Seite 3 von 4

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 30.08.2014, 21:50
von deidamaus
Ich bin ja kein Experte auf dem Gebiet, aber das Kind (radikal) abzustillen und dazu noch alleine (mit Papa) einschlafen zu lassen, wird die Situation eher verschlechtern als verbessern.

Poste doch mal das Verhalten deines Kindes hier im Bereich Unsere Kinder. Da findest du bestimmt Hilfe.

Liebe Grüße
deidamaus

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 30.08.2014, 21:51
von Carraluma
Nur kurz, was mir zur "mit anderen Kindern treffen"-Problematik eingefallen ist:
Vielleicht hilft es sich mit älteren Kindern zu treffen, die ihr überlegen sind. Da müsstest du dich vielleicht nicht einmischen und sie kann mit (wenn auch älteren) Kindern interagieren.

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 30.08.2014, 22:11
von tania
und dass ihr euch mit aelteren kindern trefft? mein grosser spielt gerne mit rauflustigen 1-2jaehrigen.

Re: AW: radikales abstillen?

Verfasst: 30.08.2014, 22:22
von powerlady
Weißt du was unsere KiÄ zu so einem aggressivem Verhalten meinte: Kinder, die in der Entwicklung weiter sind, haben oft dieses Verhalten, weil sie sich noch nicht anders ausdrücken können (das Gehirn spielt da einfach noch nicht mit). Wir hatten nämlich im KiGa die fiesesten Beißattacken, im Moment ist alles super, ab und zu meint er noch mal hauen zu müssen, das ist aber wirklich die Ausnahme.

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 30.08.2014, 22:27
von 7erendipity
Hallo,
Nimm dir bitte nicht alles so zu Herzen was diese Kä/KP zu dir gesagt hat. Vieles von dem was du an verhalten deiner Tochter beschrieben hast hört sich für mich normal an bzw. Kenne ich das aus eigener Erfahrung :wink:
Da ich keine psychologische Ausbild. Habe und euch nicht persönlich kenne kann ich natürlich diese Diagnose nicht fachlich be- bzw. Verurteilen. Allerdings ist mir schon öfter aufgefallen dass sich einige (Kinder-)Psychologen mit längerem stillen sehr schwer tun und es auch negativ z. B. Bezüglich der Loslösung beurteilen. Rüdiger posth Bspw. Falls du schon mal von ihm gelesen/gehört hast. Die Natur hat sich m. M. N. Ihren Teil dabei gedacht dass Menschen eher länger stillen...ich glaube nicht dass die ganzen psYchischen Probleme die heute bei so vielen Menschen bestehen von zu langem stillen gekommen sind um mal polemisch zu werden, die Statistiken sagen ja auch eher anderes.

Um noch von uns zu berichten: Unsere Tochter ist jetzt genau 24 Monate alt, wird außer zum einschlafen und bei aua und knatsch tagsüber aktuell nachts wieder sehr häufig gestillt. Sie schläft bei uns und wird von meinem Mann und mir je 50% betreut. Sie geht außerdem dreimal wöchentlich drei Stunden zur Tagesmutter, die Eingewöhnung begann mit 12 Monaten und hat ewig (! Ca drei Monate) gedauert. Sie ist gerne mal mehrere Stunden bei ihren beiden Omas, ca seit sie eineinhalb ist haben wir das langsam gesteigert. Außerdem arbeite ich teilweise shr lange Schichten, dann wird so von meinem Mann problemlos ohne stillen ;-) ins Bett gebracht. Bei der Oma schläft sie im Buggy oder auch mal im Tuch ein. Mein Mann hatte sie auch mal monatelang zum einschlafen getragen, ich kenne viele Kinder die vollkommen problemlos bei jeder Bezugsperson Auf andere weise in den Schlaf finden.
Trotzdem ist sie ein absolutes mamakind, gerade noch mehr als sonst und will hauptsächlich meine Nähe wenn ich da bin.
Und das ist auch ein Stichwort: Bezugsperson. Damit sich dein Kind von jemand anderem betreuen lässt, muss diese Person so bekannt und gemocht werden, dass sie sich für dein Kind zu einer Bezugsperson entwickelt. Das geht nicht von nun auf jetzt und kann sich gerade bei einer Tagesmutter auch mal wieder ändern. Wenn es vorher gut geklappt hat wurde ich das einfach wieder versuchen. Auch die Oma musste halt öfter Kontakt Haemophilus, damit sich eine Beziehung aufbauen kann. Meinen vorschreiberinnen kann ich auch nur zustimmen, dass ältere Kinder Wunder wirken können, da keine Konkurrenzsituation entsteht.
Und in Bezug auf aggressives verhalten möchte ich dir das Buch Aggression von Jesper Juuls nahelegen, das hat bei mir ziemlich viele Augen geöffnet wie in unserer Gesellschaft mit Aggression umgegangen wird. Das sprengt jetzt aber den Rahmen hier.
Lässt euch nicht pathologisieren. Wenn du fühlst oder denkst es stimmt etwas nicht mit euch, hol dir eine zweite Meinung. Vertraue deinen Gefühlen, deinem Instinkt und deinem Kind.
Alles gute euch!

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 30.08.2014, 22:31
von 7erendipity
Haemophilus = bekommen, da hat sich die Autovervollstandigung ja mal wieder selbst übertroffen...

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 31.08.2014, 07:39
von glückskind
7erendipity hat geschrieben:Da ich keine psychologische Ausbild. Habe und euch nicht persönlich kenne kann ich natürlich diese Diagnose nicht fachlich be- bzw. Verurteilen.
Super, das gleiche möchte ich auch voranstellen.

Eure Tochter ist gerade mal 22mon alt. Du stillst sie tagsüber nur zum Einschlafen, sowie abends zum Schlafen und Nachts. Das empfinde ich nicht als häufig. Genieße dein Kuschelkind, das ist doch toll, zum Einen für dich und zum Anderen dass sie sich so geborgen fühlen kann,so sicher dass du immer für sie da bist. Ich finde, genau so sollte die Welt eines (klein)Kindes aussehen.

Aggressiv, müde, weinerlich sind alle irgendwann. Auch Phasenweise sehr ausdauernd. Wenn es der engsten Bezugsperson dann zusätzlich nicht so gut geht, wirkt sich das auch emotional auf das Kind aus, das sind eigentlich sehr empathische Wesen. In einer Stunde beobachten (Wo überhaupt, Praxis oder daheim?) will sie das alles festgestellt und Verhalten analysiert haben?
Dass deine Tochter eine enge Bindung zu dir hat ist selbstverständlich, unter der Voraussetzung, dass ihr fast 24/7 zusammen seid erst recht.

Und nun quartiert ihr sie ganz spontan aus. Nicht nur aus dem Bett, sondern gleich aus dem Zimmer und dann ist in dieser krassen Umstellung noch nicht mal die engste Vertrauensperson da. Auch das kann ein Kind ohne Schaden überstehen, aber ist das nötig?
Wie sollt ihr das realisieren? Was soll sie statt stillen angeboten bekommen? Der berufstätige Papa soll nachts mind. 2-5 mal aufstehen und eine erneute Einschlafbegleitung übernehmen? Sollt ihr an eurem Alltag etwas ändern oder bleibt alles bis aufs Stillen & das eigene Zimmer unverändert?
Ich merke, dass ich nach fast 2 Jahren Still- und Wachzeit ziemlich ausgelaugt bin und zudem gerne mal mehr als 2 Stunden ohne Kind
verbringen würde.
Kann ich total nachvollziehen. Vormittags, Nachmittags - theoretisch bist du schon entbehrlich, aber wenn sie so kuschelbedürftig ist und sich das weder zum Tagschlaf noch nachts/ abends holen kann - wann dann? Überlege dir das noch mal. Auch ob du das wirklich möchtest und realisieren kannst.
Du schreibst von einem Entwicklungsschub - noch ein Grund mehr, nicht zu viel auf ein mal und schon gar nicht radikal zu ändern. Begleite sie, fang sie auf - genau das braucht ein klitzekleiner Mensch. Mama, Familie, Vertrauen (und gewiss keine "Isolation"!)

_______________________

Wegen der Milchstaus - pumpen und dem eigenen Körper sanftes Abstillen suggerieren? Keine Ahnung ob das realisierbar ist. Die abgepumpte Mumi könntest du ja dennoch deiner Tochter geben.

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 31.08.2014, 07:49
von glückskind
Noch mal meine persönliche Meinung - ich finde das echt unglaublich, was die Kinderärztin/ - psychologin euch da rät. Und was soll das für eine Veränderung an ihrem Verhalten geben?
Eine Regulationsstörung, ja? Und sollte man das Kind dann nicht eher begleiten, miteinander damit umgehen lernen?
Anders - sie sagt ja irgendwie (bitte nimm es nicht persönlich - ich rege mich nur über diese kiä auf) Dein Kind sei krank - es hat eine Störung die allein durch Abstillen, nächtlichen Nestwärme und Mama Entzug und stattdessen pure Einsamkeit und ungewohntes durch Papa ins Bett bringen geheilt werden kann.
Also mal ehrlich, wer kommt denn da nicht ins Kopfschütteln?

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 31.08.2014, 09:27
von Aurora
Mein erster Gedanke war auch: radikal abstillen und nachts ausquartieren wird alles nur noch schlimmer machen. :shock: Und die Aussagen der KÄ, da sträuben sich mir teilweise die Haare. Die typischen Vorurteile zum LZS und FB, schön verpackt serviert.

Meine Erfahrung: wenn du Rat willst in Situationen wo es um LZS geht, dann frag keinen Arzt.
Geh am besten zu einer Stillgruppe, wo du andere LZS Mamas kennenlernst. Das hat mir persönlich am meisten geholfen, dort hab ich "Vorbilder" gefunden. Andere Mamas die mehr ERfahrung hatten als ich damals, die schon teils mehrere Kinder lange gestillt haben und liebevoll abgestillt. Auch welche, die schnell in Notsituationen abstillen mußten. Die Kinder jahrelang im FB hatten, und die auch ohne Vorschlaghammer Kinder vom FB ins eigene Zimmer ausquartiert haben.
UNd dann schau auf dein Kind und geht euren eigenen Weg!!

Konzepte verfolgen sollte man mit Dingen, aber nicht mit lebendigen Wesen.

Mein großer Sohn war auch stark auf mich fixiert und hat lange gebraucht um sich zu lösen. Aber als es soweit war, hat er viel daraus geschöpft, war soooo stolz auf sich! Hätte ich diese Schritte erzwungen und stark forciert, dann wäre das ganz anders gelaufen, da bin ich mir gerade bei ihm, der mich so sehr und so lange gebraucht hat, ganz sicher.

Alles Gute!

Re: radikales abstillen?

Verfasst: 31.08.2014, 09:57
von Leela
Zu euren Vormittagen: wenn da Betreuung durch Oma möglich wäre, Du aber wegen des Mittagessens keine Zeit hast, dann lass es doch weg. Mittags geht auch was Kaltes: Reste vom Vortag, Brote oä. Du könntest vielleicht nachmittags kochen. Oder abends vorkochen, also schon die möglichen Arbeitschritte erledigen (Gemüse schneiden, Töpfe richten). Es kommen auch wieder andere Zeiten. Vielleicht werdet ihr so flexibler.