Das war hier leider auch ein großes Thema. Hat hier für ganz viel Stress gesorgt. Meine Neunjährige hat seit gut 1,5 Jahren eine lose Zahnspange, sie hatte einen starken Überbiss. Erst hatte sie nur eine Spange für oben, nach etwa einem Jahr kam noch eine für unten dazu, die beiden "haken" sozusagen ineinander, so dass sie mit der Spange jetzt kaum vernünftig sprechen kann. Lange Zeit war die Ansage, dass sie die Spange nachts und 3-4 Stunden tagsüber tragen soll. Tagsüber dann halt bei Aktivitäten, bei denen sie nicht viel sprechen muss, also zB bei den Hausaufgaben, beim Lesen, Fernsehen usw. Nachts war überwiegend kein Problem, nur ganz selten hat sie sich geweigert, sie vor dem Schlafengehen einzusetzen, aber tagsüber, das war sehr schwierig. Oft habe ich es selbst auch vergessen, sie kommt häufiger erst nach Mittagsbetreuung und AG um 15:30 Uhr von der Schule, hat die Hausaufgaben schon in der Schule gemacht, und dann ist es meistens so, dass sie direkt zum Spielen geht, manchmal auch direkt von der Schule aus. Dann ist schon Abendessenzeit und danach bleibt nicht mehr viel Tragezeit "tagsüber" übrig.
Also hat sie die 3-4 Stunden tagsüber so gut wie nie geschafft, sie wollte sie meistens auch tagsüber nicht tragen, es war kaum möglich, sie dahingehend zu überzeugen. Ich denke auch, dass es sehr schwierig ist, in dem Alter ein Kind von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Spange zu tragen, vor allem, wenn diese drückt und unangenehm im Mund ist. Am Anfang war sie ja total begeistert und freute sich auf die Spange, aber die Euphorie flaute leider sehr schnell ab.
Und wirklich zwingen kann man das Kind ja nun nicht. Ich habe verschiedenes versucht, ich habe mit ihr gesprochen und ihr die Sachlage erklärt, auch dass wir 20 % der Behandlungskosten selbst bezahlen und diese nur zurückbekommen, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist. Ich habe ihr die Verantwortung übergeben und sie in Ruhe gelassen. Ich habe mit ihr Deals gemacht, sie hat sich Listen gemacht, in denen sie jeden Tag, an dem sie die Spange gut getragen hat, mit Sternchen oder so versehen hat, ich hab geschimpft

, weil mich das Thema so angenervt hat und sie oft schlichtweg gesagt hat "Ich will nicht", ich hab ihr Belohnungen versprochen, wenn sie sie trägt.
Letztlich hat nichts geholfen, was ich gemacht oder auch nicht gemacht habe. Das einzige, was etwas gebracht hat, war zweimalig eine klare Ansage der sonst wirklich sehr netten Kieferorthopädin. Diese hat mitten in den ganz schlechten Tragezeiten freundlich, aber sehr deutlich gesagt, dass M. mehr tragen muss, und dass jedes Mal Tragen etwas bringt. Danach war es wirklich besser und stressfreier, als die Kieferorthopädin beim nächsten Besuch M. dann lobte, wurde sie danach wieder sehr nachlässig.
Wir sind jetzt zum Glück so weit, dass die Behandlung voraussichtlich im Februar abgeschlossen ist, sie muss die Spange jetzt nur noch alle 2 Nächte tragen, insofern ist es mittlerweile sehr stressfrei. Der Erfolg ist aber wirklich klasse, muss man sagen, wenn ich Fotos von ihr von vor 2 Jahren sehe und mit jetzt vergleiche, ist das schon krass, wie sich der Überbiss gebessert hat. Wie es weitergeht, ist noch unklar, M. ist ja noch mitten im Zahnwechsel, ich denke, den wird man abwarten, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie irgendwann noch eine feste Zahnspange bekommt.
Für mich als Mutter war die ganze Behandlung extrem nervig. Nicht nur die Diskussionen, sondern auch das Problem, dass die Spangen ständig verloren waren

, weil meine Tochter nicht in der Lage war, sie in der Dose zu deponieren, außerdem die Termine beim KFO, zu denen ich sie immer fahren muss (Nachteil, wenn man auf dem Dorf wohnt).
Übrigens habe ich früher selbst lange eine lose Zahnspange getragen und kann mich nicht an großartige Probleme erinnern. Ich hab sie halt getragen, war ich doch froh, dass ich keine feste Zahnspange hatte so wie meine beste Freundin, das fand ich ganz schrecklich. Sie hatte auch durch die feste Zahnspange ganz viele Probleme mit ihren Zähnen. Nee, da war ich doch mit meiner Zahnspange bestens bedient. Klar waren die Zahnarzttermine nervig, auch für meine Eltern, die mich fahren mussten, aber ansonsten? Und später hat mich wirklich jeder Zahnarzt auf meine gut korrigierten Zähne angesprochen.
Ich bin jedenfalls froh, dass bei den beiden Großen bislang keine Zahnspange erforderlich ist. Mir wurde es so erklärt, dass man normalerweise erst nach dem Zahnwechsel mit einer Behandlung beginnt, und dann auch direkt mit einer festen Zahnspange. Da gibt es heutzutage wohl kaum noch Alternativen. Nur bei besonderen Fehlstellungen, wenn dies unbedingt erforderlich ist, beginnt man vorher mit einer sog. Frühbehandlung, und das dann eben mit einer losen Zahnspange. Und ja, ich denke schon, wenn die GKV die Behandlung bewilligt, dann ist Behandlungsbedarf da, die sind ja recht streng, was das angeht.
Sofern jetzt bald die Frühbehandlung abgeschlossen ist und wir den Eigenanteil von 20% von der Kasse erstattet bekommen, verbleiben für uns keine Kosten. Das soll ja bei festen Zahnspangen dann doch anders sein.