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Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 02.08.2014, 21:31
von Lerche
Danke für die vielen Tipps :)

Wir haben ergänzend jetzt bei jedem Stillen noch einen Becher dabei, neben Unmengen von Mullwindeln. Denn einen ersten Erfolg gibt es tatsächlich: Wenn die Milch zu spritzen beginnt, dockt er nur noch ab, ohne zu Schreien - und wartet dann geduldig, bis das "schlimmste" rum ist, bevor er vorbildlich weiter trinkt.
Inzwischen geht auch die Unterscheidung Nuckeln-Hunger besser. Ich biete weiterhin einfach testweise die Brust an, wenn das nach 2-3 Mal andocken nichts ist, gibt es eben den Finger.

Liegt auch daran, dass wir uns inzwischen besser verstehen. Wenn er eindeutig müde ist, kann er mit Milch aus der Brust einfach nichts anfangen, da will er nuckeln - ist ja auch logisch, müde ist nicht Hunger.

Jetzt stellt sich mir aber eine andere Frage: So langsam habe ich den Eindruck, dass sich die Milchmenge einzupendeln beginnt. Müsste ich denn dann in absehbarer Zeit während der Brustmahlzeit die Brust wechseln? Und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Gegenwärtig nuckelt er ganz zum Ende der Mahlzeit noch ein wenig vor sich hin, bevor er abdockt, aber wenn ich ihn nach der kleinen Pause im Stillintervall nochmal an die selbe Brust anlege, scheint ihn das nicht zu stören.
Ich nehme an, ich würde merken, wenn er noch ganz dringend die andere Brust braucht? Und was ist für die Milchbildung besser?

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 03.08.2014, 22:10
von deidamaus
Sorry, dass ich mich so spät melde, bin bei meinem Eltern zum Urlaub machen :D
Lerche hat geschrieben: Wir haben ergänzend jetzt bei jedem Stillen noch einen Becher dabei, neben Unmengen von Mullwindeln. Denn einen ersten Erfolg gibt es tatsächlich: Wenn die Milch zu spritzen beginnt, dockt er nur noch ab, ohne zu Schreien - und wartet dann geduldig, bis das "schlimmste" rum ist, bevor er vorbildlich weiter trinkt.
Das klingt ja super. Da habt ihr aber ein ganz schlaues Baby :D
Inzwischen geht auch die Unterscheidung Nuckeln-Hunger besser. Ich biete weiterhin einfach testweise die Brust an, wenn das nach 2-3 Mal andocken nichts ist, gibt es eben den Finger.
Dann scheint sich ja jetzt alles ein bisschen einzuspielen.
Liegt auch daran, dass wir uns inzwischen besser verstehen. Wenn er eindeutig müde ist, kann er mit Milch aus der Brust einfach nichts anfangen, da will er nuckeln - ist ja auch logisch, müde ist nicht Hunger.
Richtig!
Jetzt stellt sich mir aber eine andere Frage: So langsam habe ich den Eindruck, dass sich die Milchmenge einzupendeln beginnt. Müsste ich denn dann in absehbarer Zeit während der Brustmahlzeit die Brust wechseln? Und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Gegenwärtig nuckelt er ganz zum Ende der Mahlzeit noch ein wenig vor sich hin, bevor er abdockt, aber wenn ich ihn nach der kleinen Pause im Stillintervall nochmal an die selbe Brust anlege, scheint ihn das nicht zu stören.
Ich nehme an, ich würde merken, wenn er noch ganz dringend die andere Brust braucht?
Genau. Das würdest du merken. Wenn er dann immer weiter trinken würde, und immer seltener schluckt (also z.B. saugen-saugen-saugen-schlucken, statt saugen-schlucken-saugen-schlucken), dann wäre es Zeit, die Seite zu wechseln.

Wenn du das Gefühl hast, es passt von der Milchmenge, einfach den Block etwas verkürzen und dann irgendwann dazu übergehen, bei jedem Stillen die Seite zu wechseln. Geht die Milchmenge wieder zu hoch, dann wieder auf Blockstillen umsteigen.
Und was ist für die Milchbildung besser?
Wenn man die Milchmenge steigern will, wird empfohlen möglichst häufig die Seite zu wechseln. U.U. sogar bereits nach einer Minute (sogenanntes Wechselstillen). Das wird aber bei dir nicht nötig sein.

Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 04.08.2014, 15:26
von Lerche
Super, vielen Dank :) Mit den Tipps wird das sicher in absehbarer Zeit reibungslos laufen.
Die Nacht war wieder eher mäßig, dafür ist es tagsüber unproblematisch.
Ich fürchte, ich brauche nachts noch etwas zu lang, bis ich auf den Bedarf des Kleinen reagiere und lasse ihn dann auch nicht konsequent genug aufstoßen, müde-faul wie ich bin :oops: Da muss ich wieder mehr drauf achten, habe mich ein wenig auf dem "Im Liegen stillen" ausgeruht.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 04.08.2014, 22:22
von deidamaus
Wenn es nachts nicht unununbedingt nötig ist, würde ich das Aufsstossen lassen versuchen zu vermeiden. Nach dem Stillen nicht mehr bewegen, d.h. liegen lassen und abwarten. Oft geht es nachts auch problemlos ohne Bäuerchen.

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 05.08.2014, 09:40
von Phönix
Ich will dir mal ein bisschen Mut machen. Meine Kinder haben auch mit meinem sehr starken MSR und vieeeel zu vieeeel Milch kämpfen müssen, aber das wird. Der Mops konnte am Anfang nur im liegen stillen, da läuft es bei mir am langsamsten, aber selbst da hat er sich die ersten 2 Wochen permanent verschluckt und wurde in Milch gebadet. Als das reibungslos ging, konnte ich ihn im halbsitzen stillen, auch da brauchte er wieder gut 2 Wochen, bis er das drauf hatte. Dann nochmal gut 2 Wochen und er hatte stillen im Wiegegriff wenn ich komplett aufrecht sitze gelernt. Beide Kinder mussten lernen, ganz ganz fix zu schlucken (macht der Mops so) bzw. MSR auszulösen und dann erstmal abzudocken (so hats meine Tochter gemacht). Zwei unterschiedliche Methoden, die beide zum Ziel führen. Aber nach gut 2 Monaten hatten es beide auf ihre Art raus, mit dem Milchüberfluss klarzukommen.
Mein Sohn nuckelt auch lieber am Finger, weil bei mir immer Milch kommt, nuckeln ohne den MSR auszulösen hat bisher keines meiner Kinder geschafft. Meine Tochter nahm dann irgendwann ihren Daumen, der Mops nimmt lieber unseren kleinen Finger, Schnuller wäre mir auch lieber, aber was solls, den mag er nunmal nicht.

Und ich kann auch nur ganz sehr empfehlen das Baby abzuhalten. Hektisch an- und abzudocken und irgendwann die Brust anschreien ist hier ein ganz klares zeichen für: Mama, ich muss mal!!!! Ich hab zwar Hunger, aber ich MUSS mal!!!
Du trinkst doch auch nicht noch mehr, wenn deine Blase randvoll ist und du dringend mal musst? Einfach mal ausprobieren, vielleicht auch dein Kind beim stillen untenrum nackig lassen und nur ein Handtuch zwischen die Beine legen.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 05.08.2014, 11:49
von deidamaus
Da kann ich bei Phönix unterschreiben. Dieses hektische An- und Andocken war bei meinen Jungs fast immer ein Zeichen für eine randvolle Blase.

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 05.08.2014, 12:25
von Lerche
Oh, klasse zu wissen, danke auch Phönix - auch für den Erfahrungsbericht. Schön nochmal zu wissen, dass man damit nicht allein ist :)

Das mit dem Handtuch wird mal ausprobiert, nass bin ich ja ohnehin oft beim Stillen. Und mit dem Abhalten hatte ich mich auch im Rahmen des Studiums auseinandergesetzt. Prinzipiell finde ich es viel sympathischer und logischer als Windeln - wie auch das Tragen viel logischer ist, als ständiges Ablegen und ein Leben ohne Schnuller eher, als eins mit - leider bekomme ich das logistisch gerade nicht gebacken. Ich weiß, dass es eigentlich leichter wäre, wenn man sich mal zusammen reinarbeitet, aber gerade ist alles noch etwas viel neues für mich.
Wie gesagt, die Idee mit dem Handtuch klingt gut, das probieren wir mal :idea:

Deidamaus, wir versuchen es jetzt nachts mal ohne Aufstoßen. Ich habe heute nacht gemerkt, dass ihn das wieder ziemlich wach werden lässt. Noch lieber wäre es mir, ich müsste nachts nicht mal wickeln, denn selbst mit "Nur Nachtlicht" wird der Kleine davon nochmal richtig wach und schläft hinterher kaum noch mehr als eine Stunde am Stück, bevor er wieder einige Schlucke aus der Brust möchte. Vorher schafft er 2 1/2, ohne die Brust zu brauchen.
Aber solange die Windel nachts so dermaßen voll wird, kann ich das nicht machen. Ihn würde es nicht stören, er schläft auch in voller Windel weiter, aber nach dem 2.-Mal nächtlichem Stillen und anschließend hörbarem Stuhlabgang fühle ich mich damit nicht mehr wohl.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 05.08.2014, 12:35
von deidamaus
Lerche hat geschrieben: Das mit dem Handtuch wird mal ausprobiert, nass bin ich ja ohnehin oft beim Stillen. Und mit dem Abhalten hatte ich mich auch im Rahmen des Studiums auseinandergesetzt. Prinzipiell finde ich es viel sympathischer und logischer als Windeln - wie auch das Tragen viel logischer ist, als ständiges Ablegen und ein Leben ohne Schnuller eher, als eins mit - leider bekomme ich das logistisch gerade nicht gebacken. Ich weiß, dass es eigentlich leichter wäre, wenn man sich mal zusammen reinarbeitet, aber gerade ist alles noch etwas viel neues für mich.
Wie gesagt, die Idee mit dem Handtuch klingt gut, das probieren wir mal :idea:
Du kannst auch einfach die Windel aufmachen. Dann hast du nicht so viel gefummel mit Tuch und Co und dein Baby kann trotzdem beruhigt an der Luft sein Geschäft erledigen.
Deidamaus, wir versuchen es jetzt nachts mal ohne Aufstoßen. Ich habe heute nacht gemerkt, dass ihn das wieder ziemlich wach werden lässt.
Genau deswegen. Probiere es ruhig ohne, wenn dein Baby auf der Seite liegt, kann überschüssige Milch bzw. Luft leichter entweichen, als auf dem Rücken.
Noch lieber wäre es mir, ich müsste nachts nicht mal wickeln, denn selbst mit "Nur Nachtlicht" wird der Kleine davon nochmal richtig wach und schläft hinterher kaum noch mehr als eine Stunde am Stück, bevor er wieder einige Schlucke aus der Brust möchte. Vorher schafft er 2 1/2, ohne die Brust zu brauchen.
Aber solange die Windel nachts so dermaßen voll wird, kann ich das nicht machen. Ihn würde es nicht stören, er schläft auch in voller Windel weiter, aber nach dem 2.-Mal nächtlichem Stillen und anschließend hörbarem Stuhlabgang fühle ich mich damit nicht mehr wohl.
Stuhl in der Windel solltest du natürlich wegmachen. Aber meist gibt sich das mit dem nächtlichen Stuhlgang nach 6-8 Wochen. Wenn es nur Pipi ist, hilft vielleicht auch nachts abhalten oder eine Windelgröße mehr, bzw. noch eine dicke Stoffeinlage zusätzlich in der Windel.

Liebe Grüße
deidamaus

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 10.08.2014, 12:29
von Lerche
Ich mal wieder :D

Nachdem wir direkt nach dem Umsetzen der Tipps zwei richtig gute Nächte hatten, kamen danach zwei üble.
Vorab: Tagsüber gibt es kaum noch Probleme. Ich habe immer einen Becher dabei, um das "Sprudelnde" aufzufangen und auch wenn es koordinatorisch noch etwas schwierig ist, läuft es doch insgesamt ganz gut. Danke also vorab :)

Gerade benötigt der Kleine allerdings nachts viel Stillzeit - ich nehme an, da gibt es einen Zusammenhang zwischen sozialem Lächeln, ersten "richtigen" Lauten und Schlafproblemchen. Das ist primär aber noch verschmerzbar...
Jetzt ist es nur so, dass nachts nichts mehr die Milch hält. So schnell, wie die Stilleinlagen durch sind, kann ich sie gar nicht wechseln. Sie werden nass a) einfach während des Schlafens, aber auch b) inzwischen ganz schlimm während des Stillens. Ich schlafe inzwischen wieder auf einer Inkontinenzeinlage, weil ich sonst täglich das Bettzeug wechseln dürfte. Gestern habe ich es statt mit den normalen Einlagen sogar mit dicken Damenbinden versucht - die waren nach einer dreistündigen Schlafpause auch durch.

Ganz konkret:
Nachts, wenn ich auf der Seite liege, sitzen die Brustwarzen nicht genau über den Stilleinlagen, ich vermute, damit hängt das Auslaufen zusammen - ich bin heute nach 3-stündiger Stillpause völlig durchnässt aufgewacht.
Zusätzlich ist es aber seit zwei Tagen auch so, dass es, statt einmal am Anfang zu "spritzen" das jetzt zweimal macht - es sieht dann so aus: der Kleine saugt an, dockt ab, ich halte den Becher drunter und lasse es auslaufen. Dann kommt Kind wieder drann, wir stillen lange ganz unproblematisch, er dockt ab, ruht sich aus - und wenn er dann nach der Pause wieder andockt, spritzt es nochmal richtig.Parallel- und da wird es blöd - tropft jetzt die nicht gestillte Seite nicht nur, sondern sie spritzt genauso. Mit Kind dann aber zwei Becher zu halten, das bekomme ich nicht hin, da fehlt mir mindestens eine Hand. Stilleinlagen halten so nicht lange.

Fazit letzte Nacht:
Nachdem der Kleine gegen halb vier morgens zwei Stunden durch am Stillen war und ich bei der Gelegenheit weggeschwommen bin (und ich hasse es, das ist so klebrig und beginnt schnell zu müffeln...), war ich irgendwann durch.
Gibt es irgendwelche Tipps, wie ich halbwegs trocken durch die Nacht komme? Obwohl das nächtliche Dauer-Stillen anstrengend ist, bin ich da noch zuversichtlich, dass es nur eine Phase ist...aber das Dauernässen erlebe ich als Rückschlag. Vor diesen zwei Nächten hatte ich das Gefühl, es würde sich langsam einpendeln.

Re: Stillanfänger, Milchspendereflex und Saugbedürfnis

Verfasst: 10.08.2014, 15:31
von Missie
Das erinnert mich an Sohnemanns und meine Anfangszeit.
Meine Rettung waren die Stilleinlagen von Lansiloh.
Ansonsten habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass Überschwemmungen und starker MSR in den Wachstumsschüben wieder zunehmen, da ja erstmal mehr Milch produziert wird und das muss sich dann wieder einpendeln. Zumindest war und ist es bei mir so.
Ich habe übrigens auch lange auf Inko-Unterlagen geschlafen, ich denke, als der Kleine etwa drei Monate war wurde das (und alles andere ;-)) besser!
Ich hoffe, ich konnte ein bisschen helfen :-) auch wenn ich kein Profi bin.... ;-)
Tapatalk