stiller stuhl, beim essen muss man still sein, wer nicht aufpasst kriegt zuletzt essen usw usw
in welcher zeit leben die denn?
ich kenne Waldorf bisher nur theoretisch aus seminaren und muss sagen es war mir schon immer suspekt, aber solche erfahrungsberichte zu lesen bestätigt mich einerseits und schockiert mich andererseits
vor allem wie heut zu tage in manchen einrichtungen mit kindern umgegangen wird!?
und da ich bisher hauptsächlich mit montessori einrichtungen kontakt hatte stößt mir das mit "alles hat eine bestimmte zeit" und das kind darf nur sachen machen die angeblich seinem alter entsprechend, besonders auf
ich wünsche euch,dass ihr eine kita findet die besser zu euch passt!
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein...[ASP- Duett]
Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
Ich fühlemich gerade zurückversetzt...
ich habe nach 1woche bereits die Notbremse gezogen und mein Kind sofort wieder abgemeldet.
Es war exakt so, wie du es beschreibst..schlimm...
Ich reagiere mittlerweile echt allergisch auf das wort " waldorf" ...
Die körperliche Gewalt fand ich besonders schlimm und so wie asu schrieb: nach außen imer alles toll und schön und hintenrum genau das gegenteil..
Ich hoffe, er erholt sich er " erholt" sich schnell und findet einen andeten, schönen Kindergarten..
Das klingt ja furchtbar.
Muss zugeben das ich bis jetzt nicht viel von waldorf wusste, aber das ganzer schockt mich grade etwas.
@tigerlein: eine Sache möchte ich doch noch kommentieren.
Bei unserem zukünftigen Kindergarten in den mein Sohn in zwei wochen hingeht müssen Kinder nicht raus, wenn sie nicht wollen. Dort haben sie das (Teil-) offene Gruppen Prinzip. Es gibt dort drei Gruppen mit 6-8 Erzieherinnen. Wenn man also nicht mit rausgehen môchte kann man drin bleiben Event. Einfach in eine andere Gruppe gehen.
Es wird zwar dazu animiert, à la "wollen wir zusammen rausgehen?" aber gezwungen wird niemand wer nicht will.
Sehr interessant. Bisher habe ich immer gesagt, dass ich mit dem Waldorf Konzept nicht so richtig warm werde, konnte es aber nie in Worte fassen. Aber vieles was hier geschrieben wird, auch von den Modernen Einrichtungen hilft mir grade dabei.
Liebe Grüße von Beccy mit dem Mariekäferchen 01/09 und dem Küken 08/10
"Wahre Prinzen töten für Dich keinen Drachen, sondern lieben Dich wenn Du mal wieder einer bist" (unbekannt)
Das Schlimme ist, dass er wirklich gerne hingeht. Er ist selten "Opfer" dieser Maßnahmen, aber er bekommt das ja mit.
Beim Frühstück musste er schon ein paar Mal als Letzter essen, weil er gerne mal ein bisschen träumt.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und
Das klingt wirklich alles schrecklich! Und ist bei uns wirklich alles anders..
Bei der Essenvergabe z.B. werden die Kinder angesprochen, so dass keiner verpassen kann, dass er an der Reihe ist. Montags und mittwochs gibt es selbstgebackene Brötchen, da werden die Kinder gefragt, was sie drauf haben möchten. Dienstags gibt es Milchreis mit oder ohne Apfelmus, donnerstags Bulgur. Als sie anfingen dienstags und donnerstags in den Wald zu gehen, wollten sie nur einen Topf mitnehmen und daher anderes Essen anbieten und haben extra etwas gesucht, was alle mögen. Sie würden kein Kind hungern lassen. Die Kinder bekommen auch vor dem Essen schon Apfelschnitze oder andere Rohkost, wenn sie großen Hunger haben..
Die Kinder werden nicht gezwungen, Mützen oder Handschuhe zu tragen, es sei denn, die Eltern bestehen darauf. Und sie dürfen so viel anziehen, wie sie wollen. (Wie kann man einem Kind verbieten, Handschuhe anzuziehen, weil noch kein Eis auf den Pfützen ist??)
Handgeben ist bei uns auch keine Pflicht. Die beiden begrüßen jedes Kind (und die Eltern) persönlich und wollen die Hand geben, sind aber nicht aufdringlich und akzeptieren es locker, wenn ein Kind nicht möchte.
Genauso müssen Kinder, die nicht raus wollen, nicht raus. Es gibt zum Beispiel eine Gruppe, die eigentlich nur draußen ist (auf dem Gelände oder im Wald), und wenn da mal ein Kind nicht draussen sein will, darf es in eine andere Gruppe..
Es gibt gemeinsame Aktionen, die von allen gemacht werden, aber wenn ein Kind nicht möchte, muss es auch nicht.
Bei uns hat die Eingewöhnung Monate gedauert, weil mein Sohn Probleme mit vielen Kindern auf einem Haufen hat. Er fand es toll dort, wollte aber lange nicht ohne uns dort sein. Ich habe also monatelang den Umgang mit den Kindern gesehen. So lange kann sich glaube ich niemand so sehr verstellen.. Der Umgang mit den Kindern war liebevoll, respektvoll, es wurde individuell auf jedes Kind eingegangen..
Diesen gemeinsamen Tagesplan gibt es halt schon. Also diesen immer gleichen Ablauf: Morgenkreis, Brötchen backen/Malen/Bastel (was halt gerade dran ist), Toilette, Freispiel, Essen, Toilette, Rausgehen. Da muss man wohl einfach schauen, ob das zu einem (bzw. zum Kind) passt, oder nicht. Meinem Sohn hilft es, sich darauf einzustellen, was als nächstes passiert. Und die gemeinsamen Klogänge helfen ihm, es nicht zu verpassen, weil er gerade so vertieft ins Spiel oder seine Beobachtungen ist. Er ist allerdings auch erst 3. Später ist es bestimmt nicht mehr nötig, das so fest einzubauen. Ich weiß aber auch gar nicht, wie das später gemacht wird. Mein Sohn geht jetzt noch ein zweites Jahr in die Spielgruppe, bevor er dann in die Waldgruppe wechselt.
Ich hoffe, mit den anderen Personen ändert sich dann für uns nicht alles so extrem
Mama vom Großen [12/08], der Mittleren [07/11] und der Kleinen [04/14]..
Beccy hat geschrieben:Sehr interessant. Bisher habe ich immer gesagt, dass ich mit dem Waldorf Konzept nicht so richtig warm werde, konnte es aber nie in Worte fassen. Aber vieles was hier geschrieben wird, auch von den Modernen Einrichtungen hilft mir grade dabei.
Also die Waldorfpädagogik pauschal abzuwerten auf Grund dessen was man hier gelesen hat, finde ich so nicht richtig. Beccy, ich möchte dich nicht persönlich anprangern, dein Zitat steht da einfach nur als Beispiel. Es gibt gute und schlechte Einrichtungen. Die gibt es aber z.B. bei Regelkindergärten auch. Scheinbar wird total überlesen was ich hier versuche deutlich zu machen, nämlich dass die Waldorfpädagogik im Wandel ist und es so wie Muschelsucherin beschreibt eben nicht überall sein muß. Sich da einfach mit ranzuhängen von wegen "Waldorf fand ich immer blöd, jetzt weiß ich auch warum" muß da echt nicht sein. Ich finde den Regelkindergarten bei uns im Dorf auch furchtbar. Aber ich sage nicht, dass alle Regelkindergärten schlecht sind. Das Ganze steht und fällt sehr mit dem Personal. Und das was Muschelsucherin schreibt ist eben heutzutage nicht mehr Waldorf, hängt aber noch sehr in den Köpfen gerade des alten Personals fest. Ihr wißt, wie schwierig es manchmal ist unseren Müttern zu erklären, dass man Kinder nicht schreien lassen muß um die Lungen zu kräftigen.
Und ich verlange auch nicht, dass jeder Waldorf gut findet. Mir ist klar, dass es nicht Jedermanns Sache ist und die Pädagogik nicht für jede Familie und vor allem nicht für jedes Kind passt. Meinem großen Sohn tut sie sehr gut eben auf Grund des festen Tages- und Wochen- und Jahreslaufs und wegen der sehr kleinen Gruppengröße. Fest heißt hier aber auf keinen Fall starr und dass die Kinder keine Entscheidungsfreiräume und Freiheiten haben ist auch nicht "typisch Waldorf".
Ich finde es total schade, dass es immer noch so schlimme Waldorfkindergärten gibt. Hier im Forum scheint der Ruf von Waldorf ja ziemlich schlecht zu sein, wenn ich mir die Beiträge hier im Thema so durchlese. Keine Wunder, wenn es immer noch solche Kindergärten gibt. Aber mir ist ganz wichtig nochmal deutlich zu machen, dass es eben nicht die Regel ist.
Und jetzt ziehe ich mich hier zurück. Ich hab mich mit dem Thema jetzt auseinander gesetzt und sehr lange für mich darüber reflektiert. Denn Einstellungen sollten auch nicht starr sein und es kann ja sein, dass ich in meinem Alltagstrott einige Dinge übersehen habe. Wenn ich das nächste Mal arbeiten gehe, werde ich auf jeden Fall die Kinder genau beobachten und auch wie wir Erzieherinnen mit den Kindern umgehen. Vielleicht können wir da wirklich noch was besser machen. Und für diesen Anstoß bedanke ich mich bei dir Muschelsucherin. Trotzdem mag ich jetzt nicht mehr ständig lesen wie schlecht die Waldorfpädagogik doch allgemein ist. Viel Spaß euch noch beim diskutieren. Muschelsucherin, dir wünsche ich, dass dein Großer im neuen Kiga besser aufgehoben ist und respektvoller mit ihm umgegangen wird.
Tigerlein mit Groß (02/08), Mittel (04/10), Keks (04/13), Küken (10/15), Käfer (05/18) und Knöpfin (11/20)
Und noch was vergessen: Wie ist der Kindergarten organisiert? Ist es eine Elternini? Gibt es einen Vorstand? Bei uns haben sich die Eltern zusammen getan und sich besprochen. Danach war man sich einig, dass die Erzieherin, um die es ging, gehen muß. Das wurde dem Vorstand mitgeteilt und dieser hat sie daraufhin gekündigt. Das war allerdings bevor ich dort gearbeitet habe. Eltern sind also nicht wehrlos und müssen nicht alles hinnehmen. Wenn du mehr Eltern findest, die mit der Praxis dort ein Problem haben, könnt ihr vielleicht was bewirken. Natürlich nur wenn du die Kraft dazu hast. Und wenn nicht, wäre es mir schon wichtig andere Eltern, die ihre Kinder dorthin schicken, aufzuklären.
Tigerlein mit Groß (02/08), Mittel (04/10), Keks (04/13), Küken (10/15), Käfer (05/18) und Knöpfin (11/20)