hej-da hat geschrieben:Hallo,
Hat er, hat er sich auch sehr schnell alleine abgewöhnt. Habe erwähnt, dass er zwei Jahre gestillt wurde und darauf meinte sie: ah ja, dann würde der Überbiss wohl daher kommen. Ich war etwas perplex, denn bisher dachte ich, das Gegenteil wäre der Fall
Außerdem meinte sie, der Saugreflex würde ja mit einem Jahr abnehmen, längeres Stillen wäre überhaupt nicht gut für die Entwicklung aus logopädischer Sicht und eher hemmen.
Aber ich soll mir nun keine Vorwürfe machen, ich bin nun nicht daran schuld
Ich habe mich nun erstmal zurückgehalten, gesagt, dass ich davon noch nie etwas gehört habe. Ich könne ihr das aber ruhig glauben.
Nun frag ich mich natürlich, ob es tatsächlich einen Zusammenhang gibt......es gibt doch eher Studien, die das Gegenteil belegen, oder?
Übrigens ist die gute Frau auch Trinkberaterin.
Das ich die Kleine ebenfalls noch stille und das es ein naturliches Abstillalter gibt, habe ich nun erstmal verschwiegen und will mich nun erstmal schlau machen.
Lieben Gruß
hej-da
Was ist eine Trinkberaterin? Ist sie Stillberaterin, hat sie eine Fortbildung nach castillo Morales gemacht?
Zunächst möchte ich nur einmal anmerken, dass ich hier keine Kollegen in die Pfanne hauen möchte, sondern nur die mir bekannten Fakten erzählen kann.
Also, das Stillen ist die Naturform der Ernährung, jede andere Fütterungsform ist entwickelt. Kinder, die früher nicht stillen konnten (also so in der Urzeit) konnten in der Regel nicht überleben.
Beim Stillen wird die Brustwarze zum größten teil in den gesamten Mund genommen. Die Zunge stößt nicht, wie beim Flasche trinken, nach vorne, sondern bewegt sich in Wellenbewegungen am Oberkiefer entleng, da ja die Brust quasi ausgedrückt wird, durch die Zunge. Die Bewegung und das Saugen bedürfen eine gewisse Kraft, weshalb Kinder mit Muskelschwäche es beim Stillen schwer haben können. Durch das häufige Stillen, werden Lippen und Zunge gestärkt und gekräftigt. zudem wird beim Stillen die physiologische Zungenhaltung und das physiologische Schlucken trainiert und gefestigt.
Wird früh aufgehört zu stillen oder eben gar nicht gestillt entwickeln die Kinder bei falschen Saugern ein falsches Schluckmuster, in dem sie mit der Zunge nach vorne stpßen und somit Milch aus der Flasche drücken. Der Sauger kann sich (logischerweise) nicht so fgut an den Gaumen andrücken, wie die weibliche Brustwarze.
Dieses zur Theorie. Ich kann euch gerne noch Quellenangaben liefern, also eher Bücher, wo das nochmal hübsch nachzulesen ist, ich habe da welche in der Praxis.
Das gleiche ist dann auch, wenn ein kind nuckelt, lange und ausdauernd nuckelt. Meine Tochter hat etwa 2 1/2 Jahr genuckelt und sie hatte einen leicht offenen Biss. Mit der Abgewöhnung war das dann aber erledigt und das Gebiss hat sich richtig geformt.
Der Daumen ist sehr hart und formt somit auch Kiefer und Zähne in meist stärkerem Maße als ein Schnuller, Sauger oder gar die weiche Brustwarze. Einen lutschoffenen Biss kann man sehr gut erkennen. Sauger und Daumen verformen auch gerne mal den Gaumen, schon gesehen bei solchen Kirschsaugern, die dann wie eine Murmel in den Gaumen geformt haben.
Mit dem beikostalter sollte das korrekt erlernte Schluckmuster beibehalten werden. Also die zunge drückt nach oben und schiebt dadurch die Nahrung nach hinten in den Rachen.
Bei Flaschkindern kann es gut sein, dass die Zunge weiterhin nach vorne schiebt und sich somit die korrekte Schluckhaltung nicht einstellt.
Hej-da, ich denke nicht, dass dein Sohn die ganze Zeit über voll gestillt wurde?
Es gibt keine wirklichen Studien, die etwas über das Langzeitstillen und die zahnstellungen aussagen (vielleicht mag das mal jemand erforschen?)
Fakt ist dann wieder, dass ja irgendwann Zähne wachsen und die Brust dann schon einen gewissen Widerstand darstellt. In welchem Maße das weiche gewebe, welches ja eigentlich recht platt gedrückt wird, dann aber zu einer vwerformung führen kann, kann ich nicht eindeutig sagen. Ja, ich kann mir durchaus vorstellen, dass nach einer langen zeit die Zähne ein wenig der Brust Platz machen, aber so stark wie bei einem Nuckel oder gar dem Daumen? nein!
Es besteht ja auch noch immer die Möglichkeit, dass es eine angeborene Sache ist, es ist ja nunmal so, dass auch Menschen nicht immer grade Zähne haben, die dann schon nicht so wachsen. Es gibt Überbisse und Unterbisse, die alle mit dem trinkverhalten nichts zu tun haben.
Da ich deinen Sohn nur flüchtig von Bildern kenne, kann ich eben zu seinem Zahnstatus nicht viel sagen. Was sagt denn der Zahnarzt?
Für mich ist das Argument mit dem lange Stillen eher ein totschlagargument und ich würde es nicht aussprechen. Ich würde sowas ansprechen, wenn das Kind sehr lange an der Flasche hing oder sogar mit 3/4 noch einen Nuckel oder Daumen benutzt ja.
Ich frage auch nach dem Stillen und wie lang, im gleichen Atemzug frage ich aber, ob es Stillprobleme gab etc etc.
Warum soll dein Sohn den behandelt werden? Was ist der Grund?