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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 25.05.2016, 20:51
von Neuhier
Ich glaub letzteres ist der Fall, er macht es sich einfach ... Als ich dich las dachte ich mir, was für ein Herzchen, der Mann.

Und ich glaube, da spielt ihr euch auch beide in die Karten. Du die sich für alles und jeden zuständig fühlt und er der dir das winzige bisschen "Freiheit" nimmt, indem er dir wenn auch sehr subtil die Verantwortung fürs Kind aufdrückt weil er die Herausforderung / Normalität scheut.

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 25.05.2016, 20:59
von MamaBubu
Ich kann dich in vielen Punkten sehr gut verstehen. Deshalb lese ich hier gerne mit. Ich habe vor ein paar Wochen angefangen einmal pro Woche Yoga zu machen. Meistens Sonntagnachmittags. Da bin ich dann fast 2.5 Std ohne Kinder. Herrlich! ;)
Was ich nicht so ganz verstehe: Muss deine Kleidung bei einer Dreijährigen wirklich noch stillfreundlich sein? Stillt ihr tagsüber noch so viel, dass das notwendig ist?

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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 25.05.2016, 21:46
von Kornblumen
MamaBubu hat geschrieben:Ich kann dich in vielen Punkten sehr gut verstehen. Deshalb lese ich hier gerne mit. Ich habe vor ein paar Wochen angefangen einmal pro Woche Yoga zu machen. Meistens Sonntagnachmittags. Da bin ich dann fast 2.5 Std ohne Kinder. Herrlich! ;)
Was ich nicht so ganz verstehe: Muss deine Kleidung bei einer Dreijährigen wirklich noch stillfreundlich sein? Stillt ihr tagsüber noch so viel, dass das notwendig ist?

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Nein, sie muss nicht stillfreundlich sein. Das habe ich wohl falsch ausgedrückt. Wie sage ich es? Früher habe ich mehr auf mich geachtet, viel Kleider Röcke getragen... Nun Jeans Thsirt (die meistens auch stillfreundlich sind) muss ja praktisch sein für Haushalt und Spielplatz und so...

Also ich glaube vielleicht ist mein Mann auch bequem, aber ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen über Nacht weg zu fahren. Gehe ja nicht mal abends mit einer Freundin essen...


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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 25.05.2016, 23:05
von Joanna79
Neuhier hat geschrieben:Ich glaub letzteres ist der Fall, er macht es sich einfach ... Als ich dich las dachte ich mir, was für ein Herzchen, der Mann.

Und ich glaube, da spielt ihr euch auch beide in die Karten. Du die sich für alles und jeden zuständig fühlt und er der dir das winzige bisschen "Freiheit" nimmt, indem er dir wenn auch sehr subtil die Verantwortung fürs Kind aufdrückt weil er die Herausforderung / Normalität scheut.


Ich unterschreibe voll und ganz hier und
Nusserl hat geschrieben:Okay, dann eben zwei Nächte. Finde ich echt nicht viel in dem Alter. Was würde er denn machen, wenn ihr ein zweites Kind hättet und du 1-2 Nächte im KH bleiben würdest. Oder nach einem Kaiserschnitt gar 3-4 Tage?
hier.
Habe mich nur nicht getraut, es so direkt auszusprechen...

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 26.05.2016, 03:07
von Peppa
Hallo!
Fast 3 Jahre nur zu Hause ohne Kinderbetreuung und quasi ohne Hilfe von innen und außen? Ganz ehrlich, Hut ab, aber ich wäre schon sehr sehr lange durchgedreht oder schwer depressiv. Das ist doch ganz klar, dass so etwas auf die Psyche geht!
Ich liebe mein Kind (und bald Kinder) über alles auf der Welt, aber ein Mensch benötigt einfach auch andere Dinge. Arbeit, die einem Freude macht. ...etwas Zeit nur für sich OHNE schlechtes Gewissen.
Ich fürchte auch, dass du auch bei KiGa-Beginn diese Zeit nicht für dich nutzen wirst, kennst du das Parkinsonsche Gesetz? Sinngemäß: " Arbeit dehnt sich in der Regel auf den Zeitraum aus, der zur Verfügung steht. "
Gehst du dann wieder arbeiten? Das ist für mich ein großer Motivator...dann halte ich auch die Monate nur zu Hause gerade aus (mit Kind in KiGa Vormittags und das andere noch im Bauch und mit Oma und Vater als Betreuung in der Hinterhand wohlgemerkt ). Aber über Jahre? Nee....
Und: du musst sowohl Mann als auch Kind viel mehr zutrauen! Klar, dass er die Betreuung nachts nicht übernimmt. ...warum auch? Er kennt es nicht und du traust es ihm nicht zu. Warum sollte jemand freiwillig daran v etwas ändern, wenn du es nicht entsprechend kommunizierst? Und dein Kind wird bald 3, das nimmt ganz sicher keinen Schaden, wenn Mama abends erst mal ein paar Stunden ausgeht und Papa aufpasst.
Du zentrierst zu sehr auf dich, ich kenne das, aber: die Welt geht nicht unter, wenn Kind etwas protestiert und Papa mal genervt ist. Vielleicht kann er dann auch mal stolz auf sich sein, dass er es gewuppt bekommt. Es ist bei Männern oft so: ich würde dir ja helfen, aber du bist eh nicht zufrieden, wie ich es mache, also lasse ich es gleich (beim Aufräumen, Wäsche, Kind betreuen etc.). Die Frauen entmündigen die Männer oft, ohne es zu merken und sind dann traurig, weil diese nicht von alleine auf die Idee kommen, etwas zu tun. Ich glaube aber, die meisten Männer funktionierten so nicht. Klare Ansage: einmal die Woche gehe ich aus/nehme mir so und soviele Stunden für mich/ fahre ich in 4 Wochen auf FoBi. Fertig.
Ja, wahrscheinlich wird er es erst mal nicht toll finden, raus aus der Komfortzone, das ist ja nur menschlich. Aber das Kind hat er ja auch gezeugt und wird es schon hinbekommen, vielleicht nicht so schön wie Mama oder anders, aber das darf doch auch sein. Und zum Kind : ich dachte auch, mein kleines Stillkind geht sofort ein nach einer Sekunde ohne Mama. ...und musste dann doch schon vor dem ersten Geburtstag auch nachts arbeiten. Oma hat sich damals gekümmert. ...und es ging echt gut! Anders, aber gut! Für ihn War schnell klar, wer gerade da War: bei mir wurde alle 2 Stunden gestillt, bei Oma rasch durchgeschlafen mit etwas Wasser und Rückenmassage. ..Kinder sind tough und mit fast 3 ganz sicher so weit. Die Frage ist: du auch? ;-)
Aber nochmal : das ist nicht der Normalfall, dass man nach 3 Jahren nur zu Hause ohne Betreuung und Hilfe und Ablenkung noch fröhlich pfeifend und gestyled wie die Frauen von Stepford durch die Gegend hüpft und nur darin aufgeht. Für mich ist das so ziemlich nahe an einer Horrorvirstellung. Und nur du kannst das gerade ändern. Trau dich ruhig!

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Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 26.05.2016, 10:01
von Joanna79
Sehr schön zusammengefasst, Peppa!

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 26.05.2016, 10:08
von Joanna79
Ich wollte noch was zu Babysittern sagen - Du schriebst was davon, dass es schwer sei, einen Babysitter zu finden...
Jetzt weiß ich natürlich nicht, wie und wo Du wohnst - aber es fällt mir schwer, mir das vorzustellen...
Gibt es weiterführende Schulen bei Euch am Ort? Auszubildende? Evtl eine Universität?
Wir brauchen jobbedingt an ca. zwei Abenden in der Woche einen Babysitter. Wir haben immer feste, aber die haben durch Umzug etc. immer mal wieder gewechselt, außerdem brauchen wir auch immer jemanden in Reserve... Wir hatten und haben Studentinnen, Schülerinnen (10. Klasse und älter) und Auszubildende. ALLE waren sehr gut. Und damit fingen wir an, als die Maus ein knappes Jahr alt war und noch wesentlich anspruchsvoller als jetzt. Jeder Babysitter hat immer seinen eigenen Weg zu ihr gefunden. (U.a. sein eigenes Zubettbringritual...)
Wie Peppa schon schrieb, ich denke es ist an der Zeit dass der Papa seine Rolle ausbaut ;-)
Aber wenn Du tagsüber mal Luft brauchst - um mit einem Kleinkind 3 h am Nachmittag auf den Spielplatz zu gehen, also ohne Zubettgehritual etc...da müsstest Du wirklich jemanden finden können. Vorausgesetzt, Du kannst akzeptieren, dass andere Betreuungspersonen Dinge anders machen.

(Und apropos, wie Peppa schrieb, nach 3 Jahren allein zuhause mit Kind bekäme ich auch den Stubenkoller. [emoji6])

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 26.05.2016, 11:57
von suttine
Halb-OT: Danke für eure Sichtweisen, besonders @Peppa. Ihr helft mir gerade, das auszuformulieren, was als diffuse Unzufriedenheit in meinem Kopf rumschwirrt.

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 26.05.2016, 12:05
von Lösche Benutzer 22277
Ich würde mich an Deiner Stelle mal fragen, was Du an Positivem daraus ziehst, Dich unersetzbar zu fühlen. Irgend etwas daran muss Dir bewusst oder unterbewusst etwas "geben", dass Du denkst, Du wärst die einzige Person, die in der Lage ist, Deine Tochter adäquat zu betreuen.

Mich macht es immer stutzig, wenn Mütter von nicht mehr ganz so kleinen Kindern meinen, sie seien absolut unabkömmlich. Und mir tut es auch ein wenig für das Kind Leid, dass es dadurch die Chance genommen bekommt, sich auch noch an andere Menschen (vor allem den Vater) enger zu binden. Vielleicht würde so ein Kind enorm davon profitieren, mehr Zeit mit Papa, Oma, Tanten, Onkels, Opa, anderen Erwachsenen oder Kindern zu verbringen? Was ist mit der Sozialkompetenz? Kann man als Mutter denn ein vielfältiges Umfeld komplett ersetzen? Ist das nicht irgendwann für das Kind "zu wenig"?

Was würdest Du verlieren, wenn Du Deine Tochter mehr loslässt? Gibt Dir die Situation so, wie sie ist, Sicherheit? Wovor hast Du Angst?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es einem dreijährigen Kind gut tut, so viel Exklusivzeit nur mit der Mutter zu verbringen.

Re: Einfach mal verschnaufen aber wie ...

Verfasst: 26.05.2016, 12:07
von Kornblumen
Also ich kann es nur ganz schwer aushalten, wenn mein Mann genervt ist. Das sind so Momente, wo ich einknicke. Und die Vorstellung, wie genervt er sein könnte nach einem Wochenende mit Kind und 2 Nöchte. Puuuuh... Das ist schon in der Vorstellung schwer für mich. Ich glaube zutrauen tue ich es ihm. Ich lasse sie ja problemlos bei ihm ohne mir sorgen zu machen. Halt nur tagsüber. Ich glaub ich werde es mal versuchen einen Ganzen Abend, ins Kino gehen oder so. Und es fällt mir auch schwer zu sehen, wenn ich nach Hause komme und sie mir in die Arme rennt, mein Mann sowas sagt wie, die letzten 2 Stunden hat sie ständig nach dir gefragt... Dann fällt es mir schwer auszuhalten, dass sie vielleicht traurig war oder mich vermisst hat.
Im Freundeskreis haben wir noch ein LZS Kind. Etwas jünger als unsere Tochter. Wenn ich dann mal meckere, sagt mein Mann.. Aber schau mal, ich pass doch auf sie auf bei Familie x hat der Mann noch nie die Tochter ins Bett gebracht oder mehr als eine Stunde auf sie aufgepasst (aus Angst sie würde ohne Milch verhungern). Und dann bin ich wieder raus mit Argumenten.

Also ich habe mal im Supermarkt Babysitter anzeigen ausgehangen und online. Wir hatten einmal eine Azubine da, die hat meine Tochter vor die Tür gesetzt und gesagt, die wäre doof. Dabei fand ich sie ganz nett. Mit meiner Famile kommt sie klar, richtig gut. Nur wohnen alle zu weint weg um Baby zu Sitten. Aber wenn sie mal hin sind (Tante, Onkel, Freundin) bin ich schnell abgeschrieben. Wo ich könnte ich denn noch suchen? Also gezielter an Schulen oder so? Oder wie meinst du das Joanna79?

Ich habe mein Ehrenamt, das ist so meine Aufgabe. Wenn ich dafür unterwegs bin, nehme ich Tochter mit und wenn ich Abends dafür den Papierkram mache, dann muss ich leider immer unterbrechen sobald sie wach wird.

Ja, ich wollte schon gerne wieder arbeiten. So halbe Tage zumindest. Aber mein Mann meint, dass wir das ja nicht bräuchten finanzielle. Mir geht es dabei aber gar nicht ums Geld sondern eher um mich.