Es kommt ja total drauf an, wie man den Alkoholkonsum definiert.
Irgendwie kommt mir in letzter Zeit gefühlt vermehrt der Eindruck entgegen, dass ein Gläschen Wein am Tag quasi dazugehört und es vor allem als Mutter völlig normal ist, dass man ein, zwei Gläschen Wein trinkt um gegenüber der Familie einen kühlen Kopf zu bewahren... ist das schon immer so oder wird das tatsächlich erst in letzter Zeit gesellschaftsfähig?
Ich hab mal gelernt (weiß aber nicht mehr in welchem Zusammenhang) dass wenn z.B. ein Vater jeden Abend sein Feierabendbier trinkt, und ohne dieses Feierabendbier nicht kann, dann ist das mindestens eine Vorstufe zum Alkoholismus. Genau wie Quartalssäufer, die lange Zeit (aus Geldmangel?) nichts trinken, und dann, wenn sie wieder was kriegen, sich erstmal vollaufen lassen. Sollte man auch denken, aber sie trinken ja lange nichts - ja, aber trotzdem kommen sie nicht so einfach davon los, sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen die Kante zu geben. Auch das fällt wohl unter Alkoholismus, oder zumindest die Vorstufe davon.
Um den Bogen zurück zu schlagen... wenn der Vater, der nicht ohne sein Feierabendbier kann, unter Alkoholismus fällt (oder zumindest eine Vorstufe davon), dann gilt das in meinen Augen genauso für die Mutter, die den Abend nicht ohne Weinglas übersteht. Und dieses Bild - die Mutter mit dem Weinglas in der Hand - kommt mir eben in letzter Zeit sehr häufig entgegen.
Wenn das unter "leichter Alkoholkonsum" fällt - jeden Tag ein bis zwei Weingläser - dann wirkt es sich vielleicht tatsächlich irgendwie aus?
Wenn man dagegen ein- zweimal im Monat ein Radler trinkt, dann wird es wohl eher kein Problem sein.
Generell bin ich mir aber noch nicht ganz sicher, was das ganze Stillen-und-Alkohol-Thema angeht. Ja, der Alkoholgehalt entspricht dem des Blutes der Mutter. Das wurde vermutlich untersucht, nehme ich mal stark an.
Gleichzeitig sind Babykörper aber auch noch winzig klein, und ihre Leber noch nicht reif genug, um Alkohol effektiv abzubauen. Und das Baby besteht zum Großteil aus Kopf und Gehirn, während es sich bei Erwachsenen ganz anders verteilt im Körper. Also haben die kleinen, lächerlich wirkenden Alkoholmengen vielleicht eine größere Wirkung, als wir glauben.
Und dann ist mir auch noch eine Schlagzeile von irgendwann früher in Erinnerung, wo eine Russin ihr Baby gestillt hat und das Baby dann eine Alkoholvergiftung hatte... ja, Russen können Vodka wegsüffeln wie Wasser, aber trotzdem müssen das dann doch irrsinnige Mengen gewesen sein. Sicher kann man auch nicht ausschließen, dass sie dem Baby direkt Vodka gegeben hat, damit es besser schläft, und solche Nachrichten sind ja immer etwas sensationsgeil. Zumal ich jetzt nach ca. 15 Jahren auch keine Quelle mehr parat habe

Aber im Hinterkopf habe ich den Artikel halt trotzdem, wo sie angeblich das Baby nur gestillt hat...
Es ist spät, mein Kopf ist irgendwie nicht mehr gut im Formulieren

Vielleicht versteht ja trotzdem irgendwer, was ich zu sagen versuche.
Disclaimer: mein Text oben ist (zur Veranschaulichung) voller (Gender-)Stereotypen und -Klischees, für die ich mich entschuldige.