eve hat geschrieben:
Ich glaube, du missverstehst mich, bienenmeisterin. Es ist nicht mein Ziel immer ja zu sagen, um meinem Kind alles zu ermöglichen - hab ich so ähnlich auch schon geschrieben. Ich will aber in Situationen, in denen mein Kind etwas anderes will als ich, nicht einfach über es bestimmen, sondern darüber nachdenken, wer gerade besser zurückstecken kann. Frei nach Klöter: Wer leidet mehr.
Das tut mir Leid, das wollte ich nicht.
Mir lag es nahe, ein vollständiges Bild zu formulieren (was mir sicher auch nicht gelungen ist).
Denn, es gibt ja grob gesagt zwei Sorten Eltern. Manchen hilfst du damit, sie zu ermuntern sich etwas zurückzunehmen und wie du richtig schreibst, mehr darüber nachzudenken, wer gerade besser zurück stecken kann. Mir zum Beispiel hilft das gar nichts, da ich selbst immer dazu neige, viel zu sehr zurückzustecken.
Ich habe Klöters auch gelesen und finde die auch gut. In vielen Dingen passt es bei uns aber leider nicht. Da möchte ich mich gerne an die Diskussion ranhängen und euch um Rat fragen.
Wer leidet mehr?
Folgende Situation. Ich habe euch ja erzählt, dass mein Sohn an einem Tag gefühlte Ewigkeiten mit der geduldigen Oma im Cockpit von Omas Auto gespielt hat. Er ist verrückt nach Autos. Am darauffolgenden Tag haben wir eine Freundin mit dem Fahrrad besucht. Ein Sturm zieht auf. Die Freundin bietet uns an, rasch mit ihrem Auto nach Hause zu fahren. Schon beim Anblick des Autos fängt mein Sohn an zu kreischen. Er will im Cockpit spielen, und zwar sofort. Ungünstigerweise ähnelt das Auto stark dem von Oma und er ruft immer wieder Oma!!! Oma!!! Ich vresuche mein Kind in den Kindersitz zu setzen. Er verliert völlig die nerven und durchleidet eine Schreiattacke. Ich nehme ihn raus, beruhige ihn (dauert ca fünf Minuten, wir stehen im Regen.) Ich bitte meine Freundin ihn hineinzusetzen, wir kündigen an, ich setze mich schonmal neben den Sitz, um mein Kind "in Empfang" nehmen zu können. Es geht nicht. Er schreit so sehr, dass ihm der Atem stockt, viel zu lange, die Lippen werden blau, ich werde panisch, reiße das Kind aus dem Auto und puste ihn kräftig ins Gesicht/ Mund, er atmet nicht, schließlich habe ich ihm mit einer Backpfeife zum Atmen bekommen

ALso ziehe ich mit ihm weiter zur Bushaltestelle (wo wir 30 Minuten im Sturmregen warten). Als das Schreien abebbt, entschuldige ich mich bei ihm, dass ich versucht habe, mit dem Auto nach Hause zu fahren, dass ich nicht wusste, dass es in so einem Fiasko endet.
Der Bus kommt, im Bus ist er immer noch so wütend, dass er schreiend auf dem Boden liegt und nicht angefasst werden will (... die Leute sage ich nur

). Zu Hause angekommen ist immer noch die Rede von Oma, dem Auto. Ich bin derweil völlig demoralisiert, fühle mich schlecht. Ich tippe darauf, dass ich ihn allerdings auch kaum in den Fahrradsitz bekommen hätte und auch nicht weiß, ob es vernünftig gewesen wäre, es blitzte und donnerte.
Der Regen hört auf, es begegnet uns ein Laternenumzug von einer Kita. Wir schließen uns an und er lauscht glücklich der Fanfare. Ich schleppe ihn ohne Tuch hinterher, möchte ihm ein schönes Erlebnis ermöglich, nachdem er so viel geweint hat. Abends geht er trotzdem tief gekränkt und schluchzend ins Bett.
Tja, wer leidet mehr? Mein Kind leidet immer mehr! Ob es ums Anziehen geht, Wickeln, mittlerweile mag er auch selten nur noch getragen werden. Wie soll ich mich da verhalten? Ich kann nicht immer nur mit ihm nackt in der Wohnung bleiben. Wenn ich ihn anziehe und wir schlussendlich irgendwann auf dem Spielplatz sind, fidnet er es dort sehr schön und verlebt glückliche Stunden dort. Wickeln tu ich ihn dort nicht, es macht offensichtlich keinen Sinn, er sitzt lieber in der vollgeschissenen Windel - einen Wechsel würde ihn derart demoralisieren, dass wir nach Hause fahren müssten, er würde sich nicht mehr beruhigen. Der Weg zum Spielplatz und wieder nach Haus ist unsere persönliche Hölle. Ich sauge alle Tipps aus dem Sut auf, wie Ankündigen, Snacks, gewaltfreie Kommunikation weiß der Geier. Trotzdem ist er seinen Emotionen einfach so ausgeliefert, dass ich mich jeden Tag weit entfernt von Klöters wähne.
Ich ziehe im gegen seinen Willen an, fahre mit ihm irgendwo hin, weil er nur oben in der WOhnung auch nicht glücklich ist (und ich shcon gar nicht!!!). Deswegen komme ich mit sämtlichen Ratgebern in Konflikt, da es oft keine einvernehmliche Lösung gibt!