September13 hat geschrieben: 02.03.2018, 09:58
Vielleicht gibt es hier ja jemand, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat und trotzdem durchgehalten hat und es wurde irgendwann von alleine besser?
Ich bräuchte jemand, der mir sagt, es lohnt sich, weiterzumachen.
Ich WILL stillen! Aber es tut so weh!
Ich schreie mal laut HIER! Ich habe zwei sehr schlechte Stillstarts hinter mir, habe aber beide Male durch gehalten.
Bei meiner Tochter hatte ich einen sehr schlechten Start (keine Ahnung vom richtigen Anlegen, super-duper-mega-Milcheinschuss mit Betonbrüsten, wunde/blutige Brustwarzen sowie Vasospasmen, schwere bakterielle Infektion meinerseits eine Woche nach der Geburt mit Krankenhausaufenthalt, schlecht zunehmendes Baby, Stillhütchen, Saugverwirrung, Abpumpen, Zufüttern mit Spritze+Schlauch/Fingerfeeding, BES-Fehlversuchen, Flasche, Schnuller usw.). Ich musste 3 Wochen lang Pre zufüttern (Lebenswoche 2-4) und habe dann wochenlang die linke Brust direkt gestillt und die rechte Brust abgepumpt, da die Brustwarze so kaputt war, dass ich es nicht ausgehalten habe meine Tochter anzulegen. Bis ich circa 3 Monate nach der Geburt einen Milchstau in der rechten Brust hatte, den ich mit der Pumpe nicht weg bekommen habe, da MUSSTE ich meine Tochter direkt anlegen. Und sie hat es dann gelernt an der Brust zu trinken, ohne mich zu verletzen. Ich habe den Ansaugschmerz "veratmet", bis es nach ein paar Tagen wirklich besser wurde.
Wichtig war, sie anzulegen, bevor sie total hungrig war. Ich habe mit 10 Wochen den Schnuller verbannt, da sie ihren Hunger wohl teilweise weggeschnullert hat und habe die Stillfrequenz von 6x in 24h auf 10-12x in 24h erhöht, danach hat sie viel besser zugenommen. Die Vasospasmen sind ohne Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln verschwunden, die richtige Stilltechnik hat den Durchbruch gebracht. Außerdem hat mein Mann mir die Wiener Brustdonuts gebastelt, ich habe die multimam Kompressen verbannt und dann nur noch Lanolin geschmiert.
Insgesamt haben wir 2,5 Jahre gestillt.
Bei meinem Sohn hatte ich gehofft, dass es gar nicht erst wieder so schlimm wird

Leider war auch der Kleine kein Naturtalent im korrekten Andocken... Richtig wund waren die Brustwarzen nur ein paar Tage, sind mit Wiener Brustdonut+Lanolin relativ schnell abgeheilt, aber die Vasospasmen waren höllisch! Allein der Luftzug, der durch das langsame Gehen vom warmen Wohnzimmer zum 2 Grad kälteren Schlafzimmer entsteht, hat zu Krämpfen geführt, rausgehen im Februar war undenkbar.
Ich habe wochenlang beim Anlegen experimentiert (Stillpositionen usw.), mehrfach unsere Kinderärzte Zungen- und Lippenbändchen anschauen lassen etc. War 2x beim Ostheopathen, der auch ein paar Sachen gefunden/behoben hat, die aber an der miesen Stilltechnik nichts geändert haben. Ich habe dem Kleinen "gedroht", dass ich das nicht länger als 3 Monate so mitmache!! Irgendwie habe ich dann doch weiter gemacht...
Knapp 4 Monate nach der Geburt war ich endlich bei einer IBCLC Stillberaterin, die heraus gefunden hat, warum er so
extrem schnalzt beim Stillen. Parallel zu den manuellen/praktischen Tipps habe ich hoch dosiert Magnesium und Calcium und Vitamin B6 genommen. Ob die Nahrungsergänzungsmittel was gebracht haben, weiß ich nicht. Ich denke ausschlaggebend war in unserem Fall wieder die Verbesserung der Stilltechnik (Mund weit aufmachen, Kinn runter streichen, dabei die mittig eingezogene Unterlippe rausziehen, bergauf stillen wg. starkem Milchspendereflex/Milchfluss). Der Kleine ist jetzt gerade 1 Jahr alt geworden und wir stillen immer noch gerne und viel
Du hast nun schon so lange durch gehalten, es gibt bestimmt eine Lösung für euer Stillproblem!