Ich weiß nicht, wie das JA in Deutschland so drauf ist. Aber hier, wo ich wohne, kann man sich selbst melden - und bekommt dann von dort Hilfe und Unterstützung. Es klingt tatsächlich danach, als brauchst du Hilfe und Unterstützung von Außen. Und da kann das JA eben auch eine Anlaufstelle sein, zumindest hier bei uns.
Übrigens meinte ich tatsächlich, dass du sie nicht beim TV schauen hälst, sondern dich ihr mal komplett widmest. Also so richtig bewusst statt nur nebenher. Was passiert z.B., wenn du mal 24 Stunden lang komplett ALLE Bildschirme vermeidest? Ist sauschwer, ich weiß... ich bin leider auch total abhängig von meinem Handy. Aber es öffnet echt die Augen, WIE sehr man doch sonst abgelenkt ist und am Bildschirm klebt. Man weiß erst gar nix mit sich anzufangen. Aber irgendwie geht es doch... und man verbringt die gemeinsame Zeit dann anders: bewusster, intensiver. Deshalb dachte ich, es wäre zumindest mal einen Versuch wert. Möglicherweise kann Abhängigkeit nämlich auch eine Rolle spielen, denke ich... und damit meine ich tatsächlich Abhängigkeit von Bildschirmen. Klingt blöd und total nach alter motzender Mama, die alles aufs Computerspielen schiebt

Aber das ist es nicht - ich klebe selbst ständig vor irgendeinem Bildschirm. Aber ich merke deutlich - es gibt gute und schlechte Phasen. In schlechten Phasen klebe ich viel mehr am Bildschirm und kann mich schlecht lösen und werde gereizt, wenn die Pflicht ruft. Was da nun Ursache und Wirkung ist - nicht immer leicht zu sagen, es geht Hand in Hand... aber um sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, muss man irgendwo ansetzen. Und Bildschirme sind da zumindest ein Ansatzpunkt, wo man - zumindest in der Theorie - leicht dran drehen kann. Man zwingt sich quasi zur Interaktion, indem man die Ablenkungen entfernt, in die man sich sonst viel zu leicht flüchtet.
Vielleicht magst du es ja einfach mal probieren - 24 Stunden ohne Bildschirm?
Und noch ein Tip: man kann die eigene Endorphinausschüttung ein wenig beeinflussen. Wenn man lächelt und diese Position eine Minute lang hält, denkt der Körper, man sei tatsächlich fröhlich, und schüttet ein paar Glückshormone aus. Das allein bekämpft natürlich keine Depression. Aber so ab und an kann es ein kleiner Schubser/Stimmungsheber sein, den man grad braucht.
Red mit dem Baby, erzähl ihr, was dir grad auf dem Herzen liegt... tanz mit ihr, sing mit ihr... (all das sind sachen, die ich z.B. mache, wenn mir langweilig ist und nix besseres einfällt - die aber wegfallen, wenn ich z.B. bei Tiktok hänge...)
Das sind alles nur kleine Anstupser - grundsätzlich ist es garantiert hilfreich, weiterhin nach psychologischer Hilfe zu suchen. Meine Vorschläge sind also alle erstmal nur "Pflaster".