Danke für die weiteren Antworten - zwei Nächte sind seit dem Threadstart vergangen.
Mein Mann und ich haben gesprochen und uns geeinigt für nachts:
- keine Fragen mehr, nur Aussagen (Ja, Nein, Mama/Papa ist müde, es ist Nacht, morgen, etc.) aber liebevoll.
- das Schlafzimmer wird nicht mehr verlassen bzw. wir gehen nicht mit zum Spielen.
- statt Buch ein Hörspiel.
- Wasser und Snack in Bettnähe, aber kein "richtiges Essen" in der Nacht (das sorgte in der Vergangenheit nämlich durchaus zu Problemen mit keinem Hunger beim Frühstück und dann in der Kita verschobener Essrhythmus)
- ich ziehe für ein paar Nächte ins Kinderzimmer; er ist zwar nachts abgestillt, wird bei mir aber eindeutig unruhiger als beim Papa und ich selbst bin ein sehr unruhiger Schläfer und brauche auch aktuell dringend Erholung.
- jeden Abend erklären wir unserem Kind vor dem Schlafengehen, was Nacht bedeutet (es ist dunkel, alle schlafen, wir erholen uns für den nächsten Tag, ...)
Zwischenbilanz:
Vor Mitternacht häufig wachgeworden, aber mit Federwiege zu beruhigen. Dann in der "kritischen" Zeit aber nur zweimal heftigerer Protest in Nacht 1, dann aber mit Tragen und Federwiege von 2-6 durchgeschlafen
Nacht 2 - jede Stunde gemeldet bis Mitternacht, aber meist wieder weg, bevor man im Zimmer war. Ab Mitternacht zweimal gemeldet, kaum Protest, wieder ein gut langes Stück am Ende geschlafen (nicht auf die Uhr geschaut).
Das ist gerade schon ziemlich überraschend, wie plötzlich sich das bessert! Entweder hatten wir einen Schub, der zufällig zeitgleich vorbei ist, oder - was ich eher glaube: Wir haben endlich wieder einen Kurs für uns gefunden und eine innere Sicherheit, die aufs Kind ausstrahlt.
Heute morgen ist unser Sohn ganz anders als sonst aufgewacht, ohne Weinen, er hat ein bisschen geplappert und seine Hände betrachtet, als ich reinkam mich freudig begrüßt und wollte nicht den ganzen Morgen auf den Arm, sondern nach dem Stillen gleich Frühstück und Spielen.
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So, nun nochmal zu den anderen Antworten:
EllenRipley hat geschrieben: 01.12.2018, 10:40
Es kann auch gut sein dass das Kind einfach einen eigenen Rhythmus hat der komplett nicht in den Familienalltag passt.
Oje, das wäre eine ziemliche Herausforderung! Wir behalten das auf jeden Fall im Gedächtnis; momentan versuchen wir auch, ihn eine Stunde später hinzulegen, was aber schwierig ist.
Schokoflocke hat geschrieben: 01.12.2018, 06:18
Ich finde den Vergleich mit Erwachsenen hier nicht so passend, denn Kleinkinder sind nunmal keine Erwachsenen.
(…)
Von daher würde ich wohl auch was zu Essen, ne frische Windel, was zu trinken ans Bett legen und anbieten, aber nur zur Not aufstehen. Ggf. ein gedämpftes Licht an, das Kind Buch lesen lassen o.ä. und selbst dösen, wenn es nicht anders geht. Und wenn noch jemand den Supertrick kennt, postet ihn hier, ich bin selbst müde
Ich stimme dir voll zu. Nur stehe ich immer wieder mal an dem Punkt mich zu fragen, was noch nicht oder inzwischen schon zumutbar ist. Ich glaube, wir sind so langsam an einem Punkt, an dem das "go with the flow" einem "finde mit dem Kind gemeinsame Routinen & Regeln" weichen muss.
Und wie andere schon anmerkten - es gibt einen Alltag. Und wir sind beide nun an unserer Belastungsgrenze angekommen bzw. ich habe sie schon mehrfach überschritten und da mein Mann immer mal auf Dienstreise geht, müssen wir etwas finden, dass ich im Alltag auch alleine stemmen kann.
Elizi hat geschrieben: 30.11.2018, 20:30
Ich sehe das etwas anders... Bei unserer Tochter ist es aktuell auch oft so, aber ich weiß auch warum, wir sind letzte Woche umgezogen und das ist natürlich sehr aufregend für sie. Bei euch gab es ja auch so einen "angeblichen" Grund, beziehungsweise ist das Verhalten seitdem so. Bei unserer Tochter kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, dass sie da im Bett bleibt, egal was wir ihr sagen.(…) Dann ist es wohl an der Zeit, dass der Partner übernimmt. Aber dem Kind zu sagen, dein Verhalten ist nicht in Ordnung, weil man nachts schläft, etc. finde ich ebenfalls nicht richtig, weil es mit Sicherheit einen Grund für das nächtliche wach sein gibt, sei es Aufregung wegen Umzug, Urlaub, Zahnschmerzen, Emtwicklungsschub, etc und es in dem Moment nicht einfach schlafen kann, sonst würde es das ja machen. Und die Sache mit dem Begleiten der Wut, stört mich da auch noch, weil die Wut ja von uns herausgefordert wird, indem wir sagen, daß Kind soll jetzt schlafen bzw im Bett bleiben und ruhig sein, es aber nicht schlafen kann... (…) Ich würde mich, wie gesagt mit dem Partner abwechseln und dann wirklich wach sein und das zulassen, ohne ständig danach zu fragen, wieder ins Bett zu gehen und eben schauen, welche Spiele für mich erträglich sind, evtl auf dem Boden oder der Couch liegen und erst wieder mit dem Kind ins Bett gehen, wenn es Müdigkeitsanzeichen zeigt, bzw. wieder ins Bett will. Das nicht im Bett sein hilft ja auch dem Partner oder Geschwistern weiterschlafen zu können (wenns ein Familienbett ist). Und das Mantra, es ist nur eine Phase
Ich hätte deinen Post vor kurzem auch noch so unterschrieben. Aber wir haben bei unserem Kind den Eindruck, dass er tatsächlich die Nacht zum Tag machen möchte nach der ersten Runde Schlaf. Das mag sich für ihn richtig und gut anfühlen, für uns ist es aber eine nicht tragbare Belastung. Wir haben beide seit bald 2 Jahren keine 4 Stunden am Stück geschlafen (mit Ausnahme von Dienstreisen des Mannes; ich selbst hatte durch das Stillen max. 4 Stunden am Stück seit der Geburt).
Das mit der Ursache der Wut würde ich anders sehen. Meine Wut kommt nicht daher, dass ich die gesellschaftliche Konvention "nachts wird geschlafen" erfüllen möchte, "weil das halt so ist". Sondern ich bin selbst erschöpft, müde, fix & fertig. Und nach spätestens zwei Stunden merke ich als Erwachsene auch, dass der Sohn sich gerade übernimmt. Die Unfallgefahr steigt dann zB, er wird sehr weinerlich, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er wollte beim Spielen, ich das falsche Buch genommen habe oder die falsche Farbe zum Malen genommen habe. Aber ab dem Punkt sind wir in einem Teufelskreis gefangen, weil er zu müde ist, um wieder einzuschlafen. Also müssen wir davor schaffen, ihn wieder zum Schlafen zu bekommen.
Meine Wut kommt also daher, dass ich merke: es tut ihm nicht gut, es tut mir nicht gut, aber uns fehlt(e) ein Ausweg aus dem Teufelskreis.
FuFu hat geschrieben: 30.11.2018, 19:38
Ich finde auch, dass man auf Papa verweisen darf. Ich erfülle den Wunsch nach Mama gerne, wenn es geht. Aber bei solchen Nächten würde ich abwechselnd ins Gästezimmer oder so ausweichen. Und dann ist eben mal Papa dran, der kann nämlich auch begleiten und ist ja nun auch eine Hauptbezugsperson!
Wir wechseln uns bereits ab, aber 4 Stunden sind jede Nacht + die "normalen" Unterbrechungen davor und danach sind auch zu Zweit mit Arbeitsalltag nun zu viel für uns.
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