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Re: AW: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 15.10.2014, 15:16
von sapphire
Sakura hat geschrieben:Sarasu hat geschrieben:Ich fand das Gonzales-Buch sehr hilfreich, ich glaube es heisst "Jedes Kind kann richtig essen".
Worum geht es Dir vor allem? Dass Du Dich ärgerst, weil Dein Kind das liebevoll gekochte Essen verschmäht? Dass Dein Kind "zu dünn" ist? Dass Dein Kind zunehmen soll?
finde ich auch eine wichtige Frage. habe hier zb ein wohlgenährtes kind, was trotzdem mein gekochtes essen meist verschmäht (ausnahme: nudeln -aber bitte ohne Soße-, kartoffelbrei, manchnal pizza, manchmal fein pürrierte suppe). ich biete auch brot als "geht immer" alternative an. meistens will sie eben lieber das...
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 15.10.2014, 15:27
von MaareMum
Oh jeh, und wie macht Frau kast-Zahn das? Lässt sie die Kinder schreien bis sie vor Hunger dann das ungewollte Essen doch essen?
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stillend und einhändig vom Handy aus
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 15.10.2014, 15:51
von AnnaKatharina
MaareMum hat geschrieben:Oh jeh, und wie macht Frau kast-Zahn das? Lässt sie die Kinder schreien bis sie vor Hunger dann das ungewollte Essen doch essen?
Du mach die keine Sorgen, dass ist ja kontrolliertes Schreienlassen, das ist doch totaaaaaal in Ordnung.
Und wenn die Kinder dann beim Schreien kotzen, dann weiß man ja auch, dass die garnicht wirklich Hunger haben, sondern dich nur manipulieren wollen.

(Ja, dieser Beitrag enthält Ironie!)
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 15.10.2014, 16:42
von Sakura
MaareMum hat geschrieben:Oh jeh, und wie macht Frau kast-Zahn das? Lässt sie die Kinder schreien bis sie vor Hunger dann das ungewollte Essen doch essen?
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stillend und einhändig vom Handy aus
Wenn man den Rezensionen bei Anazon glauben darf, dann propagiert sie die Regel, dass die Eltern bestimmen, wann was auf den Tisch kommt, und die Kinder bestimmen, ob und wieviel sie davon essen. Was Frau Kast Zahn für den Fall empfiehlt, dass das Kind nichts von dem liebevoll gekochten mag, weiß ich nicht. Jetzt bin ich echt neugierig, und werde das Buch vielleicht doch mal lesen...
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 15.10.2014, 17:30
von AmysMom
Sakura, da hast du gleich mehrere Punkte getroffen.
Sakura hat geschrieben:Ich will das auch nicht, daher habe ich Nutella noch nicht mal im Haus, genauso wenig wie Milchschnitte und co.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen solche Sachen. Bleiben wir doch mal bei Milchschnitte als Beispiel. Für mich fällt das in die Kategorie naschen, so wie Gummibärchen und Schokolade. Da sie letzteres nicht mag, ist es für mich okay, wenn sie mal eine Milchschnitte isst. Von mir aus auch eine täglich - wenn es eben "Naschen" bleibt und nicht die Hauptnahrungsquelle ist. Die Fragen, die ich mir dann stelle, sind:
- Müssen die anderen Familienmitglieder dann auf so etwas verzichten?
- Oder kaufen, zuteilen und essen lassen? Wenn alle, dann alle... Das würde aber hier nicht unbedingt Stress vermeiden, weil sie ja evtl. sieht, dass noch welche da sind, nur eben nicht aus ihrer Ration.
Was ist denn das praktikabelste in einer Familie mit mehreren Kindern? Ich selbst und mein Mann könnten natürlich darauf verzichten, dann würden nur noch Lebensmittel gekauft, die IMMER akzeptabel sind. Aber was ist mit der großen Schwester? Soll sie dann auch nichts mehr naschen dürfen?
Sakura hat geschrieben:Der Sinn ist, dass es ein Alternativessen gibt, welches dem Kind schmeckt und das bei Bedarf kommentarlos gegessen werden darf.
Ich habe ein Problem mit dem Alternativessen. Ich weiß nicht genau, warum. Wenn ich mir jetzt vorstelle, halt immer gekochte Nudeln da zu haben, dann fühlt sich das eben so nach der Extra-Wurst an. Wenn wir alle am Tisch sitzen und das Kind sagt: "bäh, mag ich nicht!", ohne überhaupt probiert zu haben, dann zu sagen: "Okay, dann bringe ich dir Nudeln.", das widerstrebt mir total.
Bin ich da verquer? Geht nur mir das so?
Sakura hat geschrieben:Worum geht es Dir vor allem? Dass Du Dich ärgerst, weil Dein Kind das liebevoll gekochte Essen verschmäht? Dass Dein Kind "zu dünn" ist? Dass Dein Kind zunehmen soll?
Der erste Punkt, ja, der spielt auf jeden Fall mit rein. Das ist aber mein Ding, das weiß ich. Sie soll auch nicht zunehmen um jeden Preis. Es geht mir darum, dass sie sie ausreichend Nährstoffe bekommt, so dass sie sich wohl fühlt und gesund entwickeln kann.
Sakura hat geschrieben:Pflicht, Kalorien in das Kind zu bekommen... so würde ich es nicht sehen. Du musst keine Kalorien in sie hinein bekommen. Das macht sie offensichtlich selber und freiwillig, aber eben nicht mit den Lebensmitteln, die Du gut findest.
Ja, das stimmt wohl! Und wenn ich der Werbung glauben darf, sind da auch gaaanz viele Vitamine drin
@sarasu: Ja, die Kernaussage von Gonzales ist mir bekannt. Ich glaube ja auch nicht, dass ein gesundes Kind am gedeckten Tisch verhungern kann. Nur mein Wusel lässt mich halt öfter daran zweifeln

Re: AW: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 15.10.2014, 18:56
von Sarasu
Ich vermute einfach mal dir geht es wie mir und du nimmst es persönlich wenn das Kind Essen ablehnt, dass du gekocht hast. Und dann noch was extra kochen zu müssen ist irgendwie ... undankbar/würdelos/mir fehlt das richtige Wort, auf jeden Fall "sollte es nicht so sein".
Aber vielleicht hilft es, das so zu sehen: "Mein Kind mag zur Zeit nur Nudeln" (um mal bei dem Beispiel zu bleiben). Du und der Rest der Familie wollen auch mal was anderes, also kochst du was du willst ohne Rücksicht auf dieses Kind. Zum Essen stellst du ihm die Nudeln hin und einen leeren Teller für den Fall, dass es doch probieren will.
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 16.10.2014, 06:48
von Sakura
AmysMom, die gleichen Gedanken hatte gestern Nachmittag auch, wie sollen Süßigkeiten für die ganze Familie funktionieren. Eben. Entweder alle oder keiner. Ein Nicht auflösbares Dilemma.
Sehen wir es mal andersrum, ohne Markennamen, und ohne Emotionen. Deinem Kind schmeckt Dein Essen nicht. Es hat aber trotzdem Hunger. In seinem Gehirn abgespeichert ist, dass die vorhandenen Süßigkeiten ihm die Kalorien liefern, die es so dringend zum Wachsen braucht. Also bittet es Dich um diese.
Alternativ-Essen: keine Ahnung, wie andere das sehen. Ich weiß nur, wenn wir das nicht gehabt hätten (ca 1 Jahr lang, jetzt wird es langsam überflüssig), dann wäre es bei uns nicht mehr schön gewesen. Ja, ich war auch oft sauer. Die Babyschwester isst es mit Genuss, die Große lehnt es ab. Ja, ich war persönlich beleidigt. Nützt mir nur nichts. Mir hat die Erinnerung daran geholfen, dass ich im Kindergarten zum Essen gezwungen wurde. Die Vorstellung, UFOs würden mich auch einen Planeten entführen, wo es nur grünen Schleim, fette lebendige Maden und sonstige Insekten zu essen gibt. Und natürlich die Lektüre von González und Renz-Polster.
Und das Wissen, Es ist eine Phase. Nicht mehr, und nicht weniger. Andere Babys haben im KiWa geschlafen. Meines nicht. Na und? Da gab es eben die Extra-Wurst des Tragetuches, worüber andere nur den Kopf geschüttelt haben. Aber ich weiß, dass es anders nicht funktioniert hätte. Oder eben extrem-ferbern mit 4 Wochen. Es gibt Babys, die in den ersten drei Monaten schreien, die abends clusterstillen. Es gibt die Trotzphase. Die Pubertät. Die ich-will-genau-die-gleiche-Kleidung-wie-alle-anderen-Pase. Die... Was weiß ich. Phasen. Alles Phasen, die vorbei gehen. Machen kann man da wenig bis nichts, sage ich mir. Und die ich-bin-drei-Jahre-alt-und-esse-nur-Nudeln-aber-manchmal-auch-nicht-Phase ist sooooo typisch... Quasi alle Kinder, die ich kenne, haben die mehr oder weniger. Egal ob Flasche oder stillen, ob Brei oder Fingerfood. Ich weiß, dass besonders bei einem Fingerfood-Baby, das mal ALLES gegessen hat, es für die Mutter und Köchin hart ist.
Fasse ich es korrekt zusammen? Du möchtest, dass alle das essen, was Du sorgfältig zubereitet hast. Deine Mittlere weigert sich, das ärgert Dich. Dein Kind hat aber trotzdem Hunger, so sehr, dass es nicht schlafen kann. Es bittet dich statt Essen um Süßigkeiten, was dich ebenfalls ärgert. So kann es nicht weitergehen, daher hast du hier gepostet.
Ich sehe bei dieser Konstellation drei Möglichkeiten: dein Kind ändert sich, Du änderst Dich, oder das Essen ändert sich.
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 16.10.2014, 06:54
von Sakura
PS: (mit Handy verliere ich so schnell den Überblick): ich sehe es wie Sarasu. Ich fand es sehr befreiend und befriedigend, beim Kochen nicht auf die Kinder Rücksicht nehmen zu müssen. So kann ich nach Herzenslust scharf, exotisch, sonstwas kochen, was UNS schmeckt. Die Kinder dürfen zwanglos probieren, und oft genug schmeckt es ihnen sogar. Wenn nicht, dürfen sie gern was anderes essen, ich esse das, was MIR schmeckt.
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 16.10.2014, 09:29
von MaareMum
Hach Sakura, das hast du echt gut gesagt. So nen pep talk brauch ich auch grad. Der Phasen-Vergleich ist gut! Und macht Hoffnung, dass das Kind nicht auch mit 18 noch ein Extrem-Mäkler ist.
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stillend und einhändig vom Handy aus
Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer
Verfasst: 16.10.2014, 12:25
von AmysMom
Dem kann ich mich nur anschließen. Danke!