KiGa-suche, bin frustriert :(

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kaehde
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Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von kaehde »

Tutti, wie meinst Du das?

Wobei situationsansatz und situationsorientierter Ansatz auch ein Unterschied ist.

Hier (Bayern, ländlich) ist ein Kindergarten mit einem solchen Konzept die absolute Ausnahme (und wir von den Eltern auch (leider, mMn) kaum gewürdigt...)

Viele Grüße,
Katja
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Tutti
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Re: AW: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Tutti »

Ich meine damit, dass in vielen Kitas in Berlin im Konzept steht, dass sie unter Anderem nach dem Situationsansatz arbeiten und fragt man danach, kommt als Erklärung :
"Na, wir greifen halt die Themen auf! Ist Herbst, und draußen liegen Blätter, dann holen wir die rein und basteln was daraus "
Das hat allerdings nichts mit dem Situationsansatz zu tun ;)
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Lösche Benutzer 14500

Re: AW: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Tutti hat geschrieben:Ich meine damit, dass in vielen Kitas in Berlin im Konzept steht, dass sie unter Anderem nach dem Situationsansatz arbeiten und fragt man danach, kommt als Erklärung :
"Na, wir greifen halt die Themen auf! Ist Herbst, und draußen liegen Blätter, dann holen wir die rein und basteln was daraus "
Das hat allerdings nichts mit dem Situationsansatz zu tun ;)
:-)
Ich glaube, dass die konkrete Umsetzung sehr sehr stark von den Erzieherinnen abhängt. In unserer Kita wird tatsächlich eher nach dem Situationsansatz gearbeitet, soweit ich das beurteilen kann. Es gibt aber eine Erzieherin - zum Glück die Bezugserzieherin meines Kindes :-)) - die das wirklich irgendwie...hm.. automatisch macht? Bei den anderen Erzieherinnen habe ich das Gefühl, sie müssen sich das eher erarbeiten, vergessen das dann auch mal, insgesamt wirkt es eben wie etwas, von dem sie denken und wissen, sie sollten es umsetzen, was aber nicht so ihrem Empfinden entspricht und entsprechend auch nicht unbedingt der erste Impuls ist. Unsere Bezugserzieherin hat das aber wirklich als Impuls und setzt es entsprechend ganz toll und automatisch um.

Generell ist die Idee unserer Kita, dass insbesondere die Kleinen v.a. spielen. Es gibt vormittags manchmal Angebote in den Gruppen - etwas malen, mit Teig manschen o.ä. - aber die Kinder KÖNNEN das machen, die sitzen nicht in der Gruppe um den Basteltisch und müssen kneten. Mein Kind tobt lieber und klettert, also tobt und klettert sie in der Zeit. Jetzt im Sommer sind die Kinder ohnehin einfach meist draußen und...naja...spielen. Dazu haben wir aber dann eben noch besagte Erzieherin, die Dinge ganz toll aufgreift - und aber auch einfach den Kindern selbst unwahrscheinlich viel Wärme und Zuneigung zukommen lässt und sie in ihrem So-Sein annimmt. Das hat sie aber vermutlich nicht gelernt, so ist sie einfach. Und es hat halt mit dem Konzept der Kita nur bedingt etwas zu tun. (Übrigens gibt es auch viele Eltern, die das doof finden - die WOLLEN, dass die Kinder etwas lernen und Basteloutput produzieren und beigebracht bekommen, ordentlich zu essen und so.)

Tutti, hast du einen guten Link oder eine Buchempfehlung zu Early Excellence? Googlen hat ein paar spannende Treffer gebracht, aber leider nix wirklich Tiefergehendes - es klingt aber sehr gut.
Lösche Benutzer 14500

Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Ach so, zum Ausgangspost:
Mir geht`s genauso. Ich möchte, dass mein Kind spielt und liebgehabt wird. (Letzteres ist ein doofer Ausdruck - ich hoffe, ihr wisst, was ich meine? Dass ihm eben mit Wärme und Feinfühligkeit begegent wird und es als Person angenommen wird.)
Wir haben einige Kitas angeguckt, die kein Wort über ihren Ansatz verloren haben, da ing es nur um fördern, fördern, fördern... Musikalische Früherziehung, Frühenglisch, irgendein Sportprogramm... Mein Kind mag Musik machen und erst Recht beim Sport rumtoben. Aber eben nicht als PROGRAMM. In einigen Kitas gab es quasi einen Stundenplan für die Zweijährigen, das fand ich befremdlich und es wäre für uns nicht in Frage gekommen. Es waren übrigens alle staatliche Kitas; unsere jetzige ist auch eine - das offzielle Programm war im wesentlichen in allen gleich. Aber die Umsetzung ist eben total unterschiedlich, evtl. lohnt es sich, weiter zu suchen?
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Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von weeka »

wir haben jetzt einen kindergarten mit einem offenen konzept, d.h. es gibt verschiedene gruppen mit unterschiedlichen angeboten und die kinder können sich jederzeit (bis auf 2 stunden, wo die gruppen zusammenbleiben) nach ihren vorlieben etwas aussuchen. wenn sie also jeden tag nur an der kletterwand klettern wollen, dann tun sie das auch. oder sie malen den ganzen tag, oder sie machen alle 10 minuten etwas anderes...sie können auch selbst entscheiden, wann sie frühstücken. mein sohn ist total begeistert von diesem angebot, denn er kann sich jetzt wirklich lange dem widmen, was er wirklich möchte. für vorschulkinder gibt es da auch noch weitere angebote, und ich sehe ehrlich gesagt nicht, wo der unterschied sein soll, wenn ich mit meinem kind mal ins museum gehe oder es der kindergarten macht. und ich gehe nicht ins museum oder zu anderen veranstaltungen, weil ich meine kindern fördern will, sondern weil sie interesse daran haben (z.b. wäre so ein tag der offenen tür bei einem recyclingunternehmen gerade das richtige:-)) sowie ich auch aus interesse eine ausstellung besuche oder einen film schaue. also warum auch nicht mit dem kindergarten?

es geht vll. doch in richtung grundsatzdiskussion, aber mir ist nicht ganz klar, was an anleiten oder beschäftigung mit erwachsenen immer so schlecht sein soll. kinder fragen sachen und möchten manchmal auch angeleitet werden. warum denn nicht, wenn kinder es mögen? oder geht es wirklich nur um obligatorische "angebote", die kinder machen müssen?
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Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Weeka, ja, so hatte ich es verstanden - dass um obligatorische Angebote geht, die die Kinder machen müssen, um optimal gefördert zu werden. Also eben nicht ins Naturkundemusseum gehen, weil die Kinder gerade Dinos total spannedn finden, sondern eben hingehen, weil es gerade auf dem Plan steht und die Kinder dort etwas lernen sollen. Ob sie wollen oder nicht. :-)

Dass man in einer Kitagruppe im Zweifelsfall eben alle Kinder mit ins Naturkundemuseum nimmt, obwohl sich nur 15 der 20 Kinder gerade brennend für Dinos interessieren, ist unvermeidbar. Finde ich aber nicht so problematisch, wie 20 dinounbegeisterte Kinder ins Museum zu schleppen, damit sie mal was lernen. Ich dachte, um so etwas ginge es hier? Das Beispiel mit dem Feuerwehrbesuch z.B., da sehe ich das Problem auch nicht... Und wenn unsere Kita zufällig den Fuhrparkhof der hiesigen Müllabfuhr besuchen wollen würde, könnte sie mein Kind gerne mitnehmen, es wäre begeistert. :-)

Doof ist es eben, wenn es obligatorisch wird nur geschicht, damit die Kinder etwas lernen - selbige aber an den Lerninhalten einfach kein Interesse haben.
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Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Gabriele »

weeka hat geschrieben:wir haben jetzt einen kindergarten mit einem offenen konzept, d.h. es gibt verschiedene gruppen mit unterschiedlichen angeboten und die kinder können sich jederzeit (bis auf 2 stunden, wo die gruppen zusammenbleiben) nach ihren vorlieben etwas aussuchen. wenn sie also jeden tag nur an der kletterwand klettern wollen, dann tun sie das auch. oder sie malen den ganzen tag, oder sie machen alle 10 minuten etwas anderes...sie können auch selbst entscheiden, wann sie frühstücken. mein sohn ist total begeistert von diesem angebot, denn er kann sich jetzt wirklich lange dem widmen, was er wirklich möchte. für vorschulkinder gibt es da auch noch weitere angebote,
In so einem Kiga war die Motte!
Wirklich ganz toll, vor allem die liebevollen Erzieherinnen.

Ich hoffe, dass ich für den Kleinen dort ab 2015 auch einen Platz kriegen werde.
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weeka
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Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von weeka »

miffi,

ich habe noch nie so eine kita gesehen. die frühenglisch kitas sind an uns vorbeigezogen (dafür dufte er ja schon in der uni englisch lernen :lol: ) und verpflichtende veranstaltungen sind uns auch nicht wirklich bekannt. mit welchen methoden arbeiten denn diese kitas noch?

was ich aber bei unseren kitas bis jetzt gesehen habe, ist einfach, dass es keine perfekte kita gibt. die einen machen mehr angebote, die anderen weniger, die einen sind immer draußen, haben dafür aber kein bio essen. es ist einfach nicht möglich die bedürfnisse aller eltern und kinder 100% zu decken. wenn man mit klaren vorstellungen seiner kita/schule reingeht, kann man eigentlich nur enttäuscht werden. meiner meinung nach, sind es dann doch die bezugserzieher und überhaupt das team, was es letztendlich ausmacht.
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Tutti
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Re: AW: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Tutti »

@miffi :
Ich hoffe, der Link zum PDF funktioniert. Über Handy doch alles so kompliziert ;)
Ich habe selbst schon in einer Einrichtung gearbeitet, die nach dem Early Excellence Konzept arbeitet und sehe viele, viele Vorzüge.
http://www.pfh-berlin.de/sites/default/ ... dell_0.pdf
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Lösche Benutzer 14500

Re: KiGa-suche, bin frustriert :(

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Tutti, lieben Dank! Der Link funktionier, dann habe ich also was zum Lesen. :-)

Weeka, die Methoden sind die gleichen wie bei den anderen Kitas auch. Die meisten Kitas, die wir angeguckt haben, verwiesen, wenn man sie nach dem Konzept fragte, auf das Berliner Bildungsprogramm und eben (viele, nicht alle) darauf, dass sie situationsorientiert arbeiten. In dieser einen Kita (in Berlin-Mitte... :-)) wurde aber eben betont, wie wichtig es sei, auch die Kleinen schon zu fördern und dass sie deswegen mittwochs Englisch hätten (war ab 2 Jahren, glaube ich) und dienstags Sport und montags musikalische Früherziehung. Bei der Besichtigung war gerade Frühenglisch, da saßen die Kinder alle um die Englischlehrerin und bekamen einen Nursery Rhyme beigebracht. Die wirkten jetzt nicht alle so, als würde ihnen das keinen Spaß machen, aber es war deutlich, dass das jetzt offizielle "Lernzeit" ist, es wäre nicht möglich gewesen, statt dessen zu spielen. Kann man gut oder schlecht finden - für uns war es halt einfach nix. In dier Kita, wo das Kletterkind jetzt ist, spielt sie halt. Es gibt Angebote (malen, basteln, klettern), aber wenn sie da nicht mitmachen will, macht sie nicht mit; es gibt keinen Stundenplan. Das war uns wichtig, dass es nicht so früh schon so viele "Muss-Aktivitäten" gibt. Für andere ist das vielleicht gerade wichtig. (Über mangelnde Anmeldungen konnten die sich da jedenfalls nicht beschweren und die anderen bei der Besichtigung anwesenden Eltern fanden gerade die Fördersachen toll.)

Ansonsten stimme ich aber zu - die perfekte Kita gibt es nicht. (Bioessen gibt es bei uns nicht. :-)) Und vor allem hängt letzlich unheimlich viel an den Erzieherinnen.
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