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Re: Stillfreundliche Antidepressiva

Verfasst: 18.11.2016, 11:02
von Neuhier
hesa1985 hat geschrieben:MIt dem Abendbrei wurde es auch noch einmal schlimmer, jetzt hat sich (ich sage es mal besser nicht zu laut) eingespielt. Aber nachts quält sie sich immer noch.
Zu deinem eigentlichen Thema kann ich leider nichts beitragen, aber mir ist dein obiger Satz aufgefallen.
Bei meinem ersten Kind dachte ich auch, ich "müsste" nach der selbstgegessenen Abendmahlzeit nochmal Brei geben (Kind hat den gefüllten Löffel selbst genommen und in den Mund gesteckt. also kein Stopfen), damit das Kind auch ja satt ist. Bis uns irgendwann mal aufgefallen ist, dass die Nächte wohl bedingt durch den Abendbrei wirklich unruhiger waren. Hatte Kind "nur" selbstständig sein Abendessen gegessen und ich danach nicht nochmal Brei angeboten waren die Nächte viel ruhiger, weil Kind viel weniger "nachtrinken" musste.
Ich konnte es mir nur so erklären, dass der Brei zur Verdauung eben eine Menge Flüssigkeit zieht und Kind das nachts auffüllen muss.
Als ich den Krampf mit dem Abendbrei (den Kind immer bereitwillig gegessen hat) aufgehört hab haben auch die unruhigen Nächte aufgehört.

Re: Stillfreundliche Antidepressiva

Verfasst: 09.02.2017, 10:56
von hesa1985
Hallo ihr Lieben,

es tut mir sehr leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Aber meine Tochter war praktisch seit Dezember ständig krank, Erkältung, Pseudo-Krupp, eitrige Mandelentzündung. :roll:

Da fehlte mir irgendwie die Zeit, mich um mich zu kümmern.

Ein bisschen was ist aber passiert. Ich nehme nach wie vor keine Antidepressiva, war aber bei einem Therapeuten, der bei mir einen im Mutterleib verstorbenen Zwilling diagnostiziert hat. Laut ihm sprechen viele meiner "Symptome" dafür; sich nie angekommen fühlen, sich in Beziehungen immer ein Hintertürchen auflassen, umtriebig sein, und eben auch die Schlafstörungen. Wir haben den Zwilling dann auch visualisiert und gehen lassen, ich fühlte mich danach besser, bzw. anders.
Aber so richtig gut ist es nicht.

Meine Hebamme hat mich mal "gepulst", das war auch recht gut, und ich habe hier den Antrag für eine Reha liegen.

Irgendwie haben sich meine Gedanken geändert, aber teils auch verschoben. Ich kann meine Tochter mittlerweile gut mal abgeben und freue mich sogar aufs Arbeiten im April. Gerade, weil sich nun wieder andere Gedanken nach vorne schieben.
Das Gefühl, dass jetzt irgendwie nichts neues mehr in meinem Leben kommen wird, außer die variable Anzahl an Hunden und Kindern :wink: , und mein Leben jetzt absolut kalkulierbar ist, und dann halt irgendwann vorbei.
Somit sind die Verlustängste vom Kind jetzt etwas weniger geworden, aber das allgemeine "das Leben geht zu schnell vorbei, nutze ich es richtig?", ist wieder ganz stark.

Kennt das jemand von euch als "Neu-Mama"? Wobei ich auch denke, dass die Ursachen dafür schon weit vorher gelegt wurden.
Ich verstehe nur nicht, dass zehn Jahre Therapie während all der Krisen nichts wirklich was gebracht hat.

Re: Stillfreundliche Antidepressiva

Verfasst: 09.02.2017, 11:06
von Ellie
Liebe Hesa, auch ich bin momentan an einer Depression erkrankt, die ganz akute Phase ist (hoffentlich) bereits vorbei. In Absprache mit Ärzten und Embryotox nehme ich ein stillfreundliches Antidepressivum. Ich kenne leider recht ähnliche Gedanken wie die, die du beschreibst. Vermutlich ist die einschneidende Veränderung im Leben und das damit verbundene Nachdenken/Grübeln ja auch ein Grund für das recht hohe Risiko, mit Baby depressiv zu werden. Alles Gute für dich!

Gesendet von meinem D5503 mit Tapatalk

Re: Stillfreundliche Antidepressiva

Verfasst: 09.02.2017, 11:23
von hesa1985
Hallo liebe Ellie,

danke für deine Worte!
Es tut gut, zu hören, dass man nicht alleine ist.

Ich finde es so ärgerlich, dass jetzt auch noch diese "war das alles richtig?"-Gedanken kommen.

Ich habe immer viel hinterfragt. Beziehungen, Job, Studium. Und immer etwas in Tagträumen gelebt, dass noch was ganz großes kommt.
Zum Glück konnte ich mich immer noch reflektieren und mir realistisch sagen, wie gut es mir eigentlich geht.

Als ich mich nach zehn Jahren Beziehung dann "getraut" habe, zu heiraten, ein Haus zu kaufen und schwanger zu werden, hörten die Gedanken auf und das tat so gut.
Dieses "Fakten schaffen". Und jetzt wackelt wieder alles, und das alleine ausgelöst durch ein romantisches Thema in einer TV Serie, wobei ich dann dachte "das wird dir nie wieder passieren".
Es ist mir fast schon peinlich und ich will so gerne wieder eine Wendung hinbekommen. :?