Seite 3 von 3

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 11:03
von chennai
Schokoflocke hat geschrieben:Ich kann persönlich nichts beitragen, habe aber zu dem Thema gerade einen Artikel gelesen. Vielleicht hilft es ja jemandem, auch wenn ich es recht schwammig finde.
http://mobil.derstandard.at/20000261420 ... er-Familie

Bei mir funktioniert der Link, obwohl er "adoptiert" heißt, ich hoffe bei euch auch.
Danke Schokoflocke. Hab's gerade gelesen und es trifft bei mir durchaus einen wunden Punkt: 'Ihre Tochter ist, wie sie ist, egal ob ihre Eltern entscheiden, dass eine ihrer Seiten unerwünscht ist. Nur wenn sie sich selbst gänzlich gesehen und wertgeschätzt fühlt, wird sie sich vielleicht ändern.' Mir ist schon klar, dass meine teilweise Ablehnung ihr Verhalten auch noch fördert bzw. ihrem Selbstbild schadet und dadurch dieses Verhalten fördert. Die empfohlene Reaktion kann ich nachvollziehen bei wirklichen Wutausbrüchen, dann kann ich sie manchmal sogar umsetzen, aber wenn sie 'ruhigen Blutes' gemein oder brutal ist und ich eingreifen muss, dann kann ich diese Seite an ihr eben wirklich nicht annehmen, bin enttäuscht, wütend, traurig, frage mich, was schiefgelaufen ist und warum sie so ist (Und damit meine ich jetzt die Häufung solcher Situationen oder auch die Massivität. Dass alle Kinder mal gemein zueinander oder auch mal zu Erwachsenen sind, ist mir klar, damit könnte ich schon leben).
Und auch dieses Abblocken jeder Hilfe, die Vermeidungsstrategien aus Versagensangst, wie kann ich das denn 'annehmen'?

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 11:23
von Mera
Nuala, das klingt alles nach meiner Tochter (8). Leider wird sie da oft sehr krawallig, körperlich und sie gibt auch keine Ruhe, bis ihr "Opfer" auch giftig oder traurig ist. Oder bis sie selbst dann weint (ihre Schwelle dafür ist aber extrem hoch, dass sind im Vorfeld dann unschöne Szenen), danach ist die Blockade bei ihr weg. Auch das mit dem "dauernd neu lernen" (das kenn ich auch von mir in bestimmten Bereichen).

Ruhig bleiben hilft hier nicht (als ich das letzte Woche Mittwoch versucht habe, hat sie mich gebissen :-/ . Hat sie noch extra herausgefordert.) . Rausschicken lässt sie sich nicht, rausgehen hilft auch nicht (ist auch nicht immer drin, sonst quält sie einen der Brüder). Von daher würde mich interessieren, wie das bei KaHaLi läuft? Lässt dein Mann einen Rückzug deinerseits zu? Alternativangebote nimmt sie nicht an.

Situationen sind häufig bei: Zu wenig geschlafen, hungrig, nach der Schule (in der Schule extrem angepasst sein und daheim wird dann kompensiert). Aber das kann auch einfach so passieren, wenn alles andere sonst gut ist. Oft steigert sie sich auch rein. Nach dem Motto "Egal worum es geht, ich bin DAGEGEN!" und es wird dann gekämpft bis aufs Blut...wegen nix!

Muss da mal ein bisschen drüber nachdenken, bin gerade dank der zwei Jüngsten nicht so ultra konzentriert ;-) .

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 12:35
von Nuala
chennai hat geschrieben:
Schokoflocke hat geschrieben:Ich kann persönlich nichts beitragen, habe aber zu dem Thema gerade einen Artikel gelesen. Vielleicht hilft es ja jemandem, auch wenn ich es recht schwammig finde.
http://mobil.derstandard.at/20000261420 ... er-Familie

Bei mir funktioniert der Link, obwohl er "adoptiert" heißt, ich hoffe bei euch auch.
Danke Schokoflocke. Hab's gerade gelesen und es trifft bei mir durchaus einen wunden Punkt: 'Ihre Tochter ist, wie sie ist, egal ob ihre Eltern entscheiden, dass eine ihrer Seiten unerwünscht ist. Nur wenn sie sich selbst gänzlich gesehen und wertgeschätzt fühlt, wird sie sich vielleicht ändern.' Mir ist schon klar, dass meine teilweise Ablehnung ihr Verhalten auch noch fördert bzw. ihrem Selbstbild schadet und dadurch dieses Verhalten fördert. Die empfohlene Reaktion kann ich nachvollziehen bei wirklichen Wutausbrüchen, dann kann ich sie manchmal sogar umsetzen, aber wenn sie 'ruhigen Blutes' gemein oder brutal ist und ich eingreifen muss, dann kann ich diese Seite an ihr eben wirklich nicht annehmen, bin enttäuscht, wütend, traurig, frage mich, was schiefgelaufen ist und warum sie so ist (Und damit meine ich jetzt die Häufung solcher Situationen oder auch die Massivität. Dass alle Kinder mal gemein zueinander oder auch mal zu Erwachsenen sind, ist mir klar, damit könnte ich schon leben).
Und auch dieses Abblocken jeder Hilfe, die Vermeidungsstrategien aus Versagensangst, wie kann ich das denn 'annehmen'?
Witzigerweise bin ich auch genau an diesem Satz hängen geblieben.
Andrerseits - wie kann ich ruhig bleiben und es einfach als ihre Art sehen, wenn sie andere beschimpft oder gar haut? MMn sind alle Gefühle erlaubt und ok, auch Wut und Ärger. Von mir aus soll sie sogar schimpfen, aber nicht ANDERE BEschimpfen! Denn das verletzt und tut weh, das ist für mich einfach nicht ok und ich will auch nicht, dass ich es einfach als einen normalen Teil von ihr sehe...

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 14:01
von lala
Ich habe hier auch so ein Kind, auf. das vieles passt, was ihr von euren Kindern schreibt. Hier hat es sich leider auch (noch?) nicht verwachsen, sie wütet nämlich teilweise auch außer Haus, mit elf.

mobil

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 14:10
von Nuala
Ich glaub diese Kinder sind nicht so selten wie man manchmal meint...
Sie stechen halt teilweise sehr hervor. Wobei ich eh glaub dass viele das vor allem zu Hause rauslassen und draußen zumindest weniger...

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 19:11
von KaHaLi
Mera hat geschrieben: Von daher würde mich interessieren, wie das bei KaHaLi läuft? Lässt dein Mann einen Rückzug deinerseits zu?

.
Das ist immer sehr situationsbedingt.
Wenn wir zuhause sind, wechsle ich den Raum.
Es ist auch schon vorgekommen, dass er mir dann gefolgt ist, um weiter zu nerven, ich habe mich dann auch einmal im Gästezimmer eingeschlossen, um meine Ruhe zu haben, das hat er dann gecheckt.
Ganz schwer sind Situationen, in denen ich nicht entfliehen kann, wie im Auto.
Typische Situationen wie wir stehen im Stau und kommen zu spät oder wir haben uns verfahren und das Kind wird quengelig.
So Stress kann ihn richtig in Fahrt bringen und ich versuche dann ruhig zu bleiben, obwohl ich ihn am liebsten aus dem Auto schmeißen würde, beherrsche mich nur wegen der Kleinen. Und er weiß ganz genau, dass es mich fertig macht, vor der Kleinen mit ihm Terror zu haben.
Ich bin aber auch schon mal rechts ran gefahren und habe ihn aus dem Auto geholt und ihm gesagt, dass er sich zusammen reißen soll.
Es ist nicht immer so einfach... manchmal läuft es super und dann belastet ihn irgendwas und er ist ungenießbar, sobald ich ihn auch nur anspreche.

Was eben am wichtisten ist IMMER im Dialog bleiben und abends nochmal durchsprechen, was los ist, warum er sich so benommen hat und daran erinnern, was wir in der Paartherapie besprochen haben.
Je mehr und je besser wir miteinander kommunizieren, desto besser klappt es.

Re: Wütendes und verzweifeltes Schulkind

Verfasst: 30.11.2015, 19:26
von lamia
Nuala hat geschrieben:Ich glaub diese Kinder sind nicht so selten wie man manchmal meint...
Sie stechen halt teilweise sehr hervor. Wobei ich eh glaub dass viele das vor allem zu Hause rauslassen und draußen zumindest weniger...
Ja, das ist auch mein Eindruck. Nein Großer ist ähnlich wie eure Kinder. Ich kann grad nur die paar Sätze während des
Einschlafstillens schreiben - wir haben heute mit Freunden einen Spieleabend. Ich möchte aber gerne morgen mal unsere Situation schildern und wie wir derzeit damit umgehen.