Re: Müdes Baby ohne Sättigungsgefühl
Verfasst: 29.01.2015, 22:26
Stimmt, so klingt es einleuchtend. *zustimm* Danke Dir für den Vergleich! Ich glaube, speziell mein Mann hat auch einfach die Sorge, dass man den Punkt verpasst, an dem man nach Babys Pfeife tanzt, nur weil es einen bestimmten Mucks macht. Ich bin mir auch zum Beispiel immer noch nicht so recht sicher, wie ich bei Müdigkeit mit dem Schreien umgehen soll. Man hört ja immer, dass Kinder sich auch selbst beruhigen können müssen. Ich kann mir das aber nicht lang untätig angucken (oder anhören), auch wenn er nur knüttert und nehme ihn zumindest auf den Arm. Ich rede ihm dann gut zu oder singe was, wenn das nix bringt, dann lasse ich ihn knüttern oder brüllen, behalte ihn aber trotzdem auf dem Arm, um zu signalisieren, dass ich ihn nicht allein lasse, auch wenn ich ihm gerade nicht helfen kann. Andererseits lasse ich ihn auch mal meckern, wenn ich mir gerade etwas zu essen mache und er mit in der Küche im Kinderwagen ist oder frisch im Tragetuch sitzt.tinababy2013 hat geschrieben: Bei Wärme und Schlaf und Sicherheit kenne ich persönlich niemanden, auch keinen Arzt, der dazu raten würde, das Baby erstmal einen richtigen Mangel daran spüren zu lassen (also frieren lassen, zwanghaft wach halten oder Angst leiden lassen im Beispiel), damit es dann die Wärme, den Schlaf oder die Sicherheit richtig annehmen kann oder zu schätzen weiß.
Das tue ich, ja. Obwohl ich gestehen muss, dass ich den Hunger irgendwie schlecht von anderen Unmutsäußerungen unterscheiden kann. Ich habe ihn am Anfang bei jedem Mucks angelegt und muss jetzt die Identifizierung und Zuordnung seiner Zeichen und Laute nachholen. Fäustchen machen oder Schmatzen/Zunge herausstrecken heißt ja beispielsweise nicht immer Hunger (was ist mit Sabbern und Spuckebläschen machen? Läuft ihm da regelrecht das Wasser im Munde zusammen?). Daher dauert es mitunter recht lange, bis ich es verstehe und mir (vermeintlich) sicher bin, dass er Hunger hat (gerade eben hat er den Kopf brüllend Richtung Brust gereckt - mein Zeichen - und dann eigentlich doch hauptsächlich nur an der Brust genuckelt... oder gehört das auch zum Clusterfeeding?).tinababy2013 hat geschrieben:Ich habe heraus gelesen, dass du auch vom Zeitplan abweichst, wenn dein Kind Hunger verkündet und möchte dich bitten, das weiterhin zu tun! Diese Zeitpläne sind doch murks und stehen den gesunden, instinktiven Äußerungen eines Babies u. U. völlig im Weg!
Stimmt, das habe ich noch gar nicht in der Kalkulation gehabt. Da die Brust derzeit jedoch sein absolutes Mekka ist (seit einiger Zeit besonders am Abend und in der Nacht - er wird richtig motzig, wenn er nur noch nuckelt und ich ihm die Brust entziehe, weil ich nicht stundenlang auf derselben Seite liegen mag). Ich habe mal gelesen, dass Dauernuckeln auch nicht förderlich ist für die Milchbildung. Stimmt das? Soll ich dann Abends und in der Nacht andere Beruhigungsmethoden wählen? Derzeit lasse ich es ihm "durchgehen", weil ich glaube, dass er einen Enteicklungssprung macht und es ihm einfach bei der Verarbeitung hilft. Da er aber eher motzig denn ängstlich bei Entzug der Brust reagiert, bin ich manchmal echt geneigt, einfach "nö" zu sagen, weil ich keine wunderen Brustwarzen möchte und auch mal eine mir genehme Schlafposition wählen mag.tinababy2013 hat geschrieben: Es wird weniger Clusterfeeding werden und dein Kind wird weniger oft ins Nuckeln versinken mit der Zeit. Die Kinder werden doch schnell aktiv und wollen sich dann ständig umschauen und bewegen usw.
Ich denke das Problem ist, dass wir eben schon so viel ausprobiert haben und es nicht so richtig gefruchtet hat. Mit meinem "Stillen nach Bedarf" bin ich ja auch total vor die Wand gefahren und das auf Kosten der Gesundheit meines Kindes. Mein Mann ist eben ein sehr strukturierter Mensch mit einem ziemlich harten und langen Arbeitstag, der eben nur möchte, dass sich das Leben von Frau und Kind nicht nur in der Wohnung abspielt und sich nur um die Stillerei dreht. Der Zahn, dass ich nicht schon nach zwei, drei Wochen einen eingespielten Rhythmus mit Kind haben werde, wurde ihm ja quasi schon gezogen. Allerdings ist das Umfeld (Gyn, Stillberaterin/Krankenschwester im Stillcafé) der Meinung, dass das nach acht Wochen mal so langsam der Fall sein sollte. Ich wäre ja auch um ein bisschen Planbarkeit froh. Ich werde immer ganz neidisch, wenn andere Mamis davon berichten, dass sie und ihr Baby schon ein eingespieltes Team sind.tinababy2013 hat geschrieben:Hab (auch dein Mann! ) noch ein bißchen Geduld!