochen, in denen Dein Baby schon komplett Flasche bekommt, Du aber noch eine Restmenge Milch reduzierst, bei einigen der Tagesfläschchen parallel mit einer elektrischen Pumpe abpumpst. (Das geht ggf. sogar freihändig: mit einem gut sitzenden Top/BH/Bustier, in das ein Loch für die Brusthaube der Pumpe geschnitten wurde und Du könntest Zeit sparen und durch den Anblick/Geruch/Geräusche Deines Babys beim Trinken Deinen MSR erleichtern).
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Annie2017 hat geschrieben: 29.04.2022, 10:19
Das Thema Stillhütchen habe ich gestern nach zweimal Stillen wieder aufgegeben, da sie angefangen hat auf den Stillhütchen herum zu kauen, so dass meine Brustwarzen zu schmerzen anfingen. Außerdem hat sie mit den Hütchen nicht wirklich effektiv die Brust entleert bekommen, so dass ich den halben Tag mit einer ziemlich vollen, harten Brust rum gelaufen bin und mehrfach mit der Hand Milch ausgestrichen habe, aus Angst vor einer Brustentzündung. Außerdem war sie dadurch den ganzen Vormittag nicht richtig satt und fand dadurch auch nicht wirklich in den Schlaf. Da Ausgeschlafensein aber offensichtlich ein Faktor ist, der den Erfolg beim Fläschchen geben beeinflusst und ich mit meiner Brust nichts riskieren will, habe ich die Stillhütchen also wieder weggelassen.
Ich verstehe die Sorge vor einem Milchstau
(ich hatte selbst sehr viele, weil ich grad im ersten Jahr total empfindlich gegen Druck auf/Stöße gegen die Brust bin
), aber
letztlich wird die zügige Reduktion der Milchmenge nur gelingen, wenn eine (erträglich!) volle/spannende Brust dem Körper signalisiert: Du produzierst mehr Milch als gebraucht wird --> Milchmenge bitte reduzieren.
Im Fall, dass es spannt, solltest Du also
nur gerade so viel Ausstreichen, dass die Brust nicht zu stark spannt und ansonsten ggf.
Kühlen.
Damit kannst Du jetzt, an Tagen an denen Dein Baby wegen erfolgreich aus der Flasche getrunkener Mahlzeit(en) und/oder Stillhütcheneinsatz nicht die gesamte vorhandene Tagesmilchmenge aus der Brust getrunken hat, schon beginnen.
Hast Du mehrere elastische Kühlpacks, die Du mit einem dünnen Tüchlein umwickelt in den BH stecken kannst?
Ggf. würde sich für die kommenden Wochen/Monate auch die Anschaffung einer anatomischen Kalt-/Warmkompresse lohnen. (Mir hat das sehr geholfen bei Milchstaus: die kühlen (ohne großes Zurechtgezupfe mehrerer, verrutschender kleiner Kühlpacks) das komplette Milchdrüsengewebe einer Brust bis unter die Achsel, und lassen sich in einen elastischen BH/Bustier stecken. Die BW wird automatisch ausgespart und eine "Textil"-Hülle liegt auch bei.)
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Ich hoffe, das liest sich jetzt alles nicht zu ernüchternd.
Vielleicht passt es bei Dir und Deinem Baby auch genau bis in sechs Wochen, dass Ihr gemeinsam bei "(fast) null Milchbildung/100% Flasche" ankommt. Das wäre natürlich super

.
Aber
für den Fall, dass es Abweichungen von Plan A gibt/geben muss, lohnt sich ein guter Plan B, der Pumpen oder Ausstreichen mit guten Hilfsmaßnahmen beinhaltet.