Der Plan aus dem Artikel ist vermutlich eher was für Leute, die ihren Alltag geplant leben. Oder wie sonst kann man solche Feststellungen treffen:
Seit wir nach Plan einkaufen und kochen, haben wir im Schnitt täglich 30 bis 45 Minuten mehr für andere Dinge
Ich habe mich auch schon mehrfach an einem Wochenplan versucht, bin aber jedes Mal grandios gescheitert. Ich bin dafür nicht geplant genug. Zu spontan. Zu spontan auch im Tagesablauf. Wenn überhaupt, dann kann ich mir für uns ein Karteikärtchen-System vorstellen.
Was aktuell bei uns funktioniert: ich kaufe ein, hauptsächlich erst mal Gemüse. Was mich anlacht und worauf ich Appetit habe. Damit habe ich schon mal den Aspekt "saisonal" berücksichtigt, weil selbst im Supermarkt das Angebot saisonal dominiert wird. Dann schaue ich mir das Gemüse im Korb an, und überlege noch im Laden kurz, was man daraus kochen KÖNNTE, was ich noch dafür brauche, und ob ich das kaufen muss. Das kaufe ich dann noch dazu. Dann trage ich die Einkäufe nach Hause, und mache eine Liste möglicher Gerichte, die ich aus dem Gekauften kochen kann, und da können dann saisonal bedingt auch zb 3 oder 4 Kürbisgerichte drauf stehen. Und diese Liste zeige ich meinem Mann, und da fällt ihm die Auswahl dann auch leicht. Er sagt mir, auf welche der vorgeschlagenen Sachen er Lust hat, ich habe Lust auf was, und damit steht dann ein ganz grobes Gerüst, was man in der Woche kochen könnte.
Und dann entscheide ich abends spontan, ob wir zu lange auf dem Spielplatz waren und die Kinder schon hungrig sind, und ich daher nur 15 min zum kochen habe, und es daher nur was ganz schnelles gibt, oder ob es heute eh regnet, und die Kinder gerade schön spielen und ich daher 1 Stunde zum Kochen habe, und daher heute das etwas ausgefallenere Gericht mache. Und so koche ich nach und nach im Laufe der Woche die möglichen Gerichte aus den gekauften Sachen. Es macht auch nichts, wenn ich "zuviel" gekauft habe, und das Gekaufte nicht nur 7 sondern zb 9 Gerichte ergibt (oder wir mal Essen gehen oder mal krank sind und daher gar nicht kochen). Dann schaue ich halt, dass ich das, was sich am längsten hält, als letztes koche, und berücksichtige beim nächsten Wocheneinkauf, dass ich 2 Gerichte schon zu Hause habe, also etwas weniger kaufen muss.
Im Grunde genommen also eine Spielart der Karteikärtchen, nur andersrum: ich suche die Kärtchen nicht vor dem Einkaufen aus, sondern lasse mich vom Angebot inspirieren, habe die virtuellen Kärtchen im Kopf, und konkretisiere beim Einkaufen.
Die Kinder sind dabei gar nicht berücksichtigt

. Meine Gewürzmengen sind für sie nicht essbar, und ihre Gewürzmengen mag ich nicht mehr essen, ich mag nach über 4 Jahren keine Nudeln mit Tomatensauce oder Fischstäbchen mehr essen

. Ich mag auch mal wieder Sachen für große Leute essen. Ich koche für uns zwei Erwachsene, und wenn das nicht zufällig kinderkompatibel ist, habe ich ein Kinderessen in der Hinterhand. Wenn die Kinder bei uns probieren wollen, dann gut. Wenn nicht, auch gut.