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Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 11:14
von EhMiws
Hexe Verstexe hat geschrieben:Ich muss Potsdame zustimmen. Der Artikel ist doch eher nichtssagend und inhaltsleer, schade

Was genau müsste denn für dich ein Artikel enthalten damit er nicht "nichtssagend" und "inhaltsleer" ist ?

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 11:18
von EhMiws
Amber hat geschrieben:
Potsdame hat geschrieben:ich finde den artikel etwas inhaltsleer. die einzige aussage besteht darin "vorsicht, die kinder fühlen sich u.u. nicht wohl". jetzt können wieder alle hausfrauen freudestrahlend antworten, wie froh sie sind, dass sie ihr kind nicht in den kindergarten geben. nur bezogen sich die 24% der jungen, die sich nicht wohlfühlen auf das kindergartenalter von 3 bis 6! welches kind in diesem alter geht nicht in einen kindergarten? die aktuelle diskussion dreht sich um krippenplätze!
und der betruungsschlüssel kann ja nicht das alleinige qualitätsmerkmal sein.
Meine Gedanken... Wie "wohl" fühlen sich denn die Kinder, wenn sie von Mama betreut werden, die zuerst die Wäsche macht, dann staubsaugt, kocht und abspült?

Was genau willst du denn damit sagen ?
Ziemlich erschreckt hat mich die Aussage, dass Erzieher "nur eine kurze und eher dürftige Ausbildung" erfahren. Wie bitte? 5 Jahre kurz?
Kennst du ErzieherInnen bzw hast du welche in deinem näheren Umfeld ? Hast du dich schon mal mehr mit den Inhalten einer ErzieherInnen Ausbildung befasst?

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Bleibt nur noch zu schreiben, was mein Sohnemann (3 Jahre) heute beim Abendessen sagte, als wir den morgigen Tag besprachen: "Ich freu mich auf die Kita!"[/quote]

:)
Das freut mich doch! 
Aber es geht doch hier nicht um Einzelfälle. Sondern um den GESAMTZUSTAND der städt. und privaten KiTa.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 11:19
von EhMiws
Eine Vorschaufunktion ist schon echt toll-wenn man sie denn nutzt....

Ich hoffe, man kann es trotz schlechter Editierung lesen..

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 16:45
von Joyfullmom
Amber hat geschrieben:
Meine Gedanken... Wie "wohl" fühlen sich denn die Kinder, wenn sie von Mama betreut werden, die zuerst die Wäsche macht, dann staubsaugt, kocht und abspült?
Würde auch gerne wissen, was Du damit meinst.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 21:19
von Potsdame
Fra hat geschrieben:
Hexe Verstexe hat geschrieben:Ich muss Potsdame zustimmen. Der Artikel ist doch eher nichtssagend und inhaltsleer, schade

Was genau müsste denn für dich ein Artikel enthalten damit er nicht "nichtssagend" und "inhaltsleer" ist ?
interventionen, alternativen, gedankliche anregungen. dinge immer nur anzuprangern und zu zerreißen halte ich für höchst unproduktiv. und zeit- und nervenverschwundung für autor und leser.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 21:31
von Muschelsucherin
Joyfullmom hat geschrieben:
Amber hat geschrieben:
Meine Gedanken... Wie "wohl" fühlen sich denn die Kinder, wenn sie von Mama betreut werden, die zuerst die Wäsche macht, dann staubsaugt, kocht und abspült?
Würde auch gerne wissen, was Du damit meinst.
Ich auch.

Meine Tochter wird vormittags von mir alleine betreut. Da mache ich all diese Dinge und sie macht mit oder macht was sie möchte in der Zeit.
Wir "leben" zusammen. Sie sieht mich bei diesen Tätigkeiten, ahmt nach, probiert aus und hat Freude dabei. So funktioniert doch lernen.

Dazu muss ich doch kein extra Bespaßungsprogramm bieten.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 22:13
von Potsdame
Muschelsucherin hat geschrieben:
Joyfullmom hat geschrieben:
Amber hat geschrieben:
Meine Gedanken... Wie "wohl" fühlen sich denn die Kinder, wenn sie von Mama betreut werden, die zuerst die Wäsche macht, dann staubsaugt, kocht und abspült?
Würde auch gerne wissen, was Du damit meinst.
Ich auch.

Meine Tochter wird vormittags von mir alleine betreut. Da mache ich all diese Dinge und sie macht mit oder macht was sie möchte in der Zeit.
Wir "leben" zusammen. Sie sieht mich bei diesen Tätigkeiten, ahmt nach, probiert aus und hat Freude dabei. So funktioniert doch lernen.

Dazu muss ich doch kein extra Bespaßungsprogramm bieten.
wir sehen also, es gibt kein schwarz-weiß denken. weder sind mütter, die zuhause bleiben alle gleich langweilig und dumm, genauso wenig wie krippen alle schlecht und mit folter oder kindsvernachlässigung gleichzusetzen sind. es ist nur schade, dass auf die krippen zuerst eingedroschen wird. andersherum ist jede hausfrau sofort empört, wenn man ihr ihre kompetenzen absprechen möchte.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 23:10
von Hexe Verstexe
Potsdame hat geschrieben:
Fra hat geschrieben:
Hexe Verstexe hat geschrieben:Ich muss Potsdame zustimmen. Der Artikel ist doch eher nichtssagend und inhaltsleer, schade

Was genau müsste denn für dich ein Artikel enthalten damit er nicht "nichtssagend" und "inhaltsleer" ist ?
interventionen, alternativen, gedankliche anregungen. dinge immer nur anzuprangern und zu zerreißen halte ich für höchst unproduktiv. und zeit- und nervenverschwundung für autor und leser.
Genau. Sowas hätte ich mir auch erhofft. Übrigens muss ich leider sagen, das meine Tochter schon sehr früh mega gelangweilt war, wenn sie mir "nur" beim Hauthalt helfen und zugucken konnte. Sie fühlte sich sichtlich wohler als sie mit einem Jahr mit anderen Kindern bei ihrer TaMu war. Aber auch diese Diskussionen (Fremdbetreuung gegen Heimbetreuung) ermüden mich langsam. Es hat beides eben Vor- und Nachteile für alles Beteiligten.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 02.07.2012, 23:18
von Muschelsucherin
Es kommt ja auch auf die Familie an. Meine Tochter z.B. ist ja kein Einzelkind. Sie freut sich, wenn sie vormittags hier nur mit mir ist und freut sich genauso ihren Bruder am Mittag wieder abzuholen.

Re: Diskussion um frühe Kitaplätze von Jesper Juul

Verfasst: 03.07.2012, 00:24
von luna24
Mein Sohn ist knapp 3 und langweilt sich zu Hause (bzw. bei den Großeltern) bis jetzt noch überhaupt nicht. Und das obwohl er Einzelkind ist. Den Kindergarten kennt er nur von der Anmeldung+Schnuppertag (+diversen Büchern/Erzählungen) und gestern hat er den ganzen Nachmittag Kindergarten gespielt. Das interessante daran: die Erzieherinnen waren meist alleine im Kiga. Auf die Frage, warum die Kinder nicht da sind kam "die sind im Schwimmbad", "Montag sind alle beim Tanzen", "Dienstag sind nur 2 Kinder da, die anderen sind bei Oma und Opa", etc. Und das, obwohl's im Kindergarten durchaus lustig zuging, wenn die Kinder ausnahmsweise mal alle da waren...

Wir genießen halt jetzt die Freiheit, unseren Tag mehr oder weniger so einteilen zu können, wie wir möchten und das empfinde ich schon als sehr großen Luxus (wobei ich ja auch Teilzeit arbeite - aber eben mit Großeltern vor Ort und sehr familienfreundlichem Arbeitgeber).

Wobei ich die ewige Diskussion um frühe Fremdbetreuung ja/nein auch echt anstrengend finde und keine Mutter sollte sich rechtfertigen müssen, nur weil sie arbeitet oder alternativ weil sie zu Hause bleibt...

Ich habe den Artikel allerdings auch nicht als Kritik an der Krippenbetreuung verstanden (und noch weniger als Kritik an den Eltern, die diese in Anspruch nehmen), sondern als Aufruf an die Politik, die Frage der Betreuungsqualität stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Und das halte ich für DRINGEND nötig. Ich arbeite ja im Bereich der Krippenforschung, und ja, es gibt sehr gute Krippen - aber die sind doch eher selten - und neben viel Mittelmaß gibt es eben auch sehr schlechte Krippen, wo man wirklich von Kindeswohlgefährdung sprechen kann. Und so lange es keine flächendeckenden Maßnahmen zur Qualitätssicherung gibt, solange finde ich eine generelle Empfehlung pro Krippe sehr schwierig. Klar ist der Betreuungsschlüssel da kein Allheilmittel, aber doch eine wesentliche Grundvoraussetzung. Die beste Erzieherin kann nicht gleichzeitig ein Kind wickeln, ein Kind füttern und ein drittes Kind trösten ohne dabei unter Stress zu geraten... Ausbildung/Bezahlung/Anerkennung finde ich ebenfalls sehr wichtige Punkte: es ist einfach demotivierend bei schlechter Bezahlung einen sehr anspruchsvollen Job unter oft schlechte Arbeitsbedingungen zu machen. Und ich finde, es ist eine wichtige Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, nicht nur ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, sondern ausreichend gute Plätze zur Verfügung zu stellen.