wenn dein Baby mit der Brust nichts mehr anzufangen weiß, hat man mit einem klassischen Rückgewöhnungsprogramm die besten Chancen, deinem Baby das Stillen wieder beizubringen. Dies sieht folgendermaßen aus:Mara2801 hat geschrieben:
Der Kleine hat nicht mehr gestillt. Er dockt gar nicht mehr an, er kann mit der Brust gar nichts mehr anfangen und schreit, wenn ich ihn anlegen will.Wenn ich ihm dabei die Brust in den Mund schiebe, würgt er. Kann er das von einem zum nächsten Tag verlernt haben? Wie soll ich weiter machen, wenn er gar nicht andockt?
- Gabe der Flasche in Stillpostition, idealweise mit nackter Brust, damit dein Baby nackte Brust und Stillpostion mit Nahrung verknüpft.
- Verwendung verschiedener Sauger, damit dein Baby lernt, mit unterschiedlichen Mundgefühlen zurecht zu kommen.
- Verwendung des Brusternäherungssets (BES) mit einem künstlichen Flaschensauger als "Stillhütchen" (meist nur ein oder zweimal nötig).
- Umstieg auf BES mit Stillhütchen.
- Abgewöhnung des Stillhütchens und Reduktion der Zufüttermenge.
Parallel dazu sollte die Milchmenge angekurbelt werden. Dies kann man durch Abpumpen (idealweise mit einem elektrische Doppelpumpset) und/oder Ausstreichen machen.
Wie lange pumpst du denn?Ich habe die Medela Symphony, pumpe 2-3mal täglich (nur tagsüber), es kommen nur je 10ml. Öfter pumpen schaffe ich zeitlich nicht und es belastet mich sehr, da mir damit mein "Versagen" immer vor Augen geführt wird. Zudem tut es mir weh, weil die Pumpe wirklich jeden Tropfen raus saugen muss. Schon beim ersten Kind war das so. Eine Steigerung der Milchmenge wird mir so nicht gelingen fürchte ich.
Zur Steigerung der Milchmenge hat sich folgendes Vorgehen bewährt:
1. Wärme und Brustmassage vor dem Pumpen
Danach
Intervallpumpen:
5 Minuten Pumpen, kurze Pause (aufstehen, Brustmassage, etwas Trinken…) wieder 5 Minuten Pumpen, kurze Pause, nochmals 5 Minuten Pumpen.
oder
Powerpumping:
Innerhalb ca. 1 Stunde 10-15 Minuten Pumpen, 5-10 Minuten Pause (siehe oben) wieder Pumpen.
Dies wird auch bei einer induzierten Laktation (also der Anregung der Milchbildung ohne Geburt) verwendet. 5-6 mal Intervall und 1-2 mal Powerpumping sind ideal. Schaue hier, was für dich machbar ist.
Die durchschnittliche Zunahme in den ersten beiden Lebensmonaten beträgt 170-330g die Woche in den Lebensmonaten drei und vier 110-330g. Das macht dann in den ersten 10 Lebenswochen 1680 g. Dies wäre bei einem niedrigen Startgewicht im Normalbereich, bei fast vier Kilo Geburtsgewicht sollte die Zunahme etwas höher ausfallen. Hier wären ein paar Gewichtswerte dazwischen gut, damit man sieht, wie der zeitliche Verlauf genau ist. Jetzt können wir aber in die Zukunft schauen und beobachten, wie sich das Gewicht ab jetzt entwickelt.
Ich habe am Mo nochmal richtig gewogen, er hatte 5330g, dh Zunahme seit Entlassung aus dem KH 1670g in 10 Wochen.
Wenn du sie hast, fände ich einen Blick darauf wichtig. Mit einzelnen falschen Meßwerten kann ich gut umgehen, dass kommt schon ziemlich häufig vor.Ist das unterdurchschnittlich? Er kam recht schwer zur Welt, aber das muss er doch nicht bleiben, oder? In der ersten Zeit hat er recht wenig getrunken und eher langsam zugenommen. Die Gewichtsdaten der Hebamme enthalten mind einen Fehler, das wäre nur irreführend.
Das schadet auf keinen Fall. Wurden anatomische Probleme (Zungenband, Gaumenform) ausgeschlossen?Weil er nicht richtig saugte, wurde er am 3. Tag und mit 2 Wochen osteopathisch behandelt. Mir ist aufgefallen, dass er jetzt auch wieder sehr schmatzt an der Flasche. Ich werde nochmal einen Termin machen.
D.h. er bekommt etwa 6 Mahlzeiten in 24 h, richtig?Er trinkt nachts einmal gegen 3, dann in den frühen Morgenstunden nochmal. Die längste Pause ist zwischen ca 20 Uhr und der nächtlichen Flasche. Die Anzahl der Flaschen pro Tag variiert, auch die Trinkmenge. Zwischen 100 und 250ml ist alles dabei, idR trinkt er 160 ml.
ZB gestern:
2.30 70ml
6.30 160ml
13.00 250ml
16.30 160 ml
20.30 160 ml
800-850 ml Pre ist auf jeden Fall eine normale Menge.10.04. nicht gestillt, zweimal gepumpt, 850ml Pre, 20ml MM, 6x Pipi, 1x Stuhl
11.04. nicht gestillt, dreimal gepumpt, 800ml Pre, 6x Pipi
Mit dir stimmt sicherlich alles. Selbst wenn du zu den wenigen Frauen gehören solltest, die nicht in der Lage sind, ausreichend Milch für ihr Baby zu produzieren, bist du so, wie du bist in Ordnung. Die sehr geringe Milchmenge im Moment kommt durch die seltene Stimulation der Brust. Durch entsprechende Stimulation kann dies aber wieder geändert werden.Ich frage mich gerade wirklich, ob das nochmal was wird. Ich probiere das BES aus, aber momentan glaube ich nicht, dass es klappen wird. Dabei hatte ich so gehofft, dass es beim zweiten besser klappt. Ich frage mich dauernd, was ich falsch mache, was mit mir nicht stimmt.
Bemerkst du eine Veränderung deines Körpergeruchs? Welche Dosis nimmst?Mara2801 hat geschrieben:Ach ja, Bockshornklee-Kapseln nehme ich jetzt auch wieder. Könnt ihr noch etwas empfehlen? Wie sieht es mit medikamentöser Unterstützung aus, was haltet ihr davon?
Siehe obigen fünf Punkte plan. D.h. für heute erstmal Flasche geben in Stillposition und verschiedene Sauger verwenden. Drei verschiedene reichen, welche sind vollkommen egal. Hast du noch welche zu Hause?Das BES ist jetzt da, Broschüre schaue ich mir an. Deidamaus, wie gehe ich am besten vor? Wollte es heute Nachmittag testen, das große Kind ist bei der Oma und dann haben wir etwas Ruhe.
Mit obigem Plan klappt die Rückführung an die Brust meist sehr gut. Wichtig ist hier Beharrlichkeit und regelmäßiges Üben. Umso häufiger, umso besser. D.h. lieber kleinere Mahlzeiten anbieten, dafür aber häufiger am Tag (dies entspricht auch eher dem Trinkverhalten eines Stillkindes).
Was meinst du? Magst du es probieren?
Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung