Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt.Daydreaming hat geschrieben:Mich nervt dabei halt auch, daß dieses ewige Loben von ihnen fast die einzige Interaktion mit meinen Kindern ist. Es kommt immer nur: " Suuuuuper, alles Richtig!" wenn meine Tochter ihnen irgendwas in einem Bilderbuch zeigt, anstatt wirklich über das, was sie ihnen gezeigt hat, zu reden.
Kommt drauf an. Aktuell sitzt mein Kind gern auf der Wippe. Ich hocke daneben, halte sie auf der Wippe fest, und sage so Sinnlossachen wie "Schneller Pferdchen, hier kommt die wilde Luise, jippiiieeehhhh", und Kind freut sich ein Loch in den Bauch und will immer schneller Wippen. Letztens hatten wir auf der anderen Seite der Wippe eine Über-Oma, die ihr Kind ebenfalls festgehalten hat, vorn auf dem Haltegriff ihre Hand, damit das Kind nicht mit dem Kinn draufschlagen kann, und ich war ja die böse Mama weil ich mich geweigert habe, den Griff ebenfalls mit meiner Hand zu schützen, und sie hat ihr Kind die ganze Zeit in sehr gesetzten Tönen gelobt.linus mama hat geschrieben:Aber dieses Klatschen und Jubeln auf dem dem Spielplatz machen wir auch.Ich fand eben bisher, dass das zum Spiel gehört.
Also, meine hatte mehr Spaß. Ohne Lob. Wir haben halt zusammen getobt. Jubeln und Klatschen kann zum Toben dazugehören. Was ihr dazu aber sagt, ist dann egal. Wenn Kinder Toben tun sie das auch ohne, dass sie jemand dafür lobt.
Ich glaube, bei Juul, "Dein kompetentes Kind" habe ich dazu ein Kapitel gelesen. Ich zitiere mal aus dem Gedächtnis: Er schreibt, dass Kinder gesehen werden wollen. Wenn ein Kind nun von der Rutsche aus winkt und "Hallo Mama" ruft, dann will es gesehen werden. Dann reicht es, wenn die Mama zurück winkt, und "Hallo Schatz" ruft. Das ist aktives Wahrnehmen des Kindes. Ein zerstreutes "Fein" kann man in dieser Situation auch rufen, aber dazu muss man weder hinschauen noch das Kind wirklich wahrnehmen.
Wenn Euer Jubeln udn Klatschen ein aktives Wahrnehmen Eures Kindes auf dem Spielplatz ist, dann ist es genau das, was es sein sollte. WAS ihr dann dazu verbalisiert, ist fast egal, ein Lob muss es nicht sein. Bzw. wenn ich mir vorstelle, dass ich, anstatt mein Kind auf der Wippe beim Reiten anzufeuern sie loben sollte, da würde sich sofort meine Stimme und Tonlage ändern, keine Ahnung, ob das Mäusel dann auch soviel Spaß hätte.
Wie gesagt, wenn ich mich über irgendwas wirklich freue, dann sage ich das auch, dann wird das auch mal ein Lob. Wenn ich sie um irgendwas bitte, und sie das macht, dann sage ich danke und freue mir ein Loch in den Bauch. Aber so Sachen wir Toben oder Wippen oder Rutschen, da braucht es kein Lob, finde ich, da haben wir einfach Spaß zusammen. Ich steh ja auch nicht abends in der Küche und sage meinem Mann: "Das hast Du aber gaaaaaaanz fein gemacht mit dem Tischdecken. Suuuuper". Da würden wir uns wohl beide veralbert vorkommen. Aber wenn er mir mal überraschend Blumen mitbringt, dann freue ich mir ein Loch in den Bauch und sage ihm das auch. So in der Art halt.
