ShinyCheetah hat geschrieben: 27.04.2019, 10:49
Moki hat geschrieben: 27.04.2019, 10:32
ShinyCheetah hat geschrieben: 26.04.2019, 17:46
In meinem Umfeld ist halt Kita ab 6 Monaten etc. der gefühlte Standard, da stoße ich mit unserem bindungsorientierten Ansatz öfter auf Unverständnis.
Hier ist es eher die Ausnahme, Kinder unter einem Jahr in Fremdbetreuung zu geben - unsere Tochter ist jedoch ebenfalls mit 6 Monaten in die Eingewöhnung gestartet und wir leben als Familie sehr bindungs- und bedürfnisorientiert

Das eine muss nicht im Geringsten mit dem anderen zu tun haben...
* "und", nicht "dennoch"
Entschuldige bitte! Ich wollte niemanden angreifen. In meinem Umfeld wird übrigens auch liebevoll mit den Kindern umgegangen - aber vom ganzen "Attachment Parenting Paket" halten die wenigsten etwas. Bessere Beispiele sind dann vielleicht eher die geringe Akzeptanz für Stillen Ü1, Verständnislosigkeit was Familienbett angeht, Aussagen wie "Kinder schreien halt mal", "sowas sollte man denen gar nicht erst angewöhnen" (z. B. Tragen oder Einschlafstillen)...
Wobei ich bei F wirklich nicht wüsste, wie ich ihn zur Zeit "bedürfnisorientiert" fremdbetreuen lassen könnte. Auch mit 10 Monaten/ einem Jahr wird das - meiner Meinung nach - kaum möglich sein (aber muss dann, solange er es mitmacht). Allein schon, weil er einen sehr hohen Mamabedarf hat, der dann wahrscheinlich so nicht mehr erfüllt werden wird. Aber hey, inzwischen schafft er auch mal ausnahmsweise 3h ohne mich (mit Papa und Oma), ohne dabei völlig zu verzweifeln. Wobei er, hätte er die Möglichkeit, zwischendurch mit Sicherheit stillen würde.
Gar kein Problem, ich hab das keineswegs als Angriff verstanden, wollte nur eine andere Position noch mal aufzeigen
In unserem Fall passt es in der Tat sehr gut so - ich wollte nicht sehr lange aus meinem Job raus, aber mir gefiel die Vorstellung auch nicht, ein Jahr komplett zuhause zu sein (länger Elternzeit ohne Elterngeld wäre finanziell nicht drin), um dann von jetzt auf gleich jeden Tag weg zu sein, daher fahren wir ganz gut mit meinem Teilzeit in Elternzeit Modell

Ich arbeite 3 Tage die Woche, einen davon im Homeoffice, so dass die langen Trennungszeiten und auch Stillpausen dadurch überschaubar bleiben. Außerdem ist es das Goldfischlein von Geburt an gewohnt, von Papa und Oma betreut zu werden. Sie geht jeden Tag für ca 3 Stunden in die Krippe, danach verbringt sie den Tag entweder mit mir oder, wenn ich arbeite, mit Oma und Papa.
Das funktioniert allerdings auch nur, weil wir uns nach ihrem Tempo gerichtet haben. Die Eingewöhnung ging gut und gern ein Vierteljahr oder sogar noch etwas länger. Mittlerweile freut sie sich schon beim Betreten des Geländes, zeigt ganz aufgeregt auf den Spielplatz und begrüßt sowohl ihre Erzieherin als auch vor allem die anderen Kinder strahlend. Verabschieden geht seit langer Zeit ganz ohne Tränen und Trübsal. Sie hat ein großes Bedürfnis danach, in einer Kindergruppe zu interagieren, das kann ich ihr in dem Maße einfach nicht bieten, auch nicht mit Spieldates und Krabbelgruppe. Bereits im Rückbildungskurs wurde deutlich, dass sie unbedingt die Gesellschaft von Kindern und Babys möchte und dabei absolut aufblüht. Und daher sehe ich es durchaus schon so, dass unser alle Bedürfnisse in dieser Konstellation Berücksichtigung finden
Dass das weder in allen Familien so umsetzbar, erwünscht, bedürfnisorientiert wäre - absolut klar! Kinder sind so wahnsinnig unterschiedlich, nicht jede Familie gibt es her, dass sich Betreuung auf so viele Schultern verteilen lässt, wie es bei uns der Fall ist, und ob Eltern wieder früh in ihren Job zurückkehren möchten oder mehr exklusive Familienzeit, ist ja ebenfalls eine ganz individuelle Entscheidung. Nur lassen reine Zahlen wie Alter oder Stunden in Fremdbetreuung o.ä. nicht wirklich darauf schließen, wie die Haltung der Familie ist
Bzgl Literatur zu "Rechtfertigungszwecken": ich schließe mich da meinen Vorschreiberinnen an. Euer Familienalltag steht einfach nicht zur Debatte, warum solltest du dich dafür rechtfertigen?

Die Erzieherin des Goldfischleins ist übrigens auch alles andere als sutig, ihrer Ansicht nach würde das Stillen und Tragen und überhaupt unsere enge Bindung die Eingewöhnung erschweren. Da ich ja aber wusste, dass zB meine Mutter sie lieber schiebt und sie ja auch nicht stillt

, hab ich mich davon nicht sonderlich verunsichern lassen, sondern das einfach nicht zum Thema gemacht. Die Kleine brauchte einfach etwas mehr Zeit, als sie erwartet hatte

Die konnten wir ihr zum Glück geben. Und ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie zu der Erzieherin auch deswegen so eine gute Bindung aufbauen konnte, eben weil sie Bindung kennt. Und weil sie ihren Stress beim Stillen abbauen konnte etc.
Oh je, das ist jetzt echt verdammt lang geworden und irgendwie ziemlich offtopic...

Ich schick jetzt trotzdem mal ab, evtl macht es ja irgendwem mal Mut, der*die zB in der Kita oder sonst mit den gleichen Vorurteilen konfrontiert ist, dass sich das Kind ja nie eingewöhnen würde, wenn es gestillt wird/nicht allein schläft/zu früh "abgegeben" wird...